Ji-Hun Kim
Ausgabe 1114 | 18.03.2014 | 06:00 29

Kimchi und Käsebrot

Einwanderer Von der Reform des Staatsbürgerschaftsrechts profitieren nur wenige. Wie fühlt man sich, wenn man hier aufwächst, aber nie einen deutschen Pass erhalten wird?

Wo kommst du her?“ „Aus Berlin.“ „Ich mein, wo bist du geboren?“ „In Castrop-Rauxel.“ „Nein, ich will wissen, wo ist deine Heimat?“ Solche Fragen werden mir oft gestellt. Die Antwort darauf ist nicht leicht. Ich lebe seit meiner Geburt in Deutschland. Einerseits. Meine Eltern sind Koreaner. Andererseits. Und so wie die Dinge liegen, werde ich nie einen deutschen Pass haben. Denn ich will meine koreanische Seite nicht aufgeben. Und das müsste ich. Die Möglichkeit, eine doppelte Staatsbürgerschaft zu bekommen, gibt es für mich nicht. Daran werden auch die Reformpläne der Großen Koalition nichts ändern. Denn sie gelten nur für Kinder, die hier künftig geboren werden.

Meine Mutter kam 1972 nach Deutschland, sie begann ihr gerade erwachsen gewordenes Leben wie die meisten anderen Koreanerinnen als Krankenpflegerin. Mein Vater kam als Gast- und Bergarbeiter 1974. Kennengelernt haben sie sich aber erst hier in Deutschland. Sie heirateten 1977 in Neukirchen-Vluyn.

Geboren wurde ich zwei Jahre später in Castrop-Rauxel, einer leider noch immer unbedeutenden Ruhrgebietsstadt, eingekesselt von bekannteren Ortschaften wie Bochum, Dortmund oder Herne. Wir lebten in einer spartanisch-ruinösen Wohnung in der Altstadt. Dusche neben Herd. Toilette im Flur. Arbeiterkind. Dass ich Ausländer bin und nicht richtig ins deutsche Bild passte, das erkannte ich allerdings erst im Kindergarten, im Alter von drei Jahren. Bis dahin sprach ich koreanisch und wusste nicht, dass mein Aussehen für den Rest meines Lebens eine Rolle spielen sollte. Aber als die anderen Kinder anfingen, Reime wie „Sching schang schong, Chinese im Karton“ oder „Chinese, Chinese, Eierkopp mit Käse“ anzustimmen, fragte ich daheim, was das denn sei: Chinese? Meine Mutter: „Kind, wir sind aus Korea, nicht China. Das liegt in der Nähe, aber Korea ist ein eigenes Land.“ Beim nächsten Mal konterte ich: „Ich bin gar kein Chinese. Ich bin aus Korea.“ Die Reaktion machte aber auch solche Bemühungen um Differenzierung früh zunichte: „Korea?! Gibt‘s doch gar nicht!“ Korea war wohl so etwas wie das Bielefeld Asiens.

Blüten der Deutschwerdung

In der Tat wusste man in Deutschland lange Zeit wenig über das Land. Höchstens in der Tagesschau gab es ab und an mal kurze Beiträge. Meine Eltern waren jedes Mal außer sich, wenn es etwas über ihr Heimatland zu sehen gab. Selbst kleine Bildschnipsel mussten als Projektionsfläche für Heimweh, das Vermissen der Familie und Sehnsucht herhalten. Derweil gewöhnte ich mich an die mit Zeigefingern schmal gezogenen Augen meiner Kindergartenfreunde. Meine Eltern beteuerten oft, dass sie eigentlich geplant hatten, zurückzukehren. Dann kam mein jüngerer Bruder zur Welt. Die Entscheidung fiel immer schwerer. Haben die Kinder in Deutschland vielleicht eine bessere Zukunft? Meine Eltern beschlossen, hier zu bleiben.

Irgendwann zogen wir in eine kleine Doppelhaushälfte mit Garten. Ein sozialer Aufstieg. Die Nachbarn: einstige Bergleute, Taubenzüchter, Schalke-Fans, einfache, liebenswerte Menschen. Dieses Deutschwerden brachte interessante Blüten hervor. Koreanische Figurinen schmückten den Wohnzimmerwandschrank mit beleuchteter Vitrine im Gelsenkirchener Barock. Im spießigen Garten wurden Sesamblätter und andere Dinge aus der Heimat meiner Eltern angepflanzt. Große irdene Töpfe gefüllt mit fermentierter Soja- oder Chilipaste drapierten sich um den blühenden Rhododendron und das Stiefmütterchenbeet. Wir waren die einzigen Ausländer in der Siedlung. Wenn auf dem alljährlichen Straßenfest das Bier floss und sich alle über das scharfe Grillfleisch meiner Mutter hermachten, hörte man dann: „Ihr seid echt mal die guten Ausländer. Wenn die Türken nur so wären wie ihr.“

