Silvia Matthies
26.11.2012 | 15:20 10

Im Reich der Schatten

Auferstehung Erschreckend oft passieren Ärzten Fehler, wenn sie den Hirntod von Patienten feststellen. Die Kontrollen sind zu lasch, wie ein Fall aus Süddeutschland zeigt

Im Reich der Schatten

Vor allem in kleineren Kliniken haben Ärzte zu wenig Erfahrung mit der Hirntoddiagnostik

Foto: Christopher Furlong/Getty Images

Weltweit gibt es keinen einzigen Fall, in dem ein Mensch, der korrekt für hirntot erklärt wurde, wieder ins Leben zurückgekommen ist. Das ist ein Glaubenssatz der Transplantationschirurgie, der jeden Zweifel im Keim ersticken soll. Die Frage ist nur, ob die Diagnose auch tatsächlich immer korrekt durchgeführt wird. Daran mehren sich die Zweifel.

Bei einem Autounfall im Oktober 2011 erlitt die 19-jährige Dänin Carina Melchior schwere Hirnverletzungen. Bewusstlos wurde sie ins Universitätsklinikum Aarhus eingeliefert. Carina sei nicht mehr zu retten, sagten die Ärzte – es sei aussichtslos. Auf der Intensivstation des Universitätsklinikums drehte gerade ein Team des dänischen Fernsehens. Die Angehörigen von Carina erlaubten, dass ihr Fall dokumentiert wird. Einige Tage später fragte eine Ärztin die Angehörigen im Beisein des Kamerateams, ob sie bereit wären, Carinas Organe zu spenden. Die Familie stimmte schweren Herzens zu. Doch dann begann Carina wieder selbstständig zu atmen. Sie erwachte aus dem Koma. Heute ist sie – nach monatelangen Aufenthalten in Rehakliniken – mit kleinen Einschränkungen wiederhergestellt.

Ein Missverständnis, rechtfertigt sich die Klinik jetzt. Man habe nie behauptet, Carina sei definitiv hirntot. Aber was sollte dann die vor laufender Kamera konkret gestellte Frage nach Organen?

Logistik treibt zur Eile

Der Fall beleuchtet ein Problem, das immer wieder auftaucht: die voreilige Frage nach Organen. Von der Logistik her ist sie verständlich, denn eine Organtransplantation erfordert ein Höchstmaß an Organisation. Wenn der Patient trotz anders lautender Prognose doch noch aufwacht, kommen die Ärzte in Teufelsküche, meint der Transplantationsbeauftragte des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte, Gundolf Gubernatis. Konkret gefragt werden, sagt der Transplanteur, sollte erst nach einwandfrei abgeschlossener und dokumentierter Hirntoddiagnostik. Außerdem, meint er, hätten vor allem Ärzte in kleineren Kliniken zu wenig Erfahrung mit der Hirntoddiagnostik. Tatsache ist: Eine zertifizierte, standardisierte Ausbildung gibt es in Deutschland nicht.

Von 2000 bis 2006 untersuchte der Neurologe Herrmann Deutschmann, damals Leiter des Konsiliarteams der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) 230 Hirntoduntersuchungen im Raum Niedersachsen. In allen Fällen hatten die behandelnden Ärzte geglaubt, der Hirntod sei eingetreten. Einige hatten sogar schon das erste Hirntodprotokoll ausgefüllt. Ein Drittel der Diagnostik jedoch erwies sich bei der Prüfung als fehlerhaft. Meist handelte es sich um Dokumentationsfehler. Aber vereinzelt gab es auch falsche medizinische Diagnosen.

Viele Fallstricke

Früher gab es als Bereitschaftsdienst ein mobiles Ärzteteam, das vor allem in kleineren Krankenhäusern den Hirntod eines potenziellen Spenders feststellen konnte. Doch diese dauerhaft verfügbare mobile Einsatztruppe wurde abgeschafft. Seitdem engagiert die DSO, wenn notwendig, mehr oder weniger auf Zuruf Neurologen, die bereit sind, Hirntoddiagnostik duchzuführen. Sie werden pro Fall bezahlt. Gerade unter diesen Umständen, meint Deutschmann, wäre es notwendig, dass die Kollegen über eine zertifizierte, von der Bundesärztekammer festgelegte Ausbildung verfügen.

