Helmet? What a fucked up name... (2)

80 Jahre Helmut Kohl Zum 80. Geburtstag von Helmut Kohl unser A-Z Spezial: Alles, was Sie über den Altkanzler, Ex-CDU-Vorsitzenden und Ex-Ministerpräsidenten nicht vergessen sollten (Teil II)

Folgen seiner Amtszeit Angela Merkel. Kein Kanzler Wolfgang Schäuble. Kein Kanzler Oskar Lafontaine. Der Euro. Die Einheit. Das Kanzleramt in Berlin in Gestalt einer Waschmaschine. Kulturmeile in Bonn. Das Schweigen. Auch über eineinhalb bis zwei Millionen Deutsche Mark an CDU-Spendengeldern. Gut 2.000 Seiten persönliche Erinnerungen. SL

Handtasche Margaret Thatcher knallte ihr Täschchen beim EU-Gipfel 1984 auf den Tisch: „I want my money back!“, herrschte sie die Runde an. Es war der Beginn einer wunderbaren Feindschaft zwischen ihr und Kohl. Der Kanzler blieb wie immer stur und wurde Großeuropäer. Wer aber kennt noch Thatcher? gras

Helmut Ein Dialog aus Night on Earth, 1991

Yoyo: What’s you name, man?
Helmut Grokenberger: Helmut Grokenberger. [pointing to his cab license] Here, you can read it. That’s me.
Yoyo: Helmet?
Helmut Grokenberger: Helmut.
Yoyo: That’s your name?
Helmut Grokenberger: Yeah.
Yoyo: Ha ha ha ha ha. That’s a fucked up name to be namin’ your kid! Helmet! See, ’cause in English, a helmet would be like, you know, like something you would wear on your head, you know? You a... a helmet! Ha ha ha! In English, that would be like callin’ your kid, uh, „Lampshade“ or some shit like that: ‚Hey, Lampshade! Come here and clean up your room!‘ Ha ha ha ha ha!

Männerfreundschaft Mit Freunden geht man am Strand spazieren (Mitterrand), plaudert am großen Holztisch die Nächte im Kaukasus durch (Gorbatschow), lässt sich den Feriensitz in Maryland vorführen (Bush Senior) oder schwitzt zusammen in der Sauna (Jelzin). Kohls Prinzip, die Weltpolitik auf den Austausch persönlicher Sympathiebekundungen zu reduzieren, mochte noch aus der Zeit der Stammesgesellschaften herrühren – es war jedoch unschlagbar erfolgreich. Am Ende hat er gekriegt, was er wollte. Echten Freunden kann man schließlich nichts abschlagen. Jan Pfaff

Masse Feingeister hatten nur Verachtung übrig für die Statur des späten Helmut Kohl. Welch unbeherrschter, ordinärer Vielfraß! Tatsächlich kam der beherrschende Kohl in seiner körperlichen Wucht dem archaischen Typus des Mächtigen erschreckend nahe, wie ihn Elias Canetti als „Meistfresser“ klassifiziert: Die Leibesfülle symbolisiert die Größe der Macht. Potent ist, wer nicht nur am meisten zu essen hat, sondern das auch öffentlich zelebriert. Die Menschen „verlassen sich auf seinen gefüllten Bauch, als hätte er ihn für sie alle mitgefüllt“ – in einer bundesdeutschen Variante: Der gefüllte Bauch wuchs und wuchs, repräsentativ, quasi demokratisch. Susanne Lang

Teil I des A-Z Spezials, von A wie Anfang bis E wie Eierwurf, lesen Sie . Morgen folgt Teil III und Schluss: von P wie Pfalz bis W wie Wolfgangseehier

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14:00 03.04.2010

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