Industriewälder

RUHRPOTT Horst Lang, Jg. 31, war Polizei- und Tatortphotograph in Essen. Was läge näher, als seinen Bildern, die während seiner Freizeit-Streifzüge durchs ...

Horst Lang, Jg. 31, war Polizei- und Tatortphotograph in Essen. Was läge näher, als seinen Bildern, die während seiner Freizeit-Streifzüge durchs Ruhrgebiet der 50er und 60er Jahre entstanden, den Blick des nüchternen Dokumentars zu attestieren. Doch schon beim ersten Durchblättern des von Andreas Roßmann, dem subtilen und ausdauernden Kenner der Region so sensibel wie kundig eingeleiteten, sorgfältig in Duotone reproduzierten Bild-Bandes wird man sehn: Nichts wäre falscher. Nicht nur eine geradezu kompensatorische Humanität, ein Blick für das Lebendige und Lebbare in vermeintlich lebensfeindlicher Landschaft, zeichnet seine Bilder aus, sondern ein Trost von viel weiter her, einer, den man einmal für Leuna, Senftenberg oder Wickerode ebenfalls wird bestätigten können: die Spiegelung von Ur- in Industriegeschichte. Die archaische "Wäldernacht" (R. Rothmann) über Tage. Menschen, lebendige Menschen im Mammutwald der Industrieanlagen. Es wird, werden wir wohl in nicht allzu großer Ferne lernen müssen, nicht die unmenschlichste unserer Umwelten gewesen sein.

Horst Lang: ...als der Pott noch kochte. Photographien aus dem Ruhrgebiet, München: Schirmer/Mosel-Verlag, München 2000, 160 S., 91 Duotone-Tafeln, 49, 80 DM

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00:00 04.01.2002

Ausgabe 25/2021

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