In Tuchfühlung mit dem Terror

Kambodscha-Tribunal Vor dem Kambodscha-Tribunal hat heute das Hauptverfahren gegen Kaing Guek Eav begonnen, bis 1979 Chef eines Folterlagers in Phnom Penh. Eine Zeitzeugin erinnert sich

Die Französin Laurence Picq, heute 60 Jahr alt, lebte zwischen 1975 und 1979 in Kambodscha und dort im Zentrum des Terrors der Khmer Rouge. Sie war verheiratet mit einem Mitarbeiter des damaligen Außenministers Ieng Sary, der zu den Angeklagten des Internationalen Kambodscha-Tribunals gehört. Laurence Picq lebt seit Jahren wieder in Frankreich und arbeit in Dijon als Psychotherapeutin.

In Phnom Penh sitzen fünf führende Politiker der Roten Khmer im Gefängnis und warten auf den Prozess vor dem Internationalen Tribunal. Einige haben Sie aus nächster Nähe kennen gelernt. Wie wirkt das auf Sie?


Was sagen Sie zu der Person von Khieu Samphan, dem ehemaligen Präsidenten des Demokratischen Kampuchea, ein promovierter Volkswirt, der in einem Brief an das kambodschanische Volk jede Schuld von sich gewiesen hat und von Massenexekutionen nichts gewusst haben will?


Abgesehen von Khieu Samphan – am häufigsten hatten Sie aber mit Ieng Sary zu.


Ieng Tirith, die Ehefrau Ieng Sarys und ehemalige Sozialministerin, die ebenfalls auf ihren Prozess wartet, sagte einmal, dass man die Alten in Kampuchea nicht mehr brauche, es komme auf die Jungen an.


Was haben Sie in jener Zeit von den Massenexekutionen der Roten Khmer mitbekommen?

Das Gespräch führten Alexander Goeb* und Bettina Eichhorn

Die Hauptangeklagten des Kambodscha-Tribunals sind: Ieng Sary, Ex-Außenminister, er wurde im November 2007 inhaftiert und sitzt seitdem im Gefängnis des Internationalen Tribunals in Phnom Penh.Khieu Samphan, ehemaliger Präsident des Rote Khmer-Staates, sitzt ebenfalls im Gefängnis.

Ieng Tirith, früher Khieu Tirith, Ehefrau Ieng Sarys, ehemals Sozialministerin, gleichfalls Angeklagte vor dem Internationalen Tribunal.

Nuon Chea, ehemals Stellvertreter Pol Pots. Er sitzt seit Herbst 2007 ebenfalls im Tribunal-Gefängnis.

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Unabhängiger und kritischer Journalismus braucht aber Unterstützung. Wir freuen uns daher, wenn Sie den Freitag abonnieren und dabei mithelfen, eine vielfältige Medienlandschaft zu erhalten. Dafür bedanken wir uns schon jetzt bei Ihnen!

Jetzt kostenlos testen

Verändern Sie mit guten Argumenten die Welt. Testen Sie den Freitag in Ihrem bevorzugten Format — kostenlos.

Print

Die wichtigsten Seiten zum Weltgeschehen auf Papier: Holen Sie sich den Freitag jede Woche nach Hause.

Jetzt kostenlos testen

Digital

Ohne Limits auf dem Gerät Ihrer Wahl: Entdecken Sie Freitag+ auf unserer Website und lesen Sie jede Ausgabe als E-Paper.

Jetzt kostenlos testen

Was ist Ihre Meinung?
Diskutieren Sie mit.

Kommentare einblenden