Ich werde oft gefragt, wieso ich keinen deutschen Pass habe. Vielleicht hat es sich nie ergeben. Meine Eltern haben mittlerweile einen. Mein Bruder musste sich einen zulegen, weil er Jura studiert hat und einen braucht, um als Volljurist arbeiten zu können. Warum das so ist, konnte mir niemand erklären. Mein offizieller Status ist seit jeher der des Bildungsinländers mit unbefristeter Aufenthaltserlaubnis. Mein Vater, der nach dem Zechensterben bei Opel in Bochum-Langendreer viele Jahre in der Produktion gearbeitet hat, meinte mal: „Bei dir ist die Karosserie koreanisch. Der Motor und das Getriebe sind aber deutsch.“

Seit über 100 Jahren gilt in Deutschland das ius sanguinis, das sogenannte Recht des Bluts, das die Staatsangehörigkeit qua Abstammungsprinzip definiert. Das hat sich auch nach dem Zweiten Weltkrieg nicht geändert und wurde erst 2000 durch das Optionsmodell erweitert. Jetzt kann man im Prinzip zwischen deutscher und ausländischer Staatsangehörigkeit wählen. Aussiedler und ihre Abkömmlinge können so leicht zu einem deutschen Pass kommen. Geht es aber um Gastarbeiter und ihre Kinder, gibt es immer große Diskussionen über die Leitkultur, über Einbürgerungstests oder die fehlende Integration der Migranten. Selbst vor abscheulich-populistischen Unterschriftenaktionen wie die der hessischen CDU zur „Doppelten Staatsbürgerschaft“ wurde nicht Halt gemacht. Oft wird in diesem Zusammenhang von Integration gesprochen, aber Anpassung gemeint. Diese andauernde Skepsis der Politik gegenüber Ausländern führte bei mir mit wachsendem Alter zu einer emotionalen Distanz diesem Land gegenüber. Manchmal fühlt man sich nur geduldet, obwohl man doch das ganze Leben hier verbracht hat.

Begriffe wie Heimat oder Identität sind daher eine schizophrene Angelegenheit. Bei Fußballweltmeisterschaften bin ich für Südkorea, wofür ich schon einiges an Kopfschütteln geerntet habe „Wie kannst du nicht für Deutschland sein, du bist doch hier geboren?“ Beim Essen denke ich als Erstes an das Kimchi meiner Mutter. Bin ich in Südkorea, stellt sich nach ein paar Tagen ein irritierend befreiendes Gefühl ein, äußerlich nicht aufzufallen. Dafür sind meine Körpersprache, meine Gestik, fehlende Sprachkenntnisse und mein Kleidungsstil nicht konform, weshalb ich dort wiederum häufig für einen Japaner gehalten werde. Es klingt absurd, aber in Korea bin ich Ausländer auf den zweiten Blick und nach einigen Wochen wünsche ich mir nichts sehnlicher als ein doppelt gebackenes Vollkornbrot mit Butter und Käse.

Das Leben in Deutschland hat meiner Familie viel ermöglicht. Mein Vater praktiziert mittlerweile erfolgreich in Frankfurt Traditionelle Chinesische Medizin, mein Bruder und ich haben studiert. Wir hatten zum Glück nie Probleme mit rechtsradikaler Gewalt. Im Alltag begleiten mich unterdessen die kleinen Rassismen noch immer. Sei es, dass man mir in meinem Berliner Kiez ungefragt touristische Ratschläge erteilt oder wildfremde Passanten einen mit „Ni Hao“ oder „Konnichiwa“ anblaffen. Das Gegenteil von gut ist noch immer gut gemeint.

Mehr Mut, bitte!

Man könnte sagen, mein koreanischer Pass ist für mich so etwas wie mein gallisches Asterixdorf. Widerständig, aufmüpfig, und vielleicht auch kokett. Ich kenne keinen hierzulande aufgewachsenen Ausländer, der sich nicht die doppelte Staatsbürgerschaft wünschen würde. Meine Eltern müssten sich bei der Passkontrolle in ihrer Heimat nicht mehr in der Schlange für Ausländer anstellen. Wenn ich in Deutschland lande, müsste ich nicht mehr die Fragen der Zollbeamten beantworten, ob ich beruflich oder touristisch hier bin und vor allem: für wie lange. Am Ende fühle ich mich vielleicht europäisch, mit der Idee einer Entität durch Interkulturalität und Multitude konnte ich mich schon immer besser identifizieren als mit irgendeiner deutschen Leitkultur.

