Sahra Wagenknecht
26.02.2016 | 15:05 117

Für einen sozialen Aufbruch

Gastbeitrag Wir brauchen in Deutschland einen radikalen Kurswechsel, um das Auseinanderdriften der Gesellschaft zu stoppen, meint die Linkspartei-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht

Für einen sozialen Aufbruch

Sahra Wagenknecht: "Es geht um die Zukunft dieses Landes"

Bild: Carsten Koall/Getty Images

Es geht nicht mehr so weiter. Immer mehr Menschen spüren das. Selbst in den entwickelten kapitalistischen Ländern fällt die Gesellschaft auseinander: Aberwitziger Reichtum und Armut nehmen zu. Was verbindet den Milliardär, der keine Vermögenssteuer zahlen muss, mit dem Rentner, der mit der Suche nach Leergut in Mülleimern sein Auskommen verbessern muss? Viele Menschen sind nicht mehr bereit, diese Ungleichheit zu akzeptieren. Auch im Kernland des Kapitalismus, den USA, wird das deutlich. Dort lehrt der Außenseiter Bernie Sanders, der sich selbst als demokratischer Sozialist bezeichnet, die Wall-Street-Marionette Hillary Clinton im Rennen um die Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Demokraten das Fürchten. Und das, obwohl er ein deutlich geringeres Wahlkampfbudget zur Verfügung hat. Bernie Sanders wendet sich dagegen, dass „für viele der amerikanische Traum zu einem Alptraum geworden ist.“ Seine Botschaft ist eine Kampfansage an die Milliardäre in den USA, er will die rasante Umverteilung zugunsten der Superreichen stoppen. Offenbar kommt das gut an. Bei den Vorwahlen in New Hampshire und Iowa stimmten gerade junge Wählerinnen und Wähler der Demokraten zu über 80% für Sanders. Sicherlich – mit dem Milliardär Donald Trump ist auf republikanischer Seite ein Rechtspopulist erfolgreich, der obszönen Reichtum verkörpert. Aber dennoch: In einem Land, wo der Antikommunismus mit der Muttermilch verabreicht wird, ist das Abschneiden von Bernie Sanders in den Vorwahlen bemerkenswert.

Wir brauchen auch in Deutschland einen Aufbruch. Notwendig ist ein radikaler Kurswechsel, um das Auseinanderdriften der Gesellschaft zu stoppen und die Erneuerung des Sozialstaats zu beginnen. Auch bei uns ist die Vermögensungleichheit in den letzten Jahren enorm gewachsen. Die reichsten 10 Prozent der deutschen Bevölkerung besaßen 1998 45 Prozent des gesamten Privatvermögens. 2013 lag ihr Anteil schon bei 52 Prozent. Und selbst diese Zahl ist wohl untertrieben, weil es über die Vermögensverhältnisse der Reichsten so gut wie keine verlässlichen Daten gibt. Nach Schätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung besitzt das reichste Zehntel in Deutschland nicht nur gut die Hälfte, sondern sogar bis zu drei Viertel des gesamten Privatvermögens. Die ärmere Hälfte der Bevölkerung hatte dagegen 1998 bereits nur einen Anteil von 3 Prozent am Privatvermögen. Und der ist inzwischen sogar noch auf ein Prozent geschrumpft.

Ohne einen Kurswechsel geht diese Schere zwischen reich und arm immer weiter auseinander. Verlierer dieser brutalen Entwicklung ist die Mehrheit der Bevölkerung: Arbeitnehmer, Rentner und Erwerbslose sowie Hartz IV-Empfänger. Eine andere Politik ist möglich, setzt aber ein Aufbrechen des neoliberalen Parteienkartells aus CDU/CSU, SPD, FDP und GRÜNE voraus. Dann könnte der soziale Frieden wieder hergestellt und der rücksichtslos geführte Klassenkampf von oben gestoppt werden.

In der Vergangenheit musste jeder noch so kleine Fortschritt bei der sozialen Sicherheit den Herrschenden abgerungen werden. Mit sozialen Kämpfen, mit Streiks und an der Wahlurne. Dafür ist es jetzt wieder allerhöchste Zeit, denn eine immer stärkere Konzentration des Reichtums bedeutet auch eine immer stärkere Konzentration der Macht, die demokratische Veränderungen zu Lasten der Reichen immer schwerer durchsetzbar macht.

Diese Entwicklung ist ökonomisch und gesellschaftspolitisch brandgefährlich. Denn der Sozialstaat sollte nicht nur individuelle Risiken absichern, er sollte gerade auch eine Gesellschaft krisenfest machen. Die Erfahrung des deutschen Faschismus war mitentscheidend für die unumstößliche Verankerung sozialstaatlicher Forderungen im Grundgesetz, aber auch in vielen Landesverfassungen im Westen Deutschlands. Denn der Aufstieg des Nationalsozialismus wurde dadurch begünstigt, dass gerade in einer der schwersten Krisen des Kapitalismus nahezu keine sozialen Sicherungen vorhanden waren. Aber diese Erfahrung bildet seit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten 1989 immer weniger die Richtschnur der Politik. Es scheint, als hätten sich Union, SPD, Grüne und FDP nach dem Wegfall der Systemkonkurrenz gemeinsam zur Schleifung sozialer Sicherungen verabredet. Immer mehr Rentenkürzungen, Mehrwertsteuererhöhungen, Kürzungen im Öffentlichen Dienst – hingegen Fehlanzeige, was Vermögenssteuern für Millionäre betrifft. Gemeinsam brachte man die HARTZ-Gesetze durch Bundestag und Bundesrat, die nicht nur die Betroffenen entrechten und enteignen, sondern auch ungeheuren Lohndruck nach unten entfalten. Gewerkschaften wurden entmachtet. Müde belächelt wurden alle, die wie Norbert Blüm und Rudolf Dreßler in Union und SPD vor einer Zerstörung sozialer Sicherheit warnten und auf die gesellschaftlichen Folgen hinwiesen.

Die Schleifung des Sozialstaats bis zur Unkenntlichkeit war unverantwortlich. Bereits vor der großen Flüchtlingswanderung hatte Deutschland zu wenig bezahlbare Wohnungen und zu wenig Polizisten, Lehrer, Erzieher oder Pflegekräfte. Für die Bewältigung einer zusätzlichen Krise war der Sozialstaat dadurch schon längst nicht mehr in der Lage. Das Staatsversagen wurde spätestens jetzt offensichtlich.

Viele Menschen fragen sich, wie die zusätzliche historische Herausforderung bewältigt werden kann, wenn sie selbst immer mehr von Armut, Unsicherheit, Ohnmacht und Perspektivlosigkeit bedroht sind. Es ist eine Katastrophe, wenn bei der Essensausgabe der Tafeln jetzt die heimischen Armen mit den eingewanderten Flüchtlingen um die begrenzte Anzahl der Mahlzeiten konkurrieren.

Noch dem letzten Merkel-Fan wird langsam klar, dass es so nicht zu schaffen ist. Wer daran etwas ändern will, muss in eine Erneuerung des Sozialstaats investieren. Geld dafür ist da. Es muss nur dort abgeholt werden, wo es sich immer höher stapelt: bei den Multimillionären und Superreichen. Für die Erneuerung des Sozialstaats für alle müssen die Reichen den Tisch decken, sonst wird die soziale Integration scheitern. Für die nächsten Monate schlägt DIE LINKE deshalb ein 5x5 Milliarden Euro Sofortprogramm vor. Für einen echten und notwendigen Kurswechsel sind darüber hinaus jährliche staatliche Investitionen und Ausgaben in Höhe von rund 100 Milliarden Euro nötig. Dieses Zukunftsprogramm ist keine Utopie. Es ist mittelfristig ohne Schulden durch die geforderten Reichensteuern finanzierbar. Es geht um die Zukunft dieses Landes. Es geht um die Zukunft der Menschen, die hier leben. Nur mit einem Neustart des Sozialstaats kann diese gesichert werden.

Kommentare (117)

denkzone8 26.02.2016 | 15:31

partei-ergreifen!

statt sich fürs große ganze zu sorgen.

nur wenn jedes land anfängt, aufzuräumen mit öffentlicher und privater armut, ist für europa zu hoffen.

nur die parteien, die den aufbruch wirklich wagen, haben vertrauen verdient.

eine koalition mit system-ölenden politikern auf bundes-ebene ist witz-los.

der widerstand von teilen der bevölkerung gegen lebens-chancen-konkurrenz ist ernst-zunehmen.

da, wo die groko die interessen des wahl-volks verrät, ist sie zu stellen.

dem rechts-ruck begegnet man nicht mit merkel-kurs-beschönigen, die integrations-probleme sind zu benennen und zu beziffern.

kriegs-betreiber jeder art sind zu isolieren. wo krieg ist, helfen keine beschwichtigungen.

oder?

Filou Sophia 26.02.2016 | 15:46

Als Linker erwarte ich mir von der Partei Die Linke mehr durchgearbeitete Konzepte. Etwas, das sich auch vertreten und wofür es sich streiten lässt. Mir wird hier noch zu häufig polarisiert und reine Forderungspolitik betrieben. Das befriedigt aber heute so nicht mehr. Dass die Linkspartei so wenig Wählerzustimmung aus den derzeitigen Krisen zieht, liegt meiner Ansicht nach in diesem Mißverhältnis begründet.

Ein klares gegen die Angstpolitiken gerichtetes Profil und ein in sich stimmiges wirtschafts- und steuerpolitisches Konzept (wozu man Europa eben mitdenken muss), das aber wiederum auch für Grüne und die SPD anschlussfähig sein muss, steht nach wie vor aus. Wenn das aber nicht geliefert wird (ich sag hier mal: Hallo ISM?!?), bleiben Texte wie dieser hier bei der Wahlwerbung stehen.

Rüdiger Heescher 26.02.2016 | 16:23

Alles schön und gut. Ein Text, der auch vor 10 Jahren schon geschrieben sein könnte und dennoch wahr ist. Nur hilft es nix mit solchen realpolitischen Forderungen, wenn man keine Mehrheiten hat es durchzusetzen. Was muss die Linke also tun?

Sie muss endlich mutig werden und eine Vision anbieten. Menschheitsträume und Hoffnung muss verbreitet werden.

Wir haben die letzten 20 Jahre nur Abwehrkämpfe geführt. Man bleibt mit Anti und Forderungen, die sowieso nie eine Mehrheit haben bei diesen Parteien und auch diesem System, was immer Sachzwänge erzeugt, die jede vernünftige Forderung verhindern.

Damit wird man keinen mehr hinterm Ofen hervor holen.

Was wir jetzt brauchen, gerade auch bei der europäischen Faschismusbedrohung, ist eine Zukunftsvision, die Menschen beflügelt. Linke leben von Leidenschaft und Gerechtigkeitssinn.

Nutzen wir das und sagen Utopie ist machbar. Ohne das wird man keinen mehr hinter dem Ofen hervorlocken.

denkzone8 26.02.2016 | 16:43

menschheits-träume und -hoffnungen der zweifelhaften art sind genug gestreut. sie narren die gut-menschen und petry-fizieren die politische starre.

wenn abwehr-kämpfe tatsächlich imgange waren, dann aus sicherer deckung. insofern ist mehr mut und attackieren gefragt.

forderungen, deren vernünftig-keit evident ist, bei gutem willen mehrheits-fähig sind, und nur am beharrungs-vermögen ewig-gestriger scheitern, sind richtig gestellte forderungen.

linke, denen spinnerte utopien nahrung sind, und hinterm ofen den fascho-buhmann imaginieren, sollen bleiben wo sie sind. alt-lasten sind zum ent-sorgen da.

Richard Zietz 26.02.2016 | 17:07

Nicht vergessen bei der Aufführung der neoliberalen Abscheulichkeiten sollte man die Schuldenfalle. Rund ein Zehntel aller deutschen Haushalte gelten als chronisch überschuldet (im Sinn einer latenten Insolvenzgefährdung), eine knappe Million Bürger(innen) steckte oder steckt akut im Privatinsolvenzverfahren – also in einem Modus, in dem Grundrechte sowie soziale Rechte weitgehend außer Kraft gesetzt sind und die Frage der Existenz auf elementarmöglichste Weise aufgeworfen wird. Auch über diesen unmittelbaren Problembereich hinaus holzt der Staat im Terrain der Kleinexistenzen und Prekären seit einigen Jahren mit einer Massivität und Erbarmungslosigkeit herum, als gelte es, peu à peu die Schuldknechtschaft (im mittelalterlichen Sinn) wieder einzuführen. Oder den Pauperismus der Frühindustrialisierungs-Epoche. Oder beides.

Neoliberales Schuldenregime oder Law-and-Order-Rechtspopulismus mit nationalistischen Unappetitlichkeiten – so scheinen derzeit die politischen Alternativen auszusehen. Ich persönlich bin mir nicht sicher, ob der Zug – zuungunsten einer linken Alternative – nicht schon abgefahren ist. Was nicht heißt, dass die herrschende Politik im Sinn der Herrschenden, Reichen, Mächtigen sinnvoll wäre. Seit der Bankenkrise hat die Gier-zuerst-Mentalität wohl flächendeckend das Ruder übernommen; die führenden Bänkster, Magnaten und Hedgefond-Heuschrecken sind offensichtlich der Ansicht, dass es auch nach einem Vollcrash irgendwo auf der Welt ein nettes Plätzchen für sie gäbe mit Chaffeur, Golfplatz und den anderen Annehmlichkeiten. Entsprechend ist Tanz auf dem Vulkan angesagt. Sicher ist, dass die Revolution unter diesen Umständen kommen wird. Die Frage ist nur: wann, mit wem, in welcher Form und zu welchem Preis?

