Sabine Pamperrien
17.07.2009 | 16:35 28

Einige sind guter als andere

Ausgrenzungsmanöver Der Publizist und Autor Alan Posener wurde aus dem bekannten deutschen Autorenblog "Die Achse des Guten" geworfen. Im Gespräch nennt er die Hintergründe des Zerwürfnisses

Der Freitag: Sie sind gerade aus der Achse des Guten hinaus geworfen worden, einem der bedeutendsten Autorenblogs Deutschlands, wahrscheinlich dem einzigen, das auch international von Bedeutung ist. Was haben Sie verbrochen?

Alan Posener: Ich soll die Mit-Autoren beleidigt haben. Quatsch. Man gab mir nicht einmal Gelegenheit für ein Gespräch über die Vorwürfe. Das ist stalinistisch.

Sie haben Ihren privaten Mailwechsel mit den drei Gründern des Blogs gerade im Internet öffentlich gemacht. Ihre Verstimmung ist deutlich. Ist die Achse des Guten für Sie so wichtig?

Ich bin in ein Netzwerk von Autoren eingetreten, von denen sich fast alle außerhalb der Blogosphäre einen Namen gemacht haben. Die gemeinsamen Nenner sind klar: pro-israelisch, pro-amerikanisch, gegen den Islamofaschismus und gegen eine Politik, die darin besteht, Wohltaten zu verteilen, statt Menschen in die Lage zu versetzen, sich selbst zu helfen. Mein eigenes Blog „Apocalypso“ bei der Welt hatte ich dafür aufgegeben. Ich dachte, hier handelt es sich um Gleichgesinnte und Gleichberechtigte. Jetzt tritt mir so eine Art Sekte entgegen, in der nicht etwa alle gleich, sondern manche gleicher sind als andere, wie bei Farm der Tiere.

Geht es wirklich um mehr als einen Streit unter Freunden?

Es geht um die Deutungshoheit in Sachen Antisemitismus. Der Streit entfachte sich an einer Konferenz, die Ende vergangenen Jahres vom Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung zum Thema „Feindbild Jude – Feindbild Muslim“ veranstaltet wurde. Mein Freund Henryk Broder hat mit einigen politischen Freunden auf der Achse des Guten und den so genannten „Antideutschen“ eine Kampagne gegen den Leiter des Zentrums, Wolfgang Benz, betrieben. Ich habe gegen diese Kampagne argumentiert. Verbunden ist die Diskussion mit Kritik an der politischen Initiative, einen Antisemitismus-Beauftragten des Bundestags zu berufen.

Woher kommt der Furor?

Die einen, wie ich, verstehen den Antisemitismus als Matrix für Ausländerhass, Homosexuellenphobie, Misogynie und alle Rassismen oder Diffamierungen von Minderheiten, weshalb natürlich auch die Muster verglichen werden dürfen. Die anderen behaupten dagegen, der Antisemitismus sei ein Sonderfall der Geschichte und würde durch Vergleiche mit anderen Formen der Ausgrenzung relativiert. Nur der Antisemitismus ziele auf die vollständige Vernichtung der Opfer, was ja aktuell durch die Drohungen des Iran zu belegen sei.

Es ist herrschende Meinung, dass die Vernichtung der Juden im Dritten Reich ein einzigartiger Vorgang ist, für den es keinen historischen Vergleich gibt.

Ja, aber wenn man den Antisemitismus nur von diesem Ende her versteht, dann begreift man ihn falsch. Übrigens wird in der deutschen Debatte immer auf die Einmaligkeit der „fabrikmäßigen“ Ermordung der Juden hingewiesen. Aber das ist nicht der Punkt. Die Juden wurden zu Tode gehungert, mit Eisenrohren erschlagen, erschossen, lebendig begraben. Einmalig war der Vernichtungswille, vor dem es kein Entkommen gab. Die Gaskammern wurden nur erfunden, um die Mörder zu entlasten. Aber das nur nebenbei. Letztendlich dienen vergleichende Analysen immer dazu, herauszufinden, weshalb eine Gesellschaft in die Barbarei umschlägt.

Das erklärt erst recht nicht die Aggressivität der Debatte.

