Im Kristall

Eine Weihnachtsgeschichte Einen Tag vor Weihnachten entschloss ich mich, Mattok vom Turm zu holen. Ich schaffte den Weg durch den Wald in weniger als einer Stunde, wobei mir ...

Einen Tag vor Weihnachten entschloss ich mich, Mattok vom Turm zu holen. Ich schaffte den Weg durch den Wald in weniger als einer Stunde, wobei mir zugute kam, dass man auf dem Schnee inzwischen wie auf einer Straße gehen konnte, anstatt schenkeltief darin einzusinken, wie es der Fall gewesen war, als ich Mattok das letzte Mal auf dem Turm besucht hatte. Der seltene Vorgang, den die außergewöhnliche Kälte vor Tagen ausgelöst hatte, hielt noch an. Noch immer brachen tonnenschwere Äste, die zu gewaltigen Eiszapfen geworden waren, unvermittelt von den Bäumen und zerschlugen mit nie gehörtem Geräusch auf der eisenharten Schneedecke oder dort, wo kein Schnee hingelangte, auf dem bis in alle Tiefen gefrorenen Boden. Vorsichtige nahmen nur noch die Schneisen durch den Wald, die einer Anordnung zufolge von der Forstverwaltung mit roter Farbe auf den Stämmen markiert worden waren. Manchmal lag auch Farbe auf dem Harschweg selbst, so dass man einer Blutspur folgte.

Dass ich Mattok besucht hatte, war meine eigene Version. Vielmehr hatte ich seit dem Herbst mehrfach im Gesträuch unterhalb des Turms gestanden und zu dem dunklen Scheibenrondell hinaufgeblickt, hinter dem Mattok saß. Der Turm war kein historischer Steinbau, sondern ein mit Wellblech ummantelter schlanker Feuerturm, der vor einiger Zeit erst dem örtlichen Wachschutzdienst übergeben worden war. Immerhin ließ sich schon von seinem Fuß aus beträchtlich weit ins Märkische sehen, da er auf einem der ungewöhnlichen Landschaftsbuckel stand, die vor Jahrtausenden aus der ansonsten nur wiesenflachen Region wie unvermittelt hervorgestoßen waren. Die Entfernung war für meine Augen nicht mehr zu schätzen, jedenfalls wurden die uns umlagernden Havelseen in dieser Höhe zu einer ausgedehnten Deltazone.

Während ich versucht hatte, Mattok im Turm mit einem Feldstecher aus den Bäumen heraus zu beobachten, was wegen der Spiegelung nicht gelang, hatte ein vorbeikommender Kollege vom Feuerschutz sich bei mir nach ihm erkundigt. Selbst rauf wollte er nicht, wegen eines Rückenleidens, das er durch einiges Beugen in alle Richtungen schmerzhaft demonstrierte. Mit ein paar lobenden Worten über die Arbeitsmotivation des neuen Mitarbeiters Mattok hatte er den Abstieg zur Wohnsiedlung an mir vorbei fortgesetzt. Ich hatte ihn sich entfernen lassen und verschwiegen, dass sich Mattoks täglicher Dienst im Turm seit Wochen in eine Verschanzung verwandelt hatte, er den Turm als Bunker benutzte, den er auch nachts nicht verließ. Mir war es unwürdig vorgekommen, einen Fremden da mit hineinzuziehen. Unwürdig, als wäre Mattok eine Gestalt, die zersprang, wenn sich ihr ein Bodenbewohner näherte.

Dann war ich dem Mann doch nachgelaufen, um ihn über Mattoks unergründliches Verhalten zu unterrichten. Während ich erzählte hatte, war er, indem er sich die Schnürbänder vom Futteral seiner groben Gummistiefel nachzog, zum Schluss gekommen, dass mein Bericht jedenfalls nicht von Bedeutung sei. Insofern der Dienst fachgemäß absolviert wurde. Im Frost war ich zurückgegangen und hatte weiter da gestanden.

Schließlich hatte Mattok als Signal, dass ich heraufkommen durfte, endlich einen Schraubenzieher durchs Treppenhaus des Turms fallen lassen und ich war durch die sonst verschlossene Metalltür in die Röhre eingetreten.

