Lisa Rüffer
Ausgabe 1614 | 30.04.2014 | 06:00 36

Ich ist tot

Psychologie Immer mehr Menschen suchen mithilfe von Therapeuten nach ihrem wahren Ich. Unsere einfache Frage dazu lautet: Geht das überhaupt?

Ich ist tot

Wie werde ich, wer ich wirklich bin?

Fotos: Espen Eichhöfer/ Ostkreuz

Der Mann, den ich seit vier Jahren nicht mehr gesehen habe, heißt Dr. Richard Hagleitner. Mehr als anderthalb Jahre trafen wir uns regelmäßig ein- bis zweimal in der Woche und saßen uns gegenüber. Dr. Richard Hagleitner ist psychologischer Psychotherapeut. Ich hatte gerade mein Studium beendet, lebte eine unentschiedene Liebesbeziehung, war vorübergehend arbeitslos und wusste nicht, wer das sein sollte oder könnte: Ich.

So geht es vielen. Bist du auch in Therapie? Diese Frage wird immer öfter mit ja beantwortet. Die Auseinandersetzung mit uns selbst ist zu einem ziemlich breit angelegten Phänomen geworden. Wir zweifeln an uns, besinnen uns auf uns selbst, machen ein Sabbatjahr, kaufen Ratgeber, treiben Sport oder Yoga oder so. Wir ernähren uns gesund. Wir atmen uns gleich nach dem Aufstehen den Tag zurecht. Und immer öfter suchen wir uns dafür noch professionelle Unterstützung.

Damals mäanderte mein Ich also in meinem Leben herum, der Rest von mir schwamm irgendwie hinterher. „Auf der Makroebene ist der Studienabschluss als auslösende Situation der aktuellen depressiven Episode zu erkennen“, schrieb Herr Hagleitner in seinem Bericht über mich. Ich erspare Ihnen die Mikroebene. Mir ging es wie anderen, und es fühlte sich nicht gut an. Es war kaum auszuhalten. Ich wünschte mir jemanden, der mir sagt, wie das geht: Ich sein. Aber kann, wer danach sucht, sein Ich wirklich finden? Und wer kann einem helfen? Schafft man zu werden, wie man wirklich ist?

Brüche, die uns in die Krise führen, können vielfältig sein: der Studienabschluss, der 30. Geburtstag, berufliche Veränderungen, Trennungen oder Scheidungen, der 40. Geburtstag, Krankheiten, der 50. Geburtstag, Abschiede. Wie jeder Einzelne mit solchen Zäsuren umgeht, ist individuell. Aber Krisen eröffnen uns einen Blick auf uns selbst. Und viele beginnen dann damit, sich neu zu sortieren. Wie bei einem Puzzle, dessen Teile bisher verkehrt herum lagen, beginnen sie, die Bildseite nach oben zu drehen. Was gehört wohin? Beim nächsten Mal wollen sie besser gewappnet sein.

Die Zahl der krankenversicherten Deutschen, die zu einem Therapeuten gehen, steigt. Allein in Bayern erhöhte sich ihre Zahl nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung in den Jahren von 2000 bis 2008 von 90.000 auf 130.000. Selbstzahler und Privatpatienten nicht miteingerechnet. Sind diese Menschen wirklich alle psychisch krank? Oder ist Selbsterfahrung einfach so etwas wie die Mode unserer Zeit?

Gesund oder krank

„Einer, der wirklich krank ist, würde nicht sagen, ich möchte mehr über mich erfahren. Die halten ihr Leben nicht mehr aus“, sagt mein ehemaliger Therapeut Richard Hagleitner. Es ist schwer, eine Unterscheidung zwischen mehr oder weniger kranken Patienten zu machen. Herr Hagleitner schlägt dazu den Begriff Anpassungsstörung vor. Diese Diagnose ist bei Psychotherapeuten sehr beliebt. Man könnte sie auch die Eintrittskarte in die Therapie nennen.

Denn normalerweise sollen Therapien jenen vorbehalten sein, die klinisch krank sind. Menschen, bei denen eine Anpassungsstörung diagnostiziert wurde, die leichteste Form der Depression, sind möglicherweise nicht klinisch krank. Aber sie leiden. Und sie sind viele. Der Verband der Ersatzkassen bestätigt, dass sich die Anpassungsstörung zur häufigsten Diagnose entwickelt hat. Sie liegt gefühlt auf der Grenze zwischen Krankheit und Selbsterfahrung.

Auch bei mir stellte der Therapeut diese Diagnose. Ich hätte mich in meiner Krise natürlich auch an einen der zahlreichen Berater, Coaches oder Experten wenden können. Doch da ich ihnen skeptisch gegenüberstehe und sie nicht hätte bezahlen können, entschied ich mich für eine Psychotherapie. Zudem bekommt man dort eine Diagnose, das erschien mir handfest. Und hinterher war ich erleichtert. Heute allerdings frage ich mich, ob ich es nicht auch allein geschafft hätte.

Jetzt sitzen Herr Hagleitner und ich uns wieder gegenüber. Und nach dem Motto Jetzt-stell-dich-mal-nicht-so-an frage ich, ob ich die Therapie gebraucht hätte. Richard Hagleitner lächelt: „In der Psychotherapie ist nichts so eindeutig. Der klinische Blick unterscheidet anders. Ich schätze, ein Drittel meiner Patienten ist klinisch betrachtet nicht krank. Aber Leidensdruck ist etwas sehr Subjektives.“

War ich also einer von vielen Patienten, die gar nicht klinisch krank sind? Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPK) bestätigt diese Behauptung auf Nachfrage natürlich nicht. Die Psychotherapie heilt offiziell Kranke. Sie hätte es im deutschen Gesundheitssystem schwerer, wenn sie öffentlich erklären würde, sie helfe Gesunden gesund zu bleiben. Doch dazu später.

Langzeittherapien sind antragspflichtig; sie müssen von einem Gutachter genehmigt werden, ehe die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Doch neben der Psychotherapie hat sich ein unübersichtlicher Markt von Dienstleistern mit Sendungsbewusstsein etabliert, der wächst und wächst. Die Online-Recherche konfrontiert einen damit in allen Facetten: esoterisch angehauchte Engelsforen; Ratgeberliteratur, die den Weg zur eigenen Mitte zeigen will; Coaches und Experten. Es ist ein Gewerbe im Imperativ: Werde gelassener! Finde dich selbst! Befolge dies, dann erreichst du das! Ich gehöre zu den Vielen, die diesen Markt belächeln. Doch fürchte ich, dass dieses Lächeln eine Arroganz und Besserwisserei jener ist, denen es gerade gut geht.