Die Kritik zielt auf den Vergleich mit der Islamophobie. Benz hat als einer der ersten vor dem islamischen Antisemitismus gewarnt. Aber ihm wird vorgeworfen, den Antisemitismus und die Islamophobie gleichzusetzen und damit den Antisemitismus herunterzuspielen. Das ist absurd. Der wissenschaftliche Vergleich dient nicht der Gleichsetzung, sondern der Auffindung von Verhaltensmustern und Stereotypen. Der Versuch, ihn einzuschüchtern, erinnert an das Vorgehen der radikalen SDSler, K-Gruppen und Spontis gegen missliebige Wissenschaftler. Und ich weiß als ehemaliges Mitglied der KPD-AO, wovon ich rede.

Der Begriff Islamophobie soll ein Konstrukt islamistischer Propaganda und schon deshalb nicht zitatfähig sein.

Der Begriff ist so zutreffend, wie ein Begriff eben sein kann. Eine Phobie ist die extreme Übertreibung einer tatsächlichen Gefahr. Nehmen wie eine Spinnenphobie. Spinnen sind unangenehm, aber der Phobiker lässt sich von seiner Angst beherrschen. Klar, es gibt den Islamismus, und der will tatsächlich die Welt beherrschen. Insofern bin ich „anti-islamistisch“, wie alle vernünftigen Menschen, einschließlich der gewaltigen Mehrheit der Muslime. Aber islamophob? Nö. Ich denke, die Islamisten müssten viel mehr Angst vor uns haben als wir vor ihnen, weil unsere westliche Zivilisation eben für die Mehrheit der Muslime viel attraktiver ist als ein Gottesstaat.

Kann es sein, dass Broder und Co. den unterschwelligen Vorwurf spüren, sie selbst seien Rassisten? Immerhin solidarisiert man sich mit Geert Wilders.

Dass der holländische Rechtspopulist auf der „Achse“ verteidigt wurde, habe ich kritisiert. Aber ich würde nie Henryk vorwerfen, er sei Rassist. Ich hätte aber auch Henryk nicht aus meiner Website geschmissen, selbst wenn er mich als Idioten beschimpft hätte. Er hat übrigens öffentlich geschrieben, ich würde „Stuss“ reden, und das finde ich völlig OK. Besorgt wäre ich, wenn er nie denken würde, dass ich Stuss rede.

Könnte es sein, dass beide Seiten in dem Konflikt unterschiedliche gesellschaftliche Entwicklungen anstreben?

Kann schon sein. Eine auf Ausgrenzung angelegte Politik ist anti-modern. Ich habe gerade ein Buch geschrieben gegen den Versuch des Papstes, die Moderne rückgängig zu machen. Dazu gehört die eigenartige Logik, Europa könne sich gegen den Ansturm des Islam nur retten, wenn das judäo-christliche Erbe zur europäischen Doktrin erhoben wird. Ich muss schon lachen, wenn ich das Wort höre. Judäo-christlich: Zweitausend Jahre lang haben die Christen die Juden ausgegrenzt. Und nun werden die Juden vereinnahmt, um eine andere Intoleranz zu begründen. Zum Beispiel um die Türkei aus der EU auszugrenzen, weil das ein islamisches Land ist. Die Islamophoben kritisieren Europa, weil die Geburtenrate so niedrig ist – schuld daran seien die Schwulen, die selbstsüchtigen Frauen, die Spaßgesellschaft. Islamophobie kommt als Verteidigung des Westens daher, meint aber Kritik der Moderne.

Wird Israel missbraucht?

Sowieso. Immer. Die Islamophoben benutzen die tatsächliche existenzielle Bedrohung Israels um das eigene Feindbild zu begründen. Auf der anderen Seite behaupten nicht nur Israels Feinde, sondern selbst viele wohlmeinenden Leute, der Nahostkonflikt wäre gelöst, wenn die Palästina-Frage geklärt würde. Unsinn. Verschwinden die Diktaturen im Rest der arabischen Welt, wenn Fatah und Hamas eine weitere Diktatur in der Westbank und Gaza errichten dürfen? Wird der winzige Staat Israel eher geduldet, wenn die Westbank judenrein wird? Israel muss herhalten für eine Krise, deren Ursprung wenig mit dem Zionismus und viel mit modernisierungsunfähigen arabischen Herrschaftssystemen zu tun hat.

In der Debatte wurden nicht nur Sie heftig angegriffen. Werden durch einen in dieser Weise öffentlich ausgetragenen Streit nicht die Falschen angesprochen?

Ach, mich greift man gar nicht so heftig an. Noch nicht jedenfalls. Ich denke, ich kann mich auch wehren. Aber die Intoleranz derjenigen, die als Monstranz ihre Interpretation des Antisemitismus vor sich hertragen, beschädigt letztlich auch den Kampf gegen den Antisemitismus, spielt also den Antisemiten in die Hände.

