Lwiw in der Westukraine: Eine Fahne auf jedem Grab

Ukraine In der Region von Lwiw schalten die Menschen die Apps zur Warnung vor Luftangriffen aus. Der Stress ist zu groß. Unterwegs in der Westukraine, in der der Krieg ebenfalls allgegenwärtig ist
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 30/2022
Ein Einschlag, aber keine Explosion: In der Stadt Mykolajiw, im Süden der Ukraine, ist es diesmal glimpflich ausgegangen
Ein Einschlag, aber keine Explosion: In der Stadt Mykolajiw, im Süden der Ukraine, ist es diesmal glimpflich ausgegangen

Foto: Gert Jochems/Laif

Es bleiben nach der Einreise in die Westukraine etwa zehn Minuten, um sich mit einem „Eigentlich alles wie immer“ zu beruhigen. An den ersten Straßensperren ist das vorbei. Jedes Dorf, jede Brücke, jede Stadt hat Straßensperren. Es sind aufgetürmte Sandsäcke mit Schießscharten, versteckt unter Tarnnetzen. Auf einigen sind Heiligenbilder angebracht. Diese Hügel engen rechts und links die Straßen ein. Daneben stehen Unterkünfte aus Planen, Zelten oder alten Autos für die Bewacher. Einige Ortsschilder sind zugehängt, damit russisches Militär sich nicht orientieren kann. Daneben stehen Panzersperren aus Bahnschienen oder Baustämmen. Manchmal sind es auch nur Sandwälle, verstärkt mit Ästen für die S