Dass es bei der Diagnostik zahlreiche Fallstricke gibt, ist seit langem bekannt. Eine systematische Fehleranalyse existiert dennoch nicht. Pannen müssen weder publiziert noch gemeldet werden. Sie kommen nur durch Zufall heraus. So in einem Fall, der sich Anfang der neunziger Jahre in einer großen Klinik in Süddeutschland ereignete.

Die Intensivschwester Jytte Haupt kümmerte sich gerade um einen jungen amerikanischen Soldaten, der als potenzieller Spender vorgesehen war. Die Angehörigen waren bereits in Amerika angerufen worden und hatten einer Organspende zugestimmt. Plötzlich bemerkte sie, dass der „Hirntote“ anfing, selbstständig zu atmen. „Halten sie sich da heraus, das verstehen sie nicht“, zischte der Arzt, den sie darauf aufmerksam machte. Kurz entschlossen rief Jytte Haupt nach den Kollegen. Alle starrten auf das Beatmungsgerät. Es gab keinen Zweifel: Der vermeintlich Hirntote lebte. Der Arzt reagierte erbost. Türschlagend verließ er das Zimmer.

Die Analyse des Falles ergab, dass die Rettungssanitäter dem Amerikaner am Unfallort wahrscheinlich muskelentspannende Medikamente verabreicht hatten. Diese wichtige Information wurde nicht an die Intensivstation weitergegeben. Muskelrelaxanzien führen zu einer totalen Atemlähmung. Sie täuschen den Hirntod vor. Ein klassischer Fehler, vor dem in jedem Lehrbuch über die Hirntoddiagnostik gewarnt wird. Zwei Wochen später verließ der amerikanische Soldat – im Rollstuhl, aber geistig voll wach – die Intensivstation und flog zurück in die Heimat. Jytte Haupt wollte von dem Arzt wissen, warum er so aggressiv reagiert habe. Seine Antwort: Er habe an die Patienten gedacht, die dringend Organe brauchen.

Ein Lob, dass sie dem Amerikaner das Leben gerettet hatte, bekam die Intensivschwester außer von ihren Kollegen nicht. Stattdessen eine Verwarnung. Sollte sie in der Öffentlichkeit noch einmal solche Geschichten verbreiten, drohte ihr der Chefarzt der Transplantationsmedizin, bekäme sie beruflich kein Bein mehr auf die Erde.

Whistle Blowing

Bis heute gelangen solche Fälle fast nie an die Öffentlichkeit. Auch die Überwachungskommission der Bundesärztekammer kümmerte sich bisher nur um Fälle, die von offizieller Seite angezeigt wurden. Dies soll nun anders werden. Anfang November hat die Bundesärztekammer eine Vertrauensstelle Organtransplantation eingerichtet. Dort können anonym Unregelmäßigkeiten in der Transplantationsmedizin gemeldet werden, auch bei der Hirntoddiagnostik. Ein Fortschritt, denn so sind Insider, die ihr Gewissen plagt, nicht mehr von Entlassung bedroht.

Eine Transplantationskoordinatorin der DSO, die 2008 den Gremien eine nicht rechtskonforme Organentnahme im Universitätsklinikum Düsseldorf mitteilte, bekam massiven Ärger mit ihrem Arbeitgeber. Ihr wurde gekündigt. Die Begründung: Sie habe behauptet, bei der Organentnahme 2005 wären einem Lebenden Organe entnommen worden.

In einem detaillierten Schriftsatz hatte sie lediglich bemängelt, dass vor der Explantation nicht alle notwendigen Protokolle vorgelegen hätten. Das bestätigt der Prüfbericht der Überwachungskommission der Bundesärztekammer, die den Fall zwei Jahre lang untersuchte und Anfang 2010 abschloss. Erst jetzt, Anfang November, entschied sich die Bundesärztekammer, das brisante Papier herauszugeben. Die Lektüre verblüfft. Der Bericht enthält eine Ansammlung von widersprüchlichen Fakten und Aussagen. Und er zeigt, wie eingeschränkt die Befugnisse der Überwachungskommission zumindest bisher waren. Mit dem neuen Transplantationsgesetz werde jedoch alles anders, teilt das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage mit. Man habe gerade die Befugnisse der Kommission drastisch erweitert.