Heinz Lambarth 26.02.2016 | 17:08

So, so "Viele Menschen sind nicht mehr bereit, diese Ungleichheit zu akzeptieren."

Wer soll das "viel menschen" sein? Und worauf hoffen diese? Mal ehrlich - in diesem wohlstandsland geht es nur um wohlstandserhöhung (mit allen mitteln) oder darum wohlstandssenkung zu vermeiden (ebenefalls mit allen mitteln). Und die vielen menschen, die das nicht mehr akzeptieren, hoffen auf umverteilung von 'oben', aber streng geregelt - ausländer/innen, fremdarbeiter/innen und migranten/innen sind natürlich nicht anspruchberechtigt; deutsche zuerst! Soll das die lösungs ein?

Die "viel menschen", die schon unten sind, dienen doch da nur als abscheckendes beispiel...für die die vom "absturz" bedroht sind.

Nein, so wird das mit einer LINKEN-gegenstartegie nichts! Worauf es ankommt, ist ein GEGENentwurf, der ATTRAKTIV ist, nicht nur für arme und ausgegrenzte, sondern auch für milliardäre - die können am ende auch nur leben und ihr geld nicht essen.

Also, wo ist die vison für eine gesellschaft, die eine auskömmliche zukunft für alle - reiche wie arme - verspricht?

Frau Wagenknecht - das ist die aufgabe, ihre vorschäge bitte!

Nordlicht 26.02.2016 | 17:43

Diese Frau lebt m. E. in einem Realitätstunnel. Sie behauptet Entwicklungen, welche die Mehrheit der Menschen nicht sehen.

"Es geht nicht mehr so weiter. Immer mehr Menschen spüren das."

Das behauptete Zerbrechen der Gesellschaft wegen zunehmender ökonomische Ungleichheit (NB: Ein weites Feld für Analysen und unterschiedliche Interpretationen.) findet m. E. nicht statt. Wir haben einen Meinungsstreit zum Umgehen mit der Einwanderungswelle - in diesem Punkt hat Merkel eine Verschärfung von Konflikten erzeugt. Ökonomisch wird Deutschland das wegstecken.

"Es ist eine Katastrophe, wenn bei der Essensausgabe der Tafeln jetzt die heimischen Armen mit den eingewanderten Flüchtlingen um die begrenzte Anzahl der Mahlzeiten konkurrieren."

Ja, die Tafeln finden mehr Zulauf, aber daraus ein allgemeines Elend zu konstruieren, ist doch eher ein linksrevolutionärer Wunschtraum. Hier muss und wird niemand hungern.

Nun sollen die Flüchtlinge als Begründung für die Attacke auf "die (Super-)Reichen hinhalten. Ok, es gibt eine Reihe von Menschen, die haben weit mehr Geld, als sie je ausgeben könnten. Ja, man könnte sie stärker besteuern. Auch Vermögen an sich könnte man besteuern, nicht nur Einkommen. So what? Das ändert an der Grundstruktur dieser kapitalistischen Gesellschaft nicht.

Die wesentliche Frage linker Politik - und diese wird von SW nicht behandelt - lautet m. E.: Haben wir überzeugende Konzepte für eine nicht-kapitalistische Gesellschaftsordnung, die das Wohlergehen der Menschen insgesamt verbessert?

Ehrlicherweise müsste SW zugeben: Nein. Und die Abstimmung mit den Füssen führt die Menschen in diesen kapitalistischen Staat, weil sie hier besser leben können als anderswo. Die sozialistischen Konzepte sind gescheitert, was übrig geblieben ist (China, Kuba, Vietnam, Nordkorea) lockt niemanden.

"Es geht um die Zukunft der Menschen, die hier leben. Nur mit einem Neustart des Sozialstaats kann diese gesichert werden."

Das traue ich nun den Nachfahren der Pleite gegangenen DDR am wenigsten zu. Und der Text von SW gibt auch keine Anhaltspunkte, wie ein Neustart ohne den Kapitalismus aussehen könnte.

Oder reicht SW eine Rückkehr zu Ludwig Erhard?

Richard Zietz 26.02.2016 | 17:46

»(…) die von merkel behauptete alternativ-losigkeit echo-haft zu verstärken: rat ich ab.«

Nichts liegt mir ferner. Allerdings muß man klar markieren, wo der Punkt ist. Meiner Meinung nach ist die Kippwippe bereits im Begriff, auf der unguten, fatalen Seite ins Niedersinken überzugehen. Es ist wie bei der Kinderschaukel: Je größer das Gewicht und der Drift hin zu einer Seite, desto schwerer wird es, noch gegenzutrimmen.

Sicher ist das Gros derjenigen, die in den aktuellen Auseinandersetzungen abseits stehen oder sich sogar aktiv für das neoliberale Monster ins Zeug schmeißen, »objektiv« nicht zu beneiden. Auch sie werden härter rangenommen, bezahlen mit mehr Streß, weniger Gesundheit, weniger Lebensqualität und letztlich wahrscheinlich weniger Lebensjahren. Darüber hinaus kriegen sie das Rauchen, Saufen, Lachen, Feiern und Liebe-Machen vermiest, werden vollkontrolliert um ihr Bargeld gebracht und sind am Ende wahrscheinlich nicht mehr als halbwegs mit Nahrung versorgte Sims wie in dem gleichnamigen Spiel.

Das ist der Weg. Wenn es einen anderen gibt – ich bin dabei.

Helmut Eckert 26.02.2016 | 18:05

Sitze ich in einem Porsche, oder im Eselkarren. Zwei Ansichten der Welt. Die Linke, auch eine Frau Wagenknecht wünscht sich die Welt schön. Die Menschen jubeln den Aposteln des ewigen Glücks zu und alle die derzeit die Welt vom Eselkarren betrachten, sind ihre Anhänger. Damals im Sozialismus glaubten die Funktionäre, oder wollten es glauben, dass nur ihre Heilslehre die Menschheit retten kann und wird. Dafür durften Millionen das Heil dieser Welt in den Straflagern in Russland, im gelben Elend in Bautzen sowie in den vielen Zuchthäusern in dieser Wunderwelt des Kommunismus genießen. Ja, ja Frau Wagenknecht, es ist nicht einfach seine Glaubensschäfchen um sich zu sammeln und eine große Herde zu bilden. Der Schäfer hat seine Hunde. Genau davor flüchten die Schafe, wenn sie es können.

tomrobert 26.02.2016 | 18:53

Eine Änderung des sozialen Systems hin zu mehr Freiheit und mehr sozialer Sicherheit ist nicht nur aus geschichtlicher Erfahrung heraus notwendig, sondern logischerweise auch aus ökonomischer Sicht. Technologisch befinden wir uns schon lange in einer Phase immer schneller werdender Veränderungen.

Die Deflation ist nicht nur aus einer mangelnden Vertrauenskrise im Interbankenhandel heraus zu begründen. Die Technik führt zu einer fast grenzenlosen Produktivitätssteigerung die letztlich immer weniger Arbeitskräfte in der Industrie benötigt. Billigere Rohstoffpreise, billigere Produktion, Kommunikation und Logistik, geringere Energiepreise. Deflation des Geldes gleich Inflation der Güter und Dienstleistungen. Wir erleben gerade den Stillstand in der Sozialpolitik. Die Inflation der Dienstleistungen,

also der Arbeit, führt zu einer immer weiter sich prekarisierenden Arbeits und auch Wirtschaftswelt. Der Unternehmer investiert nur, wenn er auch sicher sein kann das sich seine Investition rentiert. Kann er nicht mehr absetzen, wird er nur investieren bei gleichzeitiger Kostenreduzierung´. Findet die nicht statt, unterläst er die Investition,insbesondere wenn er mit der vorhanden Ausrüstung die eventuelle Mehrnachfrage mühelos bedienen kann. Genau das erleben wir immer mehr und immer heftiger beim Einsatz Menschlicher Arbeit. Ein Dienstleistungssektor der nach den Spielregeln des kapitalistischen Systems zBsp. im sozialen Bereich gefährlich

dem Gewinnstreben unterworfen ist, verkommt zum Ausbeuterbetrieb. Gegensteuern kann nur der Staat. Die Bundesregierung überlässt es aber dem Markt. Das führt zu weiteren Verwerfungen wie die Flüchtlingskrise deutlich zeigt.

Sie manifestiert ein ökonomisches Denken, das den Menschen

auf den einfachen Nenner des Nützlichen reduziert. So die Flüchtlinge. In einem System wachsender sozialer Spannungen sind die Bürger zwangsläufg gezwungen ökonomische Maßstäbe an andere anzulegen, schließlich müssen sie es ja bezahlen.

Und da hat der Milliadär einen gemeinsamen Nenner mit den Armen, mit jenem Prekariat das sich immer weiter in den Mittelstand hinein bohrt. Nur der Milliadär kann den anrollenden Kosten entfliehen, kann sich arm rechnen, sogar mit Hilfe der Politiker. Wer eine Willkommensgesellschaft will, der muss die Menschen von dem ökonomischen Druck befreien.

Ein bedingungsloses Einkommen wäre ein richtiger Weg zu einer reiferen Gesellschaft ohne Angst.

denkzone8 26.02.2016 | 19:10

wenn ich nicht die sache mit der aneignung fremder arbeits-kraft-leistung im k-system schon gewußt hätte, wäre ich nach ihrem kommentar: reif für die angst!

das ökonomische denken, das menschl. arbeitskraft als ware kalkuliert, mag für moralisch empfindende abscheu-erregend neu sein, aber es ist das seit zig-jahren herrschende geschäfts-modell des kapitalismus.

warum ausgerechnet die installation einer willkommens-gesellschaft von diesem ökonomischen druck befreien soll, bleibt ihr geheimnis(incl. die auszahlung eines bedingungslosen einkommens,das konkurrenz ja wohl nicht be-endet).

karamasoff 26.02.2016 | 19:56

Ohne einen emanzipierten Paradigmenwechsel der Mitte (damit meine ich die Wähler) wird es keine Mehrheiten geben für einen Wechsel des grand scheme in der Politik.

Ich frage mich eh schon längst, warum die schleichende Enteignung der ökonomischen Mitte (unten ist ja eh schon alles enteignet, es hiess früher: proletarisiert) von dieser völlig ignoriert wird. Irgendwann werden die es aber auch merken, nur ist es dann zu spät, da der Rechtsstaat entsprechend formatiert wurde. Dann gibts Änderungen nur noch gegen offiziellen Rechtsbruch.

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Ehemaliger Nutzer 26.02.2016 | 21:30

Frau Wagenknecht,

unterstützen Sie diejenigen in Ihrer Partei und ausserhalb Ihrer Partei, die für ein BGE streiten.

Das wäre ein erster praktischer Schritt, ein erstes Wahlkampfthema, welches die Chance hätte, Mehrheiten zu erringen.

Mit einer großen Aufklärungsanstrengung müssen vor allem diejenigen überzeugt werden, die zwar für solch ein soziales Ziel sich erwärmen könnten, aber nicht an eine praktische Realisierbarkeit glauben.

Neben dem Anbieten von Lösungen für viele weitere Sorgen und Nöte bei innen- und außenpolitischen Themen wäre auf dem Felde der Innenpolitik das Streiten für ein BGE das dringendste und wahlkampftechnisch chancenreichste.

Lassen Sie sich von Hetzkampagnen, die gerade auch von sogenannten "Linken" gegen Sie persönlich geführt werden, nicht unterkriegen!

Angesichts von Pegida sollten gerade auch Linkenpolitiker zu ausserparlamentarischen Aktionen und Großdemonstrationen gegen die neoliberale Ausbeutungspolitik, gegen Kriege und Kriegspropaganda und für die Solidarität und den gemeinsamen Aufstand der Unterdrückten und Ausgebeuteten in aller Welt aufrufen.

Wir Linken schaffen das! Warum? Weil sich der Kapitalismus für immer mehr Menschen als das entpuppt, was er ist, als ein in letzter Perversion sich austobendes unmenschliches, sich selbst entlarvendes und wenn es so weitergeht, dem Untergang geweihtes System.

denkzone8 26.02.2016 | 21:59

wunsch-denken, wund-schenken,schund-wenken,kund-schwenken,schunk-wenden,..

ent-puppen,ent-larven,de-maskieren= die maske fällt,die fratze lacht, da haben wir nix falsch gemacht.

plan des vorgehens:

(1) entpuppung des kapitals beobachten.

(2)das hilflose agieren des groko-regimes protokollieren

(3)endlich mal solidaritäts-aufrufe ins spiel bringen

(4)nachmittags die pegida-anhänger von ihren irr-tümern erlösen.

(5)von hetz- und des-info-kampagnen die gute laune nicht verderben lassen, damit wir uns abends zur belohnung des bge genehmigen können.

(6) liebe frau wagenknecht beeiln se sich,damit kein anderer ihnen zuvor-kommt......jetz wird mir schon wieder vom pfleger der stecker.....

tomrobert 26.02.2016 | 22:35

Die Konkurrenz wird durch ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht beendet, aber zvilisiert. Marktwirtschaft meint Wettbewerb. Zuweilen artet der in scharfe Konflikte, auch in Kriege aus. Genau das sollte vermieden werden. Eine Gesellschaft die weniger ökonomischem Druck ausgesetzt ist, wird ihr Menschenbild ändern. Eine Willkommensgesellschaft meint eine Gesellschaft die Menschen primär als Bereicherung sieht und nicht -ökonomisch zwangsläufig-als Konkurrenz. Wir müssen lernen auf dem Planeten Konflikte ohne Gewalt zu lösen, sonst sinkt die Überlebensfähigkeit der Spezies Mensch mit all den Kreaturen auf diesem Planeten erheblich! Kapitalismus hat was von einem Raubtier. Und viele Manager habe gar keine andere Wahl durch die Zwänge des Systems das Profite zum Überleben voraussetzt.