Oben hatte ich in der Treppenluke stehen bleiben müssen, weil in dem Kontrollraum nur Platz für einen war. Mattok hatte am Wachpult gesessen und mit einem Fernglas an mir vorbei in die Weite geschaut. Ohne das Gerät aus dem Gesicht zu nehmen, hatte er mir die Stationen im Umland aufgezählt, mit denen er in Funkverbindung stand, und blind Markierungen in eine Karte notiert. Als ich dann doch hineingestiegen war zu ihm und dabei fast die Legenden zur Erklärung der Landschaft von der Wand riss, hatte er sich sofort auf mich geworfen.

Im Grunde hatte er sich nur gegen mich gelehnt, und als ich auf das Feldbett fiel, das mit hochgeklapptem Kopfende das Räumchen ganz ausfüllte, hatte er sich mitfallen lassen und war stumm auf mir liegengeblieben. Obwohl er schmal war, war er schwer, wenn er sich nicht bewegte. Ich hatte mich unter ihm hervorziehen wollen, er nach mir geschnappt, und wir waren ein Stück in die Abstiegsluke zurückgerutscht, wo wir auf einer Stufe der gusseisernen Wendeltreppe zum Sitzen gekommen waren. Ich hatte mich nicht gerührt, und Mattok hatte schließlich aufgegeben, indem er nur noch an mir roch. Ernst und konzentriert hatte er meinen Hals und die Ärmel meines Mantels berochen. Bei diesem Anblick hatte ich Mitleid bekommen und war gegangen.

Diesmal musste ich nicht warten, der Turmeingang stand offen. Als ginge ich durch einen Kältemagnet, zerrte es an mir beim Hinaufsteigen. Oben schwankte der Turm so stark, dass ich einige Zeit stehen blieb, bevor ich durch die überfrorene Luke stieg:

Mattok saß mit einer Wolldecke über den Schultern wie einem Königsumhang da in der Kälte und schaute auf das Pult vor sich, ohne dass Papiere darauf lagen. Auf dem Boden gebrochener Zwieback. Ich wartete einige Minuten, bevor ich ihn ansprach. Als Antwort kam ein Husten. Dann sah ich, dass sein Kopf fiebrig geschwollen war. Mit großer Mühe drehte er ihn in meine Richtung und erteilte mir flüsternd den Auftrag, an seiner Stelle durchs Fernglas zu sehen. Was ich ihm zuliebe tat. Die verbotenen Tannenfäller, ermahnte mich Mattok schwach, aber ohne wirkliches Interesse. Tatsächlich sah ich ganz in der Nähe und groß durch das Glas eine Tanne wegkippen. Aus dem Funkgerät kam ein schnarrender Laut. Unbeweglich saß Mattok da. Ich überlegte, mit welchen Worten sich in dieser Situation etwas ausrichten ließ. Dabei hielt ich mein gemustertes Taschentuch vor den Mund, um mich nicht zu erkälten. Dann fiel mir auf, dass Mattok diese Geste misstrauisch machen musste, aber er schaute gar nicht mehr zu mir, so dass ich es unbemerkt zurückstecken konnte.

Ruhig erklärte ich, dass wir zusammen den Turm verlassen würden. Er schien einige Sekunden darüber nachzudenken, hustete dann aber nur wieder mit geschlossenem Mund. Ich nahm ihm die Decke weg, worauf er trotzig seinen dünnen Oberkörper auf das Pult legte. Ich gab sie ihm mit einer Entschuldigung zurück, er richtete sich auf. Als Ausdruck meiner Entschlossenheit, ihn mitzunehmen, warf ich schließlich einen Zwieback die Treppe hinunter und seine Tasche, die aber, weil sie leer war, gleich vorn liegen blieb. Dann dachte ich an unsere Liebe.