Einige Fachleute wie der Vorsitzende des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte, Hans-Fred Weiser, trauen den Beteuerungen nicht. Sie fordern unmissverständlich, dass die Kontrolle der Transplantationsmedizin anders organisiert oder in staatliche Hände gelegt wird. Es sei nicht tragbar, dass die Durchführung der Transplantationsmedizin und ihre Kontrolle von denselben Personen geleistet werde: Die Kontrollen müssten prinzipiell von externen Fachexperten durchgeführt werden.

Faktisch ist eine Organspende in Deutschland nur bei Unfallopfern und Komapatienten möglich. Dies ergibt sich aus den Bestimmungen des Transplantationsgesetzes. Als Nachweis für die Feststellung des Todes werden dort genannt: tiefe Bewusstlosigkeit (Koma), Ausfall der Spontan-Atmung und Ausfall aller Hirnstammreflexe.
Der Katalog zur Diagnose, umfasst:
• kein Pupillenreflex,
• keine Schmerzreaktion,
• kein Würgereflex bei Berührung der hinteren Rachenwand.
Die Festellung des Todes muss in der Regel durch zwei unabhängig voneinander arbeitende Ärzte getroffen werden, die nicht an der Transplantation beteiligt sind.
Um sicherzustellen, dass der Hirnfunktionsausfall irreversibel ist, müssen die klinischen Symptome bei einer erneuten Untersuchung nach mindestens zwölf Stunden erneut nachgewiesen werden. Im Falle einer sekundären Hirnschädigung, wie sie als Folge beispielsweise eines Kreislaufstillstandes oder einer Vergiftung eintritt, beträgt die Frist mindestens drei Tage.
Damit soll ausgeschlossen werden, dass Patienten, die an Herz- und Kreislaufstillstand sterben, für die Organspende in Frage kommen: Denn innerhalb der für die Diagnose vorgeschriebenen zwölf beziehungsweise 72 Stunden werden die Organe für die Transplantation unbrauchbar. rg

Kommentare (10)

Helmut Eckert 26.11.2012 | 18:22

Das beste Mittel gegen Fehldiagnosen bei Hirntoduntersuchungen ist: Der Patient hat unter seinem Kopfkissen seine Brieftasche und alle Erben beginnen sofort, noch im Beisein der Ärzte, sich um das zukünftige Erbe des Deliquenten zu streiten. Der Patent würde sofort aus seinem Tiefschlaf erwachen. Begründung: Erbstreitigkeit und die Gefahr der Entwendung der Brieftasche bewirkt Wunder.

Letztlich ist das Thema Organspende zu wichtig, um hier solche Vorschläge zu machen. Die Erfahrung zeigt uns, dass Besitz, Macht und Geld und die Unfähigkeit der Politikauch Wirklichkeit ist, werden kann und werden wird.......

eldorado 26.11.2012 | 19:12

Der Hirntod ist in meinen Augen ein Konstrukt, dass überhaupt Transplantationen stattfinden können.

Wirklich tot ist ein Mensch erst, wenn er ausgekühlt ist und damit das Leben aus ihm entweicht oder mit der Totenstarre.

Nun, in einem Organ, das transplantiert werden soll, muss noch ein Mindestmass von Leben vorhanden sein, anders geht es nicht.

So musste man im Sterbeprozess einen Zeipunkt und eine Form des Aussetzens von Leben finden, wo in der Folge nur noch der Tod eintreten kann. Der Hirntod kam zu diesen Ehren. Allerdings weiss man auch, dass man ein Leben noch kürzere oder längere Zeit aufrechterhalten kann mit künstlicher Beatmung und Aufrechterhaltung des Blutflusses.

Meine Schwiegermutter hatte einen sehr starken Hirnschlag mit, glaube ich, 65 Jahren. Die Aerzte haben sie für tot erklärt. Sie erzählte mir später, was sie davon mitbekommen hatte. Also sie bekam mit, wie sie für tot erklärt wurde. Sie hörte das, konnte nicht mehr sprechen und sich ganz und gar nicht bewegen. Irgendwann kam sie auf die Idee, zu versuchen, sich in Gedanken zu bewegen. Nach langer Zeit zeigte es Wirkung. Eine Zehe bewegte sich ein wenig. Das war ihre Rettung. Nach diesem Vorfall lebte sie noch mindestens 15 Jahre.