Wenn wir nicht umdenken, werden wir diese Industrielle Revolution möglicherweise nicht überleben. Und viele Reiche sollten sich doch mal Gedanken machen, was sie eigentlich von ihrer Begierde zu raffen erwarten können, wenn sie mal den Planeten von fern betrachten. Wir sind alleine, reduziert auf ein Staubkorn angesichts der Dimensionen diess Universums von dem es wieder Millionen gibt. Wen interessiert es, wenn sich die Menschheit eben mals schnell selbst aus der Existenz wischt?

Wir können nur uns selbst helfen. Aber was Menschen angesichts dieser Dimensionen bewegt, ständig im Kampmodus ihre Gier und Eitelkeit zu pflegen, erschließt sich mir nicht!

zelotti 26.02.2016 | 23:33

"Es ist eine Katastrophe, wenn bei der Essensausgabe der Tafeln jetzt die heimischen Armen mit den eingewanderten Flüchtlingen um die begrenzte Anzahl der Mahlzeiten konkurrieren."

Das ist ja auch der Plan: Entsolidarisierung. Der Verbündete: der normale Alltagsrassismus. Der Gegner: feuerlöschende Linke, die keine Zeit mehr für die großen haben müssen schlichten und Konflikte übertünchen.

namreH 27.02.2016 | 01:52

In der Tat: „Angst essen Seele auf“ – das scheint mir gegenwärtig im Großen wie im Kleinen, offensichtlich oder versteckt, direkt oder indirekt, bei Organisationen und bei Einzelnen zu passieren.

Wo aber die Angst es noch nicht ganz geschafft hat, gibt es (vielleicht nur unterschwellig) noch den Sensor für diese Gefahr seelenlos zu werden.

Ich werde mich hüten, jetzt und hier in eine Detaildiskussion über die Seele einzusteigen. Da schließe ich mich lieber Goethe an in seinem „geflügelten“ (!) Wort, das ich hierauf übertrage: Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet´s nicht erjagen. Diese Worte aus Goethes Faust Teil I sind an Wagner, den Famulus Fausts, gerichtet. Der hat sich im Dialog mit seinem Lehrer über die Möglichkeiten rhetorischer Überredungskunst geäußert, die er sehr hoch einschätzt, an die er glaubt. Faust fertigt seinen Schüler einmal mehr in diesem Dialog zurechtweisend ab, indem er ihm bedeutet, dass die von innen kommende Überzeugungskraft mehr bewirkt als jede äußerliche Redekunst. Zitiert werden die Worte Fausts meist in einem etwas allgemeineren Sinne, dass nämlich in vielen Dingen nicht Berechnung und Verstand entscheidend sind, sondern Gefühl und intuitives Erfassen. http://universal_lexikon.deacademic.com/318769/Wenn_Ihr's_nicht_f%C3%BChlt,_Ihr_werdets_nicht_erjagen)

Ja, ich sehe DIE LINKE als Anti-Angst-Partei mit noch nicht aufgegessener Seele – deswegen bin ich in erhöhtem Alter nicht nur aus der SPD ausgetreten, sondern auch noch bei ihr Mitglied geworden.In unserer Parteiendemokratie hat Qualität halt auch was mit dem Umschlag von Quantität in Qualität zu tun….Also: DIE LINKE stark machen, damit sich was ändert!

Und für alle, die sich hier zieren nochmal Goethe – auch aus Faust I - Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehen.

Übrigens...Warum so viel Goethe. Nun, auch, weil Sarah Wagenknecht eine ausgezeichnete Goethekennerin ist....

Goethe sah die Gefahren einer durchkommerzialisierten Gesellschaft vor Marx

Artikel von Sahra Wagenknecht, erschienen in der FAZ am 27.10.2013

(http://www.sahra-wagenknecht.de/de/article/1781.goethe-sah-die-gefahren-einer-durchkommerzialisierten-gesellschaft-vor-marx.html)

janto ban 27.02.2016 | 07:41

|| Eine andere Politik ist möglich, setzt aber ein Aufbrechen des neoliberalen Parteienkartells aus CDU/CSU, SPD, FDP und GRÜNE voraus. ||

Sie sollten so nicht formulieren, Frau Wagenknecht. Generell nicht; und in dieser verbal-extremistischen Zeit schon gar nicht. Nix für ungut, aber die Liste in Ihrem Satz um "DIE.LINKE" ergänzt, und der Satz könnte von Höcke sein. Außerdem wünsche ich mir spätestens jetzt, wo die neoautoritäre Rechte so erstarkt, den Begriff 'neoliberal' gegen '(finanz-)wirtschaftsliberal' (oder dergleichen) auszutauschen. Wie's aussieht, werden wir das Wörtchen 'liberal' noch brauchen. Und zwar positiv besetzt..

Richard Zietz 27.02.2016 | 08:01

Die Deflation ist nicht nur einfach zu erklären, sondern – innerhalb der vom Neoliberalismus dominierten weltweiten Verhältnisse – vollkommen logisch. Dem Konsum fehlt es an Nachfrage und Masse, weil diese, so (noch) vorhanden, durch die neoliberale Raffgier der letzten Jahrzehnte weggeköpft wurde. Wobei in weiten Teilen der Dritten Welt von Nachfrage keine Rede sein kann, weil dort – zwischenzeitlich oder schon immer –eine de-facto-Sklavenwirtschaft obwaltet. Das massenhaft generierte Kapital wiederum irrlichtert um den Globus auf der Suche nach neuen, lukrativen Vermehrungsmöglichkeiten. Da es jedoch an allen Ecken und Enden auf zunehmende Begrenztheiten der Realwirtschaft stößt (deren Ungleichkeit natürlich nicht in Frage gestellt werden darf), haben wir einen Geldstau und entsprechend niedrige Zinsen – Deflation eben.

Was daraus genau folgt, ist die interessante Frage. Im herkömmlichen marxistischen Duktus handelt es sich um eine klassische Überproduktionskrise. Systemimmanent abschaffen lässt sich dieser Überhang nur durch die klassischen, bekannten Mittel. Waffenhandel und, damit verbunden, Krieg kommt bereits in steigender Intensität zur Anwendung. Möglichkeit zwei ebenso: Die Verlängerung der unproduktiven Geldspirale bis hinein in den Bereich der offenen Schuldknechtschaft – siehe Griechenland & EU-Austeritätspolitik made in Germany. Der dritte Effekt ist das Herunterfahren der Produktion. Auswirkung: Unbehagen in den Mittelklassen, die bekannte, mittels Dumpinglöhnen und Elend kompensierte Angebot–Preis-Spirale.

Hinzu kommt ein vierter, psychologischer Effekt. Ebenso wie 1928 ff. fressen sich besagte Erscheinungen in Form einer mehr und mehr chronisch werdenden Krise tief. Rassismus, rechte Parteien, rechte Einstellungen sind ein Merkmal – der auf Sozialdarwinismus getrimmte Gesellschaftskörper dreht zunehmend hohl. Ein weiteres ist die zunehmende »Unlust«, sich am Wirtschaftskreislauf (sinnvoll) zu beteiligen – die Stunde der Hasardeure und Glücksritter. Ein weiterer Ausdruck dieser psychologischen Krise ist das »Platz-unter-der-Sonne«-Syndrom – also zunehmende geopolitische Ambitionen, auf klardeutsch: Kanonenboot-Imperialismus – siehe Ukraine, siehe Syrien.

Kommen wir zu den Gegenmitteln. Weltweit geht der Trend hier hin zur Restauration von Nationalstaaten mit einer mehr oder weniger starken innerstaatlichen Regulierung sowie partiellen Umverteilung. Auch wenn dies – ebenso wie separate Wirtschaftszonen à la BRICS – ökonomisch etwas Luft bringt, stehen die autoritären »Kollateralschäden« dieser Politik zu Recht unter kritischer Beobachtung. Ernsthaftetes Gegenmittel in Europa sind die Volksfront-Konzepte, wie sie aktuell vor allem von neuen Gruppierungen wie Syriza und Podemos getragen werden. Die Grenzen dieser Konzepte unter neoliberalen Bedingungen sind immanent (siehe Griechenland). Da andere Konzepte unter derzeitigen Bedingungen so grauenerregend sind, dass man an die Konsequenzen nicht einmal daran denken möchte, bleiben die Vorschläge von Sarah Wagenknecht – Sorry, Frau Wagenknecht, für den Vergleich – der Spatz in der Hand, mit dem Linke in Europa wohl oder übel operieren müssen.

Jedenfalls so lange, wie nicht ein neuer Karl Marx oder eine neue Internationale am Horizont erscheinen.

denkzone8 27.02.2016 | 08:50

deflation des kapitals weltweit?

konsum-einschränkung trotz kredit-verschuldung einiger haushalte?

über-produktion von geld?

warum soll ein neuer marx/messias erscheinen, wenn man seine analyse/botschaft nicht versteht?

wenn man aus unverstanden gesammelten lesefrüchten(fall-obst) sich ein für andere nicht nachvollziehbaren rum-topf anrichtet?

starke worte(augenblicks-dämonen), keine frage-zeichen. sorry, derartiges empfehl ich nicht als solides fundament für einen angriff auf das in-kompetenz-kartell, zur aufklärung der polit-ökonomischen lage.

hirnlos-engagierte opfer von kinder-kreuzzügen hats genug gegeben.

apatit 27.02.2016 | 11:12

Sie haben eine Meinung und ich eben auch ...!

Teile grundsätzlich die Ansicht von Frau Dr. Wagenknecht! Ich habe oft den Eindruck – eigentlich immer – Sie ist nur noch im Bundestag in der Lage auch über Ursache und Wirkung nachzudenken. Auch die verlogene Doppelmoral von Heute! … macht sie sichtbar. Solche Leute haben es noch nie in Deutschland leicht gehabt weder in der Diktatur noch in der Demokratie! Respekt!

v.kaden 27.02.2016 | 11:59

Jedes Wort von Frau Wagenknecht kann ich nur unterschreiben.

Einige Foristen sind doch wirklich der Meinung - in Deutschland muss man nicht Hungern- Hartz4 würde ausreichen für ein Menschenwürdiges Leben. Denen kann ich hier höchstpersönlich versichern, es gibt Menschen die hungern trotz dieser Hartz4 - Scheiße. Jeden Monatsende. Denen sieht man an das sie zu den Absatz der Gesellschaft gehören.

Sie beklagen das Frau Wagenknecht kein Konzept hat? Lesen sie ihre Bücher.

Im übrigen ist das einzige Konzept der jetzigen Regierung und Vorgängerregierung kein Konzept. Ein weiter so ist das Motto, es läuft ja alles gut.

Der Inhalt: Wohlstandswachstum für einige auf Kosten der vielen anderen.

Wir sind schon so blind geworden für die Nöte anderer, wir nehmen alles Gleichgültig hin, es ist einfach nur noch peinlich. Was fehlt ist ein ordentliches maß an Empörung

Ich verweise auf einen Artikel bzw. Aufruf von 80 führenden ökonomen in der französichen Le Monde. Lesen sie, der Artikel ist auf Flassbeck in deutsch übersetzt

http://www.flassbeck-economics.de/raus-aus-der-wirtschaftlichen-sackgasse-aufruf-von-80-franzoesischen-oekonomen/

heywood 27.02.2016 | 12:16

Ein erster Anfang für eine Wende, wäre ein ROT-ROT-GRÜNES Bündnis.Die PdL wird es in den nächsten Jahren nicht alleine schaffen, ein neues politisches und gesellschaftliches Modell auf die Beine zu stellen.

Die Mobilisierung bestimmter Personengruppen (Nichtwähler,Hartz IV Empfänger,Abgehängte) für die linke Idee, wird eine Mammutaufgabe für die Linke sein,aber dort versteckt sich auch ein enormes Potenzial.

Ich kann der PdL nur wünschen,daß sie die Kraft und ihren Mut im Kampf gegen das neoliberale Politikestablishment verstärkt und aufrecht erhält !!!

Rüdiger Heescher 27.02.2016 | 12:40

forderungen, deren vernünftig-keit evident ist, bei gutem willen mehrheits-fähig sind, und nur am beharrungs-vermögen ewig-gestriger scheitern, sind richtig gestellte forderungen.

Und hier liegt der Denkfehler!

Es gibt keine Forderungen, deren Vernünftigkeit evident sind. Mit Vernunftsgründen kannst du so oder so argumentieren. Wer systemimmanent im Denken verharrt, der wird eine andere Vernunft als evident halten und sieht sich nur den Sachzwängen des Kapitalismus ausgesetzt und muss entsprechend vernünftig handeln. Nur was sind dann die Vernunftsgründe? Man muss den Interessen des Kapitals gehorchen, damit systemimmanent das System weiter funktioniert. Das ist sozialdemokratische Denke.

Was wir also haben kann man nicht bezeichnen mit Vernunftevidenten Argumenten, sondern nur den Interessen folgend.

Politik im Kapitalismus funktioniert nur nach Interessen und nicht nach Vernunft.

denkzone8 27.02.2016 | 13:23

tja bei denk-fehlern ertappt werden ist mir un-angenehm, aber es kommt vor.

helfen sie mir beim umformulieren des satzes.

gemeint war, daß die herrschende system-logik/rationalität nicht für die system-überflüssigen sorgt und bestimmte bedürfnisse nicht primär verfolgt.

und deshalb müssen diese sich selbst sorgen, gedanken/ratio entwickeln, wie ihre (lebens-)interessen, bedürfnisse doch zur geltung kommen.

das bleibt solange im rahmen des systems, wie es dauert (bis ein sich konstituierendes revolutionäres subjekt das system für sich verformt/anpasst/ändert und feststellt: jetzt haben wirs geschafft).

