Daniela Dahn
29.04.2012 | 09:00 92

Krieg als vermeidbares Unglück

Empörung Juliane Wetzel hat Günter Grass im ­Freitag vorgeworfen, er bediene antijüdische Klischees. Andere haben kritisiert, Grass spiele mit Tabus. Daniela Dahn zieht nun Bilanz

Ist die Debatte um den als Gedicht kostümierten Warnruf von Günter Grass als Gelegenheit zum kollektiven Nachdenken genutzt worden? Das wäre ein Wunder gewesen, bei den tradierten Riten der deutschen Öffentlichkeit. Diese hat ein Beschimpfen und Beleidigen vorgezogen, ein Unterstellen von Schuld und falscher Gesinnung, ein Anempfehlen von Schreibverzicht und Klappe halten. Die Risiken und Nebenwirkungen intellektueller Einmischung sind hierzulande hoch. Dass da jemand, ob altersweise oder -eigensinnig, einzig die Sorge um einen von Tag zu Tag absehbareren, ebenso verheerenden wie vermeidbaren Krieg umtreibt, wird auf dem Schlachtfeld der Polemik als Motiv nicht durchgelassen.

Stimmt der Vorwurf von Grass, die eigentliche Substanz seines Textes sei gar nicht aufgegriffen worden? Wurde nicht zumindest über blinde Flecke reflektiert, die zuvor, obwohl spürbar, nachlässig ignoriert wurden? Oder war es nicht Nachlässigkeit, sondern die von den Großmedien-Machern geleugnete Selbstzensur, die anhaltende Verunsicherung der Deutschen, sich über „etwas Jüdisches im Allgemeinen und Israel im Speziellen zu äußern“, wie der Schriftsteller Pierre Assouline vermutet? Weil der niedermachende Vorwurf des Antisemitismus unberechenbar oder gar voraussehbar hinter jeder Zeile lauert?

Es sei „bar jeglicher Realität“, dass die Kritik an Israel ein Tabu sei, behauptet die Antisemitismusforscherin Juliane Wetzel im Freitag Nr. 16 und widerspricht sich dann gleich selbst: Indem sie dem Israel kritisierenden Grass unterstellt, „er schürt negative Gefühle gegenüber Juden“. Welche Kritik an Israel davor gewappnet ist, solche Gefühle auszulösen, bleibt trotz aller Forschung völlig unklar. Was auch nicht anders sein kann, da in diesem Punkt die Grenze purer Rationalität überschritten wird.

Einer meiner wenigen ostdeutschen Kollegen, die sich noch regelmäßig couragiert in Debatten einmischen, erklärte unlängst in kleinem Kreis, weshalb er sich diesmal zurückhalten wolle. Er sei gleich nach der Vereinigung von westdeutschen Publizisten gewarnt worden, er könne nun alles öffentlich sagen, mit einer Ausnahme: Kritik an Israel, also Kritik an jüdischen Politikern, sei den jüdischen Kollegen vorbehalten. Zwar müsse man sich an eine solche, aus Erfahrung gegebene, Empfehlung nicht halten, aber er habe im Moment nicht die Kraft, den offenen Flanken, die er in anderen Scharmützeln zu verteidigen hat, eine noch offenere hinzuzufügen.

Holzhammer und Agitprop?

Wenn nicht nebbich mein Großvater, den kennenzulernen mir aus den vermaledeiten Gründen nicht vergönnt war, durch ein Quäntchen Chuzpe in meinen Genen, in mir spürbar weiterleben würde, so würde ich mich wohl ähnlich verhalten. Denn geschützt fühle ich mich durch dieses Quäntchen nicht. Das Bedrohende, und sei es nur als Herabsetzung und Ausgrenzung, ist mir immer bewusst. „Das macht Risches“, soll der Großvater ängstlich gesagt haben, wenn in Breslau Geschäftspartner oder sonstige Mitglieder der Mischpoche Anlässe boten, die die Gojien ärgerlich oder neidisch machen könnten.

Nach der Shoah Zuflucht in Israel suchend, sind die Juden dort von Anbeginn mit Krieg konfrontiert. Und haben die Palästinenser von Anbeginn schlecht behandelt. „Wer lange verfolgt wird, wird schuldig“, sagt Camus sehr weise. Ich gehe soweit zu sagen, dass der faschistische Völkermord Juden in nie dagewesener, immer noch unbegreiflicher Weise derart zu Opfern gemacht hat, dass den Nachwachsenden eine Selbstbehauptung aufgezwungen wurde, die andere, etwa ihre Nachbarn, befremden kann. In diesem weitesten Sinne haben auch wir Nachkommen in Deutschland eine erhöhte Verantwortlichkeit für das heutige Empfinden und Verhalten in Israel. Das verlangt sensible Einfühlung, nicht die Lieferung atomwaffenfähiger U-Boote, die in einem als Verteidigung angekündigten Angriffskrieg eingesetzt werden könnten. Es verlangt aber auch die ehrlich benannte Sorge des wohlgesonnen Mitfühlenden, der sagt: Das macht Risches.

