Deniz Utlu
28.06.2011 | 10:50 50

Hauptsächliche Nebensache

Konstruktionsfehler Ein ­Begriff schreibt seine eigene ­Geschichte: Was alles in „Migrationshintergrund“ steckt - und warum es ein Fortschritt wäre, ihn aus dem Sprachgebrauch zu streichen

Der Begriff „Migrationshintergrund“ wird heute vielfach verwendet. In ihm wird die Metapher der Migration durch die Kombination mit der Metapher des Hintergrunds vom tatsächlichen Erfahrungsbezug der bezeichneten Person entkoppelt und stattdessen genealogisch an die Erfahrung eines Vorfahren gebunden. Diese Bindung kann sich an willkürlichen und variablen Merkmalen manifestieren: „Physiognomie“, „Hautfarbe“, „Name“, „Sprache“, „Religion“, „Einstellung“, „Vorlieben“. Sie ist losgelöst von Raum und Zeit, also unabhängig vom Ort der Sozialisation oder der Geburt – und von der Frage, wie lange es her ist, dass ein Vorfahre den permanenten Wechsel des Wohnorts vorgenommen hat.

Zumindest verspricht „Migrationshintergrund“ das semantisch. Eine numerische Schranke vermag das Statistische Bundesamt festzusetzen, indem es etwa in einer Fußnote vermerkt, alle nach 1949 nach Deutschland Eingewanderten und ihre Nachfahren hätten einen Migrationshintergrund. Die Festsetzung bleibt künstlich, von Fußnote zu Fußnote änderbar – wie Politiken und Interessen. Der Begriff selbst, von solchen Festsetzungen vielleicht nicht unbeeinflusst, schreibt dagegen seine eigene Geschichte.

Ein Wort, einmal geschrieben oder gesprochen, kann niemals zurückgenommen werden. Fortan bleibt die Möglichkeit bestehen, dass es in den Sprachgebrauch aufgenommen wird. Mit welchem Sinn es sich dann füllt, zu welchem Begriff es wächst, kann sicher beeinflusst werden – kontrollierbar ist es nicht. Von Mund zu Mund, von Gebrauch zu Gebrauch, in Schule, in Medien, am Stammtisch, auf Vorträgen, unter Freunden, in der Familie wird bei jeder Reproduktion des Wortes sowohl der Begriff als auch der Gegenstand variiert.

Ein gewisser Charme

Einen migrantischen Hintergrund hat so ziemlich jeder Mensch in diesem Land. Auf dieser Bedeutungsebene grenzt der Begriff „Migrationshintergrund“ keine Gruppe ein, ab oder aus: Die Migrationserfahrung der Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern steht im Hintergrund. Sie findet sich nicht krampfhaft thematisiert, widerspricht nicht dem „Deutschsein“ – gleich, wie und von wem dieses mit Inhalt gefüllt wird. So bleibt dem Begriff ein gewisser Charme, weil ihm die Idee eines ursprünglichen Pluralismus innewohnt.

Diese Bedeutungsebene fällt im täglichen Sprachgebrauch jedoch kaum ins Gewicht. Es ist eine gänzlich andere Konnotation von „Hintergrund“, die zum Tragen kommt, den Begriff eine eigentümliche Veränderung durchlaufen lässt: Beschreibt er im wörtlichen Sinne eine Nebensache, nämlich das, was hinter dem Betrachteten steht, meint er metaphorisch eine »erst allmählich erkennbare Hauptsache [oder einen] verborgenen Zusammenhang«, wie es im Deutschen Wörterbuch von Lutz Mackensen heißt. Die Semantik des Wortes verkehrt sich durch die Metaphorisierung ins Gegenteil; die Nebensache wird zu einer Hauptsache.

„Gastarbeiters“ Enkel

Der Hintergrund rückt ins Aufmerksamkeitsspektrum und wird identisch mit dem Vordergrund. Eine Art Quarantänezelle, unmöglich sie zu verlassen. Überspitzt gesagt: Die „Gastarbeiterin“ gebar einen „ausländischen Mitbürger“, dessen Tochter sitzt im „Migrationshintergrund“ fest. Was den „Migrationshintergrund“ von seinen begrifflichen Vorgängern, Gesinnungsgenossen und Wegbegleitern „Gastarbeiter“, „Ausländer“, „ausländischer Mitbürger“ unterscheidet, ist die Idee des Zeitlosen: Im „Migrationshintergrund“ ist das Migrantische von der Migrationserfahrung entkoppelt. Somit ist das Wort – anders als „Ausländer“ und „ausländischer Mitbürger“ – auf den ersten Blick zwar frei von früheren Widersprüchen und klingt zudem sozial erwünscht. Andererseits ist der Begriff permanent gültig, weil davon unabhängig, wie lange es her ist, dass ein Vorfahre eingewandert ist. Die Veränderung der Bezeichnungen scheint eine paradoxe Entwicklung widerzuspiegeln, einen Prozess der Annäherung und gleichzeitigen Konstruktion des „Anderen“.

Von dieser Konstruktion hängt ab, wer unter dem Begriff „Migrationshintergrund“ zu subsumieren ist. Die Publizistin Hilal Sezgin bezweifelt etwa, „dass man bei einem aus den USA stammenden Biochemiker oder einem französischen Kleinunternehmer von einem Migrationshintergrund spricht.“ Geht es jedoch um jene, die einst als „Gastarbeiter“ bezeichnet wurden, dann stehen im „Hintergrund“ der Migration Italien, Türkei, Spanien, Griechenland (auch: Marokko, Tunesien, Portugal, Jugoslawien). Deren Kinder gehören zu denen, die als „Menschen mit Migrationshintergrund“ bezeichnet werden.

In der Kulturszene kam es, wenn es darum ging, Missstände anzufechten und Rechte einzufordern, zu einer starken Solidarität unter den Kindern der einstmaligen „Gastarbeiter“. In einem immer gewichtigeren geopolitischen Kontext wird in einigen Teilen der Gesellschaft der „Migrationshintergrund“ zunehmend bedeutsamer. Anderen wiederum wird „Migrationshintergrund“ zugeschrieben, obwohl – wie beispielsweise bei Afrodeutschen, deutschen Sinti und Roma oder Adoptivkindern aus Korea – weder deren Eltern noch Großeltern eingewandert sind.

Segregationsinstrument

Die soziale Konstruktion „Migrationshintergrund“ ist nicht homogen, und sie ist nicht ungebrochen. Im Gegenteil gibt es viele Menschen und Organisationen, die ihr entgegenarbeiten und versuchen, sich für alternative Positionen starkzu machen. Aus diesem Grund wird das Wort mitunter auch in einem positiven Kontext verwendet – vor allem als Antwort auf seine Negativnutzung. Letztendlich jedoch bleibt es das herrschende soziale Konstrukt, das sich im dominanten Sprechen reproduziert. Erst eine Veränderung beziehungsweise Auflösung der Machtverhältnisse könnte dem Begriff „Migrationshintergrund“ eine andere soziale Funktion zukommen lassen. Bis dahin bleibt er ein soziolinguistisches Segregationsinstrument, mit dem sich die Zugehörigkeit von bestimmten Menschen auf allen Gesellschaftsebenen permanent negieren lässt.

Den Begriff „Migrationshintergrund“ aus dem Sprachgebrauch zu streichen, wäre vermutlich ein Fortschritt, aber keine Lösung. Solange das Konstrukt des „Anderen“ gebraucht wird und das Denken beherrscht, lassen sich beliebig viele andere Worte finden, die die Idee dahinter transportieren. Ein neueres Wort, das allmählich die Funktion von „Migrationshintergrund“ übernehmen könnte, ist „Zuwanderungsgeschichte“. Mit „Geschichte“ gelingt, ähnlich wie mit „Hintergrund“, die körperliche Entkoppelung von der tatsächlichen Migrationserfahrung bei gleichzeitig genealogischer Bindung. Natürlich bringt jedes Wort eigene Konnotationen mit.

Lösungsansätze

„Geschichte“ mag etwas sanfter klingen als „Hintergrund“, beansprucht aber mehr Objektivität. Ein zusätzliches Negationsmoment von Zugehörigkeit offenbart sich im Präfix „zu“. Jemand, der zuwandert, kann auch schnell wieder abwandern, hat es nicht in die Bevölkerung hineingeschafft. Dies zeigt ein sprachlich-gedanklicher Umweg: Das Auswandern beschreibt eine größere Dimension, das heißt, seine Heimat verbindlich verlassen. Anders das Abwandern, das der Zuwanderung vorausgeht. Im Abwandern steckt die latente Unterstellung eines nichtigen Grundes, im zweiten Wort die latente Negation einer Realität: der Einwanderungsgesellschaft.