Wenn sich jemand im Internet in die Diskussion einlesen will, hat er kaum eine Chance, die Relevanz einzelner Beiträge und ihrer Autoren richtig einzuschätzen. Man ahnt irgendwie, dass die Blogosphäre den Konflikt verzerrt abbildet. Zeigt sich daran ein Webfehler des Internet?

Das ist kein Webfehler des Internet. Das ist das Internet. Es gab schon 1993 eine berühmte Karikatur im New Yorker. Zwei Hunde unterhalten sich. Der eine sagt: „On the internet, nobody knows you’re a dog.“. Das ist das Tolle. Aber es wird dort viel gebellt, und nur wenige können, wenn’s darauf ankommt, wirklich beißen.

Das Gespräch führte Sabine Pamperrien 

Alan Posener (geb. 1949 ) war bis 2008 Kommentarchef der Welt am Sonntag, für die er nun als Korrespondent arbeitet. In der Blogosphäre wurde Posener bekannt durch einen Veriss, der kurz bei welt.de zu lesen war, dann aber von höherer Stelle entfernt wurde das kritisierte Buch stammte aus der Feder des Bild-Chefredakteurs Kai Diekmann. Ausserdem ist bei Welt.de der Videoblog Alan Poseners Blattkritik zu sehen.

Kommentare (28)

farinet 18.07.2009 | 00:58

Sekte ja, stalinistisch nein. Aber praktisch gesehen scheinen mir die sogenannten "Gutächsler" vor allem ein Netzwerk zu gegenseitigen "Beförderung".

Das rituelle Getrommel Antizionismus=Antisemitismus ist doch völlig sinnleer - und dient nur dazu, reale Entwicklungen nicht zu erkennen oder ihnen ahnungslos hinterherzulaufen (siehe Iran).

Ahmad Ali 18.07.2009 | 02:50

Ich verfolge den Konflikt als schweigender Mitleser auf der Achse des Guten schon seit Anfang des Jahres. Mir war klar, dass Posener irgendwann gehen wird, weil er es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann, was dort mehr oder weniger subitl propagiert wird.

Ich hätte es mir gewünscht, dass Posener selber und in die Offensive geht. Aber ich verstehe auch, dass er es einfach nicht fassen kann. Ich kann mir schon denken, welches "Programm" jetzt gegen ihn laufen wird und solidarisiere mich hiermit als einer der Muslime, die Posener zurecht für die Mehrheit hält. :-)

M1xP1yne 18.07.2009 | 03:43

Wenn ich dieses Interview so lese, wird mir der Mann nur bedingt sympathischer.
Letztlich ist er, trotz seiner teils gegenteiligen Behauptungen, für mich immer noch nur eine liberalere Version von HMB.
Nicht das ich ein Problem damit hätte, wenn sich die Gutachseler mit Dreck bewerfen. Aber man sollte nicht auf die Idee kommen, diesen Mann für einen Liberalen zu halten. Dafür war er zu lange Mitglied in diesem Verein.

leif eriksson 18.07.2009 | 14:23

Letztlich kann Alan Posener froh sein, nicht mehr bei der Achse des "Guten" dabei zu sein. Mir hat imponiert, wie er diese degoutante Kampagne von Broder und anderen gegen Wolfgang Benz kritisiert hat, die meiner Ansicht nach schon beinahe stürmereske Züge hatte.

Das Niveau dieser Website - denn ein Blog ist sie ja nicht - ist mittlerweile inhaltlich und stilistisch auf einer Ebene angekommen, die sich von anderen Blogs wie z.B. "PI" nur noch wenig unterscheidet.

Bei allem Sinn und Verständnis für die Notwendigkeit von Polemiken: Was ein Broder dort veröffentlicht, ist teilweise tatsächlich unter aller Sau.

Vielleicht wird ja jetzt Frau Eussner neues Achsenmitglied. Die passt dahin.