Mir sagte einmal jemand, das Leben sei kein Entweder-Oder. Der Doppelpass könnte mir das Gefühl geben, Europäer zu sein, ohne meine Geschichte zu verleugnen. Ich wünsche mir auch, dass die Große Koalition den Mut aufbringt, eine wirkliche Reform auf den Weg zu bringen und die doppelte Staatsbürgerschaft für alle Ausländer in Deutschland zu ermöglichen. Es sieht danach nicht aus. Vielleicht geschieht ja doch noch ein Wunder. Das nächste Mal würde ich dann sogar auch wählen gehen.

Ji-Hun Kim lebt in Berlin und arbeitet als Journalist, freier Dozent und Musikproduzent

 

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 11/14.

Kommentare (29)

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Ehemaliger Nutzer 18.03.2014 | 09:02

"Ich kenne keinen hierzulande aufgewachsenen Ausländer, der sich nicht die doppelte Staatsangehörigkeit wünschen würde."

Doch, jetzt kennen Sie einen, mich.

In der Schule war ich immer "das Besatzerkind", die in den 50er und 60er noch weit verbreitete Ansicht, dass das alles nur schlecht gelaufen ist, wurde direkt an mir ausgetobt. Trotzdem spreche ich die deutsche Sprache, lasse mir die schönen Seiten an diesem Land nie vermiesen, bin beim Fußball grundsätzlich immer für die schwächere Mannschaft (außer wenn Celtic spielt!) und pariere Ausgrenzung ausschließlich mit Humor.

Ich käme nie auf die Idee mir einen deutschen Pass zu besorgen, nicht als einzigen Pass und nicht als Doppelpass.

Mr Kim, ein Ausländer sind Sie in jedem Land der Welt, außer in einem (oder zwei beim Doppelpass). Nur was soll daran schlimm sein? Wozu wollen Sie unbedingt zu Menschen gehören, die Ihnen diesen Zugang nicht freiwillig geben - wozu keine Staatsangehörigkeit notwendig ist?

Erfreuen Sie sich doch an den Dödeln, die Sie immer als fremd ansehen und erfreuen Sie die mit einem Deutsch, dass die selbst nicht hinbekommen.

balsamico 18.03.2014 | 11:04

Und so wie die Dinge liegen, werde ich nie einen deutschen Pass haben. Denn ich will meine koreanische Seite nicht aufgeben.

Da ist viel Wehmut in Ihrem Beitrag. Und gegen Wehmut nützt alle Vernunft nichts. Gleichwohl, auch wenn es herzlos klingt: Ich vermute, dass Kinder überall grausam sein können. Denn die Gründe dafür, dass nicht alle Menschen gleich sind und auch nicht gleich aussehen, werden einem nicht in die Wiege gelegt, sondern das müssen die Kids erlernen, wofür sie ihre Zeit brauchen, die einen mehr, die anderen weniger. Auch ist es keine Frage der Staatsbürgerschaft und des Passes, dass man Sie - auch noch abfällig - als einen Chinesen hänselte.

Aber im Übrigen: Ist es denn wirklich so schwer, sich dort wohlzufühlen, wo man ist? Sofern man nicht diskriminiert wird, natürlich. Und ist denn jede Unanehmlichkeit schon eine Diskriminierung? Ich denke: nein. Ich habe es an anderer Stelle schon mal gesagt: Es gibt Schlimmeres als den Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft. Wenn man dazu seine angestammte Staatsbürgerschaft nicht aufgeben will (oder kann), gibt es leider überall Probleme. Ich weiß gerade nicht, wie es in Korea ist, aber ich könnte mir denken, dass man da als Deutscher auch nicht ohne Weiteres einen koreanischen Pass bekommt, wenn man sich nicht aus der deutschen Staatsangehörigkeit entlassen lässt. Das Völkerrecht wird leider vom Grundsatz der Gegenseitigkeit beherrscht. Das muss man, notgedrungen, akzeptieren, jedenfalls solange es Völker und Nationalitäten gibt. Mein Tipp: ubi bene ibi patria. Das Rechtliche regeln die Juristen. Und da sitzen Sie bei Ihrem Bruder ja sozusagen an der Quelle.

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fidde 18.03.2014 | 14:30

lieber Ji-Hun Kim,

vielen Dank, dass Du deine Erfahrungen mit den Leser*innen teilst.

... und dich damit, den Kommentaren nach zu urteilen, wieder in eine Situation begibst, in denen deine Situation und deine Gefühle dazu wenig Anerkennung finden.

Ich bin erstaunt über die bisherigen Kommentare. Wieso werden Dir sofort deinen rassistischen Erfahrungen relativiert und aberkannt. Wieso ist es nicht möglich, erstmal deine Erfahrungen wirken zu lassen - Erfahrungen, die die meisten Leser*innen nicht machen werden - zu ihrem Glück - weil sie weiße Deutsche sind - und daher auch nicht beurteilen können.

Das finde ich sehr schade, und ist für mich leider Teil dessen, dass unsere Gesellschaft Menschen diskriminiert und rassistisch ausschließt.