Zivilgesellschaftlichen Organisationen, vor allem Migranten-Selbstorganisationen, kommt deshalb eine besondere Rolle zu: Ihr Agitationsbereich beschränkt sich längst nicht mehr allein auf Migrationspolitik, hat sich auf Bildung und Partizipation der Nachkommen von Menschen, die einmal Migranten waren, erweitert. Aus diesem Grund müssen solche Organisationen gegen Strukturen und Mechanismen kämpfen, die die Position von Menschen in einer soziokulturellen Hierarchieordnung determinieren – gerade dort, wo sich diese Ordnung im Sprachgebrauch festgesetzt hat. Das fängt bei einer bewussten Wortwahl von Multiplikatoren in Gesprächen und Veröffentlichungen an und kann über Arbeitsgemeinschaften und Projekte weitergeführt werden. Vorbildlich ist in dieser Beziehung die Media-Watch-Seite derbraunemob.de, wo man sich nicht nur Informationen zu bestimmten Begriffen verschaffen kann, sondern wo ein unreflektiertes Sprechen und Schreiben öffentlich kritisiert wird.

Problematischen Sprachgebrauch gibt es zuhauf. Darunter fallen binäre Oppositionen wie „Minderheit“ und „Mehrheit“: Wenn in Berlin 49 Prozent der Bevölkerung aus migrantischen Familien stammen, kann dann wirklich noch von einer Minderheit gesprochen werden? Darunter fällt auch der Begriff „Migrationshintergrund“.

Weg mit ihm.

Gekürzter Vorabdruck aus Wie Rassismus aus Wörtern spricht. Ein kritisches Nachschlagewerk, herausgegeben von Susan Arndt und Nadja Ofuatey-Alazard. Das Buch erscheint am 24. Juni im Unrast-Verlag.

Deniz Utlu, geboren 1983 in Hannover, erhielt für seine literarischen Arbeiten dieses Jahr das Arbeitsstipendium des Berliner Senats. Zuletzt erschienen seine Prosaminiaturen im Manifest der Vielen (Blumenbar 2011) und Texte über seine Schwarzwaldreise in Der Kuckuck aus dem Uhrwerk (Centaurus 2011)

Kommentare (50)

luzieh.fair 24.06.2011 | 18:51

Hat mir gefallen.

Wenn ich einem Menschen (oder so) eine bestimmte Bezeichnung gebe, egal, ob nun das Wort "Hintergrund" darin vorkommt oder nicht, dann ändert das nichts daran, dass ich mit eben dieser Bezeichnung, ein bestimmtes Attribut in den Vordergrund stelle.

Das einzige, was an dem Begriff "Migrationsgeschichte" besser ist, ist die Tatsache, dass Geschichte ein vorbeiund vielleicht auch ein angekommen meinen kann.
Ansonsten konnotiert der Volksmund mit dem Begriff "Geschichte" eine gewisse Objektivität, so dass die Fremden, ganz sachlich als solche benannt werden können, obwohl ja jede Geschichtesschreibung, mindestens in der Bewertung der beschriebenen Ereignisse, höchst subjektiv ist.

Bei der "Idee des Zeitlosen" musste ich unwillkürlich an forever fremd denken.

Ich finds auch irre, dass ich in Abhandlungen über die europäische Kollonialzeit immer wieder von der Konstruktion des Anderen lese und heute feststellen muss, dass die Bauteile noch immer die selben sind.

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lisaschwert 28.06.2011 | 15:40

Ich will nicht sagen, dass dieses Anliegen keinen Zeitgeist trifft, nein, es könnte seine Leser finden.

Aber dieses dratsische "Weg mit ihm.", das mag ich gar nicht, soll es doch als leere und konstruierte Worthülse dableiben, wenn man bessere Alternativen findet, dann hat man auch einen schönen Vergleich für gute Wortfindungen.
Wie ich in der Replik auf diesen Text schon schrieb: Ich hab "Migrationshintergrund" noch nie gebraucht, aber aus ganz anderen Gründen, mir ist dieses Wort zu unbestimmt bestimmt und gekünstelt, es sagt alles und nichts, und ich denke es dient den ganz Wortfaulen um einfach etwas zu sagen, fertig.

Geht es aber darum, dass es überhaupt Begrifflichkeiten bedarf, um etwas auszudrücken, nun da gibt es auch "den Deutschen" usw., damit macht man nicht alle glücklich, ich weiß, aber Sprache ist Ausdruck und Benennung, und nicht überall steckt wirklich eine negative Bedeutung, ein negatives Mitschwingen; und ich fürchte so ein "Weg mit ihm" führt in seiner Ausschließlichkeit und in Ermangelung an anderen Vorschlägen nur zum Schweigen... und das wollten wir ja alle verlassen.

Columbus 29.06.2011 | 02:23

Ein sehr guter, weil sachlich argumentierender Artikel, Herr Utlu.

Weil aber schon die Verwendung im o.g. Lexikon nahe legt, die Verwendung des Wortes eindeutig auszulegen, schleicht sich auch eine Gefahr ein.

Denn "Migrationshintergrund" als etwas Dauerhaftes, nach menschlichem Ermessen, "Ewiges", hat auch eine durchaus positive Seite, die von manchen Menschen mit einem solchen Hintergrund auch gerne angenommen wird. Dann nämlich, wenn sie die Traditionen und Kulturen ihrer Herkunft weiter pflegen und schätzen, zumindest Teile der Sprach- und Kulturkenntnisse offen und aktiv weiter geben.

Tatsächlich passiert das auch, z.B. wenn Deutsche auf ihre hugenottischen Wurzeln, als ehemalige Exilanten Frankreichs schauen und sich ihrer Familienstammbäume bewusst sind, wenn sich Deutsche mit italienischen Wurzeln erinnern und immer noch Kontakte unter großen Familienverbänden pflegen, wenn Russlanddeutsche oder Siebenbürger ihre Geschichte und Tradition weiter geben, usw., usw,

Letztlich wünschte ich mir mehr Bewusstsein für die Herkunftskulturen und auch eine positive Einstellung zur jeweils dort gelernten, oder über die Familien tradierten Sprachen.

Deutsche wandern ab- und zu, das ist eine historische und aktuelle Realität. Ich könnte es jetzt, auch nicht mit der Maßgabe politischer Korrektheit, anders ausdrücken.

Eine Gefahr entstand jedoch für diese Begrifflichkeiten und für das Wort Migrationshintergrund, als ein Teil der rechtskonservativen Medien, angeregt durch die neue rote Bibel der Fremdenfeindlichkeit, in Wahrheit ist das ja vor allem ein böswilliges Buch gegen Muslime, noch spezieller, türkischstämmige oder kurdische Muslime, sich des Begriffs annahm, und aus dem Migrationshintergrund, den man ja als einzelne Person auch komplett ablehnen kann, besser gesagt, nicht leben muss, nicht einmal in kleinen Teilen gezwungen ist ihn anzunehmen, eine negative Bestimmung machte, um so eine unüberwindliche Fremdheit, also den nicht integrierbaren Anderen zu konstruieren.

Daher stammt auch die These von der prinzipiellen Unvereinbarkeit anderer Kulturen und Religionen mit dem Recht und Gesetz unseres Landes, was in der Tat eine sehr nahe an Rassismus heran reichende Behauptung ist, zumindest aber den Tatbestand der Fremdenfeindlichkeit vollständig erfüllt. Dies schon allein deshalb, weil die These prinzipiell die Unvereinbarkeit schon als ewige, jedenfalls Generationen überdauernde Angelegenheit hin stellt und mit weiteren Zuschreibungen der Migrantenperson verknüpft.

So etwa durch die Behauptung, Muslime, besonders solche aus Anatolien könnten niemals kritisch denken, weil ihre Religion und soziale Herkunft dagegen stünde, oder gar, -es ist der Gipfel wirrer Behauptungen-, sie vererbten geringere Intelligenz als Nicht-Muslime oder Nicht-Anatolier.

Der Migrant wird dann aufgefordert, das, was sein Anderssein ausmacht aktiv und dauerhaft zu unterdrücken, um eine Chance der Gleichberechtigung zu erlangen. - Davon steht aber nichts in unserer Verfassung und es widerspricht auch den Bevölkerungsprozessen, die sich weltweit durch eine Zunahme von Immigration und Emigration, aus welchen Gründen auch immer, auszeichnen.

Es muss vielleicht nicht so weit kommen, dass jeder Deutsche ausruft, er sei eigentlich ein Immigrant oder habe Immigrationshintergrund, analog der ziemlich dummen Sprüche, wir sind doch alle Opfer, wir sind doch alle Juden, usw.
- Aber etwas mehr Bewusstsein für die verschiedenen Herkünfte der Deutschen schadete nicht, nein, wäre gar ein Segen, weil sie diesen Dünkel von Deutschtum dämpfte. Da wird einer Pseudo-Germanen-Kultur, die es gerade bei jenen, die es so besonders herauskehren, z.B. jüngst bei den mißratenen jungen Bürschenschaftler-Bürgern und ihren angestaubten Alten Herren, gar nicht gibt, gehuldigt.

