Du hast zu gehorchen

Patriotismus ist ein unrühmliches Patent Der Komponist und Posaunist Friedrich Schenker über Franz Kafkas Amerika, die Zick-Zack-Kurven der Intellektuellen und die Musik als Kunst der Verbindung

FREITAG: Wir unterhalten uns, der Zufall will es, am 4. November. Vor zwölf Jahren war auf dem Alexanderplatz in Berlin die große Demo. Die "friedliebende DDR" - Gerhard Zwerenz gedachte ihrer kürzlich in einem Zeitungsartikel - kam zu Fall. Nun bläst Deutschland zum wiederholten Male ins Kriegshorn. Wie klingt das in den Ohren des deutschen Komponisten Friedrich Schenker?
Als wir am 11. September nachmittags in den Alpen wandern waren, sprach meine Gefährtin Regina Goldmann über das Datum, ohne zu wissen, was an dem Tag noch kommen würde. Sie erinnerte sich an den ersten Bombenangriff auf ihre Heimatstadt Siegmar-Schönau, den sie 1944 erlebte. Das hat sich bei ihr eingeschliffen. Das war unser Weg nach Hause, ins Refugio "Al Cacciatore". Die Hüttenwirtin empfing uns dann mit den neuesten Nachrichten aus Amerika. Wir hatten eines Terrorschreckens gedacht, und nun kriegten wir einen neuen dazu.

Ein seltsames Zusammentreffen von Tatsachen. Den Zusammenhang laut zu denken, war in den Tagen nach dem 11. September schwierig, wenn nicht unmöglich. Es sollte schiere aktuelle Trauer sein, ohne Geschichte.
Die Trauer und Reflexion geschah in der absolut stillen Bergwelt. Geschichte verfolgt einen, ob man will oder nicht. Wir konnten dann nichts weiter tun, als einen sehr großen Grappa zu trinken, zu schweigen und uns zu versenken. Was ist los mit der Welt und uns?

"Ich verstehe unter Bildung, dass Krieg nicht mehr erlaubt ist." Den Satz von Thomas Mann flüstert, spricht, schreit eine Frau in Ihrem Hörstück "Schafott-Front" von 1982. Das meint unter Umständen: ist die Bildungsfrage gelöst, ist die Menschheit von Kriegen erlöst.
Die Bildung, die ich genossen habe, hat mir nicht aufgetragen, dass ich nicht schießen oder in einen Krieg gehen soll. Es gab in der DDR ein Wehrpflichtgesetz, und ich hätte - als normaler Staatsbürger - zu den Soldaten gehen und das auch im sogenannten Ernstfall tun müssen. Es gibt Dinge, die sich durch die Bildung bilden - also Widerstände gegen solche Zwänge. Vielleicht bin ich deshalb Künstler geworden und dadurch total kriegsuntauglich, wehruntauglich.

Das klingt, als wäre solche Untauglichkeit ein Privileg des Künstlers. Viele Ihrer Kollegen sind einst freudig in die Schlacht gezogen und - gefallen. Andere sind als überzeugte Kriegsgegner zurückgekehrt.
In der Zeit des Prä-Expressionismus war ein blinder Patriotismus sehr verbreitet. Ich hoffe, das hat sich mit der Erfahrung zweier Weltkriege erledigt. Aber man sollte sich nicht zu früh freuen.

Gerade eine durch Bildung genährte totale Antikriegshaltung scheint Politikern zu fehlen. Joseph Fischer meint, niemand hätte die Einsätze in Afghanistan gewollt. Es sei bin Laden gewesen, "der Tausende von Menschen auf dem Gewissen hat, der uns weiter bedroht. Wir müssen dem entgegentreten." Fischer antwortet nicht wie ein gebildeter Politiker, der er zweifellos ist, sondern wie einer, der Kindern im Kindergarten erklärt, wie man Räuber und Gendarm spielt.
Ich denke, wer sich in das Geschäft der Politik begibt, wer von einer Partei nominiert wird, wer Macht ausübt, der hat schon gewaltige Probleme damit. Mich hielten solche Machtfragen immer ab, einer Partei beizutreten. Es gibt die Parteidisziplin, die war bei den Bolschewiki ausgeprägt, später in der DDR-Einheitspartei, aber das ist bei den Sozialdemokraten oder den Grünen nicht anders. Wenn eine Partei zur Macht strebt, wenn sie Ämter übernimmt, wenn sie einen Staat regieren muss, dann heißt das, du bist nicht mehr völlig frei in der Inanspruchnahme des eigenen Kopfes und Herzens, du hast zu gehorchen. Und auf diese Weise kommen eben solche Kuriositäten unseres Marathonläufers Fischer zustande, den ich des Laufens wegen schon schätze ...