Aus deinem Mut, deine Gedanken zu teilen, können diese weiße Deutschen - mich eingeschlossen - lernen.

Und nur kurz zu dem Kommentar, Deutschland wäre nie ein Einwanderungsland:
Das stimmt nicht. Schauen wir auf die Arbeitsmigration seit dem 19.Jh. aus Polen, Russland und seit Mitte des 20Jh. aus Jugoslawien, Marokko, der Türkei, Griechenland, Spanien, Portugal und Italien. Hinzu kommt die Einwanderung der sogeannnten Spätaussiedler_innen.
In Deutschland stammt jede_r 4. aus einer Familie ab, die nach 1945 nach Deutschland eingewandert ist.
Deutschland ist schon lange eine Migrationsgesellschaft. Zeit, dass sie die Insitutionen wie das Erziehungswesen und Staatsbürgerschaftsrecht daran anpassen!

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dame.von.welt 18.03.2014 | 17:00

... anstelle klare Verhältnisse zu schaffen ...

Nach meinem Eindruck Ihrer beiden Kommentaren bestünden für Sie klare Verhältnisse, wenn von Ihnen nicht Akzeptierte, wenn sie Ihnen schon nicht den Gefallen tun, sich wohin auch immer zu verpissen, gefälligst das Maul zu halten haben.

Ihre Auslassungen wirken reichlich nationalbolschewistisch auf mich. Darüberhinaus vom hohen Roß desjenigen gesprochen, der ständige Ausgrenzung wegen äußerer Erscheinungsmerkmale nicht erlebt.

Aber nur durch Ihre fortgesetzte Leugnung, daß Deutschland immer schon, ab dem 19. Jhdt vermehrt Einwanderungsland in erheblichem Umfang war und ist (nebst Ihrer Rosinenpickerei am Artikel von Bade), kann man vermutlich Aussagen über echte (beißen sich durch oder scheitern) und unechte Einwanderer (Streikbrecher, aus offensichtlichen Gründen unbeliebt und bekämpft) treffen.

Halte ich für erbärmlich schlecht gemachte Querfrontlerei und das zeugt auch von einem Menschenbild, dem AEMR und GG entgegen gesetzt wurden.

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derde 18.03.2014 | 19:31

Hallo Ji-Hun Kim,

nimm es nicht so tragisch, es gibt verschiedene Kombinationen, die sich Menschen nicht aussuchen können:

mein Land z.B. ist einfach nicht mehr da .. hatte zwar Olympiasieger und einen Kosmonauten und überhaupt Botschaften rund um die Welt .. doch worde es auf allen Landkarten und Globen überpinselt .. der Personalausweis und der Pass verlor seine Gültigkeit und auf Beantragung bekam ich ungefragt den dunkelroten mit dem komischen Vogel.

Nicht das ich mich am Anfang nicht gefreut hätte, aber, obwohl kaum sichtbar, bin ich doch ein Leben lang Migrant.

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Ehemaliger Nutzer 18.03.2014 | 22:51

Ein sehr direktes Lesevergnügen, das Sie hier bieten. Sicher ist dies Ihrer Heimat, dem Pott, geschuldet. Dort waren Sie und ihre Familie wohl seit Anbeginn Ihres Aufenthalts auch von außen recht gut intergriert, da Sie als einzige "fremdländische" Familie in eine "urdeutsche" Reihenhaussiedlung geschlittert sind. :D Ihre Erlebnisse seit bKinderghartenzeiten wegen des anders aussehens kann ich sehr gut nachvollziehen, denn mir erging es ebenso. Mit den Erlebnissen meiner Mutter deckt sich Ihr Empfinden, da sie hier zunächst wegen meinem Vater geblieben ist unjd es dann auch ganz gut hier fand. :D. Als Japanerin hat(te) sich aber auch andere Voraussetzungen als als Einwander aus Korea. Ihre schilderungen erinnern mich an die meiner Mutter und insbesondwere an asiatische Freunde, die mit uns zu tun haben. (Zum politischen Differenzieren, wie ein Blogger dies hier tat, und nun ehemaliger ist, hätte ich gerne noch etwas geschrieben. warummist denn Aquajedi weg? Einen guten Gruß! Katsuo

CS Spuhr 18.03.2014 | 23:13

Danke für den Wunderbaren Artikel, der so schön beschreibt, wie man sich als in Deutschland geborener nicht-Deutscher oder Ausländer der 2. Generation fühlt. Ich kann bei Ihnen in allem so gut nachfühlen wie es mir selber geht und schon immer ging.

Bei mir ist der Unterschied eben, dass man mir nicht auf den ersten Blick ansieht, dass meine Wurzeln nicht Deutsch sind, aber als ich als Kind und Jugendliche den Mund aufgemacht habe, war immer klar: ich gehöre nicht so ganz dazu. Und wenn man immer als Aussenseiter behaldelt wird, dann will man auch gar nicht für Deutschland sein bei der WM, dann will man eben seine Wurzeln nicht verleugnen und nur den deutschen Pass haben etc.