Denn die Auseinandersetzung mit uns zahlt sich aus. Und wir profitieren nicht nur selbst davon. „Für jeden Euro, der in Psychotherapie investiert wird, können Einsparungen von zwei bis drei Euro erreicht werden“, gibt die BPK an. „Die Bundesregierung schätzt, dass im Jahr 2008 ein Produktionsausfall von 26 Milliarden Euro und ein Ausfall an Bruttowertschöpfung von 45 Milliarden Euro und 18 Prozent aller verlorenen Erwerbsjahre auf psychische Erkrankungen zurückgingen.“ Wer herausfindet, wer er ist und was ihn motiviert, kann bessere Leistungen bringen. Er lebt zufriedener, wird seltener krank. Das ist keine neue Erkenntnis. Doch erst langsam setzt sie sich durch. Die Suche nach uns selbst mag eine Mode sein, aber sie orientiert sich an einem elementaren Bedürfnis.

Das Gute an einer Krise ist, dass wir an uns selbst nicht länger vorbeikommen. Und genau da setzt die Psychotherapie an. Sie stellt einen Rahmen zur Verfügung, der sich im Alltag nicht oft bietet. Die Aufgabe des Therapeuten ist es bei tiefenpsychologischen und verhaltenstherapeutischen Verfahren, Geborgenheit, Empathie und eine ehrliche Haltung zu vermitteln. Und einen geschützten Raum zu garantieren, in dem der Therapeut keine Grenzen überschreitet. Das heißt aber auch, dass er maximal Impulse setzt. „Glücklich machen kann ich niemanden. Ich kann nur nebenher gehen“, beschreibt es Herr Hagleitner. Der Rest liegt beim Patienten.

Das Berufsbild Psychotherapeut ist erst seit dem Jahr 1999 geschützt. Und wer als solcher arbeitet, handelt nach einer rechtlich bindenden Berufsordnung. Ratschläge und Handlungsanweisungen sind verboten. Psychologischer Berater, Coach und Experte kann sich dagegen jeder nennen. Das ist das Resultat einer großen Nachfrage, der die Psychotherapie allein nicht mehr nachkommen kann. Natürlich wird mit diesem Markt Geld verdient. Doch ist das Grund genug, all die Menschen, die in dieser Branche arbeiten, nicht ernst zu nehmen?

„Ratschläge sind auch nur Schläge“, führt Richard Hagleitner einen alten Therapeutenspruch an. Ich erinnere mich, wie oft ich ihn gern an den Schultern gefasst und geschüttelt hätte. Er sollte nicht nur da sitzen und Fragen stellen, sondern mir sagen, was falsch und richtig ist. Vermutlich hätte ich die Krise auch allein gemeistert. Doch mit Therapien verhält es sich wie mit Geburten: Der Schmerz wird schnell vergessen, das Erfolgserlebnis bleibt. Die Frage ist eher, wie lange hätte meine Ich-Geburt ohne Begleitung gedauert?

Coaches und Experten

Oder bietet die von mir so skeptisch betrachtete Lebensberatungsbranche vielleicht gar effektivere Wege zum Ich? Diese Skepsis teilen viele, zu Recht. Denn die psychologischen Berater, Coaches und Experten werden immer mehr. Aber sie werden auch immer besser. Gegen die Skepsis und den Stümperverdacht hat man nun verschiedene Vereinigungen und Verbände erfunden, die wie ein Gütesiegel funktionieren; zum Beispiel den Berufsverband der Trainer, Berater und Coaches. Längst werden dort Methoden entwickelt, die auch in die Psychotherapie Eingang finden. Coaches legen ihren Klienten Therapien nahe, und Therapeuten empfehlen ihren Patienten ergänzende Methoden wie Yoga, Meditation oder eben Coachings.

Sie schicken sie zum Beispiel zu Jan Eßwein. Der Achtsamkeitsexperte ist die beste Werbung für seine Arbeit. Er hält mir die Tür auf, rempelt niemanden im Vorbeigehen an, spricht ruhig und blickt mir beim Gespräch in die Augen. Ich sehe seinem Körper die Yogaübungen und Meditationen an, vielleicht auch die dreiwöchige Diät, die er gerade in Peru gemacht hat. Jan Eßwein ist auch Bestseller-Autor. Vor vier Jahren erschien sein Ratgeber Achtsamkeitstraining, darin vermittelt er ein Programm aus Meditations- und Yogaübungen. Eßwein orientiert sich dabei an der MBSR-Methode („Mindfulness Based Stress Reduction“) des amerikanischen Verhaltensmediziners Jon Kabat-Zinn. Achtsam sein heißt, alles bewusster zu tun: Essen, Atmen, Arbeiten, Zuhören. Das Gegenteil von Multitasking. Die Methode ist in der Fachwelt anerkannt. „Und Studien belegen, Meditierende sind empathischer“, sagt der Achtsamkeitsexperte.

Viele der Berater, Coaches und Experten sind Quereinsteiger. Die Erfahrungen, die sie weitergeben, haben sie oft am eigenen Leib gemacht. Auch Jan Eßweins Weg begann mit einer Krise. Als er siebzehn war, starb ein guter Freund. Er machte eine Ausbildung zum Physiotherapeuten, begann zu meditieren und suchte nach der richtigen Form, um das Erfahrene weiterzugeben. Und er glaubt, dass das auch für andere richtig ist. „Natürlich habe ich ein Sendungsbewusstsein“, sagt Eßwein. Er steht für das, was er tut. Und diese Glaubwürdigkeit ist ein Potenzial. Aber ist das vielleicht auch ein Problem?

Es bleibt die große Frage: Müssen wir uns selbst finden oder können uns andere den Weg zeigen? Bringt es uns weiter, wenn wir uns Methoden aneignen, die uns helfen, mit dem Alltag besser umzugehen? Oder vermeiden wir dann die echte Auseinandersetzung mit der Frage: Wer bin ich? Müssen wir uns verändern oder die Welt, in der wir leben?

Der Arzt und Psychotherapeut Michael Bohne arbeitet als Auftrittscoach für Profimusiker und als Ausbilder für Therapeuten und Coaches. Seine Methode nennt sich Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie, kurz PEP. Eine Klopftechnik, die in Stresssituationen eingesetzt wird. Durch das Klopfen mit den Fingerspitzen, etwa an der Hand, werden im stark beanspruchten Gehirn emotionale Verarbeitungsprozesse angestoßen. Der Patient wird ruhiger und kann den Stress bewältigen. Mit etwas Übung wird PEP zur Selbsthilfetechnik und erleichtert den Alltag. Sie wird erfolgreich in der Traumatherapie eingesetzt, hilft aber auch bei Anpassungsstörungen.

Als Arzt geht Michael Bohne mit den üblichen Verfahren der Psychotherapie hart ins Gericht. „Das ist in manchen Situationen unterlassene Hilfeleistung“, sagt er. Reden funktioniert über die Großhirnrinde und setzt auf Einsicht und Verstehen. Das funktioniert, solange die Patienten emotional ruhig bleiben. Doch in Stresssituationen ist die Großhirnrinde nicht mehr zuständig und mit Reden allein ist kein Durchkommen. PEP rückt langsam in den Fokus und Therapeuten erzielen damit gute Ergebnisse. Seit dem Jahr 2009 hat Michael Bohne rund 1.500 Leute ausgebildet. Aber der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie, der für die Anerkennung von Methoden und Verfahren zuständig ist, lehnt viele neue Ansätze ab. Vertreter anerkannter Methoden urteilen dort über neue Methoden. „Ein ernsthaftes Interesse an Innovationen ist nicht vorhanden“, sagt Michael Bohne. So bleiben zwei Märkte getrennt, die eigentlich zusammengehören.