In diesem Kontext geben auch Berichte von Menschen, die über die Schwelle des Todes gegangen sind und wieder zum Leben erweckt wurden. Regelmässig hört man, dass sie das so empfinden, dass sie ausserhalb ihres Leibes sind und alles mitbekommen, was mit ihnen geschieht. Was da jemand erlebt, mitbekommt und hört, bei Gesprächen am Krankenbett, bei den Vorbereitungen zur Organentnahme und bei der Organentnahme selbst, kann ja nie jemand der Zurückgebliebenen hören. Deshalb finde ich es sehr wichtig, dass ein Spender während seines Lebens explizit ja dazu sagte.

Corina Wagner 27.11.2012 | 09:55

Vielen Dank für den sehr ineressanten Artikel.

Hirntod – ein sensibles Thema, das Ärzte in eine Grauzone von Gewissenskonflikten katapultiert. Ärzte, die den Hirntod diagnostizieren sollen, müssen sie sich absolut sicher sein, dass ein Hirntod eingetreten ist, um innerhalb von 72 Stunden anderen Menschen mit der Organspende eine neue Lebensperspektive zu verschaffen. Irren ist menschlich und immer möglich. Deshalb wird es auch in Zukunft Patientenfälle geben, die aufhorchen lassen.

Schachnerin 27.11.2012 | 10:17

Hirntot ist nicht richtig tot. Die Soziologin Gesa Lindemann schreibt, „Hirntote müssen heute weniger tot sein als früher.“

Die Frankfurter Rundschau hat mit der Soziologieprofessorin Alexandra Manzei ein Interview über Organspende geführt. Alexandra Manzei hat 1als Krankenschwester 5 Jahre lang Komapatienten betreut und zur Organspende vorbereitet. Als sie das nicht länger ertragen konnte, gab sie ihre Arbeit als Krankenschwester auf und studierte Soziologie.

Wenn die Hirntoten zur Organentnahme (Explantation) aufgeschnitten werden, steigen ihr Blutdruck und ihre Herzfrequenz sprunghaft an. Daher werden den Hirntoten in einigen Krankenhäusern Schmerz- und Beruhigungsmittel gegeben, sagt Frau Manzei.

Wer noch warm ist, ist nicht tot.

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Ehemaliger Nutzer 27.11.2012 | 11:59

Kaum jemand,der sich so wohlfeil äußert, wird Mediziner sein. Selbst Mediziner sind uneins darüber, ab wann nun der "Tod" eingetreten ist-um eben die hier in Rede stehenden Organentnahmen vornehmen zu können ohne das Risiko der Vivisektion einzugehen. Umfangreiche Untersuchungen, die das Risisko minimieren, sind ja oft aus Zeitgründen (Unfallopfer,Daten passen,Entnahme,Transport, Patient muß einbestellt u.vorbereitet werden usw.usw.) schlecht möglich. Zudem minimieren sie das Risisko NUR, wenn man grundsätzlich den Ärzten NICHT misstraut;anderenfalls könnten die ja auch bei "Sicherheitsuntersuchungen"tricksen. Und-ehrlicherweise muß es gesagt sein, verteuern Zusatzsicherheitsuntersuchungen (die nichts klären-aber die Zustimmung in der Bevölkerung erhöhen sollen zum Organentnahmegesetz per Widerspruchslösung) die Kosten für soche Transplantationen und die Infrastrukturen der Krankenhäuser!

Dieselben Leute , die hier den Ärzten so misstrauen und übrige Parameter gar nicht beachten, wollen , dass im Falle des unwiderruflich bevorstehenden eigenen Todes (ob nun mit oder ohne Spenderlunge) die unangenehmen Begleitumstände des eigenen Sterbens umgehen ,sich einen schlanken Fuß machen und zum richtigen Zeitpunkt nicht etwa durch eigene Hand (was den Zeitpunkt sehr früh setzen würde!) von einem Arzt elegant auf die lange Reise geschickt werden.

Was denn nun? Misstraut man dem Arzt seines Vertrauens -oder misstraut man dem nicht; denn der alte Hausarzt (den es bald nicht mehr gibt und alerte ,den Patienten meist fremde Fachärzte die ambulante Versorgung machen werden) dem man trauen würde -der entscheidet ja nun nicht über Todeseintritt und organentnahme im Krankenhaus in der Nähe des Unfallortes und der wird in aller Regel auch nicht im Krankenhaus das elegante schmerzfreie "Reisebillet" für die lange Reise verabreichen wenn denn nichts mehr hilft gegen das Winken des Fährmannes!

