Jäher Abgang, späte Einsicht & wilder Ansturm

Chronik Nicht alles, was diese Woche unter dem Teppich landete, gehört dorthin: 5 weitere Themen der Woche in aller Kürze analysiert

./resolveuid/64300a06af193667b42517cccae0c499Italien
Jäher Abgang
Eine Galionsfigur der Ära Berlusconi ist gefallen. Umberto Bossi muss 
als Chef der rechtspopulistischen Lega Nord zurücktreten, weil Parteigelder veruntreut worden sind. Auch ließ der einstige Koalitionär des Ex-Premiers eine Privatvilla wohl mit Steuergeldern finanzieren. Dabei hatte sich die Lega mit leicht chauvinistischem Unterton bisher gern der „Sauberkeit“ gerühmt, die das von ihr vertretene Norditalien auszeichne. Bis heute wirbt sie für die Sezession der Region vom „römischen Unterleib“. Vorerst soll nun 
ein Triumvirat die Partei führen, gebildet durch die Abgeordnete Manuela 
Dal Lago, Roberto Calderoli, Ex-Vizepräsident des Senats, sowie Ex-Innenminister Roberto Maroni. LH

./resolveuid/c110ffeaa956f9b29e9e6d6de585b482Linkspartei
Die Vorsitzende geht
Kurz vor den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen ereilt die Linkspartei eine gravierende Personalentscheidung. Parteichefin Gesine Lötzsch tritt 
zurück. Die Erkrankung ihres Mannes zwinge sie zu diesem Schritt, heißt 
es in einer persönlichen Erklärung. Damit wird Lötzsch nicht wie angekündigt beim Göttinger Parteitag im Juni für eine Wiederwahl kandidieren. 
Ohnehin galten ihre Chancen als gering, den Parteivorsitz zu behaupten. Außer Lötzsch hatte bisher nur 
Ex-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch eine Bewerbung um das höchste Parteiamt abgegeben. Auch Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine gelten als mögliche Aspiranten. LH

./resolveuid/4da02c5b1541281e8129031949206884FDP
Alle auf den Parteichef
Die Liberalen kämpfen um ihr Überleben – da ist den Wahlkämpfern in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein, Christian Lindner und Wolfgang Kubicki, jedes Mittel recht. Also greifen beide Parteichef Philipp Rösler an. Lindner fordert ein anderes Auftreten der Bundespartei, bescheidener und souveräner. Auch den Umgang mit der Schlecker-Insolvenz kritisiert er. Kubicki rügt die „unterirdische Kommunikation“ und einen nie dagewesenen Vertrauensverlust. Angesichts der Kritik kartet Rösler wiederum bei Ex-Parteichef Guido Westerwelle nach und beklagt, die FDP habe sich zu lange auf das Thema Steuersenkung reduziert. Ob ihm diese späte Einsicht noch hilft? Bra

./resolveuid/d03165503a648ef94fd95e20e9718522Jemen
Wilder Ansturm
Al-Qaida-Formationen weiten ihren Aktionsradius aus und operieren nun auch im Süden des Jemen. In der Stadt Loder greifen sie am 9. April eine 
Kaserne an. Aus der Attacke entwickelt sich ein mehrstündiges Gefecht, bei dem 40 Menschen sterben. Loder liegt 150 Kilometer nordöstlich der Küstenstadt Sindschibar, die seit Mai 2011 Milizen des Al-Qaida-Ablegers Partisanen der Scharia kontrollieren. Staatschef Mansur Hadi – er trat bei der Präsidentenwahl am 21. Februar als einziger Bewerber an, um den zurückgetretenen Autokraten Abdullah Saleh zu beerben – benennt ein Minimalziel, um den 
islamistischen Ansturm abzuwehren: Al-Qaida soll von allen Erdöl-trassen ferngehalten werden. LH

./resolveuid/5736d7a03e8dd0e495a996bd04e2687dUSA
Obama gegen Romney
Der Herausforderer von Präsident Obama bei den US-Präsidentschaftswahlen steht fest: Kandidat Mitt Romney ist seinen ärgsten Widersacher los. Anfang der Woche hat Rick Santorum kapituliert. Der Vorwahlkampf der Republikaner ist damit quasi vorbei. Der Ex-Senator aus Pennsylvania war bei den Vorwahlen hoffnungslos zurückgefallen. Auch lagen seine Umfragewerte landesweit kaum über der Zwei- Prozent-Marke. Santorum verabschiedete sich in Gettysburg von seinen Anhängern, vermied aber jede Ankündigung, sich bis zum Wahltermin für seinen Rivalen Romney einsetzen zu wollen. Es gilt als ausgeschlossen, dass Santorum als Kandidat für die Vizepräsidentschaft in Frage kommt. LH


(Alle Fotos: AFP/ Getty Images)

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