Die Weichei-These

Es gibt kein Rezept für den richtigen Weg. Die Einen wollen ihr Ich per Selbstreflexion herausfinden, die Anderen wollen es per Methode erleben. Ich bin noch immer bei meiner Ausgangsfrage: Wie werde ich, wer ich wirklich bin? „Die Frage ist sehr wichtig“, sagt Michael Bohne. „Sie enthält den Zweifel: Bin ich das gar nicht?“

Es galt lange nicht als schick, sich selbst infrage zu stellen. Das Privatleben trug man nicht zu Markte und auch nicht zu jemandem, der es beruflich unter die Lupe nimmt. Das ist heute nicht mehr so. Doch nach wie vor fällt vielen diese Auseinandersetzung schwer. Krank sein heißt immer noch, stigmatisiert zu werden. So erleichtert ich war, eine Diagnose zu erhalten, gleichzeitig dachte ich: Okay, jetzt bist du krank. Ich erzählte kaum jemandem davon und wenn ich aus der Therapie kam, habe ich mich gefragt, ob mir jemand etwas anmerkt. Diese Zeit der Therapie erschien mir als eine Zeit der Schwäche. Ich hatte eine andere Vorstellung davon, wie ich sein wollte. Ich schämte mich für mich.

Aber was steht uns eigentlich im Weg? Wir leben doch in einer Welt, die uns scheinbar an jeder Ecke offeriert, sei wer Du sein willst. Dadurch steigt aber auch der Anspruch an unsere tägliche Performance im Job und im Privatleben. Wer will sich da noch aufs Kranksein einlassen? Auf der anderen Seite sind die Diagnosen heute besser und genauer als früher. Die gängige Behauptung, früher wären die Menschen gesünder und widerstandsfähiger gewesen, ist falsch. Die Weichei-These. Tatsächlich haben die Menschen nicht bemerkt, wenn sie krank waren oder blieben im Unklaren über ihren Zustand. Vielleicht hatten sie auch einfach andere Probleme.

Für uns aber ist diese Frage heute ein wichtiges Thema: Wie werde ich, wie ich wirklich bin? Die Weichei-These müsste aus der Welt und auch die Diagnosekategorien krank und gesund. Anstatt Krankheit zu verwalten, sollte das Gesundheitssystem Gesundheit fördern. Licht ins Dunkel des Angebots bringen. Es sollte auch Gesunden helfen, sich an ein besseres Leben zu wagen. Es würde sich dann weniger krank anfühlen. Und wir würden uns weniger vor der Suche nach dem Ich fürchten. „Oft fehlt ja nicht viel, und man findet wieder zu sich selbst. Wirklich ich sein heißt nicht, gesund zu sein“, sagt Herr Hagleitner.

Eines dürfen wir darüber nicht vergessen: Die menschlichen Möglichkeiten sind begrenzt. Menschen sind keine Computer, sondern profane Zweibeiner, ohne die Option auf zeitgemäße Entwicklung der Hardware. Wir hatten schon immer Krisen und waren schon immer krank. Daran wird sich auf absehbare Zeit wahrscheinlich nichts ändern. Aber die Software, unser Umgang mit uns selbst, die ist veränderbar. Selbsterkenntnis ist ein schmerzhafter Prozess. Sollten wir nicht so weit sein, dieses vermeintliche Scheitern tatsächlich als Chance anzuerkennen?

In der Hirnforschung

Nun wird es langsam Zeit, dass ich mit einer zweiten Wahrheit meiner Recherche herausrücke: Am Ende ist die Suche erfolglos, sie führt ins Leere. Denn auf die Frage „Wer bin ich wirklich?“ gibt es genau genommen keine Antwort. Das Ich ist eine Lüge. Die Hirnforschung ist längst von dieser Idee eines zentralen Ichs abgekommen. Kein Ich-Zentrum, keine erkennbare Seele, die im Gehirn das Kommando hat.

Im Grunde ist das Ich eine metaphysische Erfindung des Christentums und der Philosophie des Geistes. Philosophen von Platon bis Heidegger setzten sich mit der Frage nach Sein und Bewusstsein auseinander. Im Mittelpunkt stand das Leib-Seele-Problem: Ist der Geist etwas Körperliches oder gibt es so etwas Flüchtiges, Nicht-stoffliches wie eine Seele? Mit dem wissenschaftlichen Fortschritt der Hirnforschung wurde dieses metaphysische Ding im flatternden Gewand zu Grabe getragen.

Wir wissen heute, dass das Ich kein Ding ist, sondern ein Prozess. Es ist plastisch, formbar, passt sich bewusst und unbewusst an seine Umgebung an. Wir sind Ich immer nur im Moment und in der Rolle, die wir verkörpern. Das hindert unser Gehirn aber nicht daran, ein Gefühl für dieses Ich aufzubauen. Und es unternimmt einige Anstrengungen, um in einer komplizierter werdenden Welt bei sich zu bleiben. Hätte ich mir also die Therapie sparen können?

Thomas Metzinger schreibt in seinem Buch Der Ego-Tunnel: „Die Leistungsfähigkeit unserer Sinnesorgane ist begrenzt. Aus diesem Grund ist der kontinuierlich ablaufende Vorgang des bewussten Erlebens weniger ein Abbild der Wirklichkeit, als vielmehr ein Tunnel durch die Wirklichkeit.“ Zwischen der Welt, die sich verändert, und dem Menschen im „Ego-Tunnel“ tut sich ein Graben auf.

Metzinger ist Professor für Philosophie und Neuroethik an der Universität Mainz. Er leitet dort die Forschungsstelle Neuroethik und arbeitet interdisziplinär vor allem mit Hirnforschern zusammen. Die junge Neurowissenschaft hilft der alten Philosophie, Geist und Körper neu zusammenzudenken. Der Geist ist nach der Beerdigung der Seele wieder ein interessantes philosophisches Feld geworden. Thomas Metzinger beschreibt das Problem so: „Es gibt kein unabhängiges Selbst, unser Gehirn produziert nur ein inneres Bild davon. Und das erkennen wir nicht als solches, sondern verwechseln uns sozusagen damit.“ Ein Bild verändert sich, es entwickelt Patina, ist formbar und interpretierbar. Aber dieses Bild ist kein Ich. „Die Metaphysik des Ego ist am Ende“, sagt der Bewusstseinsforscher. „Wir dürfen uns auch eingestehen, dass das wehtut. Denn eine ihrer Hauptfunktionen war Sterblichkeitsverleugnung.“ Wir leben also nur Hier und Jetzt.

