Fischlers blinder Fleck

Europäische Argrarpolitik Andreas Willisch, Agrarsoziologe und Biolandwirt in Mecklenburg-Vorpommern, über Sackgassen der Agrarpolitik, innovative Großbetriebe und dörfliche Demokratie
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Falsche Produktionsanreize, hohe Kosten, mangelnde Sicherheit der Nahrungsketten, zu viel Bürokratie und Bauern, die sich weniger am Markt als am Subventionssystem orientieren - das sind die vielfältig belegten Vorwürfe gegen die Agrarpolitik der Europäischen Union. In der vergangenen Woche hat Franz Fischler als zuständiger EU-Kommissar weitreichende Reformen vorgeschlagen. Direktzahlungen an die Agrarbetriebe sollen innerhalb von sieben Jahren um 20 Prozent reduziert und in die Entwicklung des ländlichen Raumes umgeleitet werden. Pro Betrieb fordert Fischler eine Obergrenze von maximal 300.000 Euro Subventionen.

FREITAG: Wie bewerten Sie Fischlers Reformansatz? ANDREAS WILLISCH: Grundsätzlich ist es richtig, den ländlichen Raum und die Agrarbetrieb