Richard Zietz 27.02.2016 | 15:27

»Außerdem wünsche ich mir spätestens jetzt, wo die neoautoritäre Rechte so erstarkt, den Begriff 'neoliberal' gegen '(finanz-)wirtschaftsliberal' (oder dergleichen) auszutauschen.«

Ganz großer Pustekuchen ;-(. Der Begriff »neoliberal« ist nicht nur angemessen (es sei denn, es besteht »linksliberal«-seitig neuerdings die Pflicht, für die Untaten dieser Richtung möglichst nur noch Begrifflichkeiten aus dem Streichelzoo zu verwenden), sondern auch historisch korrekt. Nicht umsonst rekurriert der Zusatz »neo« auf das Original: Parteien und parteiähnliche Gebilde von Großgrundbesitzern, Spekulanten, Industriellen mitsamt ihrem raffgierigen Anhang, als politische Formation entstanden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. »Fortschrittlich« war der positive Bezug auf technische Entwicklungen. Den Klassenkampf gegen den weitgehend noch an der Macht befindlichen Adel gedachten die Liberalen – anders als die links von ihnen stehenden Demokraten – vorwiegend via Antichambrieren und Einheirat zu lösen. Was, vom Ende her gesehen, ja auch weitgehend gelungen ist.

Die Geschichte des Neoliberalismus erspare ich mir an dieser Stelle. Als eine Art Pegida des in Bedrängnis geratenen Herrenclub-Liberalismus alter Schule hat er der Erde zur Genüge gezeigt, was von dieser sonderbaren Ideologie zu halten ist. Meine bestmögliche Definition von »liberal«: Man könnte den Begriff problemlos im großen Wort-Orkus entsorgen, und wahrscheinlich würde kaum jemand merken, dass etwas fehlt.

Gut, dieses edle Blatt nennt sich ebenfalls »liberal« – diesmal mit dem Zusatzetikett »links«. Was »Linksliberalismus« sein soll, habe ich ebenfalls nie so richtig kapiert. Ja, ich weiß: Würde, Individuum und so weiter. Aber es ist doch irgendwie auffällig, dass sogenannte Linksliberale stets dadurch auffällig werden, dass sie das Fell des Bären waschen wollen, ohne selbiges nass zu machen. Ehrenrührig ist das zwar nicht. Festmahl bestellen ohne zu sagen, wer den Deckel bezahlen soll, ist allerdings schon … nunja: etwas komisch.

P. s.: Auch die gute AfD war zumindest in ihren Anfängen liberal. Eigentlich, wenn ich es so richtig bedenke: ein Begriff, der jede Menge auf dem Kerbholz hat.

Helmut Eckert 27.02.2016 | 16:43

Das gebrannte Kind scheut das Feuer. Gäbe es eine Flamme, welche brennt, ohne mich zu verbrennen... ich würde in diese Flamme meine Hände halten.

Was würde denn geschehen, wenn die Linken an die Macht kommen würden? Die Reichen und Superreichen würden sich mit Zähnen und Klauen gegen ihre Enteignung wehren. Schon wären wir in einem neuen, alten Klassenkampf wie 1945 bis 89 in der DDR vorgemacht. Der Mensch ist egoistisch und gibt sehr ungern freiwillig von seinem Habe etwas dem Nächsten. Besitz bedeutet Macht und Machtausübung ist das gefährlichste Laster der Welt. Diese, meine Erkenntnis lässt mich an der Ideologie der Linken zweifeln. Wären alle Menschen bereit, zu Teilen mit dem Mitmenschen,… dann, ja dann würde deren Utopie funktionieren. Mir ist sehr wohl bewusst, dass der Kapitalismus brutal, menschenverachtend und ein Verbrechen ist. Mir ist bewusst, dass wir hier in Deutschland auf Kosten vieler Armen der Welt unseren relativen Wohlstand haben. Gibt deswegen ein Arbeitsloser, ein Rentner mit 500 Euro Rente seinen relativen Reichtum auf? Er kauft weiter bei Kick, Aldi und selbst der Begüterte rennt nach den Schnäppchen der Supermärkte. Die Menschen sehen das Elend und die Ausbeutung der Menschen durch den Menschen. Kaufen sie deshalb bewusster ein? Eine kleine, verschwindend geringe Minderheit ist hier Vorreiter. Billig, billiger und am liebsten umsonst…. Der derzeitige Ehemann von Frau Wagenknecht nagt nicht gerade am Hungertuch. Alle diese Funktionäre reden und reden… Morgen schon kommt von einem Konzernchef das Angebot: Berater, Redner, Aufsichtsrat, oder einfach nur die offene Hand, welche sich auf wunderbarer Weise füllt, mit den schönen Scheinen, welche auf dieser Welt so viel bedeuten… Macht und Absehen, Luxus und selbst ein längeres Leben, dieser Wunsch und dieses Steben der Mehrheit ist die Wirklichkeit.. Auch diese Weltprediger des Himmelreiches auf Erden tragen gerne Schweizer Uhren, mit deren Einkaufspreis in Bolivien ein ganzes Indiodorf ein Jahr sich ernähren könnte…. Lassen wir es dabei bewenden. Es geht nun mal kein Kamel durch ein Nadelöhr !

kürsche 27.02.2016 | 17:45

Frau Wagenknecht sagt wieder und wieder das Richtige. Ihr wird selbst im Forum des Freitags entgegengehalten, die Linke könne als Nachfolgepartei der....(nach 25 Jahren) nicht ernst genommen werden. Dann fehle ein Gesamtkonzept, dann fehlen wieder konkrete Vorschläge.

Mindestens das Letzte hat Wagenknecht gemacht. Ihre Forderung der stärkeren Besteuerung der Reichen wird sogar vom BVG unterstützt. Dieses hat die regierenden Sozialen und Christen aufgefordert, die als zu niedrig erkannten Vermögenssteuern zu andern.

Aber in diesem Forum ist das wohl zu ausgeleiert, um aufgegriffen zu werden.

Und bei der Intelligenz, die mehrheitlich links zu verorten ist, hat eine Äußerung , die man eigentlich begrüßen müsste, sofortige Gegenwehr zur Folge.

Es gibt eben zu viel Eitelkeit und zu viele linke Wahrheiten. So werden linke Aktivitäten oder gar Bündnisse verhindert.

Der oben aufgestellten Forderung , Massen zu bewegen, könnte man mit einer Kampagne zum Steuersystem nachkommen. Neid von oben oder unten, Kampf um die Kuchenstücke führen immer zu Ergebnissen.Aber, wie gesagt, erforderliche linke Mehrheiten gibt es nur rechnerisch nach Wahlen.

I

erade das Letzte

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Ehemaliger Nutzer 27.02.2016 | 18:02

"... doof von der Seite ..." nennen Sie das, wenn ich Ihnen verdeutliche, wie Sie die Autorin "... doof von der Seite ..." in eine Nähe zu Höcke zu rücken versuchen?

Sie sollten sich in Ihr Zimmer einschließen und nicht bei der dFC einloggen und schreiben, wenn Sie keine Reaktion auf Ihr Geschreibe haben möchten.

Also besser auf eine Pornoseite umschalten, da können Sie sich einen wedeln, ohne behelligt zu werden. Da können Sie selbst entscheiden, ob Sie Chat-Kamera und Mikro ein- oder ausschalten wollen, um gemeinsam oder doch lieber unbeobachtet zu wedeln.

Peter Uhlemann 27.02.2016 | 18:17

Der derzeitige Ehemann von Frau Wagenknecht nagt nicht gerade am Hungertuch.

Na eben. Und dann ist sie ja auch schon mal beim essen von Hummern, Austern und Kaviar erwischt worden, das geht gar nicht.

Linke haben gefälligst in unbeheizten Blechhütten ohne Strom- und Wasseranschluss zu hausen und sich ausschließlich von Wasser und Brot zu ernähren. Sonst sind sie doch völlig unglaubwürdig.

janto ban 27.02.2016 | 18:20

Da bitte ich nochmals um Entschuldigung, aber die geschätzte Autorin rückte ich nirgendwo hin. Die ist zwar nicht dick, aber mir Würstchen zu schwer. Ich befasste mich lediglich mit einem (in Zahlen: 1) Satz und einem (1) Wort ihres Textes. Und da brüllen Sie los, als sei der Allmächtige hinter Ihnen her. Das hat mit "Reaktion", wie Sie das nennen, ungefähr so viel zu tun, wie meine Abendgestaltung mit Beischlaf. Guten!

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Ehemaliger Nutzer 27.02.2016 | 18:43

Nochmal mein Kommentar:

"Ach, da haben wir wieder mal jemand, dem Sprachregelungen und Personalisierungen (Wagenknecht in den Geruch einer Nähe zu Höcke setzen) wichtiger sind als Inhalte.

"wirtschaftsliberal" kopfschüttel"

Sehen Sie also nochmal genau nach, dass ich mich genau mit Ihrer Befassung (Höcke) mit diesem einen (in Zahlen: 1) Satz und einem (1) Wort der Autorin auseinandersetzte?

Wo war da ein Brüllen und wo war da der Allmächtige?

Ich verwechsele Sie keineswegs mit dem Allmächtigen. Keine Angst. Ich halte Sie eher für einen Keiltreiber in linke Positionen, ob Sie dies nun absichtich oder unabsichtlich tun, kann ich nicht beurteilen, da ich den real live Typen hinter dem Nick @Janto Ban nicht kenne.

thinktankgirl 27.02.2016 | 19:59

Und jetzt muss man sich Gedanken darüber machen, wie man ein revolutionäres Subjekt schafft.

Herr Heescher,

meine Anmerkung war philosophischer Art. Was ist ein Subjekt? Kann es geschafffen werden? Oder konstituiert es sich, wie Denkzone8 schrieb?

Leider hängen Sie an so einem merkwürdigen Vorurteil, daß jemand, der Homöopathie nicht für Scharlatanerie hält, nicht zu rationalem Denken fähig sei. Das ist eine ziemlich beschränkte Sicht.

Ich persönlich bin der Meinung, wer nicht klar schreibt, der denkt auch nicht klar. Arbeiten Sie an Ihrem Stil.

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Ehemaliger Nutzer 27.02.2016 | 20:01

"Gibt deswegen ein Arbeitsloser, ein Rentner mit 500 Euro Rente seinen relativen Reichtum auf? "

Ist das Ihre Empfehlung? Auf wieviel Euro seiner 500 Euro soll der Arbeitslose oder Rentner verzichten?

Damit Sie, Herr Eckert, - oder nach Ihrer Vorstellung die Linken insgesamt -, vom unfassbaren Reichtum der 63 Leute, die genau so viel besitzen, wie die eine Hälfte der Menschheit, nicht zu reden brauchen?

Pregetter Otmar 27.02.2016 | 21:57

Liebe Frau Wagenknecht,

ich nehme doch an, dass Sie Hie & Dann mal auch hier reingucken - deshalb eine Bitte:

- alles was sie schreiben ist ja nicht vom Himmel gefallen - oder wie ein Tsunami über uns alle hereingebrochen, sondern ist das Ergebnis wohlfeil überlegter Politik - ausgehend von ROT/GRÜN, wie wir alle wissen;

- aber a l l e Maßnahmen sind nichts als kleine Placebos, solange auch die LINKE nicht mal im Ansatz dazu bereit ist, über das 100%ige Schuldgeldsystem nachzudenken.

So lange man nichts s y s t e m i s c h ändert, kratzen auch Ihre Vorschläge nur an der Oberfläche.

Daher - lesen Sie bei Gelegenheit mal meinen Kommentar dazu:

Why are the rich getting richer?

https://www.freitag.de/autoren/pregetterotmar/2-un-f-why-are-the-rich-getting-richer

- - -

Das beste Video hierzu dauert nur 3 Minuten und erklärt alles:

https://www.youtube.com/watch?v=ZzCegQVljdY

und in nur 12 Minuten erklärt VOLKER PISPERS die elementaren Zusammenhänge zwischen

- dem Geldsystem

- dem ökonomischen Nullsummenspiel (vwl. Saldenmechanik)

- dem Zinseszins

- und der Demokratie!

https://www.youtube.com/watch?v=NVAkETaO8Zc

- - -

So lange auch die LINKE nicht - endlich - den Weg zur Quelle und den wahren Ursachen aller Ungleichheit geht, so lange bleibt sie genauso wie allen anderen Parteien auf halbem Weg stecken.

Und nachdem wir eh schon 5 nach 12 Uhr schreiben - bleibt nicht mehr viele Zeit für einen echten Umkehrschwung!

- - -

Ich würde mich auf eine Antwort freuen, danke mal vorweg.

iDog 27.02.2016 | 22:00

Alles ist relativ, die Vernunft ganz sicher. Frau Wagenknecht sagt vernünftigere Sachen als die meisten deutschen Politiker. Das ist sicher. Aber auch Die Linke wird nicht ein Jota an der Realität, den Herrschafts- und Ahbhängigkeitsverhältnisssen ändern können solange sie nicht bereit ist am Privileg der Privatbanken zu rütteln. Im Moment traut sich das keine Partei, die Linke wäre die einzige, die es wagen könnte. Herrschaft über das monetäre System gehört in Staats- oder Genossenschafts-, bzw. in die öffentliche Hand. Nur so ist Demokratisierung und eine soziale Gesllschaft möglich. Neolibrealismus ist eine Finanzdiktatur unter der Politik immer die der Finanzinteressen belieben wird. Anstatt private Geschäftsbanken brauchen wir starke Lokalwährungen und ein staatliches oder suprastaatliches Zahlungsmittel für internationalen Handel, das nicht privatisiert werden kann. Man schaue nach Island und die dortige Parlamentsdebatte zum Entzug des Recht auf Buchgeldschaffung durch private Banken.

kürsche 27.02.2016 | 23:06

Noch ein Hinweis, Frau Wagenknecht, der mit hehren Zielen nichts zu tun hat!