Und das erhöht den Druck auf unser Leben. Der Soziologe Max Weber hatte 1917 die „Entzauberung der Welt“ verkündet. Die Aufklärung hatte das Magische aus der Welt abgeschafft und damit Religion und Aberglaube. Nur im menschlichen Geist erhielt sich das Metaphysische. Nun geht es auch damit zu Ende. Folgt rund 100 Jahre nach Weber die Entzauberung des Ichs?

Thomas Metzinger bejaht das. „Wir befinden uns in einem historischen Umbruch, der uns vor eine große Herausforderung stellt“, sagt er. Sein Buch, das nun als Neuauflage erscheint, hat er deshalb durch das Nachwort Spiritualität und intellektuelle Redlichkeit ergänzt. Er fragt nach der Möglichkeit einer säkularen Spiritualität und plädiert dafür, dass wir das Ich-Puzzeln nicht verlernen dürfen.

Die Frage, mit welchen Konsequenzen wir auf das Phänomen der Ich-Suche reagieren sollten, hat die Philosophie erreicht. „Wir bringen unseren Kindern das Zähneputzen bei, aber nicht die geistigen Fähigkeiten zur Erhöhung der eigenen inneren Autonomie. Warum institutionalisieren wir nicht Meditationsunterricht und philosophische Argumentationstheorie an unseren Schulen? Das wäre ein innovativer Weg, den zivilisatorischen Standard unserer Gesellschaft nachhaltig zu erhöhen“, schlägt Thomas Metzinger vor. Etwa meditieren für alle wie Brustkrebsvorsorge? Das hört sich zwar im ersten Moment komisch an, aber sind wir nicht längst auf dem Weg dahin? Geht die Suche damit in Ordnung oder bleibt sie stigmatisiert?

Vier Jahre habe ich darüber nachgedacht, warum ich eines Tages beschloss, mit der Therapie fertig zu sein. Nach einem schönen Sommer bin ich einfach nicht mehr hingegangen. Der Leidensdruck war weg, für Probleme fanden sich Lösungen, es ging mir wieder gut. Dabei hatte sich eigentlich nichts verändert. Mein Ich-Gefühl war immer noch das alte, aber wir waren Freunde geworden. Ich fand es okay, dass es manchmal schlechte Laune hatte oder wütend war. Es durfte jetzt unperfekt und eigen sein, in vielem langsamer als ich es mir wünschen würde. Ich lasse meinem Ich jetzt mehr Zeit.

Lisa Rüffer, geb. 1981, lebt in München. Sie arbeitete fünf Jahre als Mentorin an der Falckenberg-Schauspielschule, nun arbeitet sie als Journalistin

 

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 16/14.

Kommentare (36)

Roesike Axel 30.04.2014 | 18:15

Interessanter Bogenschlag.

»Brüche, die uns in die Krise führen«

…sind vielleicht auch die Öffnungen, die wieder hinaus führen.

Dazu bedarf es jedoch einem gewissen Vermögen, sich "erinnern" zu können. Warum sollte aber der "Träger" dieser Erinnerung nicht weiterhin Ich genannt werden können? Oder "Selbst".

»Ratschläge sind auch nur Schläge«

dieser Satz ist indes schon seit Jahrzehnten abgedroschen. Man vermißt evtl. viel eher Leute bzw. Ratgeber/innen, die tatsächlich mal Rat geben, auch auf die Gefahr hin, dadurch als fehlbar oder angreifbar wahrgenommen zu werden.

Die Maske des "objektiven" Beobachters, welcher auch "Verständnis für Subjektives" hat, hat sich inzwischen etwas "überlebt". Seid doch auch Menschen! Möchte man den Beobachtern und Beobachterinnen gerne mal zurufen.

Was sollte wohl das Ich anderes sein, als eine Anpassungsstörung, schaut man aus der gesellschaftlichen (Total-) Perspektive? Das Ich ist das "Privativum" zum Sozialen, die Privation am Gemeinsamen.

Letztlich ist der Gedankengang jedoch genau umgekehrt: viele Ichs schließen sich zu einer Gesellschaft zusammen, dies wiederholt sich ständig als soziale Gemeinschaft.

Das kommt im Weberschen Ansatz der Entzauberung vielleicht nicht ganz so gut zum Ausdruck, da Weber ja weniger auf die Vertragsethik aufbaut, vielmehr auf den Prozess andauernder Rationalisierung. Wenn man Weber (teilweise gegen Weber) ganz "unkritisch" liest. Wird auch nicht umsonst "Herrschafts-Soziologie" genannt. Aber viele "glauben" natürlich an die "große Entzauberung", das ist klar, das kann man den Leuten nicht nehmen. Es ist ja auch "beobachtbar".

Warum die Gehirnforschung hier als "neue Metaphysik" gelobpreist wird, ist nicht einsichtig.

Aber der Gedanke einer grundsätzlichen Infragestellung "rein tradierter Normen und Definitionen" von Worten bzw. Begriffen (wie hier zum ICH) ist natürlich irgendwie auch gut.

Vermutlich würden sich viele psychologisch ausgebildete Menschen wundern, dass seit Urzeiten die Menschen die Frage nach dem Ich stellten. Dass es vielleicht die "große Spielfrage" des Lebens ist. Nichts Neues, keine neue Erkenntnis.

Vermutlich waren doch auch frühere Menschen nicht so dumm, wie wir sie "aufklärungsgläubig" gerne darstellen. Ja, sie würden vielleicht über unsere eingebildeten Kulturkrankheiten und Meinungen darüber lachen. Wäre ja möglich.

Es gibt jedoch einem im Kontext nicht genannten Grund für das Ich: es ist die "Identität" der Person, der Persönlichkeit, wobei der Unterschied von "Ding" und "Prozess" auch gar nicht erheblich ist. Dass ein Mensch keine Menschärgerdichnicht-Figur ist, weiß man auch schon seit geraumer Zeit. Es gibt aber eben auch die juristische Konstante, will heißen, das Ich als das bürgerliche Subjekt mit seinen damit verbundenen Rechten etc. Welchen Sinn könnte wohl die "Idee der Autonomie" haben, ohne "Ich", ohne "autonomen" Handlungsträger.

Also die Politische Entwicklung läßt sich wohl nicht ganz aufgeben, trotz ultimativer neuer Therapie-Modelle. Fazit Akzeptanz ist wenig – wie soll man sagen, evtl. – revolutionär.

Fast schon etwas reaktionär. Aber das ist nur ein kleiner Spaß anbei! Wie wäre es mit der These: Genesung und Gesundheit sind Kampf gegen Kranksein und sich krank Fühlen, sozial wie privat!

Das Ich ist tot, es lebe das (neue) ICH!!!

maziar jafroodi 02.05.2014 | 09:03

Ein sehr schoener Artikel mit sehr interessante Lichtblicke.

"Mein Ich-Gefühl war immer noch das alte, aber wir waren Freunde geworden. Ich fand es okay, dass es manchmal schlechte Laune hatte oder wütend war. Es durfte jetzt unperfekt und eigen sein, in vielem langsamer als ich es mir wünschen würde. Ich lasse meinem Ich jetzt mehr Zeit."