Grüße
Christoph Leusch

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Ehemaliger Nutzer 29.06.2011 | 15:17



Dieser Blog erinnert mich fatal an den Blog über Bülent Kullukcu:

Dieser Blog
erinnert mich fatal an den Blog über Bülent Kullukcu:



href="http://www.freitag.de/alltag/1125-integration-ist-ein-faschistoides-wort">
www.freitag.de/alltag/1125-integration-ist-ein-faschistoides-wort


der auf den philosophischen
Hintergrund des vom ihm Geäußerten einging, indem er den Dekonstruktionismus
für seine Äußerungen und seine Deutungshoheit des kulturell Gegebenen als
relevant und stringent apostrophierte. Die Adressaten seiner Ausführungen sind
jedoch nur zu einem kleinen Teil in der Lage, das Beschriebene / Analysierte
überhaupt zu verstehen. Insofern adressierte der Blog an eine
Bevölkerungsgruppe, die sich entweder mit ihm einig sieht oder die es, in anderen
Teilen, nicht interessiert. Hier tritt der FREITAG als begrüßenswertes
Forum für Minderheitenmeinungen auf; Meinungen insofern, als die Inhalte (siehe
meine Einlassung dort) wenig fassbar erscheinen und einem Unmut und ggf. einer
angstbesetzten Gegenwartsschau Ausdruck verleihen.



Ähnlich kommt
dieser Blog einher:




Der Begriff
„Migrationshintergrund“ wird heute vielfach verwendet. In ihm wird die Metapher
der Migration durch die Kombination mit der Metapher des Hintergrunds vom
tatsächlichen Erfahrungsbezug der bezeichneten Person entkoppelt und
stattdessen genealogisch an die Erfahrung eines Vorfahren gebunden.



Hier ist zu kritisieren,
dass das Interpretation des Begriffes sich auf eine Mitbürgergruppe bezieht,
von denen erhebliche Teile sich dem Integrationsbemühen des gesellschaftlichen
Umfeldes durch selbst gewählte Isolation entzieht, da dieses durch das Beharren
auf kulturell überkommene Wertvorstellungen sich irritiert sieht. Das kann
jedoch nicht an Gruppen von Migranten beobachtet werden, die aus dem
südeuropäischen Raum eingewandert sind.



Zumindest
verspricht „Migrationshintergrund“ das semantisch. Eine numerische Schranke
vermag das Statistische Bundesamt festzusetzen, indem es etwa in einer Fußnote
vermerkt, alle nach 1949 nach Deutschland Eingewanderten und ihre Nachfahren
hätten einen Migrationshintergrund.



Die angesprochenen
numerischen Schranken gelten ebenso für die vorherige Einlassung. Jedoch
verschwand der so genannte Migrationshintergrund innerhalb von einer
Generation im Nebel der Bedeutungslosigkeit, weil die migrantischen Gruppen in
den sozioökonomischen Komplex des gesellschaftlich Gegebenen ein- und
aufgingen: sie wurden als psychosozial integriert und damit unauffällig
akzeptiert, ohne ihre Herkunft leugnen zu müssen! Das kann man am besten
dort sehen, wo bei Fußballspielen zwischen Deutschland und
Spanien/Italien/Portugal u.a die Mitglieder der Majoritätsgesellschaft und der
Nachkommen der ehe. Migranten gemeinsam vor den Bildschirmen fiebern, jubeln
oder weinen, wobei (zumindest in meinem Umfeld) keine aggressive Abwehr
oder Reaktion zu beobachten ist.



Einen
migrantischen Hintergrund hat so ziemlich jeder Mensch in diesem Land. Auf
dieser Bedeutungsebene grenzt der Begriff „Migrationshintergrund“ keine Gruppe
ein, ab oder aus: Die Migrationserfahrung der Eltern, Großeltern oder
Urgroßeltern steht im Hintergrund.



Warum mag der
migrantische Hintergrund der hier angesprochen wird, diesen Tatbestand wohl
erfüllen? M.E. nach erfüllt er diesen, weil das exzessive Beharren auf das Anderssein
aufgegeben wurde, da prinzipiell der Migrant / die Migrantengruppe sich einer
soziophilisophische Vergangenheit sicher ist, die aus dem

Gewissen


der Überzeugungen Sicherheit gewann. Dies kann an der angesprochenen
Migrantengruppe nur wiederum bei einer Minorität beobachtet werden.



Die
Publizistin Hilal Sezgin bezweifelt etwa, „dass man bei einem aus den USA
stammenden Biochemiker oder einem französischen Kleinunternehmer von einem
Migrationshintergrund spricht.“



Das ist
korrekt beobachtet! Was jedoch nicht bemerkt und thematisiert wurde / wird,
liegt in dem Tatbestand dass der amerikanische Biochemiker oder französische
Kleinunternehmer sich dem gesellschaftlichen Grundkonsenz einfügt und seine
tradierte Erfahrung als nicht bedrohlich anerkannt wird. Dies ist bei
Migrantengruppen aus dem nordafrikanischen und/oder islamisch geprägten Umfeld
entweder nicht ohne Weiteres zu beobachten. Hier reagieren die
Bevölkerungsmajorität und die Migranten aus dem südeuropäischen mit
Angst besetztem Befremden. Wer macht hier etwas falsch?




color:#333333'>Bis dahin bleibt er ein soziolinguistisches
Segregationsinstrument, mit dem sich die Zugehörigkeit von bestimmten Menschen
auf allen Gesellschaftsebenen permanent negieren lässt.



Das Blog
formuliert hegemoniale Semantikansprüche, die aus dem Sprachgebrauch so nicht
zu erkennen sind. Vielmehr okkupiert Deniz Utlu die Begrifflichkeit und führt
sie mittels der gleichen Methode, der Bülent Kullukcu sich mittels des von ihm
angeführten Dekonstruktionismus bediente einem Bedeutungswandel
zu.



Gleichzeitig
ist zu bemerken, dass sowohl der Eine als auch der Andere als mehr oder weniger
hoch gebildete migrantische Mitbürger jenes mehr oder weniger problemlos
geschafft haben, was sie in ihren Blogs beklagen. Hier entdeckt sich der
analytischen Betrachtung eine begriffliche Bifurkation, ein dichtomisches
Paradoxon, das nur durch die Bedeutungswandlung durch den Dekonstruktionismus
aufgelöst werden kann.

luzieh.fair 30.06.2011 | 11:33

"von denen erhebliche Teile sich dem Integrationsbemühen des gesellschaftlichen
Umfeldes durch selbst gewählte Isolation entzieht, da dieses durch das Beharren
auf kulturell überkommene Wertvorstellungen sich irritiert sieht."

zu simpel, find ich.

"Dies ist bei
Migrantengruppen aus dem nordafrikanischen und/oder islamisch geprägten Umfeld
entweder nicht ohne Weiteres zu beobachten."

Mir fehlt hier das "oder" :-)

"Gleichzeitig
ist zu bemerken, dass sowohl der Eine als auch der Andere als mehr oder weniger
hoch gebildete migrantische Mitbürger jenes mehr oder weniger problemlos
geschafft haben, was sie in ihren Blogs beklagen."

Einzelfallbetrachtungen sind nicht unbedingt Erklärungen für Strukturen. Das hatten wir schon des öfteren, lieber Kunibert.

"Hier entdeckt sich der
analytischen Betrachtung eine begriffliche Bifurkation, ein dichtomisches
Paradoxon, das nur durch die Bedeutungswandlung durch den Dekonstruktionismus
aufgelöst werden kann."

Das hätte ich gern erklärt. So einfach, wie es geht.

Viele Grüße, Luzieh

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Ehemaliger Nutzer 30.06.2011 | 14:26



Nun,
liebe Dame.von.Welt,


der
im verlinkten Artikel aufgeführte Begriff Zivilgarage verweist
auf ein

semantisches
Kreativpotential, das möglicherweise gar nicht der Korrektur

bedarf,
sondern als durchaus verstanden in den Sprachgebrauch eingehen sollte:

Damit
wäre unter Zivilgarage ein gesellschaftlicher Raum bezeichnet,

in
dem die Zivilcourage temporär oder dauerhaft geparkt werden kann.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 30.06.2011 | 15:04

luzieh.fair schrieb am 30.06.2011 um 09:33

zu simpel, find ich.
Ich empfehle einen längeren Aufenthalt in dem Dorf Ahe (Stadt Bergheim) mit dem festen Willen, sich in den dortigen marokkanischen zui integrieren. Ich weiß aus eigener Anschauung, dass es - einfach ausgesprochen - schwierig wird.