Zweierlei Geschichtsstränge stoßen einander ab oder ziehen sich an. Der eine markiert den islamisch-fundamentalistischen Terrorismus, der andere markiert den US-Terrorismus, der ja eine viel längere Geschichte hat. Strittig bei Kritikern ist, ob diese Stränge getrennt ablaufen oder Seiten derselben Medaille sind.
Seit ich Noam Chomsky gelesen habe, weiß ich etwas mehr über amerikanische Absichten, Weltregierung und Weltgendarm zu spielen, und das ist nicht weniger terroristisch als die Dinge, die aus dem islamisch-fundamentalistischen Bereich kommen. Die jeweiligen Terrorismen sind miteinander eng verquickt. Zu bestimmten politischen Effekten haben sie sich wechselseitig ausgebildet. Beide kommen aus demselben Kern: Mephisto - Faust.

Ihre Orchestermusik "... ins Endlose ...", komponiert 1992, rekurriert auf den Kafka-Roman "Amerika". Kafka kannte die USA nicht unmittelbar, trotzdem wurden sie Gegenstand. Auch Sie waren noch nie in den Vereinigten Staaten. Was täte Friedrich Schenker, wäre er dort einmal zu Gast?
Ich würde mit Thomas Pynchon plaudern, mit Mister Irving ein Glas Wein trinken, mit Komponisten wie Elliot Carter, George Crumb und anderen durch die Städte schlendern. Leider kann ich John Cage nicht mehr wieder begegnen, den ich noch in Berlin getroffen habe, bevor er 1991 starb. Mein Kollege Morton Feldman ist leider auch schon tot.

Auch die Toten sprechen.
Eigentlich ist niemand von ihnen tot, in mir leben sie alle. Ich treffe Hemingway, Faulkner, Steinbeck. Mit Dos Passos, Wolfe, Heller bin ich als Leser befreundet. Ich "speise" mit Rauschenberg, Rothko, ich tausche Gedanken mit Warhol, Pollock. Und dazu muss ich nicht in New York oder Los Angeles sein. Es gibt eine unglaubliche Zahl interessanter amerikanischer Künstler. Ich fühle mich ihnen zugehörig, das ist ungeheuer aufregend und herausfordernd. Nicht zugehörig fühle ich mich aber denen, die dort den Auftrag haben zu regieren und die Weltpolizei zu spielen.

Amerika schlägt oft in Ihre Musik hinein. Wie amerikanisch ist Ihre Musik?
Es ist schon kurios, dass Leute wie Kafka und, angeregt durch ihn, ich etwas schreiben über ein Land, das wir nie gesehen, allenfalls über Medien erlebt haben. In Kafkas Amerika ist die Frage: Wie kann sich ein Subjekt, wo das Subjekt in der Masse verschluckt wird, wo alles scheinbar käuflich ist, durchsetzen. Er hat das Werk nicht zu Ende geschrieben. Aber er hat großartige Visionen geboten wie die trompetenden Engel auf den Podesten am Schluss des Fragments. Heute kann man sich über die global vernetzten Medien fühlen wie in San Diego, San Francisco, New York. Kafka hat diese Welt erahnt. Es gab zwar die Photographie, das Automobil, das Telephon, die Zeitung, aber er hat aus der Distanz vielleicht eine realere Welt gebaut, als sie den Leuten in Wirklichkeit erschienen ist. Was der Roman erzählt, habe ich versucht kompositorisch zu deuten.