Übrigens war es bei mir ein Kampf von 6 Jahren, aber ich habe mit sehr viel Durchhaltevermögen und guten Argumenten erreicht, dass ich doch zwei Pässe bekommen/behalten darf. Wenn es Sie interessiert, wie das geht, können Sie mich ja anschreiben.

Luzaru 18.03.2014 | 23:54

Lieber Ji-Hun Kim, ich habe deinen Artikel mit Interesse gelesen, weil ich darin - wie einige meiner Vorredner auch - Begebenheiten aus meiner Kindheit und Jugend wiedererkennen konnte, wie sie vermutlich die meisten asiatisch aussehenden Kinder (beinahe hätte ich "Deutschasiat" geschrieben, gibt's denn so was überhaupt?), in den 70er und 80er Jahren in deutschen Kindergärten machen konnten. Mit entsprechenden Anekdoten könnten wir problemlos einen ganzen Abend füllen...

Mein Vater ist Japaner, meine Mutter Deutsche, die Frage der doppelten Staatsbürgerschaft hat sich für mich persönlich nicht in dem Maße gestellt wie du es beschreibst: mein Vater hat es in den späten 70ern einfach versäumt, mir Japanisch beizubringen, zu Hause wurde Deutsch gesprochen (aber japanisch gekocht) und ähnlich wie du habe ich nur durch gewisse Schlüsselerlebnisse allmählich begriffen, dass meine Selbstwahrnehmung nicht der Sichtweise entsprach, die meine Lehrer und Klassenkameraden auf mich hatten. Den japanischen Pass habe ich mit 23 Jahren abgegeben.

Mit 25 habe ich ein Jahr in Japan gelebt und ähnliche Erlebnisse gehabt, wie du sie schilderst. Als "U-Boot-Ausländer", der kein Japanisch spricht, nichts versteht und sich merkwürdig benimmt, aber sonst nicht aus der Masse heraussticht, konnte ich mich ein wenig in die Lage hineinversetzen, in der sich Ausländer in Deutschland - also Leute, die so aussehen wie du und ich - befinden.

Heute würde ich mich in dem Sinne als Deutscher bezeichnen, als dass ich ein multikulturelles und multiethnisches Deutschland repräsentiere. Beim Essen bin ich weiterhin Ausländer, beim Wort "Abendbrot" bekomme ich Depressionen. Beim Lesen hingegen bin ich Deutscher. Typen wie uns gibt's in der Literatur zwar noch nicht, aber ich bin zuversichtlich und kann mich bis dahin problemlos mit Werther oder Stiller identifizieren. Meine Frau ist aus Peru und nimmt mich wie ich bin, nur wenn wir uns streiten, sagt sie ich sei "typisch Deutsch"!

Schönen Abend noch!

Sizwe 19.03.2014 | 10:28

Vielen Dank für diesen brillianten Beitrag. Ihre Geschichte beweist den rassistischen Unsinn des ius sanguinis. Die daraus abgeleitete Deutschtümelei kann einem schon mächtig auf den Keks gehen, für wahr!

Da reden alle über "Globalisierung" oder "Weltdorf", da heißt es die Welt wird "immer kleiner" durch schnellere Transportmittel, Internet, wirtschaftliche und kulturelle Verflechtungen usw. usw. Aber ius sanguinis soll es sein.

Es scheint mir, Justizia ist fußlahm und hinkt der Wirklichkeit ein Jahrhundert hinterher...

L.B. 19.03.2014 | 10:36

Zwischen Fremdsein und Fremdsein wollen

Ji-Hun Kim schreibt hier über "Alltagsrassismen". Ich frage mich, wo Ausgrenzung aufhört und Abgrenzung anfängt.

Nein, ich möchte Herrn Kim nicht in Abrede stellen, dass er sich, trotz seiner deutschen Herkunft, wegen seines Äußeren diskriminiert fühlt und Zeit seines Lebens fühlte. Sein Plädoyer für die doppelte Staatsbürgerschaft kann ich nachvollziehen. Trotzdem liest sich sein Artikel für mich ein Stück weit wie eine unreife Trotzreaktion auf die Wut über das eigene Schicksal.

Das fängt mit den Zeilen über den Kindergarten an, in dem Kim sich bereits alltäglichem Rassismus ausgesetzt sah, weil andere Kinder ihn "Chinese" nannten und in seiner Anwesenheit die Augen zu Schlitzen zogen. Aber auch Kindern mit deutschem Aussehen, wie mir, wurden Prädikate wie "Brillenschlange" nachgeworfen und Glubschaugen gezeigt, wenn ich in den Raum kam. War das nun Rassismus oder die Normalität kindlicher Grausamkeit, an der man irgendwie auch wächst und lernt mit umzugehen.