Sie erwähnen Union, SPD und Grüne. Es gibt diese Union aber nur als Fraktionsgemeinschaft , um bei Deutschland-weiten Wahlen die Stimmen zu addieren. Schröder bekam das schmerzlich mit. Ansonsten sind CSU und CDU zwei eigenständige Parteien. Wie ist es sonst möglich, dass nach Wahlen in der Elefantenrunde zwei Vertreter der "Union" sitzen und den konservativen Müll zweimal ausbreiten dürfen? Zudem geriert sich die CSU nicht nur momentan als Konkurrenz zur CDU.

Die Aufzählung der Versager in der real existierenden CDU, der CSU, SPD usw finde ich zutreffender. Und schliesslich, die zerstrittenen Schwestern als das Gegenteil "Union" zu bezeichnen, kann nicht in Ihrem Sinne sein.

Roger11 28.02.2016 | 03:08

Verdammt gut gebrüllt, Löwe! Aber wo wird der real durchführbare Ansatz gebrüllt?

Es ist immer das Selbe. Ankacken, auf den Wahnsinn der immer schräger werdenden Vermögensverhältnisse zwischen arm und reich aufmerksam machen kann jeder. Das weiß mittlerweile auch jeder. Und Frau Wagenknecht redet nie über die Power und Übermacht der Industrie, der sie sich im hypothtischen Falle einer zukünftigen Regierungsbeteiligung gegenüber sähe. Ist doch alles Hokuspokus, was die Linke da locker-flockig postuliert, angesichts eines Wahlvolks, das offensichtlich niemals einer links/links/grünen Mehrheit seinen Segen geben wird. Ende der Durchsage. Und ganz nebenbei: Es lebt sich schon recht gut als MDB in Berlin. Nicht wahr, Frau Wagenknecht? Frau Kipping? Mal locker rund 13.000 € p.m., da spendet man natürlich - höchst transparent, versteht sich - ein paar Euros für gute Zwecke.

Ach, was sind wir nur für dumme, anständige Demokraten. Das Teufelsrad der Verarsche dreht und dreht sich immer weiter, währenddessen unsereins per GEZ-eingetriebener TV-Steuern zum Spenden aufgerufen wird. For the mess, was wiederrum nicht Letztgemeinter verschuldet hat.

Und so beisst sich die Katze immer wieder in.... wohin bitte?

Das zu beantworten ist jetzt die Quizfrage. Der Gewinner wird rechtzeitig benachrichtigt, wann er seinen öffentlich-unrechtlichen Arschtritt kriegt. Sarah Wagenknecht sagte zu dem Termin bereits ab. Auch Wolfgang Schäuble, aus rein technischen Gründen. Prinzipiell sagte er zu, schickt als Stellvertreter aber Rotbäckchen Steffen Seibert. Der wierderrum nicht zurück kann, zum ZDF. Wenn alles schief geht am 13. März. Wie man munkelt. Nein, Claus Kleber hat gesagt: Wenn der wieder kommt, bin ich weg. Definitiv. Etwa nach Berlin? Für Katze Seibert, die sich dann selbst in den Arsch beisst? Oder was läuft hier mir Sarah Wagenkipping gerade unrund, verdammte Flüchtlingsolympiade in Rio gesponsert by FIFA-Coca-Rolex?

Alles auf null, hat mir gerade Infantilo gemailt. Ich solle ruhig bleiben. Bin ich jetzt auch.

rioja 28.02.2016 | 04:43

Es mag stimmen, was gesagt wird, doch die Massen -und das ist ja das Irre- wollen keinen radikalen Kurswechsel. Schon das Wort radikal lehnen sie ab. Veränderung ebenfalls. Die Massen wollen alles lassen, wie immer. Auch, wenn sie dadurch arme Massen bleiben. Allein die Befriffe, "radikal & Veränderung" lehnen die Massen reflexartig ab. Das wissen die Mächtigen zu genau. Das ist ja ihr perverses Kalkül. Sehen sie, liebe Sarah, diese Menschlein sind so konditioniert, so manipuliert, so ferngesteuert und bei Konsumlaune gehalten, dass sie nicht mal merken (sollen), was man mit ihnen treibt. Ihr Kernmuster ist die Angst. Sie haben Angst vor allem Neuen, allem Fremden, allem was anders ist als gewohnt. Dieser Wahn beginnt per Geburt durch das Regulativ Gehorsam, brav sein. Stumme, angstbesetzte Anpassung wird belohnt und führt allein zum Überleben in der Kindheit. Vom Tag 1 an bis zum Tode. Daher scheitert hier alles, was nach Veränderung auch nur riecht. Die Herrschenden kennen dieses Faktum und nutzen es schamlos aus, seit ewig. Der perverse NS-Faschismus hat diese Faktum noch gesteigert und zum bedingungslosen Gehorsam geführt, dem persönlichen Eid auf den Führer. Man gab sein Leben für den Führer dahin. Es wird, sorry, Frau Wagenknecht, lieber zum Untergang marschiert als zur Veränderung. Auch das ist Kalkül: Elitenkontiniutät heisst die Zauberformel. Nach dem Untergang, egal welchem, waren sie ruck zuck wieder in den alten Top-Positionen, die happy few, die Wendehälse. So sind sie und so bleiben sie, auch diesmal: Wetten dass? Und zu Ihnen -by the way-und der LINKEN wollen sie schon garnicht, die kranken, kaputten Massen, lieber siechen sie im christlichen RaubtierKapitalismus vor sich hin, als zu den alten Kommunisten zu gehen. Lieber tod als rot. in nomini patri et filii et spiritui sancti - amen - LG Macchiavell

iDog 28.02.2016 | 11:09

Mit anderen Worten : auf diesen Bevölkerungsteil kann man nicht hoffen bezüglich der notwendigen Veränderung. Also lassen wir ihn zuerst mal außen vor? ... wie immer.

Da dessen devoter "Fatalismus", die Autoritätshörigkeit aber nicht von ungefähr kommt, gibt es durchaus das reaele Ziel der Kritik , des Angriffs etc. Nur diese und dieses wird eben nicht von denen definiert, die in Abhängigkeit genau davon leben, nicht von den in Unwissenheit Gehaltenen, sagen wir Zwangs- und Gewohnheitskonformisten, nicht von denen , die lieber nichts wissen wollen, sondern wo?

Diese Frage wird allerdings nicht beherzt angegangen - nirgends. Ich meine, es gibt sie, die kritischen Minderheit. Und die wird es dann wohl, wie historisch immer schon, sein müssen, die den Kampf führt , zumindest bis die "schlafende" Mehrheit sieht, dass dieser legitim und wichtig ist. Resignation ist keine Option.

Die Wende kommt. Sie ist schon da, muss man sagen. Es ist nur die Frage wer sie maßgeblich beeinflusst.

Es ist an sich die Realität selber, die die Kritik definiert, wie auch die Vernunft. Einzige Möglichkeit ist also die Realität zu definieren. Das wieder muss man nicht radikal nennen, obwohl es das sein muss. Es ist vor allem wichtig wie man die Dinge nennt.

Und es ist übrgens falsch , wenn sie behaupten , die Masse wolle keine Veränderung. Doch sie will sie , und zwar zum Besseren. Und das hat nur der Wandel zu bieten. Zuletzt geht es also um Versprechen, und darum ob sie gehalten werden und geglaubt werden können. ...u nd darum, dass es diesen "Fatalismus" gar nicht wirklich gibt. Er ist immer eine dumme Entschuldigung für Angst und oder Vorteilsnahme in einer Zeit , die Stellungnahme erfordert, wie schon lange keine mehr.

Wir setzen also auf die , die nicht das Maul halten. Warum also schreiben sie nicht ein Flugblatt und stellen sich damit in die nächstbeste Fußgängerzone oder .... ?

Tiefendenker 28.02.2016 | 13:00

"Die Linke" ist noch nicht mal so geistig klar, entschlossen für ein BGE einzutreten. Was kann man da erwarten?

Nix vernünftiges jedenfalls.

Die wollen "kapitalistische Arbeit" nur in "sozialistische Arbeit" umwandeln, anstatt endlich den ersten kleinen Schritt zur Abschaffung der "Arbeit" zu gehen.

Die wollen nur selbst an die Hebel der Macht.

Die Denkform der meisten Linken ist daher nicht auf der Höhe der Zeit, sondern regressiv. Leider.

Nordlicht 28.02.2016 | 15:44

Ist nun auch der Neoliberalismus schuld, dass private Haushalte mehr Geld ausgeben als sie haben?

Soll Kaufen auf Kredit verboten werden? Da wird doch der Bevormundung freier Bürger das Wort geredet. In Punkto Schulden ist jeder für sich selbst verantwortlich.

NB1: Was haben Sie gegen den Ausweg "Privatinsolvenz"?

NB2: Dass den Banken nach Fehlverhalten das Händchen gehalten und der Säckel wieder gefüllt wird, ist eine Schande - und eben nicht im Sinne der kapitalistischen Lehre.

Richard Zietz 28.02.2016 | 17:40

Für die Antwort einen dicken Euro in Phrasenschwein. Wahlweise auch für das Abfackeln von Strohmännern.

Mit dem »Haben« der privaten Haushalte ist es so eine Sache. Bekanntlich klafft die Schere zwischen Reich und Arm immer weiter auseinander (hier ein Beleg aus einem genügend konservativen Leitmedium). Da Mieten, Strom, Lebensmittel und so weiter leider nicht anteilig bezahlt werden, führt dies dazu, dass bei Arm Posten Fix den Posten Variabel auffrisst. Sicher ist das nicht die alleinige Erklärung für die Schuldenfalle, in die immer mehr Bürger(innen) hineingeraten. Wenn Kündigung, Krankheit, Schicksalsschläge oder (manchmal) auch Fehleinschätzungen die finanzielle Lebensplanung an die Wand fahren, kann man meines Erachtens zwar darüber streiten, ob der Neoliberalismus daran schuld ist. Die Betroffenen zur Hölle fahren zu lassen wie Sie es offenbar propagieren, ist allerdings neoliberaler Sozialdarwinismus vom Feinsten.

NB1: Grundsätzlich ist gegen einen solchen Ausweg nichts einzuwenden. Allerdings nicht mit den (europaweit in der Spitzengruppe liegenden) Ewigkeitsfristen in Bezug auf die Dauer und nicht mit der Stigmatisierung, die hierzulande damit einhergeht (und politisch mit Sicherheit gewollt ist). Anderswo gilt der Grundsatz: Jeder soll eine zweite Chance kriegen – eine Haltung, die nicht nur humaner ist, sondern letzten Endes sogar wirtschaftlicher. In Deutschland jedoch herrscht, wenn seit Adolf auch etwas abgemildert, das Prinzip: Rache und Verfolgung bis in die dritte Generation.

Im Anblick von mittlerweile Millionen Betroffenen stellt sich darüber hinaus grundsätzlich die Frage der Hilfe (ich weiß: mit Ihren Vorstellungen nicht vereinbar). Konkret: Ebenso wie man Bürgerkriegsflüchtlinge nicht vor oder hinter der Grenze verrecken läßt, wäre auch in dem Bereich der Aufbau geeigneter Hilfe- und Beratungsstrukturen der effiziente richtige Weg. Davon sind wir in Deutschland Lichtjahre entfernt. Selbst im Anblick der Tatsache, dass es langfristig lohnender ist, Leuten wieder auf die Füße zu helfen, ist eine große Koalition aus Bevölkerung, Politik und Bänkstern eher dafür, mit den alten, unbrauchbaren Rezepten weiterzumachen. Der deutsche Michel kann und will eben nicht aus seiner Haut. Wo das hinführt, sieht man aktuell am Beispiel Griechenland. Aber eine gewisse – wenn auch schaurige – deutsche Romantik hat die Sache sicher. Auch wenn ich mir – in dem Punkt chapeau – unsicher bin, ob man die deutsche Austeritätsmacke noch als klassisch neoliberal bezeichnen kann.

NB2: würde ich ebenfalls widersprechen. Bei den Gründervätern Hayek und Friedman wird man zwar sicher keinen Satz finden mit dem Inhalt »Wenn Banken vor der Insolvenz stehen, ist es die Pflicht des Staates, diese systemwichtigen Institutionen aufzufangen.« In der Praxis des Neoliberalismus ist dies allerdings business als usual. Was kein Wunder ist: Als Schmiermittel für die Belange der Wirtschaft ist der Staat in diesen Konzepten schließlich vorgesehen.

Nordlicht 29.02.2016 | 08:30

Bitte genauer lesen:

"Die Betroffenen zur Hölle fahren zu lassen wie Sie es offenbar propagieren ..." - woher haben Sie das? Offenbar haben Sie das assoziiert.

Bitte erläutern:

" In Deutschland jedoch herrscht, wenn seit Adolf auch etwas abgemildert, das Prinzip: Rache und Verfolgung bis in die dritte Generation." - Haben Sie zufällig dazu Belege?