Ihre jüngste Oper "Johann Faustus" nach dem Libretto von Hanns Eisler, die Premiere wird nächstes Jahr in Kassel sein, hat ein Kapitel, das "Atlanta" heißt. Eisler läßt darin biographische und andere Wahrheiten einfließen. Was sagt die "Atlanta"-Geschichte heute?
Eisler verarbeitet Erfahrungen seines McCarthy-Prozesses. Der Geheimdienst zum Schutze des Vaterlandes greift in sein Leben ein. Das gleißende Coca-Cola-Land fasziniert Faust, aber seine aufklärerischen Schwarzspiele hält Atlanta nicht aus, er wird subversiv und damit anti-atlantisch. Es geht bis zur Darstellung des Holocaust. Das ist nichts für die "Barbecue"-Gesellschaft.

Die Intellektuellenproblematik dieses "Faustus" ist zweifellos heute noch gültig. Eisler stellt die Figur in den Zusammenhang des Bauernkrieges. Faustus ist in sich zerrissen, er erkennt zwar die Notwendigkeit, die Verhältnisse zu ändern, aber sofern das Problem akut wird, macht er einen Rückzieher.
Es sind die Zick-Zack-Kurven eines Intellektuellen im Widerspruch von Aufklärung und Macht. Unlösbar wie die "Quadratur des Menschen"; da gibt es nur den Untergang. Das war 1952 für die stalinistischen Faust-Bilder unerträglich. Und heute bildet dieser Stoff neue Sprengkraft

Kaum ein Begriff wird derzeit demagogischer benutzt als der des Antiamerikanismus. Was da weltweit durch die Medien geistert, ist ein Kampfbegriff mit stark denunziatorischem Akzent. Er soll Kritik mundtot machen.
Ich habe keine Lust, in Mc Donald´s oder Burger King oder solchen Lokalen das Essen zu nehmen. Aber diese Verweigerung ist noch kein Antiamerikanismus. Ich denke, dass Dinge, die als antiamerikanische in die Welt kommen, durch globalen Terror der Ersten Welt entstehen.

Es sind verzeifelte Muslime, die den Terror feiern, weil dieser für einen Augenblick ihre Ohnmacht aufzubrechen scheint und weil er in ihren Augen ein Gegen-Terror ist. Es ist das alte Schema: Gewalt erzeugt Gegengewalt, die ihrerseits Gewalt erzeugt. Eine für jeden durchschnittlich begabten, lernfähigen Politiker begreifbare Spirale. Und diese Spirale dreht sich jetzt. Fragt sich, ob das Kalkül ist.
Ja und nein! Kalkül, weil es um Waffenhandel und Öl geht; aber vieles ist unbegreifbar; alle Verschwörungstheorien, der einen wie der anderen Seite, sind zu harmlos, um demonstrieren zu können, wohin das führen wird. Es ist eine Menge Irrationalismus dabei.

Trotzdem, ein relevantes Problem ist, wieweit ein Volk oder Teile eines Volkes mitverantwortlich gemacht werden können sowohl für einen Terrorismus wie für eine verheerende Politik ihrer Regierungen. Als Präsident Bush, nachdem das WTC zerstört war, in pathetischen Worten zum Gegenschlag aufrief, rückten drei Viertel "seines Volks" enger zusammen. Und wer weiß, welche Solidarprozesse in der Welt muslimischer Armut vonstatten gingen und gehen.
Was die eine Seite angeht: CNN gehört faktisch den Regierenden, CNN bereitet das auf und adressiert es. Ich weiß noch, in den Tagen des Golfkrieges habe ich im Eisenbahnzug mit einer Amerikanerin gesprochen, und die weigerte sich konstant, zu dieser angeblichen Mehrheit zu gehören, die dem Golfkrieg zustimmte. Sie meinte, über 50 Prozent der Amerikaner dächten anders. Ich glaube, dass die Ausschließlichkeit der Medienpropaganda die wirkliche Lage nicht erfasst, aber auch verschleiern will.