Ich wischte über Mattoks heißen Kopf. Ohne sich zu bewegen, entzog er sich meiner Hand. Ich stutzte. Ich wiederholte die Bewegung mehrere Male, um zu begreifen, dass Mattok sich nach innen zusammenballte und offenbar dabei war, zu einem festen Punkt einzuschrumpfen, der in einem beliebigen Ringsum überdauern konnte. Wie in sich verfugt saß er da, die einzige Bewegung kalte Tropfen, die im Sekundentakt an seiner Außenhülle herunterglitten.

Ich sagte, er solle aufhören, sich zusammenzuziehen. Als Erwiderung zeigte er nach draußen. Ein paar Sekunden sah ich angestrengt dorthin, verstand aber nicht. Er zog einen Stift unter der Wolldecke hervor und begann mit klammer Hand einen Kreis aufs blanke Pult zu zeichnen, in den er wieder kleinere Kreise malte, sehr eng, so eng, dass sie sich überlappten, je mehr Winzigstkugeln er dazufügte, ein zusammengedrängter Molekülklumpen vielleicht. Mattok zeichnete akribisch, ich starrte mit knirschenden Zähnen aufs Pult. Zustand angleichen, flüsterte er nach langer stummer Zeit. Sammeln statt ausdehnen. Ich kniff die Augen zusammen und wartete, daß etwas folgte. Aber Mattok hatte zu Ende gesprochen. Wir müssen vor der Dämmerung raus, sagte ich endlich. Mattok war es draußen zu kalt.

Aber es gibt keinen Temperaturunterschied zwischen hier und da draußen, rief ich direkt in sein Ohr. Mattok blieb stumm und deutete auf einen Heizschuh unter dem Pult, in dem seine Füße standen. Wortlos zeigte ich ihm den Stecker, der lose am Kabel über der Stuhllehne hing. Mattok, in seinem Fieber, lächelte kurz.

Mit einiger Mühe richtete ich ihn schließlich auf, was er nur unwillig geschehen ließ. Dabei stützte ich mich aufs Feldbett, auf dem ein loser Haufen Blätter lag. Sofort ermahnte er mich mit einem Husten, aufzustehen. Ich besah mir das. Die durchnummerierten Blätter waren mit nur wenigen Wörtern beschrieben, manchmal standen bloß Buchstaben darauf oder die Zahl: Minus 273. Auf jedem die Überschrift: Kalte Revolution. Bevor wir gehen konnten, musste ich sie einsammeln.

Da Mattok seit Wochen im Turm saß, fand sich für ihn nur sein Übergangsmantel. Ohne dass ich wusste warum, ließ ich ihn vor mir die Treppe hinuntersteigen. Wie ein Kind setzte er jeweils nur einen Fuß auf jede Stufe und zog den anderen dann nach, so dass der Abstieg sehr lange dauerte.

Als wir endlich ins Freie traten, war das Schlagen der Äxte aus allen Richtungen zu hören. Nach einigen Metern, auf denen ich Mattok wie einen Blinden über den Schnee neben mir herführte, schleppte jemand eine Tanne an uns vorüber. Ohne dass ich ihn ansprach, hielt er den Kopf gesenkt, sah auch extra zur anderen Seite, als müsse er die Schulter vom Tragen entspannen. Mattok, ungerührt, achtete auf nichts, drehte nur seinen roten Fieberschädel wie beim Witterungsaufnehmen. Später kippte eine Tanne uns in den Weg, hinter der fäustlingereibend ein Mann hervorkam. Als er Mattok sah, ging er plötzlich geschäftig vorbei an dem Nadelgewächs, um sich zu entfernen. Dabei bekam er aber die schweren Stiefel nicht schnell genug vom Fleck, so dass er sich vor Verlegenheit über das langsame Davonkommen nur in den Nacken schlug. Ich wollte ihn zur Rede stellen, war aber zu traurig dafür. Ein anderer, kam es mir vor, müsste sofort lachen, wenn ich ihn anspräche. Jede Äußerung eine Absurdität! Als hätte sich Mattoks Schwäche über einen dünnen Schlauch in mich hinein verlängert.

