Garten der Missverständnisse

Schwarzfahrer des Schicksals Der Schriftsteller Georges-Arthur Goldschmidt über sich und das deutsch-französische Verhältnis
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FREITAG: Sie sind in Hamburg geboren, leben aber seit Ihrer Kindheit in Frankreich, heute in Paris. Schlummern in Ihnen eine deutsche und eine französische Seele?
Georges-Arthur Goldschmidt: Es schlagen nicht zwei Seelen, ach, sondern glücklicherweise in meiner Brust. Sie vertragen sich bestens. Politisch bin ich ein Franzose, der nie wieder Deutscher sein will. Übrigens möchte ich auch nicht in Deutschland sterben. Frankreich ist die Republik, die einen völlig frei lässt. Sie will nur, dass ich meine Steuern zahle und mich anständig benehme. Was ich aber denke, ist ihr scheißegal. Diese Neutralität ist einmalig. Im Tiefsten meines Wesens bin ich auch Deutscher, politisch jedoch nicht. Mein inneres Wesen ist von einer deutschen wie von einer fra