Das ist jetzt wieder so. Und deutsche Intellektuelle, wie reagieren die?
Es gibt die übliche Spaltung, Feigheit, Torheit und Mut, gegenzuhalten, wie von jeher in der Geschichte.

Sie verstehen sich als Pazifist. In bestimmten Werken gehen Sie indes mit dem Krieg um, als stünden Sie mit dem Krieg im Kriege. Da wird marschiert, gestorben, gekämpft, geschossen; unchristliche, aggressive Messen werden zelebriert; A-, B-, C-Waffen sprechen; die Neutronenwaffe kommt zum Einsatz; nur noch aufgehängte Puppen schnarren unterm Galgen ihr letztes Lied; dazwischen aufgebahrt die Leichen der Kommunarden von 1871. Derlei agiert Ihre "Missa nigra" von 1979 höllisch aus. Spricht so der Pazifist?
Pazifismus ist ein fruchtbarer Pleonasmus. Ich gehe aggressiv vor gegen das, was ich weder will noch wünsche, was ich verachte, mit den Mitteln der künstlerischen Intelligenz. Anderes steht mir nicht zu Gebote.

Der muss kein Zyniker sein, der den Zynismus beschreibt. Das ist bei Heiner Müller oft verwechselt worden.
Ja. Aber ich beschreibe nicht nur. Pazifismus ist ein Widerspruch in sich. Ich könnte nicht sagen, wenn einer kommt und will mich erschießen, dass ich mich freiwillig erschießen lasse. Und ich würde vielleicht einen totschlagen, der sagt, ich will einen totschlagen. Mir fällt wiederum ein amerikanisches Bild ein, das erheblich pazifistisch wirkte, Tom Waits´ Black Rider, eine Szene, in der sich der Protagonist in ein Jagdgewehr so verwickelt, dass er damit nie schießen könnte.

Sie haben den Zweiten Weltkrieg zuletzt noch erlebt.
Mit knapp drei Jahren habe ich Plauen brennen sehen. Der Feuerwehrturm von Zeulenroda, auf dem ein Flaggensignale schwingender Posten stand, war mir lange Zeit ein Symbol der Bedrohung. Vielleicht liegt hier der Urgrund, dass ich alle Menschen, die andere tot hauen wollen, ob privat oder im gesellschaftlichen Auftrag nicht akzeptieren kann, dass ich diese Atavismen bekämpfen muss - künstlerisch. Es gibt da vor allem zwei Stücke: die erwähnte Missa nigra und die Kantate Die Friedensfeier nach Karl Mickel.

Die Strategie, die in der "Missa nigra" eskaliert, die Menschheit geht zum Schluss unter, ist gespickt mit blasphemisch-makabrer Satire.
Alfred Polgars Satire Kriegsperspektiven nimmt den atomaren Weltuntergang vorweg. Außerdem werden Preußens Militär und die katholische Totenmesse zitiert, als Verhöhnung. Wenn bei einem Fahneneid von Rekruten nackte Leute heranspazieren, finde ich das sehr gut. Das ist eine neuere Möglichkeit, das gegenwärtige Militär zu verspotten.

Wie ist das konkret bei der "Missa nigra"?
Man muss den Entstehungszeitpunkt 1978 bedenken. Honecker hatte sich mit dem Preußentum ummäntelt und diese Geschichte entdeckt. Deshalb geht mein Angriff nicht nur gegen die A-, H- und N-Bombe, sondern gegen den deutschen vaterländischen Chauvinismus. Ich zitiere dabei aus einem blutrünstigen Schlachtgesang des "Freiheitsdichters" Theodor Körner.

