#IchBinArmutsbetroffen: Ein Tag Demo, drei Tage Migräne

Berlin Einen Tag verbringt unsere Autorin mit drei Aktivist:innen der Initiative „Ich bin Armutsbetroffen“. Sie sprechen über ihr Leben mit wenig Geld, warum sie sich nicht mehr schämen wollen und fordern von der Regierung, endlich zu handeln
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 45/2022
Durch das soziale Netz zu fallen hat nichts mit Faulheit zu tun
Durch das soziale Netz zu fallen hat nichts mit Faulheit zu tun

Illustration: der Freitag, Material: istock

Der Flix-Zug aus Dortmund erreicht Berlin pünktlich um zwölf Uhr. Nini Klein kann also noch eine Cola trinken und sich kurz setzen. „Das ist wichtig, dass ich hier bin, das gibt den anderen Hoffnung“, erzählt die 46-jährige ausgebildete Erzieherin und alleinerziehende Mutter eines Kindes. Viele könnten eben nicht einfach mal so nach Berlin reisen, wegen körperlicher oder psychischer Gebrechen. Auch für sie sei Nini Klein heute hier. Ein wenig aufgeregt sei sie jetzt schon. In der Schlange vor der Toilette im Hauptbahnhof wurde sie gerade erkannt, erzählt sie, von den Berliner Organisatoren der heutigen „Armut ist nicht sexy“-Kundgebung in Berlin: Man kennt sich von Twitter. Die sportliche Frau zieht sich im Menschengetümm

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