Zäumen Sie ,Leser, den Gaul doch mal von der anderen Seite auf als von der, die UNS ALLEN von den Befürwortern mit einer Widerspruchslösung (praktisch undurchführbaren;welcher Unfallchirurg sucht im Portemonnaie nach dem WIDERSPRUCH gegen eine Organentnahme, mitentscheidende Verwandte sind vieleicht innerhalb der Zeit nicht erreichbar,unter Stress um am Telefon nach solcher Unfallbenachrichtigung entscheiden zu können usw.) aufoktoyiert werden sollenden Organentnahme mit allerlei medialem Tricksertum einsuggeriert werden soll!

1. Frage: Will man selbst überhaupt ,im Falle das sei nötig, ein Spenderorgan, ein fremdes Organ im Leibe haben ? Oder würde man das Schicksal eben akzeptieren, wenn eben in dieser Form die Stunde schlägt?

2. Will man , das wildfremden Menschen unter "ungeklärten" und etwaig nicht ganz sicheren Bedingungen Organe entnommen werden,zunächst mal egal ob man selbst eines bräuchte oder nicht.

3. Will man hinnehmen, dass, egal wie man selbst entscheidet und wie die Sicherheitsstandrads sind, , derlei Entnahmen per Gesetz möglich sind mittels einer WIDERSPRUCHSLÖSUNG . Will man also dem "Apparat", dem "Staat" gestatten , ohne dezidierten Widerspruch eines Menschen, den dann auszunehmen wie eine Weihnachtsgans?

(Rein praktisch geht es bei sowas um Zeit - der berühmte Mottorradfahrer. Wenn nun nicht eruiert werden kann was der dazu denkt,sein Portemonniae mit der sogar darin BEFINDLICHEN Widerspruchserklärung aber eben verbrannte beim Unfall- es lassen sich tausend Verhinderungsgründe denken. Die Ärzte müssten dann entscheiden - und das Gesetz erlaubt ihnne das dann ja OHNE Widerspruch.)

4. Wie steht man eigentlich dazu, wenn es die eigene Frau, den eigenen Mann , den Sohn ,die Tocher mit träfe bei so einem Unfall?

Mann tot- Frau kann überleben ,wird aber neue Leber,Lunge , sonstwas brauchen. Lt Liste bekommt aber ein Herr Meier in X bei U. die Leber-und nicht die Ehefrau ,die mit im Auto verunfallte!

Man kann und soll doch FREIVERANTWORTLICH handeln , selbst in Fällen wo das gar nicht möglich ist ( Rentenprämien und Krankenkassenzusatzprämien zahlen die vom Gehalt gar nicht bezahlt werden können z.B.,nötigenfalls halt nur alle 14 Tage mal warm essen) - und dann soll man NICHT dezidiert anordnen können, wer , im Falle das würde koordinierbar sein (bei Unfällen von Verwandten etc. mit Bedarf danach wäre es das!), das zu spendende Organ , die entnommenen Organe, bekommt?

Wer also will sich selbst retten für kurze Zeit mit fremder Leute Organe, die denen -die Fratze starrt uns immer an- womöglich in noch nicht ganz totem Zustand entnommen wurden.

Gleichzeitig möchten wir uns einen schlanken Fuß machen und von fremder Hand elegant auf die Reise geschickt zu werden im letztem geeignetem Moment.

Bisschen heuchlerisch das ganze Spiel.

Man entnehme NUR bei Leuten, die das ausdrücklich wollen. (Weg mit der Widerspruchslösung!)

Man baue die Möglichkeit ein, NUR selbst zu spenden, wenn bestimmte zu benennende Personen die Empfänger sind.

Man überlege sehr genau, ob man selbst ein Organ empfangen will-und (konsequent wäre ja nun, wenn dann beim Empfang ebenfalls die Widerspruchslösung gälte; wer nicht ausdrücklich sagt ich will, dem wird unterstellt, er wolle nicht.Wird bei der Entnahme ja auch so favorisiert: Wer nicht ausdrücklich Nein ssagt zur Entnahme-bei dem wird entnommen.Dann muss das auch umgekehrt gelten!) passe dem seine anderen Entscheidungen an.

