Revolution im Iran: Mein Prinz, der Teufel und die Demokratie

Exil Ihr Vater arbeitete für den Schah, andere flohen vor ihm: Die Autorin Asal Dardan über die vielen Geschichten der Iraner*innen in Deutschland
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 44/2022
Ayatollah Khomeini: Das Porträt hängt noch
Ayatollah Khomeini: Das Porträt hängt noch

Foto: Ruben Mangasaryan/SNA/Imago Images

„Ich statte Khomeini einen Besuch ab!“, hieß es in meiner Familie stets auf dem Weg zur Toilette. Es war der einzige Witz, den wir uns zu ihm erlaubten, aber er hörte nie auf, für Heiterkeit zu sorgen. Es waren Momente, in denen ich verstand, dass dieser böse, teuflische Mann uns hier nichts anhaben konnte. So sah ich ihn durch meine kindlichen Augen – als Teufel. Noch heute zieht sich alles in mir zusammen, wenn ich Bilder von ihm sehe. Ich schaue instinktiv weg. Ich weiß, er ist bloß ein Mensch, längst gestorben. Doch meine affektive Reaktion ist die des Kindes von damals, das ihm überirdische Kräfte zusprach. Der Stürzer des Schahs und Gründer der „Islamischen Republik“ Iran hatte 1979 alles verschwinde

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