Und genau darauf kommt es an. Sich so zu akzeptieren, wie man ist. Ich finde dass sie somit auch Ihrem wahren Ich gefunden haben.

gruss

Nil 03.05.2014 | 09:29

Wenn das personliche Ich transzendiert und uberwunden wird, kommt man zu seinem authentischen Selbst, richtig. Und vier Jahre sind zeitlich gesehen ein guter Schnitt fur diese Selbsttranzformation.

Ich finde auch, dass das Bewustsein fur Ich-Entwicklung bereits in der Kindheit vermittelt werden sollte. Eine tagliche Meditationspraxis ist ungeheuer hilfreich, finde ich auch.

Danke fur diesen tollen Artikel und weiterhin alles Beste auf dem Weg.

GEBE 03.05.2014 | 11:54

"Psychologie Immer mehr Menschen suchen mithilfe von Therapeuten nach ihrem wahren Ich. Unsere einfache Frage dazu lautet: Geht das überhaupt?"

Wer bemerkt, wie er eine solche Frage stellt, wenn ihm das b e w u ß t würde, wie er sie stellt, dem wären mit diesem Bewußtwerden sogleich auch die Mittel zur Beantwortung gegeben.

mrs.winterbottom 03.05.2014 | 14:05

Herzlichen Dank für den langen und engagierten Artikel, den ich sehr gelungen finde, sieht man mal von diesem etwas, sagen wir höflich: seltsamen Abschnitt über Philosophie und Hirnforschung ab. Im 19. und erst recht im 20. Jahrhundert doch Vorstellungen von Seelen, Ichs und Wesenskernen in Serie verabschiedet worden - im Artikel liest es sich so, als hätte es bis ins neue Jahrtausend hinein zur Hauptbeschäftigung eines jeden Philosophen gehört, sich regelmäßig über Wesen und Beschaffenheit von Ich und Seele auszulassen. Doch dann kamen ja zum Glück die Hirnforschung und Metzinger, um mal gründlich aufzuräumen und zu sagen, wie es wirklich ist. Naja - vielleicht braucht Herr Metzinger diese Legende für sein 'Ego'. ;)

Davon abgesehen wie gesagt: guter Artikel, der auch schön beleuchtet, wie problematisch es ist, auf diesem Gebiet mit den Begriffen 'krank' und 'gesund' zu hantieren. Ich kenne das auch aus eigener Erfahrung, ganz im Sinne des von Herrn Hagleitner beschriebenen 'Die halten ihr Leben nicht mehr aus', aber selbst in Phasen, in denen ich den ganzen Tag über nicht aus dem Bett gekommen bin, meine Wohnungseinrichtung zerlegt oder sonstwas getan habe, war dann immer die Frage: 'Naja, ist das denn jetzt wirklich eine Krankheit, stellst du dich bloß an, oder geht es dir einfach schlecht?'

Brendan 03.05.2014 | 15:58

Dieser Bericht über reflektierten Umgang mit Psychotherapie und andere Hilfestellungen in Situationen innerer Schwäche, Krankheit oder Schwankungen ist interessant. Erstaunlich ist aber, wie selbstverständlich Aussagen der Wissenschaft weitgehend fraglos akzeptiert werden und wie wenig eigene Aussagen auf ihre logische Stimmigkeit überprüft werden.

Es fragt sich, ob es der richtige Weg ist, mitErfahrungen psychischer Labilität die Grundfrage nach dem Ich zu verbinden. Im ersten Teil wird diese Verknüpfung selbstverständlich hergestellt, am Ende heißt es aber: Der Leidensdruck war weg, für Probleme fanden sich Lösungen, es ging mir wieder gut. Dabei hatte sich eigentlich nichts verändert. Mein Ich-Gefühl war immer noch das alte, aber wir waren Freunde geworden. Ich fand es okay, dass es manchmal schlechte Laune hatte oder wütend war……. Alles ist besser geworden, aber hat eine Selbstfindung stattgefunden?Und wenn nicht, warum wird die ganze Sache dann so aufgebläht? Warum wird so eine voluminöse Umhüllung für etwas geschaffen, das sich am Ende als gesunde Normalität mit mehr Lockerheit und Zufriedenheit präsentiert?

Ich meine, dass die Frage nach Stabilität, Sinn, Orientierung, Überwindung psychischer Labilität keinesfalls zwingend mit der Ich-Frage verbunden sein muss, diese Frage kann nämlich durchaus auch auf Basis seelischer Gesundheit gestellt werden, allerdings dennoch als eine dringende Erkenntnisfrage, die mich in meinem Menschsein betrifft. Und für die müsste man gedankliche und logische Genauigkeit praktizieren. Wenn es heißt: Damals mäanderte mein Ich also in meinem Leben herum, der Rest von mir schwamm irgendwie hinterher…..Aber kann, wer danach sucht, sein Ich wirklich finden?....Ich lasse meinem Ich jetzt mehr Zeit….., fragt man doch, wie viele Iche hier im Spiel sind. Abgesehen von allen wissenschaftlichen Aussagen sollte man sich erst einmal klar machen, dass eine Formulierung wie „mein Ich“ eine Hilfskonstruktion ist. Natürlich kann ich mich in mir selbst spiegeln, mir innerlich gegenübertreten, aber damit habe ich „das Ich“ nicht dingfest gemacht. Wenn die Neurowissenschaft konstatiert, „dass das Ich kein Ding ist…“, dann kann man nur sagen, dass das schon lange mit eigener gewissenhafter Selbstbetrachtung herauszufinden war. Damit ist „das Ich“ aber noch nicht tot. Selbst die Behauptung, es sei „ein Prozess“ fixiert zu sehr – ist „das Ich“ vielleicht noch etwas anderes, als die Hirnforschung bis jetzt herausfinden konnte? (Oder sind wir schon am Ende aller Forschung angelangt? Ich meine, nein.)

Erstaunlich auch, wie die verschiedenen Bezeichnungen durcheinander geworfen werden:

Wir wissen heute, dass das Ich kein Ding ist, sondern ein Prozess. Es ist plastisch, formbar, passt sich bewusst und unbewusst an seine Umgebung an. Wir sind Ich immer nur im Moment und in der Rolle, die wir verkörpern. Das hindert unser Gehirn aber nicht daran, ein Gefühl für dieses Ich aufzubauen. Und es (wer ?) unternimmt einige Anstrengungen, um in einer komplizierter werdenden Welt bei sich(wer bei wem ?) zu bleiben. Hätte ich mir also die Therapie sparen können?.....

„Es gibt kein unabhängiges Selbst, unser Gehirn produziert nur ein inneres Bild davon. Und das erkennen wir nicht als solches, sondern verwechseln uns sozusagen damit……Aber dieses Bild ist kein Ich. „Die Metaphysik des Ego ist am Ende“, sagt der Bewusstseinsforscher. „Wir dürfen uns auch eingestehen, dass das wehtut. Denn eine ihrer Hauptfunktionen war Sterblichkeitsverleugnung.“ Wir leben also nur Hier und Jetzt.

