Getreide-Abkommen: Der Westen ist beim Deal mit Russland nicht ganz ehrlich

Diplomatie Getreide-Exporte aus ukrainischen Häfen, dafür Ausnahmen von den Sanktionen gegen Russland: Das war mit der UN ausgemacht, bleibt aber bislang weitgehend unerfüllt
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 46/2022
Ein mit Weizen beladenes Schiff im Hafen von Odessa
Ein mit Weizen beladenes Schiff im Hafen von Odessa

Foto: Imago/NurPhoto

Im Krieg um die Ukraine kam es bisher zu zwei Anläufen, in Verhandlungen einzutreten. Einen ersten Versuch gab es gleich nach Kriegsbeginn am 24. Februar. Niedergeschlagen haben sich ukrainisch-russische Sondierungen im Istanbuler Kommuniqué vom 29. März 2022, ohne dass sich darin ein Verhandlungsabschluss mit einem greifbaren Resultat wie einer Feuerpause findet.

Ein zweiter Anlauf galt dem Abtransport von Getreide und Düngemitteln aus ukrainischen Häfen, die sogenannte Black Sea Grain Initiative. Sie begann am 7. Juni 2022 mit einem Treffen der Verteidigungsminister der Türkei und Russlands, die sich über einen Getreide-Export-Korridor aus der Ukraine verständigten. Erfolg war diesen Verhandlungen insofern beschieden, als am 22. Juli 2022 ein Abkomm

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