Einzelfallbetrachtungen sind nicht unbedingt Erklärungen für Strukturen. Das hatten wir schon des öfteren, lieber Kunibert.

Bekannt. Der Einzelfall jedoch ist aus einer Struktur erwachsen; somit lässt also der Einzelfall, wenn er zudem noch gehäuft auftritt, durchaus auf die ihm zugrunde liegende(n) Struktur(en) schließen. Das ist im Grunde wie in einem Laboratorium: man beobachtet immer wieder oder häufig ein bestimmtes Phänomen und geht der Beobachtung auf den Grund. Die Prüfung führt dann zu einer Erkenntnis, die in vielen Fällen abstrahiert, also verallgemeinert werden kann.

Das hätte ich gern erklärt. So einfach, wie es geht.

Das Wort dichtomisches ist falsch geschrieben, richtig ist: dichotomisches.

Sollten hiernach noch Fragen auftauchen, nur zu ...
LG vom Kuni

luzieh.fair 30.06.2011 | 15:26

"Bekannt. Der Einzelfall jedoch ist aus einer Struktur erwachsen; somit lässt also der Einzelfall, wenn er zudem noch gehäuft auftritt, durchaus auf die ihm zugrunde liegende(n) Struktur(en) schließen. Das ist im Grunde wie in einem Laboratorium: man beobachtet immer wieder oder häufig ein bestimmtes Phänomen und geht der Beobachtung auf den Grund. Die Prüfung führt dann zu einer Erkenntnis, die in vielen Fällen abstrahiert, also verallgemeinert werden kann."

Nur dass Sie ja weder qualitativ noch quantitativ sozialforschend an die Fragestellung herangehen, sondern eher wie ein feldforschender Ethnologe.Aber: auch hier gibt es Methoden, die einen bestimmten Fahrplan haben. der ist etwas komplizierter als lediglich "beobachten und bewerten"

ich empfehle hierzu:

books.google.com.pe/books?id=qleZ2PiIj0oC=PA7=en=gbs_selected_pages=3#v=onepage=false

books.google.com.pe/books?id=qleZ2PiIj0oC=PA7=en=gbs_selected_pages=3#v=onepage=false

"Das hätte ich gern erklärt. So einfach, wie es geht.

Das Wort dichtomisches ist falsch geschrieben, richtig ist: dichotomisches.

Sollten hiernach noch Fragen auftauchen, nur zu ... "

es ging mir nicht um die Rechtsschreibung. Ich sehe mich nicht in der Lage, zu verstehen, was Sie mit diesem Absatz sagen wollen und hätte es gerne einfacher erklärt.

So, bis bald, Luzieh muss mal was tun.

dame.von.welt 01.07.2011 | 01:16

@Kuni 30.06.2011 um 12:26
'Lange Zeit dachte ich, es heißt Zivilgarage und habe mir immer eine Garage voller Polizisten ohne Uniform vorgestellt.' Da ist doch gar kein Platz, um irgendetwas temporär oder dauerhaft zu parken, ist ja voller Polizisten ...;-)...

Wenn Sie nun noch den Migrationshintergrund mit dem Vibrationshintergrund vergleichen würden, dabei feststellen, daß es mitnichten nur so ist, daß 'erhebliche Teile sich dem Integrationsbemühen des gesellschaftlichen
Umfeldes durch selbst gewählte Isolation entzieht, da dieses durch das Beharren
auf kulturell überkommene Wertvorstellungen sich irritiert sieht', sondern sich alle möglichen deutschen Schuhe an Einwanderern abgeputzt und sie - auch - aktiv ausgegrenzt und zu den 'Anderen' erklärt werden - dann wären wir auch damit ein bißchen weiter.

Mir fliegt ja die Phantasie bei Ihrer 'Bifurkation' - ich sehe vorm inneren Auge Reihenpaare prächtiger, schwarzer, fruchtbarer, partiell glänzender Erdschollen, ganz frisch gepflügt. Nein, bitte nicht korrigieren!

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Ehemaliger Nutzer 02.07.2011 | 15:26

luzieh.fair schrieb am 30.06.2011 um 13:26

Hier entdeckt sich der analytischen Betrachtung eine begriffliche Bifurkation, ein dichtomisches Paradoxon, das nur durch die Bedeutungswandlung durch den Dekonstruktionismus aufgelöst werden kann.

Zu verstehen ist dies unter dem Aspekt einer Verzweigung, wie sie z.B. in der Chaostheorie eine wesentlichen Rolle spielt. Erläutert wird die an dieser Stelle:

de.wikipedia.org/wiki/Feigenbaum-Konstante

Wenn also der Begriff Migrationshintergrund, wie von Utlu herausgestellt,

… die Metapher der Migration durch die Kombination mit der Metapher des Hintergrunds vom tatsächlichen Erfahrungsbezug der bezeichneten Person entkoppelt und stattdessen …

als Doppelmetapher definiert wird, so ist dieses abzulehnen. Eine Metapher ist ein im Sprachgebrauch verankerter Begriff: siehe

de.wikipedia.org/wiki/Metapher

Migration (als soziologisches Phänomen) ist ebenfalls ein durch die Soziologie definierter Begriff, der Wanderungsbewegungen Einzelner oder ganzer Bevölkerungsgruppen definiert:

de.wikipedia.org/wiki/Migration_(Soziologie)

Der Begriff Migrationshintergrund wiederum ist durch das statistische Bundesamt definiert und ordnet die quantitative – aber nicht die qualitative – Struktur von Bevölkerungsgruppen ein, die durch Abwanderung aus einem politischen System und durch Zuwanderung in ein anderes durch Verlagerung des geographischen Aufenthaltsortes ab einem definierten Zeitpunkt in Erscheinung getreten sind, wie Utlu ja auch treffend bemerkt. Damit ist das Begriffsfeld hinreichend und erschöpfend definiert und erläutert; es dient ausschließlich statistischen Zwecken.

de.wikipedia.org/wiki/Migrationshintergrund

Wenn also Utlu den Begriff entkoppelt (siehe oben), indem er den quantitative Aspekt verneint und der Begrifflichkeit eine qualitative Haube überstülpt, definiert er damit einen politisch-ideologischen Begriff, der sich darüber hinaus auch noch auf eine Bevölkerungsgruppe bezieht, die offensichtlich Schwierigkeiten hat, sich in die sozioökonomischen Gegebenheiten im Zuwanderungsgebiet einzufinden.

Das hier gewisse religiös ideologische Aspekte eine Rolle spielen, ist wohl nicht von der Hand zu weisen. Insofern vollführt die von Utlu gewünschte Entkopplung des Begriffes Migrationshintergrund also eine Bifurkation, eine Gabelung der Begrifflichkeit, die eine eindeutige Zuordnung im Sprachgebrauch nicht mehr zulässt. Dieses geschieht jedoch nicht, weil der Begriff nicht eindeutig wäre und damit einer Korrektur bedürfte, sondern einzig und allein aus ideologischen Gründen.
Der sich dahinter verbergende Mechanismus ist der Gleiche, den Bülent Kullukcu in seiner Interpretation des Wortes Integration als faschistisch angewandt hat. Die Zweiteilung des Begriffes (dichotom) führt somit unabdingbar in eine sprachliche Doppeldeutigkeit, die nicht der Klärung dient, sondern der ideologischen Überhöhung eines soziologischen Phänomens, dem wir in bestimmten Einwanderergruppen begegnen.

de.wikipedia.org/wiki/Dichotomie

Allerdings lehnen sowohl Utlu als Kullukcu eine Auseinandersetzung mit dem soziologischen Phänomen anscheinend kategorisch ab. Eine Befassung mit der allerorten zu beobachtenden Ablehnung der vorgefundenen Gesellschaft und Kultur durch die Zuwanderergruppe wird als berechtigt und gegeben hingenommen und die integrative Leistung allein der ansässigen Gesellschaft auferlegt. Und hierin erklärt sich das Paradoxon.

luzieh.fair 02.07.2011 | 15:41

Danke für die Erklärung.

"Allerdings lehnen sowohl Utlu als Kullukcu eine Auseinandersetzung mit dem soziologischen Phänomen anscheinend kategorisch ab. Eine Befassung mit der allerorten zu beobachtenden Ablehnung der vorgefundenen Gesellschaft und Kultur durch die Zuwanderergruppe wird als berechtigt und gegeben hingenommen und die integrative Leistung allein der ansässigen Gesellschaft auferlegt. Und hierin erklärt sich das Paradoxon."

Was Kullukcu betrifft, kann ich nichts dazu sagen, aber aus Utlus Text habe ich eine solche Haltung nicht herauslesen können.