…..Mein Ich-Gefühl war immer noch das alte, aber wir waren Freunde geworden.

Hier wird z.B. von Ich-Gefühl gesprochen, aber man kann auch das Ich-Bewusstsein oder die Ich-Kraft nennen, die nun nicht das Gleiche sind. Will sagen: Ich und Ego, Ich – Gefühl und Bild vom Ich usw. sind alle beileibe nicht das Gleiche, daher täte man gut daran, genauer zu differenzieren und sprachlich zu bestimmen, wovon man redet. Sonst entsteht nur ein diffuser Eindruck von der ganzen Sache und man lässt sich leicht von verallgemeinernden Aussagen fangen.

Zum Schluss: Dass wir uns tendenziell nur am Gehirn spiegeln („Es gibt kein unabhängiges Selbst, unser Gehirn produziert nur ein inneres Bild davon. Und das erkennen wir nicht als solches, sondern verwechseln uns sozusagen damit…..“) und uns ein schönes Ego, ein Bild von uns, aufbauen,ist nicht zu leugnen. Aber gegenüber allem Reden über „das Ich“ und tiefer als unser Bild von uns existiert die Erfahrung „Ich bin“, die auf Bewusstsein, Gefühl und Entscheidungskraft basiert, aber nicht in einem davon allein anwesend ist. In ihr sind wir fest und prozesshaft, zeitlich und zeitlos, räumlich und raumlos, wir stehen auf einer Schwelle. Diese Ich-Bin-Erfahrung ist kaum zu vermitteln und meistens übertönt durch Äußerlichkeit, deshalb scheint sie vielleicht nicht existent; tragisch ist allerdings, dass wir uns diese Erfahrungsmöglichkeit wirklich verstellen durch Übernahme angeblichen Wissens, das wir aus der Wissenschaft übernehmen. Vor allem Wissen stehe doch immer ich als fragender, wissen wollender Mensch, und Wissen wird eine Aussage für mich nur, wenn ich sie annehme.

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Ehemaliger Nutzer 03.05.2014 | 18:51

Zunächst einmal vielen Dank für den guten Artikel. Auch, wenn man heute offener mit seiner persönlichen Lebensgeschichte umgehen kann, gibt es doch eher selten die Gelegenheit, ehrliche Einblicke in das Leben anderer zu erhalten.

Ich habe in meinem Leben bislang zwei Krisen durchgestanden. Eine davon war schlimm, die andere war ganz schlimm. Beim ersten Mal habe ich mich therapeutisch begleiten lassen. Ich hatte Glück, weil ich auf einen guten Therapeuten gestoßen bin. Durch ihn habe ich tatsächlich sehr viel über mich gelernt, besonders über meine Defizite, die mir nicht bewusst waren und erst recht nicht deren Wirken im Alltag im Umgang mit meinen Mitmenschen und natürlich auch mit mir selbst.

Die zweite Krise habe ich, obwohl es signifikant dramatischer war, allein bewältigen können, aufbauend auf dem Wissen und den Erfahrungen der Therapie.

Interessant die Frage nach dem Ich. Dieses habe ich für mich noch nie in Frage gestellt, was vermutlich damit zusammenhängt, dass ich mich auch für spirituelle Themen interessiere und daraus abgeleitet gar keine Notwendigkeit besteht, dass Ich in Frage zu stellen. Dass wir uns täglich gegenseitig manipulieren, ob gewollt oder ungewollt, ändert dennoch nichts an meinen eigenen originären Wesenszügen, meinen inneren Wertebildern, meinem Ich.

Heute bin ich an einem Punkt angelangt, von dem ich glaube, mich ziemlich zu gut zu kennen. Was ich gut kann, was ich nicht so gut oder gar nicht kann, ich kann all diese Merkmale heute zulassen bzw. respektiere sie. Besonders meine 'schlechten' Eigenschaften. Das ist der Unterschied zu vorher.

Fies ist, dass man offenbar erst durch Krisen gezwungen wird, sich selbst zu hinterfragen. Denn, man muss ja da durch, es gibt keine Möglichkeit zu sagen, ach nö, da habe ich jetzt aber mal keine Lust mehr drauf.

Heute, im Nachhinein, hätte ich mir gewünscht, bereits in der Schule etwas Grundpsychologie zu lernen (statt dem vielen unnötigen Kram, den ich längst wieder vergessen habe). Es gibt inzwischen sehr viel Know-how auf dem Gebiet der Psychologie, welches auch für Laien verständlich Verhaltensweisen von sich selbst und natürlich auch anderer erklären kann und auch Lösungen aufzeigt, Konflikte im Vorfeld zu vermeiden oder diese sachlich zu klären.

Dazu gehört neben Toleranzbereitschaft für mich vor allem Demut. Letztere habe ich sehr schmerzhaftdurch die zweite Krise gelernt. Ich hatte mich bis dahin für unbesiegbar gehalten.

Freunde von mir haben allergrößten Respekt vor dem, was ich durchgestanden bzw. das ich das durchgestanden habe. Sich selbst nicht aufzugeben, dass hat mich auch wieder sehr stark gemacht, aber mir aufgezeigt, dass es Grenzen gibt, auf deren Gestaltung man keinen Einfluss hat.

Die einzige Lösung ist, diese anzuerkennen und zu respektieren.

sonich 04.05.2014 | 05:13

Und schon wieder so ein peinlich, idealisierender Werbetext für die Psychoanalyse-Clique. Therapie ist gut gelaufen, und jetzt muss die Welt missioniert werden.

Wer unbedingt will, dass seine Individualität in allen Zweifeln, aber auch aller Kreativität durch manipulative und brutalisierte Tricks und Kniffe mit dem eisernem Schwamm abgebürstet wird, kann das ja gerne tun.

Für gesunde Menschen ist die Psychoanalyse in ihrer totalitären Ausprägung eine Katastrophe.

Die Geschichte der Opfer von Psychoanalysen, die unsere Arztpraxen bevölkern, weil rigide und autoritäre Therapeuten kein Verständnis für ihre spezielle Persönlichkeit hatten, muss in solchen Artikeln miterzählt werden, sonst entsteht nur das halbe - eben das idealisierte - Bild.

Psychotherapie ist ein Eingriff wie eine Herzoperation. Wer es braucht, soll es machen. Wer es nicht braucht, der soll sich vorsehen.

So wird eine runde Geschichte draus.

Theodora 04.05.2014 | 10:32

Der Text zielt in meinen Augen darauf ab dass immer die Falschen zum Therapeuten gehen. Mag bei vielen (oder den meisten?) auch der Fall sein, denn die wirklich Durchgeknallten erkennen sich selbst ja nicht als krank, sondern nerven stets die anderen. Man kennt es von Narsissten in Führungspositionen usw.. Andererseits erkennt man doch sehr schnell, wer eine Therapie gemacht hat. Bei allen, die ich kennenlerne und sympathisch finde, da sie mir ähnlich sind, stellte sich heraus, dass auch sie bereits eine Therapie hinter sich haben und diese ihnen geholfen hat im Umgang mit anderen Menschen. Ich habe seinerzeit eine Therapie begonnen, da eine Borderlinerin (die anstatt mir eher in die Thera gehört hätte, aber natürlich völlig unreflektiert und uneinsichtig war) mich emotional erpresst hat und ich ihr alleine keine Grenzen setzen konnte. Das habe ich dort gelernt.