Auch mir unterstellt:

" ...stellt sich darüber hinaus grundsätzlich die Frage der Hilfe (ich weiß: mit Ihren Vorstellungen nicht vereinbar) ..." - Natürlich bin ich für Hilfe, und ich kenne auch die Arbeit der Beratungsstellen bei Caritas, Verbraucherberatung etc. Die sollten noch stärker unterstützt werden.

In dem von Ihnen angegebenen Leitmedium (Die Welt) steht auch folgender Hinweis:

"Als Grund nennen die Studienautoren einen Kaufrausch auf Pump in den vergangenen Jahren: "Die Inanspruchnahme des Privatkonsums zur Konjunkturstützung und Wirtschaftsbelebung" zeige zeitversetzt Folgewirkung. "Harte Überschuldung steigt überdurchschnittlich", formulieren die Autoren."

Das wäre doch Anlass, Ihre anfänglichen Angaben für verschuldung ("Kündigung, Krankheit, Schicksalsschläge oder (manchmal) auch Fehleinschätzungen die finanzielle Lebensplanung..") um einige Stichworte zu ergänzen.

Gruss an das Phrasenschwein !!!

Flegel 29.02.2016 | 10:21

Deutschland verludert und der soziale Frieden ist gefährdet!

"...Es knirscht an allen Ecken und Enden, seit die Regierungen den Sozialstaat aushöhlen und das Allgemeinwohl der Schuldenbremse unterordnen", wird Bernd Riexinger zitiert.

Ja, es knirscht an allen Ecken und Enden, aber nicht nur wegen der Regierungen. Nein - es ist die gemeinsame Gegenwartspolitik des „Parteienkartells aus CDU/CSU, SPD, FDP und GRÜNE“ (Wagenknecht), die den öffentlichen Haushalten in der Bundesrepublik so viel Geld entzogen hat, dass diese ihren originären Aufgaben nicht mehr nachkommen können – Deutschland verludert! Davon sind nicht nur marode Straßen und Autobahnbrücken und Turnhallen betroffen, in denen die Decken herunterfallen, sondern es ist selbstverständlich der gesamte öffentliche Bereich betroffen, wozu auch die Personalausstattung gehört.

Der Steuerausfall durch Steuergesetzesänderungen seit 1998 beträgt bis 2013 ca. 490 Milliarden Euro. Davon entfallen auf den Bund 197,67 Milliarden Euro, auf die Länder 236,68 Milliarden Euro und auf die Gemeinden 56,00 Milliarden Euro.

Die politische Verantwortung hierfür lag von 1998 bis 2005 bei Rot-Grün, bei Schwarz-Rot von 2005 bis 2009 und bei Schwarz-Gelb von 2009 bis 2013. (Bontrup: Durch Umverteilung von unten nach oben in die Krise, Seiten 15 - 16)

Von 1991 bis 2010 ist lt. Böckler Impuls, Ausgabe 03/2012, die Zahl der Staatsbediensteten um 1,6 Millionen gesunken; das sind über 30 Prozent. Die Kölner Massenübergriffe in der Silvesternacht entlarven die maßlose Überforderung der Polizei, die offensichtlich nicht in der Lage ist, mit derlei „Schwarmverhalten“ umzugehen und die Bürgerinnen und Bürger vor solchen Überfällen zu schützen.

Außerdem haben sich die Politiker dieses „Parteienkartells aus CDU/CSU, SPD, FDP und GRÜNE“ angewöhnt, ersatzweise systematisch auf die Besitzstände der Bürgerinnen und Bürger zuzugreifen. Sie sind nicht davor zurückgeschreckt, vielerorts prekäre Lebensverhältnisse zu schaffen, was der schwarzen Null von Herrn Schäuble dienlich war und den Milliarden, die für die Bankenrettungen drauf gegangen sind!

Das alles befördert eine verhängnisvolle Dynamik, die außerdem den Umgang der Menschen untereinander verludert und den sozialen Frieden gefährdet. Die Kultur der Toleranz und argumentativen Auseinandersetzung ist einer Kultur der Beschimpfung und Hetze gewichen, die sich offensichtlich in Richtung Gewaltauseinandersetzung entwickelt.

Und nun fordert Sahra Wagenknecht: „Wir brauchen auch in Deutschland einen Aufbruch. Notwendig ist ein radikaler Kurswechsel, um das Auseinanderdriften der Gesellschaft zu stoppen und die Erneuerung des Sozialstaats zu beginnen.“

Aber – dazu braucht es aufmerksame Bürgerinnen und Bürger, die das politische Geschehen kritisch begleiten. Doch die Verarmungspolitik des Parteienkartells aus CDU/CSU, SPD, FDP und GRÜNE ist durch große Teile der Bürgerschaft passiv hingenommen worden. Bürgerinnen und Bürger – so zeigt sich wieder erneut – lassen die sich zumeist von ihren persönlichen Augenblicksbefindlichkeiten leiten.

Also, wer sollte den von Sahra Wagenknecht geforderten Aufbruch denn bewerkstelligen? Selbst DIE LINKE ist dazu zu schlapp. Deren opportunistische Haltung ist durch Sozialdemokratisierung gekennzeichnet und wurde durch den Tsipras-Sündenfall im Sommer 2015 prominent als Wendehalsmentalität entlarvt.

Tom Strohschneider stellte im neuen deutschland vor einiger Zeit anlässlich der Flüchtlingskatastrophe die Frage: „Ist es wirklich so abwegig, sich einen bundesweiten Aufstand der Humanität, also derer vorzustellen, die nicht mit damit leben wollen und können, dass eine Politik, zu der Alternativen ja in Wahrheit möglich sind, das Leben von Menschen preisgibt?“

Ich habe ihm geantwortet: „Jawohl, lieber Tom Strohschneider, es ist abwegig, sich das vorzustellen!“

namreH 29.02.2016 | 12:42

Damit in diese teilweise sterile Diskussion um DIE LINKE noch ein bisschen Pepp reinkommt…diese beiden Texte aus den heutigen NACHDENKSEITEN http://www.nachdenkseiten.de/?p=31643#h05

Ach Sigmar
In der Sendung „Maybritt Illner“ hatte Sigmar Gabriel plötzlich einen Rückfall. Er erinnerte sich daran, wofür die SPD einst gegründet wurde.
„Für die (gemeint sind die Flüchtlinge) macht ihr alles, für uns macht ihr nichts“, hört auch Sigmar Gabriel oft auf seinen Veranstaltungen. Das will er ändern. Ein neues „Solidaritätsprojekt für unsere eigene Bevölkerung“ sei nötig. Es müsse mehr Investitionen für Sozialen Wohnungsbau und Kitaplätze „für alle“ geben. Außerdem müssten niedrige Renten aufgestockt werden.
Wenn Sigmar jetzt noch den Mut hat, das in der nächsten Woche im Deutschen Bundestag zu beantragen, kann er das alles mit den Stimmen der LINKEN und der Grünen (die vor Wahlen auch immer sehr sozial sind) verabschieden. Wetten, dass er das nicht macht?
So verkommt Politik zu hohlem Geschwätz und die Wählerinnen und Wähler wenden sich in immer größerer Zahl ab oder wählen AFD, weil sie nicht wissen, dass auch die von Wirtschaftsliberalen gegründete AFD gegen Vermögenssteuern und Erbschaftssteuern, für eine Senkung des Spitzensteuersatzes und gegen den Mindestlohn ist.
Quelle: Oskar Lafontaine via Facebook

Dazu: Worauf wartet Sigmar Gabriel?
SPD-Vizekanzler Gabriel verlangt „eigentlich ein neues Solidaritätsprojekt“. Worauf wartet Sigmar Gabriel?, so Bernd Riexinger, der Vorsitzende der Partei DIE LINKE.
Ich erinnere Herrn Gabriel daran, dass er als Vizekanzler und Wirtschaftsminister keine Forderungen stellen sollte, sondern als Teil der Regierung die Möglichkeit hat, höhere Renten, mehr Geld für sozialen Wohnungsbau, mehr Kita-Plätze und eine Abkehr vom schädlichen Kürzungskurs umzusetzen. Wir unterstützen die späte Einsicht von Herrn Gabriel und ermutigen ihn, seine Verantwortung als Regierungsmitglied bis zu den Bundestagswahlen 2017 wahrzunehmen, anstatt sich offenbar bereits in der Rolle der Opposition einzurichten. Anders lässt sich die vornehme Zurückhaltung des SPD-Vorsitzenden kaum deuten, wenn man nicht davon ausgehen möchte, dass Gabriel als Vizekanzler außer bei den Rüstungsexporten und der sozialen Entkernung seiner eigenen Partei wenig erfolgreich war.
DIE LINKE hat konkrete Vorschläge für ein Sofortprogramm in Höhe von 25 Milliarden Euro:

5 Mrd. Euro für gemeinnützigen, sozialen Wohnungsbau5 Mrd. Euro für Bildung5 Mrd. Euro für Sicherheit und die Stärkung des öffentlichen Dienstes5 Mrd. Euro für öffentliche Beschäftigung und Integration5 Mrd. Euro für die Bekämpfung von Fluchtursachen

Neben einer verlässlichen Finanzierung aus den Steuermehreinnahmen fordern wir entsprechende Umschichtungen im Haushalt. Mit Hilfe der Einnahmen aus einer Millionärssteuer und einer reformierten Erbschaftssteuer wollen wir die Programme in den Folgejahren ausbauen, verstetigen und finanziell absichern. Jetzt ist die Zeit für ein entschiedenes Gegen- und Umsteuern gegenüber der Kürzungspolitik der Bundesregierung und für eine radikale Neuordnung der Finanzen im Bund und in den Ländern – für handlungsfähige, funktionierende Kommunen und ein gerechtes und soziales Land für alle.
Quelle: Die Linke.

gelse 29.02.2016 | 13:34

>Es scheint, als hätten sich Union, SPD, Grüne und FDP nach dem Wegfall der Systemkonkurrenz gemeinsam zur Schleifung sozialer Sicherungen verabredet.<<
Das scheint nicht nur so, sie haben wirklich. Es gab keinen Grund mehr, den Kapitalismus so harmlos darzustellen, wie er nie war: Er kann seitdem wieder offen seine profitgeile, destruktive Fratze zeigen..

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>>Geld dafür ist da. Es muss nur dort abgeholt werden, wo es sich immer höher stapelt: bei den Multimillionären und Superreichen.<<
Hört sich gut an. Aber freiwillig geben die Renditejunkies nichts her, haben sie noch nie. Sie müssten schon ganz konkrete Angst vor einer Revolution haben, bevor sie ein paar Zugeständnisse erwägen. Die Angst haben sie zur Zeit nicht. Sie sind sicher, dass wir es gar nicht versuchen, und wenn wir es versuchten, es nicht schaffen würden.
Zur Zeit hoffen ja noch Allzuviele, dass irgendjemand ohne ihr Zutun irgendwie ihre Probleme lösen werde.

namreH 29.02.2016 | 16:18

Ich habe es vor einiger Zeit hier im Freitag schon mal gesagt : Die SPD hat noch ein kleines Zeitfenster vor der Wahl 2017, um aus ihrer "Babylonischen" Gefangenschaft mit der CDU auszubrechen.....wenn sie denn wirklich daran interessiert ist, die Politik im Land umzusteuern. Nämlich so schnell wie möglich auszusteigen (Misstrauensvotum stellen) und eine rosa-rot-grüne Regierung auf die Beine stellen. Dann muss allerdings sofort das passieren, was Gabriel z. Zt. daherflötet und noch einiges mehr: sehr konkrete Kurskorrekturen bei der z. Zt. automatisch sich vergrößernden Schere zwischen arm und reich. Wenn die Grünen da blockieren (das würde man in Vorfeld schnell feststellen müssen), dann ist der Zug eben abgefahren - und zwar für die SPD 2017 , weil die CDU sie dann zur Koalition nicht mehr braucht. Die hat dann die Wahl zwischen Alleinregierung und wenn es dazu nicht reicht mit Grün, AFD oder auch wieder FDP, die nur darauf wartet, dass der Platz "an ihrer Seite" wieder frei wird.

skeptikerino 29.02.2016 | 17:36

bitte nachdenken! eine rückgabe von vermögen an die, die es erarbeitet haben, dient dem sozialen frieden.

der soziale frieden wiederum kommt allen zugute, auch "superreichen" ;)

die superreichen franz."adelshäuser" hätten uns ein lied davon singen können, als sie vor dem schafott standen.;)

merke: geld ist weder "Wert" noch "Gut". ab einer bestimmten geldmenge, lässt sich der "wohlstand einfach nicht mehr erhöhen. da geld eben keinerlei "Wert" oder "Gut" darstellt, sondern lediglich den anspruch auf materiell vorhandeses.

daher will ja auch jeder superreiche sein geld in "anlagen" investieren... der "superreiche" hat schlicht und ergreifend keine andere verwendung mehr für "sein geld" , außer dessen wundersame"vermehrung."..

und genau deshalb fehlen jetzt schuldner. wir haben eine situation, in der es mehr potentielle gläubiger als schuldner gibt.

das ergebnis infiniter geldakkumulation... nur die schulden können endlos steigen, da theoretisch und auf mathematischer funktion basierend....

....die reale leistungsfähigkeit einer bevölkerung hingegen nicht, die ist immer einer grenze unterworfen.

was auch global gilt. da wir in einer endlichen welt leben, kann auch eine wirtschaft auf begrenztem raum nicht unbegrenzt wachsen.

und das optimum für eine versorgungswirtschaft haben schon laange überschritten. ergebnis: überflussgesellschsft, in der "wegwerfen" günstiger ist als verwertung.

aufwachen: die lösungen und vorschläge sind bereits da. - ...setzt aber vorraus, das man das problem geistig erfasst.