Warum sollte sich jemand, der ausdrücklich ein Spendeorgan eines anderen Menschen haben wollte um zu überleben in voller Kenntnis der Unwägbarkeiten bei der Entnahme bei jenem anderem Menschen dann nach einigen Jahren, wenn dem nichts mehr helfen wird ,mittels einer abermaligen ethisch kitzeligen Regel durch Ärzte dann schlanken Fußes davonmachen können?

Hier, bei diesen Themen ,- und nicht bei den direkten Sozialthemen- jammern die Betroffenen auf hohem Niveau!

Wer will-der soll es aufschreiben und sich dezidiert äußern. (Wir doft nicht anerkannt ,weil zu allgemein oder zu speziell gefasst.)

Weiß man nicht (Schweigen heißt nein lt.BGB) was derjenige will, ist das ein Nein. Ein Nein zur Entnahme und ein Nein zum Empfang eines Organs!

Und den schlanken Fuß betreffend harrt es auch noch der passenden Lösungen.

Erst wenn die Heuchelei und der Selbstbetrug bei derlei ethischen Themen überwunden ist und die es überall bequem haben wollenden Egoisten sich als Egoisten outen(neues Herz und bequemer Tod nach Beamtenmanier) und die Gleichgültigen als Gleichgültige und die Verantwortlichen als Verantwortliche und die Zyniker als Zyniker sich outen und die Verlierer auch als Verlierer erklärt werden,als die, für die all das Ethische und Kluge nicht gilt -kann vernünftig über Derlei nachgedacht werden.

eesti 25.01.2013 | 12:38

Mein Kollege ist auch mit einem "Hirntoten" bekannt.

Dieser lag in der Charité (Berlin) mit Krebs im Endstadium.

Sein Hirntod wurde festgestellt und alle lebenserhaltenden Apparate abgestellt. Als die Schwester dann die Apparate (Schläuche) einige Zeit später vom Körper trennen wollte, machte er die Augen auf.

Ein Schrei der Schwester....

Angeblich passiert das etwa alle 10 Jahre 1x in der Klinik.

Heute lebt er ohne Krebs!!!

Das war die letzte Schwelle für mich, vom Organspender zum völligen Gegner der Organspende zu werden. Zumindest möchte ich nicht ausgeschlachtet werden.

Da möchte ich aber keinen zu irgendwas überreden, das sollte jeder wirklich nach guter Überlegung entscheiden.

Manch Leben ist durch die Organspende schon gerettet worden.

wordi 31.07.2013 | 12:44

Es ist schon einfach nur schwerkriminell, wenn die Einsicht in derartig lebenswichtige Unterlagen verweigert wird. Strafanzeige wäre geboten gewesen. Ich habe solchen Ärzten, als meine Mutter im Krankenhaus war, sofort die Strafanzeige nebst Strafantrag angeboten. Daraufhin haben sie zähneknirschend jegliche Unterlagen einsehen lassen. Dir Götter in Weiß versuchen halt alles, man muss ihnen die Strin bieten und zeigen, dass man sich von ihrer missbrauchten Autorität nicht einschüchtern lässt.

Dabei wolllten sie meiner Mutter nur eines ihrer blinden Augen ohne wirklichen Grund entfernen. Das habe ich strikt unterbunden, die ordentliche Behandlung einer Entzündung des betroffenen Auges, gegen die sie offensichtlich vorsätzlich absolut nichts unternommen hatten, durchgestzt und mir täglich die Latte der Medikamente zeigen lassen, die sie dafür dann bekam. Sie starb erst 10 Jahre später mit beiden Augen im Alter von über 85 Jahren.

Man benötigt halt auch immer “Versuchsmaterial” für Studenten und eigene Versuchszwecke. Dafür aber muss kein Patient seine Bereitschaft erklären. Wer im Ausland keinen Organspendeausweis hat, läuft bereits gefahr als Organspender auf dem Siziertisch zu landen. Quelle: http://www.autowear.de/artikel/2013/wie

Die Würde des Menschen ist und bleibt unantastbar, auch die des Toten, seine krperliche Unversehtheit haben auch Mediziiner zu garantieren oder weitestgehend wiederherzustellen.

Anderenfalls sollten sie sich als Schlächtermeister in unseren Schlachtbetrieben für landwirtschaftliches Nutzvieh oder Wild verdingen. Wer Krankheiten nicht vorbeugen, erkennen und heilen will, sollte seinen Beruf als Arzt aufgeben müssen.