Hagen 04.05.2014 | 13:12

Psychotherapie ist etwas für psychisch Kranke und nicht für Menschen, die in einer Sinnkrise stecken. Da sind doch eher andere Ratgeber gefragt.

Die Wartelisten sind mittlerweile ziemlich lang und manchmal zu lang für Menschen, die eine schwere Störung aufweisen. Es kann nicht sein, dass ein schwer psychisch kranker Mensch sehr lange auf eine Therapie warten muss, weil andere auf dem Selbsterfahrungstrip sind.

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Ehemaliger Nutzer 05.05.2014 | 12:33

BRENDAN: Vor allem Wissen stehe doch immer ich als fragender, wissen wollender Mensch, und Wissen wird eine Aussage für mich nur, wenn ich sie annehme."

Das ist eine gute Formulierung für ein invariantes anthropologisches Prinzip. Auf dieser Grundlage möchte ich an das erinnern, was der dänische Philosoph Soeren Kierkegard zum Thema des Gesundseins gesagt hat: Nur der Christ ist überhaupt gesund!

Ist das überholt, nur weil K. schon tot ist? Ich denke nicht, denn es gibt ja heute Untersuchungen, die bestätigen, daß Christen weniger krankheitsanfällig sind und sich Depressionen (ich rechne "Burn out" dazu) bei ihnen gar nicht finden.

Das scheint doch ein Hinweis darauf zu sein, daß die behauptete "Metaphysik des Ego" und deren Ende (Th. Metzinger) wohl eher seine eigene Erfindung ist.

Wenn das Christentum das Ich erfunden hat, wie die Autorin sagt, dann allerdings in unverwechselbarer Form, nämlich als Geist und Seele. Und hier stoßen wir auf philosophisch & psychologisch weithin ungeklärte Fragen: Was ist der Geist; was ist die Seele? Kann jemand genaueres darüber sagen als das, was wir lesen können in 1. Mose 2:7 ...

Da bildete Gott der HERR den Menschen, Staub von der Erde, und blies den Odem des Lebens in seine Nase, und also ward der Mensch eine lebendige Seele.
Und wer könnte über den Geist des Menschen und seine Unterscheidung vom "Seelischen" mehr sagen als der Heidenapostel Paulus in 1.Kor 2:11-15 ...
Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? So weiß auch niemand, was in Gott ist, als nur der Geist Gottes.
Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist aus Gott, so daß wir wissen können, was uns von Gott gegeben ist;
und davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Geist gelehrt sind, indem wir Geistliches geistlich beurteilen.
Der seelische Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geiste Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht verstehen, weil es geistlich beurteilt werden muß.
Der geistliche Mensch aber erforscht alles, er selbst jedoch wird von niemand erforscht; (Schlachterbibel 1951)

Und wurde tatsächlich "mit dem wissenschaftlichen Fortschritt der Hirnforschung dieses metaphysische Ding (gemeint ist die Seele) im flatternden Gewand zu Grabe getragen?"

Da möchte ich doch den Rekurs auf den deutschen Philosophen Helmuth Plessner empfehlen, der uns schlicht in Erinnerung ruft, daß wir ja nicht unser Leib SIND, sondern daß wir einen einen Leib HABEN; anders formuliert: Wer sagt denn "Mein Körper?" Wer ist denn dieses Etwas, das die Formulierung "mein" gebraucht? Und auch daran erinnern, daß er dem Menschen die "exzentrische Positionalität" bescheinigt, ohne die Kultur und Zivilisation nict denkbar wäre; daß also keineswegs Leben nur im Hier und Jetzt stattfindet, sondern daß humane Sinngebung in einem Schaffensakt geschieht (zumindest einmal geschah), der auf Überdauern in und für kommende Generationen gerichtet war bzw. noch immer ist.

Mit diesen Hinweisen möchte ich die thematische Verkürzung und die Minimalisierung auf psychologische und therapeutische Praradigmen wieder öffnen und frischen Wind hereinlassen... und hoffe dabei, daß man mir diese "Retrospektive" nicht verübelt.

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protestant 05.05.2014 | 17:20

Ich bin auch etwas irritiert wie leichtfertig die Philosophie des Geistes zugunsten einer in seinen Kinderschuhen steckenden Neurowissenschaft aufgegeben wird. Es wundert mich immer wieder wie attraktiv die Vorstellung von einer Körpermaschine ohne Ich und damit ohne Freiheit für viele Menschen zu sein scheint. Insbesondere erschließt sich dann die Suche nach dem Ich, schon in diesem selbstbestimmten Akt nicht. Bzw. wundert mich dieses Ergebnis einer Therapie: Resignation und Akzeptanz der Selbstlosigkeit. Auch wenn ich JOACHIM nicht recht gebe, dass Christen die glücklicheren Menschen wären (was ist das so oder so für eine absurde Kategorie über gelingendes Leben?!), so empfehle ich durchaus die Kierkegaard-Lektüre. Selbstverhältnisse lassen sich nicht mit einem Hirnscan ins Archiv verbannen. Mir fehlt in dem Artikel auch eine kritische Auseinandersetzung mit der unterschiedlichen Qualität von psychotherapeutischen Methoden: Es gibt gute Gründe, warum nicht jede PEPpige Methode anerkannt wird. Nur weil in Krisensituationen das Reden nichts nützt, muss das ja nicht so bleiben. Ob nun PEP oder MBSR oder MDNA oder ein Eimer kaltes Wasser - das ist doch wirklich stulle. Das entscheidende für eine gelingende Selbstfindung ist die rücksichtslose Auseinandersetzung mit Menschen: Denn den Menschen zeichnet aus, dass er denkt und spricht und - wie kein anderes Lebewesen, soweit wir sagen können - in der Lage ist sich zu sich selbst reflektierend zu verhalten. Dabei kann Familie helfen, der Partner oder ein Freund. Nur: Ohne die Instrumente der Metakommunikation, die uns Freud ausbuchstabiert hat, droht die Auseinandersetzung fruchtlos zu bleiben. Damit ist auch die Unterscheidung von so genannten Kranken und Gesunden hinfällig: jeder hätte eine Analyse nötig. Das Christentum hat sich bei der Beichte schon etwas gedacht: Was anderes ist die Psychonalyse? Glücklicherweise haben wir den Katholizismus überwunden mit Luther überwunden - und einige würden sagen mit Freud und Nietzsche den letzteren. Wei dem auch sei: Völlig absurd ist die Vorstellung wir hätten mit der Bildchenwissenschaft Neurologie, der Tabellenwissenschaft Psychologie und der Sport- und Wirtschaftsideologie namens Coaching irgendwie das ICH nicht mehr nötig. Doch schau ich mich um, muss ich zugeben, dass vielen das Ich lästig geworden zu sein scheint und sie sich nach einem Leben als Schaf sehnen. Keine Sorge: Im nächsten Leben bestimmt!