Auch ich lebe in Berlin. Ich bin als Deutsche nicht weiter auffällig. Trotzdem kann es gelegentlich vorkommen, dass ich von anderen Deutschen in dieser Stadt mit Englisch angesprochen werde. Ist das Diskriminierung? Oder nicht doch eher die Kuriosität des Berliner Alltags, in dem man, sollte man zu Zeiten, in denen andere Menschen gewöhnlich im Büro sitzen, an öffentlichen Orten unterwegs ist und deshalb unwillkürlich für eine Touristen gehalten werden muss, von denen zu diesen Zeiten wohl teils mehr in Berlins Straßen unterwegs sein mögen, als Ortsansässige. Besonders, wenn ich an einschlägig touristischen Orten in der Stadt unterwegs bin - teilweise rein zufällig - werden mir touristische Angebote unterbreitet. Soll ich mich darüber ärgern, mit Englisch angesprochen zu werden oder doch eher freuen, dass unsere Stadt so multikulturell und offen ist, dass sie Besuchern selbstverständlich entgegen kommen möchte? Ich reise selbst viel und kenne die abwehrenden Gebärden der Einwohner in anderen europäischen Hauptstädten, die einem weder helfen wollen, noch sich sprachlich von ihrer eigenen Muttersprache dazu herablassen wollen, mit Menschen zu kommunizieren, die dieser nicht mächtig sind.
Wer sagt überhaupt, dass die Passanten, die dem Autoren des Artikels zuweilen pseudo-asiatische Phrasen hinterherwerfen, selber Deutsche sind?

Ich möchte mit diesem Kommentar nicht in Abrede stellen, dass es in Deutschland Rassismus und Diskriminierung gegen Andersaussehende gibt. Aber die vom Autor beschriebenen Situationen deuten für mich mehr auf ein "Sich-Diskriminiert-Fühlen-Wollen" hin, als auf willkürliche Diskriminierung und werfen für mich wieder einmal die Frage nach der Selbstkonstruktion der Wirklichkeit auf.

Kommentare (2) /autoren/dame-von-welt/@@images/c531502d-c6c2-4f74-ac54-4adcf8b91765.jpegdame.von.welt 17.03.2014 | 22:40

Für mich klingt es weit eher nach Sich-Diskriminiert-Fühlen-Wollen und Selbstkonstruktion der Wirklichkeit, die eigene Diskriminierung als Kind ("Brillenschlange" ... Glubschaugen) mit der lebenslänglichen gesellschaftlichen und staatlichen Diskriminierung eines in Deutschland sozialisierten Koreaners vergleichen zu wollen.

=> Genau so überspitz war meine Formulierung gemeint! Wenn man sie auf diese Weise liest, klingt sie doch auch völlig übertrieben, oder?

Sizwe 19.03.2014 | 13:40

Der Mann schreibt weder über "Ausgrenzung" noch "grenzt" er sich"ab". Er schreibt einfach nur, wie es ihm als Kind, Jugendlicher und nun als Erwachsener ergangen ist und ergeht - und, wohlgemerkt, die positiven wie die negativen Erfahrungen. Er jammert nicht, sondern zeigt wie's ist.

Diese Lebenserfahrung mit Ihren putzigen Geschichtchen von Verwechslungen mit Touristen auf Berliner Straßen zu vergleichen, ist perfide und einfach Korinthenkackerei.

MarieBastide 19.03.2014 | 14:27

Meine rein persönliche Sicht als "Migrantenkind" in Deutschland: Doppelte Staatsbürgerschaft ist nicht wie doppeltes Pausenbrot. Sondern eher wie Plusundminusgleichnull. Ich gebe keine Seite auf, weil ich nur eine Staatsangehörigkeit habe, denn ich habe eine deutsche und eine italienische Seite in mir, im Herzen, im Denken, im Handeln. Ich bin und ich bleibe in beiden Ländern "ne pesce ne carne", weder Fisch noch Fleisch. Mit zwei Pässen werde ich auch nicht zum Fleischfisch. Ich habe viele Jahre gebraucht, um für mich ganz persönlich zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Und ich bin inzwischen der Ansicht, dass der Wunsch nach doppelter Staatsbürgerschaft nicht emotional, sondern in allererster Linie in wirtschaftlichen Überlegungen begründet ist. Gut, ich habe leicht schreiben - als Italienerin in Deutschland habe ich alle Rechte. Fast. Vielleicht. Vor allem - ich habe immer einen Fuß im anderen Land. Nicht im anderen Schuh. Aber den Fuß in zwei Schuhen zu haben führt leicht zum Stolpern. Ich kenne sehr viele Migranten, die auf der Flucht nach Deutschland gekommen sind, hier eine Heimat gefunden und gerne und als klare Konsequenz die Staatsbürgerschaft angenommen haben - "weil wir froh sind, hier zu sein, und uns hier auch ganz zu Hause fühlen wollen" (O-Ton). Deutsche tun sich vielleicht mit solchen Aussagen schwer? Ich denke, wir müssten viel mehr miteinander reden statt übereinander, um ein klares Meinungsbild zu bekommen.

balsamico 19.03.2014 | 14:42

Aber ius sanguinis soll es sein.

