Genhofer

Kommentiert II Horst Seehofer, der Bundeslandwirtschaftsminister, hat immer wieder behauptet, er wolle das unter Rot-Grün beschlossene Gentechnikgesetz nicht ...

Horst Seehofer, der Bundeslandwirtschaftsminister, hat immer wieder behauptet, er wolle das unter Rot-Grün beschlossene Gentechnikgesetz nicht verwässern, sondern eher noch ökologisch zuspitzen. Jetzt ist seine Gesetzesnovelle heraus, sie hat den Bundestag passiert und enthält Verschlechterungen. Die Einführung eines Schutzabstands, 150 Meter breit, zwischen Feldern mit und ohne genveränderte Pflanzen scheint für Seehofer zu sprechen. Doch nur weil etwas Schutzabstand heißt, muss es noch nicht schützen. Der Minister hat Ende 2005 den Verkauf des Gentech-Mais MON810 zugelassen, ohne jede Schutzmaßnahme. "Er ließ das Fahrzeug zu, die Verkehrsregeln kamen aber erst zwei Jahre später", sagen die Grünen. MON810 wurde in Frankreich inzwischen verboten. Seehofers Schutz vor der Maissorte ist jener Schutzabstand. Der braucht aber auch nur eingeführt zu werden, wenn die Nachbarn, nachdem die Saat angekündigt wurde, ihn innerhalb eines Monats fordern. "Sie hätten ja protestieren können" - eine Methode, die man von Stromkonzernen kennt: Sie lassen uns die Wahl zwischen hohen und niedrigen Preisen, aber nur wenn wir ihre Briefe öffnen, die wir für Werbung halten.

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