Auch sehe ich das Ganze nicht so drastisch, wie Sie, aber ich werde mir mal ein bisschen Zeit lassen, bevor ich darauf eingehe.

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rahab 02.07.2011 | 15:49

migration ist ein soziales, kein soziologisches, phänomen - sonst käme sie nämlich nur unter soziolog_innen vor
als von der soziologie definierten und gebrauchten begriff lehnen weder Utlu noch Kullukcu den begriff 'migration' wie auch 'migrationshintergrund' ab
was sie - und nicht nur sie - ablehnen, ist der gebrauch, der in der nicht-soziologie - und hier vornehmlich in der politik/dem öffentlichen diskurs/am stammtisch - von diesem/n begriff/en gemacht wird

ein gutes beispiel für die begriffsverwendung, die von diesen beiden und anderen abgelehnt wird, ist Kunibert Hurtigs eigene rede. wo sie beispielsweise so daherkommt:
"Wenn also Utlu den Begriff entkoppelt (siehe oben), indem er den quantitative Aspekt verneint und der Begrifflichkeit eine qualitative Haube überstülpt, definiert er damit einen politisch-ideologischen Begriff, der sich darüber hinaus auch noch auf eine Bevölkerungsgruppe bezieht, die offensichtlich Schwierigkeiten hat, sich in die sozioökonomischen Gegebenheiten im Zuwanderungsgebiet einzufinden.

Das hier gewisse religiös ideologische Aspekte eine Rolle spielen, ist wohl nicht von der Hand zu weisen. Insofern vollführt die von Utlu gewünschte Entkopplung des Begriffes Migrationshintergrund also eine Bifurkation, eine Gabelung der Begrifflichkeit, die eine eindeutige Zuordnung im Sprachgebrauch nicht mehr zulässt. Dieses geschieht jedoch nicht, weil der Begriff nicht eindeutig wäre und damit einer Korrektur bedürfte, sondern einzig und allein aus ideologischen Gründen.
Der sich dahinter verbergende Mechanismus ist der Gleiche, den Bülent Kullukcu in seiner Interpretation des Wortes Integration als faschistisch angewandt hat. Die Zweiteilung des Begriffes (dichotom) führt somit unabdingbar in eine sprachliche Doppeldeutigkeit, die nicht der Klärung dient, sondern der ideologischen Überhöhung eines soziologischen Phänomens, dem wir in bestimmten Einwanderergruppen begegnen."

am ende, wenn mann so was ernst nimmt, käme heraus, dass es die ganz bestimmten migranten, welche Kunibert Hurtig meint, waren, welche den begriff/die begriffe erfanden, um das zu verteidigen, was Kunibert Hurtig tadelnswert findet.

da ist dann das, was dekonstruktion meint, völlig auf den hund gebracht.

luzieh.fair 03.07.2011 | 01:07

"Ihre Einlassung wird als irrelevant, unscharf und ideologisch kontaminiert abgelehnt."

Etwas dürftig, oder?

Ich find ja, die Definiion des Migraionsbegriffs, sowie eine Zusammenfassung dessen, was in besagten Artikeln kritisiert (abgelehnt) wird, sehr sinnvoll.
Die Debatte füllt sich dann mit mehr Inhalt. Sie könnte es jedenfalls, sofern die Diskutierenden Willens sind aufeinander einzugehen.
Dass wir hier am Ende nicht auf einen Nenner kommen werden, ist doch allen klar, oder?

Wer sich aber die Möglichkeit verbaut, die eigene Perspektive (oder auch die der anderen) zu erweitern, indem er sich einfach verweigert...

...da fällt mir gerade ein @Kunibert: ist es nicht genau diese (oder zumindest eine ähnliche) Verweigerungshaltung, die sie anderswo vermuten und kritisieren?

jetzt weiß ich nicht mehr, wie der Satz enden solle...

naja.

Dann Grüße ich einfach,

Luzieh

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Ehemaliger Nutzer 03.07.2011 | 03:02

luzieh.fair schrieb am 02.07.2011 um 23:07

Wir brauchen hier wirklich nicht zu psychologisieren. Ich kann und konnte in der ganzen Zeit, in der ich diese Damen kenne - und ich kenne sie schon aus der ZEIT, als deren Kommentatorin sie schon vor Jahr und Tag rausgeflogen ist und gesperrt wurde ... und nicht nur dort allein - nur ganz, ganz wenig von ihr gehört, das die Möglichkeit zur Erbauung bot. Sie ist ja schon etwas zahmer geworden, die Gute, nachdem sie vom FREITAG ebenfalls ins Asyl geschickt wurde. Sie hat eine unvergleichliche Art, ihren vollkommenen Ansichten in einer Weise zu vertreten, die oft unter außerhalb des guten Geschmacks liegen und dieses hauptsächlich dann, wenn man der Damen widerspricht.

Das bedeutet nicht, dass ich kein Interesse an dieser Diskusion hätte, es bedeutet schlciht und ergreifend, dass ich auf die Dame Rahab und auf keine ihrer Aussagen oder Anfriffe eingehen werde. Sie ist eine unverbesserliche Klugsch....rin.

Ansonsten ... ich muss noch etwas schreiben. Bis danne LG Kuni

weinsztein 03.07.2011 | 04:30

@K. Hurtig
Ironie können Sie nicht so gut, allerdings: bei antiislamischer Hetze in anderen Threads laufen Sie zur Hochform auf.

Sie kennen zwei Damen, die Sie nicht sehr mögen, schon aus einem anderen Forum, die eine sei zahmer geworden, auf deren "Aussagen oder Anfriffe" Sie aber nicht eingehen wollen und halten sie für eine "unverbesserliche Klugsch....rin".

Dies als Ersatz Ihrer Antwort zu der Dame Kommentar vom 02.07.2011 um 13:49?
Stark!

luzieh.fair 03.07.2011 | 12:56

Gut gebrüllt, Löwe.

Die Sache mit dem völkischem Geschwätz scheint mir aber nicht auf Sie bezogen worden zu sein, Kunibert.
Rahab spielt damit auf ihr erzwungenes Exil und die vorherige Auseinandersetzung in einem anderen Thread, mit einem anderen (ehemaligen) Blogger an.
Insofern: Sie müssen sich mit derlei "Auswürfen" nicht beschäftigen, denn Sie sind gar nicht gemeint.

Das mit der Umdeuung der Sprache durch die Autoren ist doch nicht wahr.
Utlu deutet nichts und schon garnicht beliebig um. Er benutzt lediglich den soziologischen Migrationsbegriff (Migration als soziale Kategorie) und zeigt, dass Sprache sich verändert und das die Veränderung der Sprache (oder auch die neue Besetzung von Begriffen) den Blick auf die Sache (oder den Menschen), die ein Wort beschreibt, verändern kann.

www.prokla.de/wp/wp-content/uploads/2000/Prokla120.pdf#page=49

Auf die Sache mit der antiislamischen Hetze gehe ich mal nicht weiter ein, nur eins, denn das ist mir aufgefallen: Sie sagen, sie habe hier nicht sattgefunden, diese Hetze.
Gleichzeitig unterstellen Sie Utlu aber, den Artikel "einzig und allein aus ideologischen Gründen" geschrieben zu haben und beharren darauf, dass "gewisse religiös ideologische Aspekte eine Rolle spielen".
Kennen Sie Herrn Utlu, oder wie kommen Sie darauf, dass er als Islamist (das meinten Sie doch mit ideologisch, oder?) und nicht als Politikwissenschaftler schreibt?

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Ehemaliger Nutzer 03.07.2011 | 13:21

luzieh.fair schrieb am 03.07.2011 um 10:56

Das mit der Umdeuung der Sprache durch die Autoren ist doch nicht wahr.

Doch, ist es! Wer den Begriff Integration als einen faschistisch besetzten apostrophiert, deutet Sprache um. Stellen Sie sich einfach mal vor, einer würde das mit dem Begriff Euthanasie anstellen ... welch Sturm der Entrüstung würde dem um die Ohren wehen! Berechtigt!

Nein, wir sollten die in der Sprache, in den Begriffen angelegte Bedeutung als gegeben hinnehmen. Die Umdeutung im Rahmen zeitnaher gesellschaftlicher Konflikte klärt keine Verhältnisse, sondern schafft zum einen weitere Unklarheit, zum anderen dient sie dem Zwecke ideologischer Überhöhung von Gegebenen mittels Diffamierung des Subjekts im Sprachgebrauch selber.

Sie mögen da vielleicht nicht so sensibel sein. Ich benutze den/die Begriff(e) in ihrer Bedeutungsanlage ... und auch Utlu weiß, wovon er schreibt. Auch sehr schön herausgeschält bei:

Cem Özdemir und der Migrationshintergrund – Replik auf Deniz Utlu von Michael Angele

LG Kuni

luzieh.fair 03.07.2011 | 16:38

"Doch, ist es! Wer den Begriff Integration als einen faschistisch besetzten apostrophiert, deutet Sprache um."

