„Er hat die Zeichnungen wohl nicht gekauft“

Interview Der weiße Kunstpatron Ulli Beier brachte Zeichnungen nach Europa, deren Urheber Patienten einer psychiatrischen Einrichtung in Nigeria sind. Im Iwalewahaus Bayreuth werden sie nun sichtbar gemacht. Ein Gespräch mit dessen Leiter Ulf Vierke
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 28/2022
Nur die Nachnamen derer, die diese Bilder malten, sind bekannt: Ogundeji (l.) und Gbadamosi (r.) – und dass sie 1950 entstanden
Nur die Nachnamen derer, die diese Bilder malten, sind bekannt: Ogundeji (l.) und Gbadamosi (r.) – und dass sie 1950 entstanden

Abbildungen: Iwalewahaus, Universität Bayreuth, 2022

Wie keine anderen Kunstgegenstände aus Afrika stehen die Benin-Bronzen für Museumsbestände aus kolonialen Zusammenhängen. Doch was in deutschen Museen lagert, ist weitaus diverser. Das Iwalewahaus in Bayreuth verfügt über Zeichnungen mit sehr unterschiedlichen Motiven, die Anfang der 1950er Patienten einer psychiatrischen Einrichtung in der damals britischen Kolonie Nigeria anfertigten. Diese Kunstwerke sind inzwischen Teil der deutschen „3 Wege-Strategie“, die koloniale Sammlungsgüter sichtbar und digital verfügbar machen will. Ulf Vierke ist der Leiter des Iwalewahauses.

der Freitag: Herr Vierke, Sie leiten das Iwalewahaus in Bayreuth, das dem Institut für Afrikastudien und dem Exzellenzcluster der dortigen Universität angeh