Comparse 01.03.2016 | 14:11

Linke leben von Leidenschaft und Gerechtigkeitssinn.

Nutzen wir das und sagen Utopie ist machbar. Ohne das wird man keinen mehr hinter dem Ofen hervorlocken.

Sie vergessen dabei, dass die Propaganda der letzten 40 Jahre im Westen - leider - Früchte getragen hat.

"Es gibt keine Gerechtigkeit - das alles ist nur sozialistische Gleichmacherei."

"Leidenschaft und Utopie ist was für Schwächlinge, die den Boden der Realität verlassen haben. Das sind halt alles unverbesserliche Träumer."

"Der Ehrliche ist der Dumme."

Kommen Ihnen derartige Aussagen nicht bekannt vor?

Diese Gesellschaft lebt die Ellenbogenmentalität. Und die wird angesichts der immer noch nicht überwundenen Krise und den nun zu uns kommenden Flüchtlingen immer heftiger.

Der Zug für einen notwendigen Mentalitätswandel in der Gesellschaft ist abgefahren und die Titanic hält ungebremst auf den Eisberg zu.

Der Slogan für die meisten lautet nur noch: Rette sich wer kann.

Rüdiger Heescher 01.03.2016 | 15:40

Genau deswegen sollten wir aber die Mentalität bekämpfen. Natürlich sind mir diese Sprüche bekannt. Mein Vorschlag wäre deswegen auch mit einer Wohlstandschauvinismus Debatte/Kampagne anzufangen. Wer gleich in die Eigentumsfrage geht, der wird nur solche Sprüche hören. Aber wenn wir eine Wohlstandschauvinismusdebatte anfangen würden, dann gibt es sehr viele Einfallstore, die plausibel erscheinen für den normalen Bürger.

gelse 02.03.2016 | 11:41

>>Die SPD hat noch ein kleines Zeitfenster vor der Wahl 2017, um aus ihrer "Babylonischen" Gefangenschaft mit der CDU auszubrechen.....wenn sie denn wirklich daran interessiert ist, die Politik im Land umzusteuern.<<
Dieses Interesse ist bei der SPD bislang nicht zu erkennen. Die Koalition bekam ja von den Wählern 80% der Parlamentssitze zugeschanzt. Das heisst, sie können sich für die nächste Legislaturperiode deftige Stimmenverluste leisten, bevor es kritisch wird. Man kann das anders sehen, aber CDSPDU sehen es offenbar so: 36 + 24 = 60, was will man mehr?
Eine CDU/CSU/Grün/FDP/AfD-Koalition hätte zwar eine Mehrheit. Man sollte aber nicht vergessen, dass die Kapitallobby CDU/CSU/SPD bevorzugt, weil die SPD immer noch mehr Einfluss auf die Gewerkschaften hat (Ausser der GDL) als die Anderen.

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Im Übrigen halte ich bürgerliche Parlamente zwar nicht für ganz bedeutungslos, aber man sollte sich von dort keine grundlegende Veränderung der Machtverhältnisse erwarten. Revolutionen werden entweder von einer Volksmehrheit gemacht (in diesem Falle gegen den kapitalistischen Staat und seine Besitzer) oder gar nicht.
Die Hoffnung auf die grosse Wende durch das Parlament ist eben das, was ich oben schrieb:
„Zur Zeit hoffen ja noch Allzuviele, dass irgendjemand ohne ihr Zutun irgendwie ihre Probleme lösen werde.“

Ratatörskr 02.03.2016 | 14:34

Wie aber sollen die Texte formuliert werden, wenn die Diskussion bereits bei den Begriffen "soziale Gerechtigkeit oder Menschenrechte" mit den Begriffen "links, sozialistisch, Träumerei" etc. diskussionslos abgeschmettert werden?

Beispiel Flüchtlingspolitik. Spätestens mit der "Obergrenzdiskussion" mit dem Ziel der Zurücktreibung der Menschen sind die Menschen obdachlose Vertriebene, die der Hilfe bedürfen! Die subversive Hetze funktioniert, nicht aber die Forderung, dass unsere Entscheidungsträger endlich ein Entscheidungskonzept formulieren und fordern müssen. Ist die verpackungsgerecht gezüchtete Gurke wichtiger als die Lebenswirklichkeit der Menschen?

Die Wirtschaft wird in allen Ländern zu Lasten der Menschen aus den Steuertöpfen, in die sie am wenigsten einzahlt, hofiert u. sozialisiert. Das heißt dann subventioniert, damit sie nicht als Schmarotzer bloßgestellt wird. Beispiel die Diskussion um Mindestlöhne, um die gestritten wird, wissend, dass die astronomischen Vermögen die Ausbeute der Hungerlöhne sind! Schauen wir z. B. nach den Unterkunftskosten, die den Raub der Investoren finanzieren müssen, die ohne Mehrwert zu schaffen kaufen und verkaufen mit Riesengewinnen der heruntergewirtschafteten Immobilien. Das nennt sich kaufmännisch "Exit". Und IST der Exitus. Kapitalistische Zivilgesellschaft?

Welche Angstpolitik der rechten Flammenköpfe wird denn am Brennen gehalten mit dem Schrei nach mehr, mehr u. mehr Wirtschaftswachstum über alles, über alles in der Welt? Wissend, dass es schon lange ein inoperables Krebsgeschwür ist und irgendwann wieder im Krieg enden wird.

Ratatörskr 02.03.2016 | 15:06

Ob wir, das Volk, in einer kapitalistischen "Zivilgesellschaft" es schaffen könnten eine unblutige Revolution zustande zu bringen?

Dazu wäre als erster Schritt erforderlich, dass die SPD und die zuvielen Wähler begreifen, dass die CDU nicht nach links gerückt ist, weil die SPD nach rechts rückte! Wenn die SPD nicht begreift, dass sie die Mehrheit der Menschen auf der linken Marktseite, dem Arbeitsmarkt, nicht mehr vertritt, muss sie begreifen, dass diese sich auch nicht mehr von ihr vertreten lassen wollen!

Es geht nicht um eine linke oder rechte Gesellschaft, sondern um eine humanistische. Und wenn der Humanismus " links" ist, dürfen wir uns gerne ganz unbescheiden LINKE nennen lassen.

Nakhoda 02.03.2016 | 17:36

Es geht nicht mehr so weiter - gut- wenn es nicht so weiter geht, dann wird es nicht mehr so weitergehen. Aber offenbar geht es so weiter.

Und es muß so weitergehen, bis es nicht so weitergehen kann...

So lange die Menschen die Umverteilung des Wohlstands von unten nach oben aktzeptieren, so lange sollen sie umverteilen. Selber schuld.

Wehrt Euch. Wer sich nicht wehrt, hat es nicht besser verdient.

denkzone8 02.03.2016 | 18:10

Wie aber sollen die Texte formuliert werden..

so, daß leser mit dem gemeinten, von dem sie nur eine ungefähre vorstellung haben, durch klare rede einen schritt voran machen.

also: eine (obergrenzen-)diskussion(oder über was auch immer), ändert nix am status der menschen. (zurück-)vertriebene sind ein spezialfall von flüchtlingen. diese wieder von emigranten. obdachlosigkeit, hunger,mittelosigkeit gehen einher,sind aber nicht dasselbe. "subversive" hetze ist keine steigerungsform von hetze. hetze allein genügt, abscheu zu erregen.

mit "wirtschaft" ist hier angesprochen: private unternehmen im k-system. diese werden von steuer-zahlern(oft vergessen: mehrwertsteuer-zahler) aus öffentlichen steuer-töpfen(nach gesetzl.regeln oder nicht) be-zuschußt, subventioniert, gefördert oder bevorzugt. auf jeden fall handelt es sich um einen staatlichen eingriff in die sog.marktwirtschaft(die sich ja eigentlich selbst-steuern soll), damit werden bestehende konkurrenz-bedingungen staatlich/kommunal verändert.

das, was die unternehmen als steuern abgeben, kann man als gewinn-schmälerung sehen, wird aber in der praxis als teil der produktions-kosten im preis der dienstleistung/ware kalkuliert.

"astronomische" gewinne werden nicht von jedem arbeitskraft-anwender(kapitalist) erzielt, aber ausbeutung der mehrwert-produzierenden arbeits-kraft ist die grundlage des k-geschäfts-modells in jedem falle. löhne sind vom unternehmer zugewiesene entgelte für die quelle "arbeit", damit ists abgetan. über den gewinn verfügt er als privat-kapitalist nach seinem gut-dünken. ein anspruch auf beschäftigung ist nicht vorgesehen, mit dem lohn-verzehr verbleibt der lohn-bezieher in der klasse der nicht- kapital-besitzer. ein armuts-lohn(als extremere form) verhindert, daß der bezieher wie andere gesellschafts-mitglieder an üblichem konsum(kino-besuche,urlaubs-reisen) teilhat. er steht nicht im direkten zusammenhang mit gewinnen aus kapital-einsatz, wird aber ohne achsel-zucken gezahlt, wenn die umstände es erlauben.

man sieht: hungerlöhne sind schon etwas sehr extremes, das in europa eher illegal-beschäftigten droht.

raub und beute findet in einem kontrakt-gesteuerten rechts-staat nicht statt. ökonomisch-soziale ausbeutung der arbeitskraft schon.

kapitalisten, die in unterkünfte investieren, um mietzahlungen über ihren kosten zu generieren, begnügen sich zuweilen mit kleinen gewinnen, wenns die masse bringt! die qualität der immobilien, der vermiet-preis bleibt in normalen zeiten der nachfrage überlassen. in zeiten enormer behausungs-nachfrage durch emigranten boomt dieser teil der " flüchtlings-industrie": spekulation auf un-aufschiebbare nachfrage macht aus einem markt-engpaß eine sprudelnde gewinn-quelle.

das alles muß nicht in einem blutigen krieg enden: die gewinn-maschine mit passenden arbeitskräften, konkurrenzfähiger produktion(kapital-gestützte technologie) schafft eine steigende produktivität, die viele erzeugnisse auch für klein-löhner erschwinglich macht. das ist die quelle des allgemeinen einverständnisses mit dem kapital-system hierzulande. ein toleriertes "krebs-geschwür", an dem herum-geschnippelt wird, auch muß, damit die symptome nicht system-bedrohend werden.

das scheitern des nicht-kapitalistischen weges(real-existierende kommando-wirtschaft der nomenklatura), ist kein argument gegen eine lösungs-suche.

der linke österreichische publizist e.a.rauter(-->wiki), leider schon verstorben, hat in einigen seminaren und anleitungen hinweise für links-schreibende gegeben, die leser nicht zu unterfordern, nicht zu lanweilen und nicht mit falschen übertreibungen zu ärgern. mit vielen beispielen aus der links-presse, meine empfehlung.

namreH 02.03.2016 | 21:02

Nach Adam Riese hätte die Koalition von SPD, LINKE und GRÜNE zusammen 9 Stimmen mehr als jetzt CDU und SPD zusammen.( 193+64+63= 320).

Natürlich ginge der Wechsel nur bei absoluter Parteiendisziplin.

Da kann man ja gerne skeptisch sein - aber die Chance wäre für das letzte Jahr dieser Legislationsperiode da!! Mehr wollte ich ja gar nicht sagen!

dos 03.03.2016 | 01:57

Lieber Heescher,
die Leute hocken doch auch deshalb, - neben dem fehlenden 'overdrive', den eine Utopie - auch um den Preis vielfältiger "Überziehungen" u. Übertreibungen - noch vermitteln könnte und vielen anderen Gründen, über die ja nicht nur von mir immer wieder geschrieben und Angebote gemacht gemacht wurden - gerade auch deshalb "hinterm Ofen", weil jede/r, der/die es wagt, auch nur den Kopf dahinter mal hervorzustrecken, von den "Linken" sofort einen vor's Maul oder die Birne kriegt, - soweit überhaupt mehr als Nicht-Reaktionen zustande kommen (-> repressive Toleranz). "Linker" Journalismus bis "linke" Politikrede haben ein Niveau der Verkennungen und des Fakes wiedererreicht, das etwa dem des ND, der UZ usw. vor 1989 bzw. der BILD zu Mauerzeiten (und bei BILD: auch danach!) entspricht.

Nicht nur 120.000 Löschungen in 5 gelöschten Foren, - auch entgegen ausgelobter Persistenz nach der Einstellung eines akt. Betriebes -, sprechen Bände:
Die "Linke" wählt sich ihr Volk selbst, - alles andere verdient in ihren Augen Verachtung, - allenfalls als Schüler/Prätendenten/ Adepten m. o. w. klassischer Lehren und vor allem als Loyalisten je vorfindlicher "Führungs"-Leute gibts dort Persistenz - , also bleibt das Volk "hinterm Ofen", denn es sieht, daß vor allem Thesenritter/Wichtigtuer oder genauso bedeutungslose Pseudo-Pragmatiker/Spesenritter wie in den anders gefärbten Polit-Kasten auch, auf der Suche nach Strukturen/"Pferden" sind, auf denen sie ihre Thesen o. Karrieren reiten können, indem sie sie als von "geeignete" bis "unumgängliche" (->Kap'mus- o./u. Öko-Apokalypse-Theoreme) Alternative für die "99%" bis runter zum untersten 5tel der Gesellschaft verkaufen. Für alle diese Leute & "Inhalte", die eh nicht wirklich diskutiert werden (dürfen), lohnt es sich ja nicht, hinter dem Ofen herzukommen: DIESE Leute bleiben auch ohne aufwändige bis riskante Unterstützungen oben. Und wenn nicht, entgeht uns dabei nicht soviel: Durchgängig seit 150 Jahren und in der PdL-nahen "Linken" seit geraumer Zeit ständig reaktualisiert, wird eine Haltung des "Hauptsache 'gut gedacht'" performiert, die von der "Kritik des Accelerationismus" (R. Zelik) bis zur völligen Verkennung der H4-Gesetze reicht, die mitnichten "gut gemacht" und schlecht gedacht waren, wie K. Kipping im Freitag kürzlich insinuierte. Wo immer man reinsticht, nur heiße Luft, Wunschdenken usw., - allerbestenfalls kommen da angedachte Praktiken vom Niveau einer Gruppenhausaufgabe von Donnerstag auf Montag im verhassten VWL-Seminar für angehende BWL-Bachelors, sagen wir der FH Deggendorf, mit der Maßgabe, Kreativitätstechniken wie Brainstorming o. ä. einzusetzen, wie bei den Varoufakis-Papieren zum Vorschein.

