Komplizenschaft

Kommentar I Ganz im Stil eines strategischen Alliierten hat Außenminister Steinmeier bei seiner Reise zu den sichern Zuschauerpodesten des Gaza-Krieges ...

Ganz im Stil eines strategischen Alliierten hat Außenminister Steinmeier bei seiner Reise zu den sichern Zuschauerpodesten des Gaza-Krieges angekündigt, Deutschland gedenke von ägyptischer Seite aus die Abriegelung Gazas zu unterstützen, um Nachschub für Hamas zu unterbinden, als ob deren Kämpfer kein Recht auf Selbstverteidigung hätten.

Eine solche Offerte - formuliert in einem Moment, da die Gefechte so opferreich waren wie nie zuvor seit dem 27. Dezember - wirkt nicht nur so, sie ist eine klare Parteinahme für eine der beiden Kombattanten. Israel kann sich in seiner rücksichtslosen Kriegführung gegenüber der Zivilbevölkerung bestätigt fühlen. Steinmeier hat - öffentlich zumindest - mit keinem Wort das Austoben der Kriegsfurie, geschweige denn die menschenverachtende Blockade von anderthalb Millionen Menschen erwähnt. Anstatt sich ihrer anzunehmen, will er lieber etwas tun, damit der Zugang zur Isolierstation Gaza künftig noch gründlicher verbarrikadiert bleibt. Keine Regierung in der EU hat auf die Schlacht um Gaza pro-israelischer regiert als die deutsche und damit nicht nur der EU-Diplomatie, sondern auf lange Sicht auch Israel geschadet.

Liebe Leserin, lieber Leser,

dieser Artikel ist für Sie kostenlos.
Unabhängiger und kritischer Journalismus braucht aber auch in diesen Zeiten Unterstützung. Wir freuen uns daher, wenn Sie den Freitag hier abonnieren oder 3 Ausgaben gratis testen. Dafür bedanken wir uns schon jetzt bei Ihnen!

Ihre Freitag-Redaktion

00:00 16.01.2009

Ausgabe 18/2021

Hier finden Sie alle Inhalte der aktuellen Ausgabe

3 Ausgaben kostenlos lesen

Der Freitag ist eine Wochenzeitung, die für mutigen und unabhängigen Journalismus steht. Wir berichten über Politik, Kultur und Wirtschaft anders als die übrigen Medien. Überzeugen Sie sich selbst, und testen Sie den Freitag 3 Wochen kostenlos!

Kommentare