Fluch der Straflosigkeit

KOLUMBIEN Der kolumbianische Rechtsanwalt Eduardo Carreño, Sprecher der Organisation "Nunca Mas", über den Schutz der Regierung für paramilitärische Todesschwadronen
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Ultrarechte Paramilitärs haben in der Nacht zum 8. April 24 Bewohner eines Armenviertels der Industriestadt Tibu in Nordkolumbien erschossen. Männer und Frauen wurden aus ihren Hütten gezerrt und auf der Straße - vor den Augen ihrer Angehörigen - getötet. Nach Angaben der kirchlichen Untersuchungskommission Justicia y Paz starben allein 1999 in Kolumbien ebenso viele Menschen durch Verbrechen von Armee und Paramilitärs wie in den 17 Jahren der chilenischen Militärdiktatur. Nach wie vor bleiben die meisten Massaker ohne Sühne. Trotz gegenteiliger Versicherungen von Präsident Pastrana ist Kolumbien noch immer ein prägnantes Beispiel für die in Lateinamerika häufig zu beobachtende Kultur der Straflosigkeit.

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