Florian Zapf 18.07.2009 | 17:42

Apropos reale Entwicklungen - während die Lage im Iran sich in jüngster Zeit eher positiv entwickelt (das antisemitische Regime gerät in Bedrängnis), verfestigen sich in Deutschland offenbar antisemitische Ressentiments. Jetzt wird Anti-Israel-Hetzern hierzulande schon das Bundesverdienstkreuz verliehen: www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1246443840063=JPost%2FJPArticle%2FShowFull

A.Bundy 18.07.2009 | 22:36

Alan Posner hat nicht die geringste Ahnung, warum die Shoa ein singuläres und nicht zu relativierendes Verbrechen darstellt. Das finde ich erschreckender als seine Unfähigkeit, die Nichtvergleichbarkeit von Antisemitismus und diesem, aus sich heraus diffamierenden, Kunstbegriff "Islamophobie" zu verstehen. Kleiner Tipp Alan; eine Phobie ist mitnichten "die extreme Übertreibung einer tatsächlichen Gefahr", sondern eine KRANKHAFTE, das heißt UNBRGRÜNDETE und ANHALTENDE ANGST vor Situationen, Gegenständen, Tätigkeiten oder Personen. Aber das nur am Rande, denn schliesslich muss jeder selbst entscheiden, ob er/sie eine Wortkonstrukt verwenden möchte, dass als erstes zur Pathologisierung verschleierungsunwilliger, iranischer Frauen verwendet und danach vom "Europaverweser" der Muslimbruderschaft, Tariq Ramadan, über den Kontinent gesäuselt wurde.
Zurück zur Shoa. Deren Sigularität beruht auf ihrem Wesen, auf der Art und Weise, wie sie geplant und letztendlich durchgeführt wurde. Mitglieder eines Regierungsapparates, beschlossen an einem Dienstag im Jahr 1942, bei Kaffee, Schnäpsen und Schnittchen, die Vernichtung eines Volkes, mit dem Endziel, es aus dem Gedächtnis der Menschheit zu löschen (soviel zum lächerlichen Versuch allseits bekannter Protagonisten, Achmadinischad mittelst "wahrheitsgetreuer" Übersetzung vom Antisemiten zum "Antizionisten" umzulügen).
Danach machten sie sich mit sämtlichem, damals zur Verfügung stehendem, technischen und logistischen Know-how ans Morden. Die Gaskammern wurden aus Gründen der Effizienz eingesetzt und ganz sicher nicht um "die Mörder zu entlasten". Und was soll dieses Geschnatter über die Tatsache, dass viele, vielleicht sogar die meisten, Juden nicht im Gas starben, sondern auf andere, ebenso widerliche Art ermordet wurden? Wo, um alles in der Welt, liegt da die Fehlinterpretation, speziell die angeblich so deutsche? Denn auch dabei ging es einzig und allein um Effizienz! Das "zu Tode hungern, mit Eisenrohren erschlagen, erschiessen, lebendig begraben", meist an Ort und Stelle, machte es möglich, einfach, schnell und kostengünstig die vorgegebenen "Kennziffern" zu erfüllen. In der Logik der entmenschlichten, nazistischen Bürokratie ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Posner hat ein, normalerweise ziemlich simpel zu lösendes, Problem und das heisst Posner. Leider glaubt Alan, die Lösung wäre ganz schnell einen neuen Ort für sein "Wirken" zu finden. Dieses Dilemma kann Leser/rin demnächst an anderer Stelle bewundern.

Calamitas 19.07.2009 | 00:21

Was ich von der unsäglichen Achse halte, sage ich besser nur ansatzweise. Die einzige sinnmachende Erklärung für die Existenz dieses Phänomens ist, dass M und HMB gehofft haben müssen, gegen diese unfassbare Massierung von sprachlosen Untalenten besser aussehen zu können, etwa wie eine alternde Diva, die sich nur noch im Dämmerlicht sehen lässt. Ist es ihnen gelungen? Haha!

Posener ist doch nur ein armes Schwein, das mit den einfachsten Fakten nicht klarkommt und unfähig ist, einen stringenten Text zu formulieren. Die Tatsache, dass er dieses Deppenblog Hiram7 zu seinem Forum macht (machen muss), zeigt doch am besten, wie weit unten der Kerl ist.

leif eriksson 19.07.2009 | 15:10

Lieber Florian Zapf, Broder und sein Famulus Weinthal, der in der J-Post veröffentlichen darf, sind sicher nicht ausschlaggebend, wenn es darum geht, jemandem Antisemitismus nachzuweisen. Höchstens, wenn es darum geht, jemanden als Antisemiten zu denunzieren. Felicia Langer wird von Broder schon lange wahlweise als "jüdische Selbsthasserin" oder eben "Antisemitin" bezeichnet. Daher ist, was Broder da in der J-Post schreiben lässt, von geringer Beweiskraft.

Calamitas 19.07.2009 | 21:30

Sie haben doch Ihren eigenen Kommentar, auf den ich geantwortet hatte, auch gleich mit gelöscht, lieber Herr Hiram. Und zwar nachdem ICH Ihnen klargemacht hatte, was Sie für einen Müll verzapfen. (Alles per Screenshot belegt!)