Das bezieht sich auf das Kullukcu-Interview, oder?

Da oben ist aber der Text von Utlu.

Und mal abgesehen davon, heißt es im Interview: "faschistoid", was nicht die gleiche Bedeutung hat, wie "faschistisch".

Und auch davon mal abgesehen, sagt Kullukcu "für mich", für ihn ist dieses Wort "faschistoid". Na und?

"Nein, wir sollten die in der Sprache, in den Begriffen angelegte Bedeutung als gegeben hinnehmen"
Als gegeben nehme ich die Schwerkraft hin. Und auch, dass sich die Erde um die Sonne dreht und die Tatsache, dass sich das Klima verändert. Viele Dinge sind als gegeben hinzunehmen, aber Sprache und ihre Bedeutung? Sprache entwickelt sich. Schon immer. Und immer weiter.

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Ehemaliger Nutzer 04.07.2011 | 12:13

luzieh.fair schrieb am 03.07.2011 um 14:38

Das bezieht sich auf das Kullukcu-Interview, oder?

Luzieh ... ja. Aber da ich die Dinge aus einer anderen Perspektive betrachte, in dem ich z.B. in ein Stadion hineinschaue, in dem ein Erdogan in seiner Wahlkampfrede Integration zu einem Unrecht und Assimilation zur Verletzung der Menschrechte erklärt (so geschehen 2008, Rhein-Energie-Stadion), oder dieses Jahr vor mehr als 10.000 Parteigängern in Dortmund ähnlich flotte Sprüche im Portfolio hatte, stellt sich für mich bei diesen Beiträgen eigentlich weniger die Frage, ob die Autoren auf etwas hinweisen wollen, oder ob sie vielleicht etwas einweichen wollen.

Da oben ist aber der Text von Utlu

Auch richtig und doch sollte man beide Texte nicht voneinander separieren, fahren sie doch auf den gleichen Geleisen. Bevor sich also der Eine oder der Andere daran macht, unsere Sprache einem genehmen Bedeutungswandel zu unterziehen, sollten beide sich doch einmal eindeutig zu dem Völkermord an den Armeniern erklären, sollten sie einmal erläutern, wie sie sich zu den türkischen Gesetzen hinsichtlich der Beleidigung des Türkentums, hinsichtlich der Unterdrückung des kurdischen Volkes usw. usf. aufstellen. Das würde mich doch viel eher interessieren, als das, was der eine zur bildenden türkischen Kunst zum Ausdruck bringt oder der Andere zum migrantischen Theater, in dem er dem Deutschen Regisseur unterstellt, den Kanaken nehmen wir, und den, und den. Das ist so sicher nicht gesagt worden und doch unterstellt Utlu genau dieses.

Hieraus erkenne ich eine Tendenz zur Polarisierung, vielleicht am Horizont auch ein dividere et impera. Um es also auf den Punkt zu bringen: Ich kann nicht erkennen, dass die beiden Beiträge in irgendeiner Form ein gesellschaftliches Anliegen repräsentieren, das von den Adressaten verstanden werden könnte (ich schrieb es ganz oben schon), sondern sehe dahinter ein anderes Bestreben. Auch kommt in beiden Texten eine Verachtung – zumindest aber eine Ablehnung – der diese Personen ökonomisch tragenden Gesellschaft zum Ausdruck, die das, was sie hier zum proklamieren, dort nicht zum Ausdruck bringen könnten.

Als gegeben nehme ich die Schwerkraft hin. Und auch, dass sich die Erde um die Sonne dreht und die Tatsache, dass sich das Klima verändert. Viele Dinge sind als gegeben hinzunehmen, aber Sprache und ihre Bedeutung?

Ein nettes Beispiel für die Unschärfe der Sprache. Man kann Schwerkraft nicht hinnehmen, sie ist die Voraussetzung für unser Sein … aber ich spare mir einen wissenschaftsphilosophischen Ausflug. Auch dreht sich die Erde nicht um die Sonne, sondern folgt einer mehr oder weniger stabilen Trajektorie, die durch ihr eigenes Schwerkraftfeld und dem der Sonne, der anderen Planeten usw. usf. gebildet wird. Im Grunde genommen bewegt sie sich geradeaus. Dass das Klima sich wandelt liegt in seiner Natur …

Das Sprache sich wandelt, liegt wiederum in der Dynamik des Lebendigen. Die Frage ist einfach, Luzieh, wer stößt diesen Wandel an und mit welchen Absichten ist das verbunden. Und in diesem Fragenzusammenhang misstraue ich den beiden Autoren auf tiefste; hinter ihrer Begriffsverfälschung (Kullukcu, Integration, basierend auf dem Dekonstruktivismus, und Utlu, Metapherkonstruktion aus den Begriffen Migration und Hintergrund mit der einhergehenden Umdeutung des Terminus Migrantionshintergrund, ist eine klandestine Absicht anzunehmen, die ich in Anbetracht der vielschichtigen Aktivitäten (JA! Des islamischen Komplexes) für überaus konfliktträchtig einschätze. Aber um es offen zu gestehen: Unsere Religionskriege haben wir hinter uns; wir brauchen keine Auseinandersetzung mit einer grundsätzlich faschistischen Religion, die ihr heiliges Buch als unverrückbar vor dem gesellschaftlichen Hintergrund betoniert und deren Frauenfeindlichkeit ihre sichtbaren Attribute mittels Ganzkörperkondom und offener Verachtung zum Ausdruck bringt. Ich glaube, in diesem Zusammenhang haben viele Frauen leidvolle und einschlägige Erfahrungen gemacht … Sie vielleicht noch nicht, oder doch?

Und lass es uns auch klar zum Ausdruck bringen: Der Koran befiehlt die Unterwerfung der zivilen Gesellschaft unter das islamische Rechtssystem und die Protagonisten (Pierre Vogel u.a.) sind als Rattenfänger im Lande unterwegs! Milli Göris hat dies eindeutig im Programm. D.h., die Apologeten des Islam tragen eine gesellschaftliche Restauration auf ihren Fahnen, die die laizistische Gegenwartsgesellschaft des Migrationszieles und seines politischen Systems in einen Wandel treiben wollen. Dies wird auch offen bekannt und es gibt so einiges, was hierzu schriftlich Stellung nimmt. Um es einmal so auszudrücken: Es hilft nichts, sich mit den fragwürdigen Kommata in einem Text zu befassen, wenn der einbettende Kontext sich nur in nebelhaften Konturen abzeichnet. Zunächst sollte eine Sonne den Nebel auflösen, damit die darin verborgenen Strukturen erkennbar werden.

LG Kuni

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rahab 04.07.2011 | 12:13

auch gut.
ich stelle fest: es gibt leute, wie z.b. Kunibert Hurtig, die von privaten e-mails gebrauch jenseits des guten geschmacks machen. weil es sie juckt - wo auch immer - von ihrer ratten-psychologie gebrauch zu machen.

ich werde mich nun nicht dazu hinreißen lassen, mutmaßungen darüber anzustellen, woraus das beschädigte selbstwertgefühl eines Kunibert Hurtig resultiert. dass es beschädigt ist, ergibt sich bei verständiger lektüre seines postings vom 03.07.2011 um 10:25 aus seinen eigenen ein- wie auslassungen.

mehr habe ich zu Kunibert Hurtigs breitem quark nicht mehr zu sagen.
außer: soll er in China weiß ich was bauen. aber von den geisteswissenschaften die fuddelfinger lassen.

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rahab 04.07.2011 | 12:21

und da haben wir es ja: im posting vom 04.07.2011 um 10:13 wird der rassisierende unsinn unter (früherer) berufung auf Adorno ausgesprochen, klar und deutlich.
das erinnert an die vielseitige verwendungsmöglichkeit von stadien.

und: nein. mit diesem nick werde ich kein wort mehr wechseln. sondern ganz in ruhe abwarten, bis er entdeckt, dass dies nicht sein forum ist.

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rahab 04.07.2011 | 14:02

aber über solche nicks werde ich weiter schreiben.
nur nicht jetzt gleich.

erst mal kugel ich mich nämlich immer noch vor lachen darüber, wie einer, der etwas weit von sicht weist, das gefühlte fünf minuten später selbst erklärt.
na ja.
rassistisches denken steht zu sich selbst. das kann sich - auch vor sich selbst nicht - nicht verstecken.
wallah!

luzieh.fair 04.07.2011 | 14:41

Um mal wieder sachlich werden:

Wieso sollte Herr Utlu sich zum Völkermord an den Armeniern äußern, oder zu den Äußerungen des türkischen Staatsoberhauptes, wenn der erste Satz seines Lebenslaufs mit "geboren 1983 in Hannover, lebt als freier Autor in Berlin" beginnt und weitergeht mit: "wo er das Kultur- und Gesellschaftsmagazin freitext herausgibt. Er studierte Volkswirtschaftslehre in Berlin und Paris." ?

tausendwortetief.wordpress.com/2010/04/08/deniz-utlu/

Etwa weil er Utlu heißt?