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Ehemaliger Nutzer 05.05.2014 | 20:45

"Selbstverhältnisse lassen sich nicht mit einem Hirnscan ins Archiv verbannen." Dieser Satz hat mir besonders gefallen.

Ich möchte noch eins draufsetzen: Was wäre denn, wenn der Mensch gar nicht im Gehirn, sondern im HERZEN denkt, wobei die Bildchen (Scans) der Neurologie nichts weiter erfassen als die Reflexion des Denkvorgänge im Herzen, die bereits erfolgt sind.

Wer mag, weil er jeden Morgen beim Frühstück wie weiland Konrad Lorenz seine Lieblingstheorie widerlegt, kann mal über diese uralte Grundvorstellung grübeln, die leider nie Eingang fand in die Wissenschaft vom Menschen.

Schaut's mal hier:

Es saßen aber dort etliche von den Schriftgelehrten, die dachten in ihren Herzen ... (Mk 2:6)
oder hier:

Da aber das Volk in Erwartung stand und alle in ihren Herzen sich wegen Johannes fragten, ob er selbst vielleicht der Christus wäre ... Lk 3:15
oder hier:

dem unsere Väter nicht gehorsam sein wollten; sondern sie stießen ihn von sich und wandten sich in ihren Herzen nach Ägypten ... ApG 7:39

Meine Güte, was hätte das für Folgen für die Neurologie?!

miauxx 07.05.2014 | 18:35

Ich finde es einen grundfalschen Ansatz, psychische Probleme und Depressionen einzig beim Betreffenden zu suchen. Das ist die mehr als typische moderne kapitalistische und wirtschaftsliberale Doktrin: Wenn es nicht so funktioniert - ändere Dich! Optimiere Dich! Und als pseudophilosophische "Wahrheit": Entdecke, wer Du bist.

Freilich sollte man die Menge an Lebensratgebern, Pseudospiritualisten und Coaches nicht belächeln. Denn da gibt es nichts zu lächeln. Sie sind nur Ausweis für gesellschaftliche Missstände, aus denen sie eben ihren Lebensunterhalt herausschlagen. Auch immer mehr Psychotherapeuten sind kein gutes Zeichen.

Es liegt im Großen und Ganzen weniger am Individuum, als an der Gesellschaft. Das jeder nur daran zu denken habe, sich selbst zu optimieren, spricht dafür. Ebenso ein Befund, der "Anpassungsstörung" genannt wird!

Wir brauchen weniger Therapeuten und Rat- und Lichtgeber für den Einzelnen, als vielmehr radikale Gesellschaftstherapeuthen. Ohne das, wird es noch lange glänzende Geschäfte aber keine gesündere Gesellschaft mit gesünderen Menschen geben.

Der Artikel greift bei weitem zu kurz! Und Berichte á la Bei-mir-war-es-so-und-hat-gut-funktioniert sind vielleicht schön für den Berichtenden und Verleger der Bekenntnis-Literatur. Am Ende aber eben leider kaum brauchbar. Nicht doll, für den "Freitag" ...

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Ehemaliger Nutzer 07.05.2014 | 22:37

Ich finde es einen grundfalschen Ansatz, psychische Probleme und Depressionen einzig beim Betreffenden zu suchen.

Ich finde es den einzig gangbaren Weg, neben den Ursachen, die aus der Herkunftsfamilie entstammen.

'Jeder ist seines Glückes Schmied', schon mal gehört? Meine Erfahrung ist, es klingt trivial, und es stimmt.

Wir brauchen weniger Therapeuten und Rat- und Lichtgeber für den Einzelnen, als vielmehr radikale Gesellschaftstherapeuthen.

Ja, praktisch, nicht? Dann braucht ja niemand mehr für sich selbst Verantwortung zu übernehmen.

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Ehemaliger Nutzer 08.05.2014 | 02:21

Dieses Dahinschmelzen in ein kollektives Ich: wie frei wir doch alle sind.

Immer wieder schön.

Noch mehr Spaß macht das vielleicht, wenn man das Wort selbstreferentielle Konsensualität nicht nur kennt sondern auch deklininieren wie konjugieren kann: Ich ist tot.

Fein der Lernerfolg, und wie graziös das dahertänzelt.

Ich und tot: ein Ballett für Intensivstationen an Koronarinsuffizienzen.

Nun singen wir das mal: Ich ist tot.

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Ehemaliger Nutzer 08.05.2014 | 15:03

Aber darum geht es mir nicht. Denn in genau dieser Art Selbstreferenzialitis und Egoismus liegt ein Übel unserer Gesellschaft.

Das Kernproblem sind die Psychopathen, da diese kein Gewissen kennen und entsprechend handeln. Ca. 1-3% aller Menschen sind an dieser schweren Persönlichkeitsstörung erkrankt, die bis heute nicht heilbar ist.

Ein weiteres Problem sind pathologisch erkrankte Narzissten. Diese Krankheit entsteht entweder durch zu wenig oder zu enge Bindung an die Eltern. Die Symptome sind ähnlich der Psychopathen, allerdings ist Narzissmus heilbar. Seit Anfang der 80iger ist in USA aber auch in Deutschland ein deutlicher Zuwachs von Narzissten zu verzeichnen. Es gibt Theorien darüber, dass Nazideutschland nur deshalb so erstarkte, da es zu jener Zeit ebenfalls überproportional viele Narzissten gab.

Last, but not least, die Gruppe der Gewaltaffinen, die ca. 43% der gesamten Menschheit ausmachen, hingegen 57% gewaltphob sind. Ursachen von Gewaltbereitschaft hat Prof. Joachim Bauer, Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut an der Universität Freiburg erforscht. Das Gehirn reagiert auf Ausgrenzung und Demütigung genauso wie auf körperliche Schmerzen. Nur Fairness und Kooperation tragen dazu bei, die Gewaltbereitschaft von Menschen zu reduzieren.

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Ehemaliger Nutzer 15.02.2015 | 02:51

,,Es bleibt die große Frage: Müssen wir uns selbst finden oder können uns andere den Weg zeigen?''

Die große Frage ist: Wollen wir uns selbst finden wo wir wirklich sind oder wo wir uns weiter belügen können?

,,Denn auf die Frage „Wer bin ich wirklich?“ gibt es genau genommen keine Antwort. Das Ich ist eine Lüge.''

Die Lüge ist nicht das ICH, sondern das ICH rundum erfassende Umgebung mit all seinen Lügenwissen*.

*Psychotherapeuten, die wissen in welcher Verleugnung das ICH sich befindet, können niemals ihren Patienten-richtig ausgedrückt Passient- die nackte Wahrheit vermitteln, denn der erste Patient würde auch gleich der Letzter sein und er dann mit seinen Lügenstudium Honorarlos darstehn...Anders ausgedrückt gehören Psychotherapeuten oder Psychologen zu den grössten Lügner der ''Wissenschaften''.