Wir liefen aus dem Wald hinaus in den Ort. An der Hauptstraße hatten sich wegen der aufgestellten Buden Menschenkanäle gebildet. Von überall her kam Musik, zwei verkleidete Männer riefen den Passanten durch Mikrofone Angebote zu. Jemand sang mit falscher Stimme für einen Präsentkorb. Mattok weigerte sich, weiterzugehen. Weil er sich schwerer noch als über Schnee durch Menschen vorwärtsschieben ließ, entschied ich, über den See zu gehen. Er fieberte noch immer in seinen Mantel hinein, obwohl sein Kopf jetzt soweit heruntergekühlt schien, dass er statt rot inzwischen blass war wie Harsch.

Am dunkel gefrorenen See knallte ein Umlandzug über die nahe Eisenbahnbrücke. Auf der anderen Seite sah man schon eingeschaltetes Licht in den Häusern.

Kaum dass wir uns übers Eis bewegten, fiel Mattok hin. Er blieb eine Weile so auf dem Rücken liegen, als entspräche ihm dieser Zustand. Als ich ihm hoch half, schlich er wie ein Museumsbesucher langsam und ohne die Füße zu heben zum Ufer zurück, wo er gleichgültig neben einem Kinderschlitten stehen blieb. Zwei Jungen schossen in der Nähe noch die Mütze eines dritten, der stumm und verfroren dabeistand, als Puck übers Eis. Mattok zog seine Hände ins Innere der Mantelärmel zurück. Soweit, dass die leeren Stoffenden vom Wind hin und her gerissen wurden. Dabei hielt er den Kopf wieder so, als forsche er in sich, dem gestauchten Paket, nach einem Geräusch.

Ich griff den Schlitten und drückte Mattok, dem die Knochen dabei knackten, aufs Lattenholz. Dann schob ich das Gefährt, die Hände gegen seinen Rücken gestemmt, langsam über den bucklig gefrorenen Uferstreifen auf den See zurück. Die Kinder, aus einiger Entfernung schon, schauten jetzt zu, eins brüllte, ohne uns aber einen Schritt nachzulaufen. Als der Schlitten durch den Schwung bereits allein über das Eis glitt, nahm ich das Seil, das ich Mattok über die Schulter gelegt hatte, und zog von vorn. Bei jedem Schritt rutschte ich mit dem abstemmenden Fuß nach hinten durch, fiel aber nicht.

Wir erreichten schnell die Nebelwand auf dem See. Ich lief da hinein wie in ein Ziel. Den unbeweglichen Mattok hinter mir auf dem Schlitten, blickte ich fest in die leere Leinwand des Sees, durch die mir das Kufengeräusch gleichmäßig folgte. Die Kälte drückte gegen meine Stirn, ich senkte den Kopf. Wie ein enger Helm schob sich die Eisluft über meinen ganzen Schädel. Ich versuchte zu nicken, um ihn abzuwerfen, aber er blieb als Zwinge vom Hals bis zu den Brauen darüber sitzen. Dann merkte ich, dass es mir inzwischen gar nicht mehr gelang, den Kopf zu bewegen. Während ich den Frost einatmete, schrumpfte die Denkfläche in mir zu einem Eisquadrat. Ich zog weiter.

Aus dem großen Nebel wurden einzelne dichte Felder, Nebeltaschen, in die ich blind hineinzog, bis ich durch eine Öffnung wieder herausfand auf breitere Zwischenräume.

Und plötzlich, beim letzten Hinaustreten, sah ich die Weite des Sees nur noch als Endlossteppe, über die der Wind gerade auf mich zuging, um mir rasierklingenscharf die Stirn zu zerschneiden. Weil ich so ratlos war, lief ich weiter in dieses abweisende unbegrenzte Land. Ich zählte langsam bis drei, und es wurde dunkel.