Mein Nachname klingt niederländisch (das ist er auch), trotzdem erwartet niemand von mir zu Idioten wie Wilders oder z.B. Coffeeshops in Amsterdam, oder Kolonialverbrechen Stellung zu nehmen.

Und, Kunibert, Sie bringen das durcheinander: nicht Utlu unterstellt irgendeinem dt. Regiefuzzi irgendetwas. Wenn dann war das Kullukcu. Und der wird einen Grund für seinen Eindruck haben. Den müssen weder Sie noch ich nachvollziehen können, aber der Text (von Kullukcu), den Sie hier kritisieren ist ein Interview. Kein wissenschaftlicher Exkurs.
Interviews sind grundsätzlich anders zu lesen, als wissenschaftliche Abhandlungen.

Für den gilt im Übrigen das Gleiche, wie für Utlu: er ist in deutschland geboren. 1971.

Und was der Koran mit den beiden nun konkret zu tun hat, keine Ahnung.
Gibt es irgendwo eine Quelle, die besagt, das es sich bei den beiden um Islamisten handelt. Dass sie fundamentalistisch unterwegs sind?

Und ehrlich?: das, was Sie da schreiben hört isch schon ein wenig so an wie: "wie können DIE es wagen UNSERE schöne Sprache umzudeuten?"...mir vegehts da etwas.
Aber wir wissen ja (ich schrieb es weiter oben schon): auf dieser Ebene werden wir uns nicht einig.

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Ehemaliger Nutzer 04.07.2011 | 14:44

Rahab schrieb am 04.07.2011 um 12:02

aber über solche nicks werde ich weiter schreiben.
ÜBER ... ROTFL
schreiben ... schüttel, herfallen passt besser

Im übrigen, liebe Rahab, habe ich die undifferenzierten Provokationen, die persönlichen Angriffe einfach nur satt; als Ausdruck unglaublicher Langeweile instrumentalisieren Sie den öffentlichen Raum (nämlich dieses und andere Foren im Internet) zu einem Gerichtssaal, in dem Sie als Inquisitorin, Advocata diaboli und Henkerin in einer Person beliebig Ihnen Missliebiges anzeigen, Klage erheben und hernach ein Ihnen genehmes Urteil verkünden und das Richtschwert erheben. Die Waagschalen, die Ihnen als Justitia am anderen Arme baumeln, sind aus dem Gleichgewicht geraten und auf der schwereren triumphiert wiederum ein selbsternannter Racheengel von Gottes Gnaden.

Wenn Ratten, Rahab, auf zu engem Raum zusammenleben, werden manche von ihnen zu Kannibalen. Da dieses Verhalten mit einer schweren psychischen Deformierung des Subjektes einher kommt, fällt es über alle Ratten her, deren Ausdünstungen nicht nach Rattenfleisch riechen.

Ich denke, die Redaktion sollte das hier abschließen.

luzieh.fair 04.07.2011 | 14:57

"Ich denke, die Redaktion sollte das hier abschließen."

Nein, das denke ich nicht. Nur weil "ihr" "euch" nicht "benehmen" könnt (ist mir grad egal, wer meint angefangen zu haben, oder die Schuldige zu kennen), oder wie?

Da könnt ich ja auch unter jedem Artikel, der mir nicht passt einen Streit vom Zaun brechen und dann die Redaktion bitten, den Thread zu schließen...nee, neee, neeeee.

Um nun aber doch kurz Stellung zu beziehen: Rahabs erstes Posting vom 02.07.2011 um 13:49 bot keinen Grund zu getätigter Reaktion von Kunibert am 02.07.2011 um 14:11.

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Ehemaliger Nutzer 04.07.2011 | 20:36

Magda schrieb am 04.07.2011 um 17:43

Patrick Bahner? Kenne ich nicht, aber das scheint auch nicht wichtig, bin ich Ihrer Ansicht nach doch selber ein Solcher.
Sarazin? Halb gelesen, statistisch interessant, aber veruraltet; als ehem. Bundesbanker vom gleichen Typus wie alle Ackermänner und Lehmens ... Ruinös.
Matussek? Schon mal gehört, irgendjemand schrieb hier etwas über diesen ... aber unsere Mediengesellschaft gibt vielen ein Forum.
Aber ich kann Ihnen kleine Geschichten erzählen, Geschichten aus dem Koranunterricht, die der Enkel meiner LG frisch, fromm, fröhlich und frei bei Besuch zum Besten gibt. Aussage:
Der Imam hat gesagt:
alle Christen sind Teufel."
der heilige Krieg wird sie dahinraffen, so Allah will.
auf der rechten Schulter sitzt der Engel, der Gutes verzeichnet; auf der Linken, der Schlechtes aufzeichnet. Wenn Du tot bist werden beide Bücher gewogen und nur wenn das Gute schwerer ist, kommst Du ins Paradies.

Und was im Koran steht, liebe Magda, brauche ich Ihnen nicht zu sagen; sollten sie es nicht wissen, kann ich Ihnen einen Link auf eine deutsche Übersetzung liefern. Und vergessen Sie nicht, Magda, der Koran beansprucht den Primat seines Gesetzes.
Ich bin mir darüber im Klaren, dass Menschen, die nicht mit den unmittelbaren, sprich familiären Implikationen in Berührung gekommen sind und lediglich die publizierten Fälle als Einzelaktionen überforderter Menschen gemäß den Vorgaben der Politik und professionellen Beschwichtiger herab würdigen, in der Mehrheit sind.
Aber ich werde meine Schnauze nicht halten und hier in absehbarer Zeit (das Ganze ist noch nicht zu Ende und geht ins 10.!!! Jahr) eine RealetyStory reinsetzen, die dort, wo sie geschehen ist, keinen Einzelfall darstellt, sondern das Verhalten einer SubGesellschaft repräsentiert, allen Gutmenschen zum Trotz.

Wenn Ich Ihnen dann, liebe Magda, die Frau vorstelle, der das, was ich beschreibe werde, widerfahren ist und Sie, liebe Magda, ihr dann das antworten, was Sie hier im höflichen Unterton von sich geben, kann es sein, dass ich mich dann vergesse.

Aber wie bereits gesagt, die Vorstellung ist noch nicht zu ende, und vorher wird nichts verlautbart. In diesem Sinne liebe Magda, fröhliches Träumen von einer friedlichen Koexistenz.

Liben Gruß Vom Kuni

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Ehemaliger Nutzer 04.07.2011 | 20:47

luzieh.fair schrieb am 04.07.2011 um 12:57

Luzieh, wie ich auf Rahab reagiere, ist meine Sache; lediglich geeignet, die Reaktion zur Kenntnis zu nehmen, einer Stellungnahme bedarf es nicht; Sie haben damit nichts zu tun und ich hatte die Dame Rahab schon einmal gebeten, mich aus dem Fokus ihrer Aufmerksamkeit zu streichen. Es wird also am besten sein, Sie ignorieren diese zutiefst von Aversionen, möglicherweise sogar abgrundtiefer Abneigung geprägte Antibeziehung. Mein Kunibert am 02.07.2011 um 14:11 genannter Kommentar bringt genau dies zum Ausdruck. Wir hatten das alles schon, und nicht nur einmal.

Aber interessant könnte es sein, zu beobachten, wie sich solche Dinge entwickeln ... aber wohl auch, wie sie enden ... z.B. hier.

LG Kuni

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rahab 04.07.2011 | 21:08

ax jotte ne!
die redaktion kann abschließen ... den schlüssel fortwerfen.... schließlich ist ja alles gesagt, nachdem ein gewisser K.H. seinen anti-muslimismus ausgetobt hat. auch der autor muß sich dazu nicht mehr äußern, das hat Stefan Weidner mit "Islamkritik als Aufklärungsfaschismus" (www.sueddeutsche.de/politik/islamkritiker-affekt-und-ressentiment-1.953021) ja schon zur genüge besorgt.
zwar wäre es zu ergänzen um einige anmerkungen, weshalb dieser aufklärungsfaschismus notwendig ein misogyner sein muß. aber das würde zu weit vom thema wegführen.

nur um den ollen Teddy tut's mir richtig leid. der ist schließlich schon tot und kann sich nicht mehr wehren. oder doch?