Aggressive Pazifisten wie Sie sind sich gemeinhin im Klaren darüber, warum sie Pazifisten sind. Ihre Membranen, wenn die Militärs Neues kreieren, funktionieren. Was bedeutet für Sie "moderner Krieg"? Während des Jugoslawien-Feldzugs der Nato hat sich die Digitalkriegführung aus großer Distanz und Flughöhe als "kriegsentscheidende Angriffsart" nicht bewährt. Die Tatsache, dass zivile Flugzeuge das WTC zerstörten, hat Zweifel gesät am geplanten US-Raketenabwehrschild. Je entwickelter die Waffen, desto folgenloser ihre Verteidigungs- und Zerstörungskraft?
Am 11. 9. sagte ich sofort, das ist die Chance, jegliches Militär der heutigen Prägung abzuschaffen und die Geheimdienste, die total versagt haben, zu entlassen.

Und Ehre, Patriotismus, Tapferkeit?
Das ist Zweck-Kitsch. Patriotismus ist ein unrühmliches Patent.

Patriotismus ist jetzt wieder aufgerufen, alle sollen zusammenstehen, alle seien jetzt Amerikaner. Alte deutsche Schande, überhaupt nicht im allgemeinen Gedächtnis - 1914 hat nur ein einziger, der Reichtagsabgeordnete Karl Liebknecht, im Parlament gegen die Kriegkredite gestimmt. "...Traum, Hoffnung...", Ihr "Deutsches Requiem" (auf Karl und Rosa) von 1988 streift diesen Fall und versinnbildlicht imperiale Interessen der verschiedenen Mächte.
Rosa L. und Karl L. waren die wirksamsten Kriegsgegner. Und die hat man natürlich umgebracht. Und damit war dann die kommunistische Geschichte erstaunlicherweise gleich mit erledigt, was die folgenden Jahre bis 1989 zeigten.

Inwiefern?
Rosa L. war Lenin gegenüber das einzige wirksame Korrektiv, das vielleicht verhindert hätte, dass sich eine kommunistische Partei gegen ihre eigenen Urabsichten kehrt.

Für den Schriftsteller Thomas Pynchon hat der Komponist Friedrich Schenker viel übrig. Weshalb?
Ich habe in dem Roman Vineland von Pynchon zum ersten Mal eine künstlerische Darstellung eines totalen Überwachungsstaats gefunden, zu dem es nach dem 11. September kommen könnte. Aber die Amerikaner brauchten gar nicht viel zu tun, die haben das - nach Pynchon - schon im Griff. Wobei die darauf geeichten Medien den Mann selbst noch nicht aufspüren konnten. Pynchon ist ja unsichtbar, es gibt kein Bild von ihm - faszinierend.

"Foglio 6" für Violine, Posaune und zwei Percussionisten, sie schrieben das Werk 1999, zitiert Passagen aus dem Joseph-Heller-Roman "Endzeit". Damals hatten Sie die Luftschläge gegen Jugoslawien im Auge. Diese technisch brillante Kammermusik hat nichts an Gültigkeit eingebüßt.
Joseph Heller schildert eine apokalyptische Finalsituation. Er muss sich im Pentagon-Komplex gut auskennen. In Endzeit markiert er die Typen, die dort Macht haben und gefährlich damit umgehen. Machtdenken kennt keine Tabus, jedes Szenario ist denkbar und durchspielbar. Heller beschreibt das System der Intelligenz, das die jeweiligen Präsidenten berät.

Was glauben Sie: Würde John F. Kennedey die heutigen Probleme anders beurteilen, vernünftiger, als es jetzt geschieht?
Es gab sicher einen Grund, warum man ihn umgebracht hat. Und das waren nicht irgendwelche Seitenterroristen, auch keine Afghanen, Islamis oder so.

Zum Schluss: Was können Künstler heute tun? Im Trüben der Postmoderne zu fischen, darauf haben Sie sich nie eingelassen. Es gibt die globalisierungskritische Bewegung "Attac", eine Hoffnung. Friedensbewegungungen regen sich auf dem Globus wieder stärker. Was könnte Kunst tun? Eine alte Frage.
Mir fällt da Luigi Nono ein, dass man wie er auf andere Kulturen zugeht und musikalische Verbindungen sucht. Musiker sind nicht dazu da, auf Barrikaden zu verbluten. Sie sind eher dazu da, solche Kämpfe unmöglich zu machen.

Das Gespräch führte Stefan Amzoll

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00:00 23.11.2001

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