Als ich mich endlich nach dem Schlitten umsah, den ganzen Körper musste ich herumdrehen, war Mattok zu einem Brocken Kristall geworden. Aus den geschliffenen Flächen seines Prismenkörpers glitt das letzte Licht des späten Nachmittags. Ich ließ das Seil los. Knirschend trieb der Schlitten noch einige Meter an mir vorbei, bevor er ganz stehen blieb, Mattok, das starre Eiskristall, auf sich. Ich näherte mich ihm in einem weiten Bogen von hinten. Auf seinem bloßen Nacken war ein Eispelz gewachsen. Ich hockte mich langsam auf seine Höhe. Als ich wie zum Test über seine Wangen streichen wollte, blieben meine Finger sofort kleben. Ich ruckte und zog daran, bekam sie aber nicht wieder von seiner Eishaut los. Starr blickte Mattok aus der durchsichtigen Masse seines Kristallkörpers heraus ins Nirgendwo. Die unendliche Steppe um uns herum zog sich wie ein Stativ immer noch weiter nach hinten aus. Obwohl ich sie nicht mehr sah, merkte ich, wie Brücke und Ufer inzwischen abgerückt waren, alles war so weit abgerückt, dass man trotz der Dunkelheit wegschauen musste. Eine Weile hockten wir so.

Auf der anderen Seite des Sees war plötzlich eine Fackel wie von Eisanglern zu erkennen. Sie flackerte nicht, sondern zog nur steil und starr in die Höhe. Der Wind, der uns in Stößen umgab, schien sie nicht zu treffen. Eine Fackel nach der anderen tauchte jetzt in der Finsternis auf. Oder ich sah sie erst in diesem Moment. Die meisten weit entfernt, aber als festes steifes Licht.

Ich schloss die Augen und hauchte gegen Mattoks Gesicht. Wie ein Ball abprallt von der Wand, schlug mir mein eben ausgehauchter Atem sofort ins eigene Gesicht zurück. Ich versuchte es noch einmal und wieder: anstatt dass ich Mattoks Kopf erwärmte oder wenigstens den Eisüberzug löste, trieb nur seine Kälte auf mich zurück. Ich überlegte, und es klirrte leise. Vielleicht war Mattok, erstarrt, der Konsequentere von uns beiden. Als ich endlich begriff, dass er nur nach einer Entsprechung, nach genau dieser Lösung, gesucht hatte und es kein Scheitern war, wenn die Welt nicht von Mattoks Atem warmgemacht wurde, sondern Absicht, war das ein eisiges Hageln im Hirn. Mit letzter Kraft gelang es mir noch, neidisch zu werden.

Ich legte auch die andere Hand, die genauso haften blieb, gegen seine Wange. Nach wenigen Minuten war ich durch einen Kältestrom mit Mattok verbunden, der über die verschiedenen Gelenkstationen in mich hineinkroch und sich wie ein Wurzelgeflecht in mir ausbreitete. Dabei knirschte es unablässig. Schneemengen wehten über den See und gegen uns. Wir standen geschützt in einem Kältepanzer. Dann bildeten wir nur noch ein einziges festes Kristall. Mattok auf dem Schlitten, ich an ihm hockend.

So unbeweglich, sagte ich, dass wir in der Dunkelheit nicht bis ans Ufer kämen, sondern zu den Fackeln umkehren müssten, bis ich merkte, dass ich die Wörter gar nicht aussprach, sondern nur dachte. Als ich es tat, kamen mir die Laute wie einem Zungenlosen heraus. Meine Kiefer krachten. Als Antwort fielen Mattok splitternd die Lider zu. Mattok, machte ich, ohne dass etwas geschah. Mit den Augen wies ich auf die Fackeln um uns herum. Dieser Frieden. Da!, versuchte ich es noch einmal; meine vereiste Kehle reagierte nicht.

In diesem Augenblick näherte sich von den Rändern des Flämings her ein in seiner Stärke nahezu fremdländischer Nachtsturm, dessen Herankommen man auf der breiten Fläche des tiefgefrorenen Sees als ein großes Glockengeläute wahrnahm.

Julia Schoch, geboren 1974 in Bad Saarow, lebt und arbeitet als freie Autorin in Potsdam. Zuletzt erschien von ihr 2001 der Erzählungsband Der Körper des Salamanders. Im Frühjahr erscheint ihr neuer Roman Verabredungen mit Mattok.


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00:00 26.12.2003

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