Hiram zu Gudrun Eussner (Kommentar stand neulich noch dort): "Sie schaden sich damit selbst, und das wäre bedauerlich, weil wir Sie durchaus als eine extrem intelligente Bestie schätzen (trotz Meinungsverschiedenheiten)."

Calamitas zu Hiram: "Oh mei, stellt DIESER Liebesentzug wirklich einen “Schaden” für Frau Eussner dar?

Methinks you feeleth delusions of grandeur, Sir."

Eine Lektion für's Leben: Man kann sich nicht von unten herablassen, lieber Herr Hiram!

Nachdem das nun geklärt wäre: Können Sie mir denn vielleicht HIER auseinandersetzen, wieso ein "Libertärer" wie Posener sich so darüber aufregt, wenn M und HMB von ihrem Eigentumsrecht an der Achse Gebrauch machen?

leif eriksson 20.07.2009 | 20:58

Nachdem Herr Broder und seine Kamarilla sich nun mehrere Tage auf Klosettniveau an Felicia Langer abgearbeitet haben (und es in absehbarer Zeit wieder tun werden) ist heute (auch: wieder einmal) Norman Paech dran. Dazu kann man nur sagen: Nice try, Broder. Wie schwach die Argumentation ist, zeigt allein, dass der Autor geschlagene 7 Absätze braucht, um überhaupt zum Punkt zu kommen.

Es bleibt festzustellen: Das selbst ernannte "Leitmedium für politische Analyse und Kritik" krankt an irrelevanten Autoren (Zeller, Röhl, Lengsfeld), erkennbar Interessen gesteuerten Texten (Peiser, Maxeiner, Miersch) und schlichtem, pathologisch anmutendem Wiederholungszwang (Broder).

Ein publizistisches "Leitmedium" sieht anders aus.

südbayern 22.07.2009 | 05:03

Die "Multikultur" das Wort redenden Anwender des Terminus "Islamophobie" versuchen berechtigte Einwände gegen jenen von der Mehrheit der europäischen Bevölkerungen als Besatzerreligion empfundenen Europa-Islamismus zu pathologisieren. Nine-Eleven fand in Hamburg-Harburg seinen Ausgangspunkt und forderte durch die Selbstmordanschläge verblendeter Islamisten 3000 amerikanische Opfer. In unsere Sozialsysteme eingewanderte und unsere Arbeitsmärkte unterwandernde Islamisten wollen uns Europäern vorschreiben in welcher Weise wir mit dem Propheten Mohammed umzugehen haben. Aufrechte Europäer aber sind frei und ziehen durch den Kakao was danach ausschreit durch den Kakao gezogen zu werden und aufrechte Europäer sind ganz bestimmt nicht islamophob, wenn sie sich religiös aufgeheiztem anti-westlichem Besatzertum aus überbevölkerten Ländern widersetzen um die eigene Identität, die Arbeitsmärkte und die sozialen Sicherungssysteme zu schützen.
Im Gegenteil Europäer sind ausgesprochen islamfreundlich, wenn jene auf den Hund gekommene Religion sich re-intellektualisiert und wieder dahin verfügt, wo sie ihren traditionellen Verbreitungraum hat.

zelotti 13.11.2009 | 01:52

Man mag hier fast seinen Karl Kraus packen wollen aber es trifft ins Schwarze:

"Es ist herrschende Meinung, dass die Vernichtung der Juden im Dritten Reich ein **einzigartiger** Vorgang ist, für den es keinen historischen Vergleich gibt."

Intellektuelle brauchen sich um den Blödsinn der Zeitgeschichte nicht zu scheren, sondern können ihn machen. Wichtiger ist die Befragung, warum so auf diese "Einzigartigkeit" gepocht wird. Ob da Eitelkeiten mitschwingen? In jedem Fall scheint dies ein mächtiges Schwert zu sein, mit dem man seriös Debattierenden unvermittelt den Kopf abschlagen kann.

"Dass der holländische Rechtspopulist auf der „Achse“ verteidigt wurde, habe ich kritisiert. Aber ich würde nie Henryk vorwerfen, er sei Rassist."

Im Internet gibt es den schönen Begriff des Trolls. Der hat es aber noch nicht bis in die Feuilletons geschafft. Der Begriff ist übrigens durchaus positiv besetzt. Der Menschenhass ist eine unserer Seiten, den die Menschen pflegen, die Anspruch haben. Er trägt dann manchmal aber auch komische Züge.