Und wem der Ofen abhanden kam, z. B. durch Stromsperren infolge Amtsversagens o. ä., hinter dem hervorzukommen wäre, sieht sicher nicht die Priorität, als Paradepferd/Frontschwein zum "Systemversagen" aufgebläht, irgendwelche Sozio-Theoreme über historische Ziellinien zu tragen, - und solchen Betroffenen ist durch kluge und GUT GEMACHTE Sozialpolitik & Sozialverwaltung, auch jenseits von polit. Färbungs- u. Parteigrenzen vor der Öffentlichkeit herbeigetrieben, wohl besser zu helfen, als durch eigene Parlamentsvertretungen/Parteien, - oder durch ständigen Personalaufbau im öff. Dienst, den die Linke natürlich als erste (u. einzige?) Maßnahme gegen das LaGeSo- u. BAMF-Chaos ins Spiel brachte, obgleich es in beiden Fällen auf der Hand lag/liegt, daß weiterer Perso-Zuwachs OHNE VORHERIGE Änderungen an Ablauf- u. Aufbau-Orga, "Prozessen", Tools usw. genau DADURCH, durch unreflektierten Personalzuwachs, das Chaos NUR VERSCHLIMMERT werden kann, - zumal der PdL hier in Form des Perso-Rats des BAMF, - zunächst-nominell ja ein potentieller "Bündnispartner", ja sogar eine Real-Emanation linker Arbeits- u. Mitbestimmungsideen -, der Corporatismus der Besitzstandswahrer mächtig auf die Füße fällt. (Ähnliches durfte man ja beim 500-Mio-Mark-Projekt "Arbeitsamt 2000" erfahren, eine wesentliche Contragonistin damals: Engelen-Kefer)

Ratatörskr 03.03.2016 | 08:44

Wenn sie mit "Corporatismus" den Korpsgeist meinen, sollten Sie wissen dass die rechten Korpsgeist-Eliten immer mit ihren Kriegen die Welt an den Abgrund trieben.

Mit diesem Korpsgeist umzugehen, haben die Rechten so gut gelernt, dass sie bis heute glauben, Kriege seien ein Qualitätsmerkmal ihrer Ehre! Frau Steinbach schießt den Vogel ab und möchte das rechte Scheusal Adolf zum Sozialisten stilisieren!

Egoismus schreibt sich nicht wie Ethik.

Reinhold Schramm 03.03.2016 | 12:55

Punkt 3.: "Wie und womit ...?"

Nicht durch Enthaltung, Passivität, Infantilität und politische Konservierung. Sondern durch aktive sozial- und gesellschaftspolitische Teilnahme an der sozial-revolutionären Umwälzung und Beseitigung der imperialistischen Gesellschaftsformation. Und am kommenden Aufbau [und Vorbereitung] einer demokratischen, freiheitlichen, rechtlich-humanistischen und allgemein-emanzipatorischen Gesellschaftsformation. Für eine (künftige) Gesellschaft der Emanzipation, der sozialen Gleichheit [keine "Gleichmacherei"] auf der Grundlage des Gemeineigentums an den gesellschaftlichen Produktions- und Reproduktionsmitteln [einschließlich Grund und Boden, Rohstoffe und Bodenschätze, Wasser und Luft, Tier -Natur- und Pflanzenwelt, etc.). Einer sozial-ökonomisch-ökologischen Kreislaufwirtschaft. Die Aufhebung der Entfremdung ist im Kapitalismus [= "Soziale Marktwirtschaft"] nicht möglich.

Comparse 03.03.2016 | 14:52

Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, aber so können Sie mit dem einfachen Mann auf der Straße nicht reden. Die Leere, die die meisten Menschen empfinden, hat ihnen nämlich der Tanz ums Goldene Kalb beschert.

Es gilt (wieder) zu lernen, was für ein glückliches Leben wirklich notwendig ist. Und was Sie da vorbringen, ist zwar im Grunde sehr richtig, aber lässt ein Herz nicht überlaufen - um mal pathetisch zu werden.

Sprich, wir müssen wieder ganz von vorn und klein anfangen, um Menschen für Visionen empfänglich zu machen.

Reinhold Schramm 03.03.2016 | 21:08

Ich selbst, meine Familie und mein Bekanntenkreis, gehört zu "dem einfachen Mann auf der Straße". Oder halten sie den "einfachen Mann auf der Straße" für zu dumm, um sozial- und gesellschaftspolitische Zusammenhänge zu verstehen?

R.S.: Facharbeiter und Handwerksmeister, früherer Berufsausbilder vom "einfachen Mann [Frau] auf der Straße". Seit 47 Jahren Gewerkschafter, früherer Vertrauensmann im FDGB und IGM-DGB, vom "einfachen Mann auf der Straße".

Die Menschen sind häufig schon sehr viel weiter, als die bürgerlich-akademischen Systemträger_innen.

gelse 04.03.2016 | 12:15

>>Wenn die SPD nicht begreift, dass sie die Mehrheit der Menschen auf der linken Marktseite, dem Arbeitsmarkt, nicht mehr vertritt,...<<
Man sollte die Leute nicht für dümmer halten als sie sind.

>>...muss sie begreifen, dass diese sich auch nicht mehr von ihr vertreten lassen wollen!<<
Schon klar. Aber solange es noch genügend halbwegs gut oder wenigstens glimpflich Situierte gibt, ist das für die „Seeheimer Partei Deutschlands“ kein Problem. Ein Problem hätten sie, wenn sie die Kaputalisten gegen sich hätten. Aber so blöd die Oligarchen gegen sich aufzubringen sind sie nicht.

Dion 04.03.2016 | 15:14

@COMPARSE

Sie schrieben: [i]Diese Gesellschaft lebt die Ellenbogenmentalität.[/] Nur diese Gesellschaft? Nein, alle Gesellschaften, die es zu etwas gebracht haben, leben so. Selbst Gesellschaften, die das pro forma ablehn(t)en, lebten und leben so. Weil der Mensch so gebaut ist: Zuerst ich und meine Familie, dann alle anderen.

Wir sollten nicht vergessen, dass wir aus der Steinzeit kommen und uns immer noch genauso verhalten: Der eigene Clan, das eigene Dorf, der eigene Staat geht vor – die anderen sollen sehen, wo sie bleiben. Nur wenn ich was übrig habe, kriegen auch sie was. Wenn sie sich wohlverhalten.

Das ist in uns (noch) fest programmiert, es zu ändern haben schon viele versucht und alle sind daran gescheitert. Weil der Mensch im Grunde seines Wesens ein Egoist ist. Natürlich zeigt er ab und zu auch ein wenig Altruismus. Wenn es ihm nutzt. Sieht er den Nutzen nicht, wird abgewehrt. Der Staat soll sparen, klar, aber nicht bei mir, meine Pfründe lass ich mich nicht nehmen. Die Stadt soll Glas- und Papiercontainer aufstellen, aber nicht beim mir, sondern am besten beim übernächsten Nachbarn, damit ich nicht weit laufen muss.

So geht das im Kleinen, und so geht das auch im Großen.

Reinhold Schramm 05.03.2016 | 17:04

Ihr defätistisches Zerreden von humanistischen Bemühungen anderer Menschen --für die Lösung sozialer und gesellschaftlicher Probleme-- hilft Ihnen und auch anderen Menschen nicht weiter. Da gewiss auch Sie nicht die Absicht haben, -- sich einen Strick um den Hals zu legen oder legen zu lassen --, bemühen Sie sich bitte um konstruktive Lösungsvorschläge für die Bewältigung unserer gemeinsamen sozial- und gesellschaftspolitischen Probleme.

Nur im persönlichen Nachdenken und gedanklichen Austausch kommen wir dabei voran.

Das -ideologisch- antisozialistische Herumreiten auf historisch fehlgeschlagene Versuche hilft da auch nicht weiter. Versuchen wir gemeinsam aus den historischen Erfahrungen für die Zukunft zu lernen, wie wir die -kapitalistische- Quelle der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen -gemeinsam- überwinden und beseitigen können.

Kopf hoch, es muss weitergehen.

Trotz alledem!

Comparse 07.03.2016 | 09:39

Welche Gesellschaften sind für Sie "Gesellschaften, die es zu etwas gebracht haben"?

Natürlich zeigt er ab und zu auch ein wenig Altruismus. Wenn es ihm nutzt. - Altruismus, der einem nützlich ist, ist kein Altruismus.

Ich kenne viele Beispiele, in denen Menschen dem Altruismus folgen und uneigennützige Hilfe leisten.

Ich selbst zähle ich mich dazu.

Egoismus ist insofern nicht schädlich, solange er für die physische und psychische Gesundheit des Einzelnen tatsächlich notwendig ist.

Dion 07.03.2016 | 13:58

Sie fragen: Welche Gesellschaften sind für Sie "Gesellschaften, die es zu etwas gebracht haben"?

Nun, es gibt Stämme in Afrika, die den Neid, den Geburtshelfer des Egoismus, kaum kennen. Ohne Neid bzw. ohne Konkurrenzverhalten ist aber Egoismus nicht denkbar. Mögen diese Stämme für sich gesehen erfolgreich sein, aber „zu etwas gebracht“ – wie zum Beispiel die westlichen, kapitalistischen Gesellschaften – habe sie es nicht.

Sie sagen: Altruismus, der einem nützlich ist, ist kein Altruismus.

Vor jeder altruistischen Handlung steht die Entscheidung, sie auszuführen oder eben nicht auszuführen. Entscheidet man sich dafür, dann vielleicht auch, weil man an Goethes Worte denkt: Willst Du glücklich sein im Leben, trage bei zu anderer Glück; denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück.

Man kann aber auch profanere Gründe für den eigenen Altruismus finden. Zum Beispiel, um die Dankbarkeit zu erzeugen. Oder sich hinterher damit brüsten zu können. Wie Sie zum Beispiel, indem Sie hier schreiben:

Ich kenne viele Beispiele, in denen Menschen dem Altruismus folgen und uneigennützige Hilfe leisten.
Ich selbst zähle ich mich dazu.

Comparse 10.03.2016 | 10:23

1. Zu was haben es die kapitalistischen Gesellschaften denn gebracht, ohne dem man vielleicht nicht auch glücklich leben könnte?

2. Wenn ich mich mit vielen anderen zu denen zähle, die Hilfe uneigennützig gewähren, warum haben Sie dann den Eindruck, dass ich mich damit brüsten will? Liegt es vielleicht daran, dass Sie einfach nicht glauben können, dass es derartige Menschen unter uns immer noch gibt und die es tatsächlich ehrlich damit meinen?

In dem Buch "Das einfache Leben" von Mutter Theresa erzählt diese von ihrer Hilfe in Indien, die sie nicht nur uneigennützig leistete, sondern die sie auch glücklich machte. Wenn jemand damit für sich und andere Glück und Frieden stiften kann, wieso wird dadurch das Gewähren von Hilfe in Ihren Augen plötzlich zum Eigennutz?

Ich habe den Eindruck, dass Sie ein Meister darin sind, Leuten das Wort im Mund zu verkehren.

Nichts für ungut.

Dion 11.03.2016 | 11:47

Um uns nicht unnötig in etwas zu verbeißen, das keinerlei Verbindung mehr zum Thema hat, wird diese Antwort nur kurz ausfallen.

1. Zu was haben es die kapitalistischen Gesellschaften denn gebracht, ohne dem man vielleicht nicht auch glücklich leben könnte?

Sehr wahrscheinlich gab es auch in der Steinzeit Menschen, die glücklich und zufrieden waren mit dem, wie sie lebten bzw. was sie hatten. Aber wären alle damit zufrieden, hätte es keinen Fortschritt gegeben – und wir lebten immer noch in der Steinzeit. Aber wahrscheinlich wären wir beide gar nicht da, weil die Ressourcen unter der steinzeitlichen Wirtschaftsmethoden nicht ausgereicht hätten, 7 Milliarden Menschen zu ernähren.

2. Wenn ich mich mit vielen anderen zu denen zähle, die Hilfe uneigennützig gewähren, warum haben Sie dann den Eindruck, dass ich mich damit brüsten will?

Über Ihre Motivation, „uneigennützige“ Hilfe zu leisten, kann ich nichts Bestimmtes sagen – in meinem letzten Posting habe ich lediglich eine von den Möglichkeiten angesprochen. Und über Mutter Theresa, die sie hier ins Spiel brachten, gibt es nicht nur Gutes zu berichten. Aber beides würde uns zu weit vom Thema führen, deshalb höre ich hier auf.

1. Zu was haben es die kapitalistischen Gesellschaften denn gebracht, ohne dem man vielleicht nicht auch glücklich leben könnte?