Es scheint mir, Justizia ist fußlahm und hinkt der Wirklichkeit ein Jahrhundert hinterher...

Erstens ist das ius soli kein Stück besser als das ius sanguinis - und genauso mit Mythen beladen, denn bekanntlich hat es die eigene Scholle nicht minder ins sich als das eigene Blut. Und zweitens ist das kein Problem der Justiz, sondern der Verfassung und der Gesetzgebung. Die Justiz hat sich allenfalls mit den Problemen herumzuschlagen, die sich aus dem einen oder anderen ius ergeben. Beim ius soli ergeben sich für die Justiz u.a. so spannende Fragen, wie z.B.: Welche Staatsangehörigkeit hat ein im Flugzeug im Luftraum über den USA von einer deutschen Mutter geborenes Kind, die mit einem Iraner verheiratet ist?

anne mohnen 20.03.2014 | 17:48

Was deutsch ist, flämisch, wallonisch ist? Ich weiß es nicht! Belgisch? Ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht, was koreanisch oder österreichisch oder bayerisch ist. Und eigentlich interessiert es mich auch nicht. Dabei wurden in Belgien mal auf der Höhe der „nationalen Identitätskrise“, so in den 70Jahren des letzten Jahrhunderts, Kleinkinder getrennt (!!!) auf flämische oder wallonische Töpfchen gesetzt: „Kein Scheiß“! Irgendwann wurde dem ein Ende bereitet und die Verfassung geändert:„multikulti“-äh- flämisch, französisch-deutsch.

Ich bin postnational angefixt, insofern finde ich den Artikel , die Diskussion „back in time“. Denn nationale Identitätsfragen haben einen langen, langen Bart- in dem Sinne von hier auch nen schönen Gruß in die Ukraine und an "die "Russen, echte Vollpass- Deutsche und alle die um Grenzen Kämpfenden -bloß nicht verheben!

CS Spuhr 20.03.2014 | 19:00

Na, so einfach ist es eben nicht. Es gibt (auch in Deutschland) abertausende die eben doch die doppelte Staatsbürgerschaft haben (mich eingeschlossen) und sich auch gar nicht für eine der beiden Staatsbürgerschaften entscheiden können und wollen.

Wie bereits oben erwähnt, für mich und viele Andere die ich kenne wäre die Entscheidung als würde man sagen: willst du lieber mit dem linken oder dem rechten Bein weiterleben? Das andere musst du leider amputieren lassen.

Die beiden Nationalitäten gehören eben zu einem, so wie die beiden Beine. Sind Teil der Identität und des Selbstverständnisses. Und das gute ist: selbst der deutsche Staat akzeptiert das in vielen Fällen, weil er gar nicht anders kann.

zelotti 21.03.2014 | 11:17

Naja, wenn man die deutsche Staatsbürgerschaft nicht annehmen will, und sich gegen sie entscheidet, dann gibt es doch da gar kein Problem. Dann hat man selbst die Entscheidung getroffen nicht Deutscher sein zu wollen. Man sollte Staatsangehörigkeit nicht zu sehr verunklaren und mehr das entweder-oder machen. Ob man woanders geboren ist, oder in einer anderen Kultur verhaftet, das ist doch unwichtig. Wir brauchen keine staatsrechtlichen Zwitterwesen.

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Ehemaliger Nutzer 21.03.2014 | 15:27

Ich bin für die Mehrfachstaatsbürgerschaft so dass jeder Bürger Europas grundsätzlich auch die Staatsbürgerschaft jedes weiteren europäischen Landes bekommt. Gerade für junge deutsche Bürger ist das wichtig denn so wie die Entwicklung in Deutschland mit den Zukunftsmöglichkeiten aussieht kann man keinen jungen Menschen es sei denn er ist mit dem goldenen Löffelchen geboren empfehlen in Deutschland zu bleiben. Was erwartet Junge Menschen in Deutschland schon heute? Befristete Verträge, Niedriglohn, Rente max. 800 Euro für die meisten Arbeitnehmer. Bei Arbeitslosigkeit. Krankheit besteht die Gefahr in Hartz4 zu landen mit der Folge der Existenzvernichtung durch Sanktionen wenn man keine prekäre Arbeit annimmt. Weiterhin ab 2015 werden die europäischen Staaten durch die Ausplünderungszone mit den USA quasi entrechtet und geplündert und die Bevölkerung mittels verdreckter unkontrollierter Produkte vergiftet oder gleich ermordet und die Konzerne werden nicht haften. Die Folge wird sein das nach einer gewissen Zeit es in Europa weder Renten noch Sozialleistungen oder Krankenversicherungen mehr geben und die Umwelt zerstört sein wird hin zu einer Wüste Europa in der Säuchen und Hunger an der Tagesordnung sein werden.