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Ehemaliger Nutzer 04.07.2011 | 21:25

Rahab schrieb am 04.07.2011 um 19:08

Also, Sie sind ja wirklich übel, liebe Rahab, aber wenn sie schon so sind, wie Sie sind, habe ich doch eine Bitte: Ist es Ihnen möglich, sich mit den Thesen aus:

Kunibert Hurtig schrieb am 29.06.2011 um 13:17

auseinanderzusetzen? Diese nicht in Form pauschalisierter Rassismusanwürfe oder brauner Sch...., überhaupt mit keiner persönlichen, von unserer Aversion geprägten Gegenthese zu entkräften? Ich bin gern bereit, mich bei Ihnen zu entschuldigen, in aller Form, damit habe ich kein Problem ... aber Sie wissen ja, Nat.-Wiss. sind schwierige Menschen. Also, wollen Sie, können Sie oder sollen wir es dabei belassen?

Magda 04.07.2011 | 21:57

@ Kuni - "kann es sein, dass ich mich dann vergesse."

Sie vergessen sich schon die ganze Zeit. Und ich werde nicht schlau darüber, welche Schlussfolgerungen Sie in Erwägung ziehen: Wollen Sie alle Muslime und Musliminnen unter Beobachtung stellen? Sollen sie alle zwangsentislamisiert werden? Sollen sie alle gekennzeichnet werden oder gleich vertrieben.
Es fröstelt einen ordentlich.

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Ehemaliger Nutzer 04.07.2011 | 22:28

Magda schrieb am 04.07.2011 um 19:57

Auch Sie greifen nur einen Satz heraus, das ist irgendwie enttäuschend. Und ich vergesse mich nicht, Magda, ich habe bei
Kunibert Hurtig schrieb am 29.06.2011 um 13:17
eine Anzahl Thesen aufgestellt, von denen keine Einzige in Folgenden thematisiert wurde, um sie entweder zu bestätigen oder den Gegenbeweis anzutreten. Das Einzige was darauf geantwortet wurde, waren mehr oder weniger unterschwellige Anwürfe, ein Rassist zu sein. Das, Magda, lasse ich mir nicht gefallen!!! Es ist infam, ärmlich und nicht zur Wiederholung geeignet. BASTA.
Wenn Sie etwas zu diesen Thesen zu sagen haben, setzen Sie sich doch einfach damit auseinander, aber unterstellen oder fragen Sie, bitte, nicht ob irgendjemand werden soll. Es geht hier nur und ausschließlich um die Umdeutung des Begriffes Migrationshintergrund in eine Metapher!
Und derjenige, der dies argumentiert, ist beileibe kein Blöder; also verfolgt er damit eine bestimmte Absicht! Da er selbst nicht antwortet, um sich zu erklären, sondern seine Thesen allein sterben lässt stellt sich doch die Frage, was hat er denn wohlgemeint?
Ich habe mich mit seinen Thesen und Sätzen befasst, sonst eigentlich niemand. Ich habe die sprachlich-semantischen Implikationen zu verstehen versucht und meine Interpretation dazu sehr offen erläutert. Auch das hat niemand in diesem Thread gemacht!
Widerlegen Sie mich, Magda, aber erfragen Sie nicht, ob ich jemanden kennzeichnen möchte; auch das ist infam, ideologisch unterminiert und findet nicht meine Zustimmung!
Und wie zur Dame Rahab schon ausgesprochen hatte: sachlich, liebe Frau Magda, thematisch fixiert.
Was bedeutet das, was der Autor, der ansonsten noch nicht erkennbar in Erscheinung getreten ist, mit seiner Interpretation zum Ausdruck bringen will? Was ist die hinter dem Text stehende Absicht ... als nächste Frage ... Jedoch dürfte diese Antwort wohl Spekulation sein.

Gruß Kuni

luzieh.fair 05.07.2011 | 12:02

Guten Morgen Kunibert.

ich habe mir mal die Mühe gemacht und bitte Sie zusätzlich noch auf meine Fragen aus
luzieh.fair schrieb am 04.07.2011 um 12:41 einzugehen, auch wenn Sie diese als irrevant empfinden. Ich könnte ihre Motivation vielleicht besser verstehen, wenn Sie antworten.

Also los (ich fange da an, wo Sie sich auf Utlu beziehen, Kullukcu lass ich weg, weil es hier ja um Utlus Text geht:

„Hier ist zu kritisieren, dass das Interpretation des Begriffes sich auf eine Mitbürgergruppe bezieht,
von denen erhebliche Teile sich dem Integrationsbemühen des gesellschaftlichen
Umfeldes durch selbst gewählte Isolation entzieht, da dieses durch das Beharren auf kulturell überkommene Wertvorstellungen sich irritiert sieht. Das kann
jedoch nicht an Gruppen von Migranten beobachtet werden, die aus dem südeuropäischen Raum eingewandert sind.“

Die These, die ich aus diesem Absatz ziehe ist: es gibt Integrationswillige und -unwillige Migranten. Weiter lässt sich die Klassifizierung in die „guten“ (christlichen) und die schlechten (muslimischen) Einwanderer herauslesen.
Wenn die These hier eine andere gewesen sein sollte, bitte ich das zu korrigieren. Ansonsten muss ich Sie hier zitieren: „eine Befassung findet nicht statt“

„Jedoch verschwand der so genannte Migrationshintergrund innerhalb von einer
Generation im Nebel der Bedeutungslosigkeit, weil die migrantischen Gruppen in den sozioökonomischen Komplex des gesellschaftlich Gegebenen ein- und
aufgingen: sie wurden als psychosozial integriert und damit unauffällig akzeptiert, ohne ihre Herkunft leugnen zu müssen!“

Das ist doch die gleiche These wie oben, oder? Es gibt welche, die haben sich hervorragend integriert und fallen nicht weiter auf, stören Sie also nicht weiter.
Das mit dem Nebel der Bedeutungslosigkeit sieht in der Praxis übrigens ganz anders aus. Denn wenn der Nebel sich lichtet, in sagen wir mal einer sächsischen Kleinstadt, dann ist es egal, aus welchem „Kulturkreis“ ein jemand kommt. Stiefel am Kopf, ist Stiefel am Kopf. Aber darum geht ja hier nicht.
Die Idee, dass (nur) Menschen, die als „unauffällig“ gelten akzeptiert werden, gefällt mir gar nicht.

Sportliche (nationalistisch gefärbte) Großereignisse (Sie spielen auf WM an, oder?) heranzuziehen, um die Toleranz und Aufnahmewilligkeit der…ja von wem denn jetzt…der deutschen(?) zu beweisen…naja.

„M.E. nach erfüllt er diesen, weil das exzessive Beharren auf das Anderssein
aufgegeben wurde, da prinzipiell der Migrant / die Migrantengruppe sich einer soziophilisophische Vergangenheit sicher ist, die aus dem Gewissen
der Überzeugungen Sicherheit gewann. Dies kann an der angesprochenen Migrantengruppe nur wiederum bei einer Minorität beobachtet werden.“

Schon wieder die gleiche These, diesmal gespickt mit einem deutlichen: „die wollen doch gar nicht dazu gehören“. Sie wählen das Anderssein und müssten sich, um dazu zu gehören, nur mehr bemühen.
Sie malen hier offene Arme, wo keine sind. Außerdem hört sich das nach ganz üblem neoliberalen Gerede an: wer's nicht schafft, ist selber schuld.
Sie beschäftigen sich mit den Rechten (oder zugefügten Unrechten) von Hartz IV-Empfängern, oder so ähnlich? Dann sollten Sie ja wissen, dass ein "wer sich nur genug bemüht, der schafft es auch" nicht zutrifft.

„Dies ist bei Migrantengruppen aus dem nordafrikanischen und/oder islamisch geprägten Umfeld entweder nicht ohne Weiteres zu beobachten. Hier reagieren die Bevölkerungsmajorität und die Migranten aus dem südeuropäischen mit Angst besetztem Befremden. Wer macht hier etwas falsch?“

Und schon wieder. Diesmal konkret: die (Nord)Afrikaner und die aus islamischen Ländern sind die, die partout nicht wollen. Andere wollen. Die sind die Guten.
Wissen Sie Kunibert: ich würde nie bestreiten, dass es Menschen gibt, die sich scheiße verhalten, überall auf der Welt.
Am Ende schreiben sie noch, dass Sie nicht verstehen, warum Utlu und Kullukcu sich im Freitag beschweren, wo es ihnen doch gut geht, den „migrantischen Mitbürgern“.
Ich verstehe nicht, warum sie von Thesen schreiben, die Sie aufgestellt haben wollen, wenn es in jedem einzelnen Absatz um die „schlechten“ und die „tadellosen“ Migranten geht.
Das was sie zur Semantik geschrieben haben erscheint mir da marginal. Will sagen: es geht unter in der Masse der Wiederholungen: böse Moslems, gute Christen.

Na dann...grüßt die Luzieh