Hans-Jürgen 21.03.2014 | 22:07

Jetzt habe ich mich extra beim Freitag angemeldet, nur um Dir antworten zu können, Ji-Hun. Meine erste Reaktion war "Heul doch", aber lass mich erstmal erklären warum.

Ich finde es immer sehr unangenehm auf meinen Ausländerstatus hinzuweisen, um in einer solchen Diskussion ernst genommen zu werden, aber ich habe viele Gemeinsamkeiten zwischen uns entdeckt. Ich bin klassischer Südeuropäer von der Abstammung her. Man sieht es nicht mal auf den ersten Blick, aber wen es interessiert, der merkt es. Neonazis zum Beispiel. Aber auch wenn ich in deutschen Hotels einchecke, werde ich erstmal auf Englisch begrüßt. Ich kenne auch diese äußerst merkwürdige Behandlung, wenn ich am Münchner Flughafen wieder in Deutschland lande. Wer meinen Namen kennt, dem ist es dann auch klar. Bin ich in meiner "Heimat" im Urlaub, so reagieren die Einheimischen auch irritiert wenn sie bei mir in der Landessprache nicht weiterkommen. Manchmal sogar aggressiv. :)

Schon allein der Untertitel ist gelogen. Natürlich kannst Du einen deutschen Pass erhalten, wie Du selbst später zugibst. Vielleicht ist das der effektheischenden Redaktion zuzuschreiben.

Auch ich habe mich lange Zeit dem deutschen Pass verweigert. Weil ich dachte, eigentlich steht der mir zu. Den haben sie mir verdammt nochmal einfach per Post zuzuschicken. Und als EU-Ausländer war es eigentlich egal.

Fakt ist, Du und ich wir sind Deutsche. Nicht so deutsch wie es sich mancher CSU-Wähler vorstellt, aber wir bezahlen trotzdem genauso Steuern wie die und wir sind genauso Teil dieses Landes. Den deutschen Pass zu beantragen ist dann auch nur noch ein Akt der Ehrlichkeit. Es ist nichts weiter als ein Stück Papier. Genauso wie der andere Pass, den man mir ohne Aufforderung mitgegeben hat. Dass irgendwelche Rassisten von der Hessen-CDU irgendwie anders denken, irgendwelche Kinder-Inder-Rüttgers versuchen mich zu diffamieren, ficht mich nicht. Die gehören nicht hierher, ich schon.

Ich kann L.B. nur beipflichten. Emotionale Distanz? Wenn Du Dich diskriminiert fühlen willst, wirst Du schon eine Möglichkeit finden.

Tobi L 24.03.2014 | 17:11

Hallo,

ich bin 27 Jahre alt und Ur-Deutscher. Meine Familie war schon immer hier.

Ich hoffe es wird einen Tag geben, an dem die gesamte Welt für alle da ist, und kein "wir waren zuerst hier, also gehört dieses Kartoffelfeld uns" mehr existieren wird. Das Grenzen völlig egal sind, und genug Wohlstand für alle herrscht dass jeder Mensch in Lampedusa oder sonstwo hingehen darf wo er möchte. Und dass Menschen wie du sich keine Gedanken mehr darüber machen müssen, ob nun Korea oder Deutschland, Hauptsache der Name steht im Ausweis.

Insofern: Ich bin froh dass deine Eltern hierhergekommen sind und du bist mehr als nur geduldet.

Sicherlich ist das nur eine von 80 Millionen Meinungen, und die die genauso denken wie ich werden auf der Straße eben nicht auf dich zugehen und sagen "Cool dass du hier bist." Da kommen eher die "Verpiss dich, Schlitzauge"-Typen.
Es ist normal und evolutionär sinnvoll dass man dem, was man nicht kennt mit Misstrauen begegnet. Als großer blonder Europäer kann man sich auch nicht drauf freuen in Japan unbeachtet durch die Straßen zu schlendern.
Jedoch bin ich zuversichtlich dass zu Globalisierungs- und Internetzeiten auch im tiefsten Brandenburg irgendwann die Leute daran gewöhnt sein werden dass nicht jeder genauso aussieht und spricht wie sie selbst. Das braucht wahrscheinlich einfach noch Zeit.

Bis dahin versuch daran zu denken dass es eben doch genug Menschen gibt, die dich gerne hier haben, oder noch besser: Für die es völlig normal ist, dass du hier bist. Ob das so einfach ist, kann ich als Ur-Deutscher nicht beurteilen. Um die Situation beneiden tu ich dich jedenfalls nicht.