In der Sache kann man in deutschen Medien alles nachlesen: Dass John F. Kennedy 1963 in einem Brief an Ben-Gurion die internationale Kontrolle über die Atomanlagen von Dimona gefordert hat, und dass Israel dies ablehnte. Dass 2010 die 189 Mitgliedstaaten des Atomwaffensperrvertrages, darunter auch die USA, Israel vergeblich aufgefordert haben, das Abkommen zu unterzeichnen und dass auch Initiativen zu friedlicher Konfliktlösung von Israel nicht mit Nachdruck aufgegriffen wurden. Aber eine kritische Wertung dieser Vorgänge ist eben doch weitgehend tabuisiert.

„Ausschaltung der Gefahr"

Es sind letztlich zwei Formulierungen von Grass, die weltweit Aufregung, ja Empörung auslösten: die Behauptung, dass ein Erstschlag (das politisch korrekte Wort wäre Präventivschlag, besser noch harmlos Luftschlag gewesen) das iranische Volk auslöschen könnte. Der Begriff „Auslöschen“ im Zusammenhang mit dem Wort „Volk“ ist ein für alle mal besetzt und seine andersartige Verwendung ist berechtigt verletzt zurückgewiesen worden. Aber wurde in der Debatte ernsthaft die Frage gestellt, wie die Folgen eines Bombenkrieges, der dem selbst drohenden Iran droht, zutreffend zu beschreiben wären? Die Behauptung, es ginge doch nur um die „Ausschaltung der Gefahr“ einer iranischen Atombombe ist unverantwortlich verharmlosend.

Militärs wissen: Bevor eine iranische Atomanlage bombardiert werden könnte, müsste die gut ausgerüstete Luftabwehr kampfunfähig geschossen werden. Wie lange das dauert und wie viele in der Nähe liegende zivile Ziele unvermeidlich mitgetroffen würden, wagt niemand vorherzusagen. Ob Verbündete des Iran eingreifen und damit den Krieg zu einem Flächenbrand machen würden, auch nicht. Wenn schließlich die Anlagen nachhaltig zerstört werden sollen, so wird der einstige US-Vize-Verteidigungsminister Joseph Nye recht haben, dass etwa 600 Ziele in ganz Iran angegriffen werden müssten und dass dies „alles andere als ein Präzisionsschlag“ wäre. Viele der Anlagen liegen unter dicken Betonschichten tief unter der Erde und Fachleute räumen ein, es gäbe keinerlei Gewissheit, ob sie mit konventionellen Waffen überhaupt erreicht werden können. Wie viel Infrastruktur – Straßen, Brücken, Gaspipelines, Kraftwerke, Wohngebiete, Krankenhäuser und Märkte werden bei diesen Versuchen mitzerstört werden? Hätten die Bomben schließlich die Anlagen mit spaltbarem Material und Plutonium erreicht, so würde zweifellos radioaktives Material austreten – in welcher Stärke weiß niemand vorherzusagen. Wo immer solche Strahlung freigesetzt wird, verursacht sie zahllose Todesfälle, schwere Erkrankungen, genetische Schäden. Wie also lautet die politisch korrekte Beschreibung dessen, was das iranische Volk erwartet? Und was hätten weitere Völker unter den Folgen des Krieges zu leiden – darunter auch das israelische?

Die zweite Aussage von Grass, die als „ekelhaft“ abgetan wurde, ist die Behauptung , die „Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden“. Von Holzhammer war die Rede und Agitprop. Was aber sagt das über eine Medienlandschaft, die nur noch auf Hochdosiertes von Hochprominenz reagiert und differenzierte Erörterung durch Nichtwahrnehmung abstraft? Wenige Tage vor Abdruck von „Was gesagt werden muss“ haben hunderte Intellektuelle in eben der Süddeutschen Zeitung (und im Freitag) in einer großen Anzeige in anderer Sprache aber mit ähnlichen Argumenten vor den Gefahren eines Iran-Krieges gewarnt. Die Erklärung blieb ohne Reaktion.

Israels Doktrin

Dabei hat Grass nichts Neues gesagt. Dass israelische Aktionen „eine Gefahr für den Weltfrieden“ sind, wurde schon in der UN-Resolution 487 im Juni 1981 ausgesprochen, der selbst die USA zustimmte. 14 israelische Kampfflugzeuge hatten den von Frankreich gebauten Atomreaktor in der Nähe von Bagdad zerstört – der unter der Kontrolle der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien stand. „Eine klare Verletzung der Charter der Vereinten Nationen“, hieß es und Israel wurde aufgefordert, künftig solche Attacken oder die Drohung damit zu unterlassen. Als im Herbst 2007 eine mutmaßliche Atomanlage bei Al-Kibar in Syrien von der israelischen Luftwaffe bombardiert wurde, hatte sich die Welt offenbar schon an die Doktrin gewöhnt, dass Israel entscheidet, wer Atomanlagen im Nahen Osten betreiben darf und wer nicht. Selbst wenn offensichtlich ist, dass Deutschland hier nicht nur aus schuldbeladener Staatsraison solidarisch ist, sondern auf diesem Ticket eigene machtpolitische Ziele in der Region verfolgt.

Krieg ist immer Versagen von Politik, auch von Intellektuellen. Weg mit all den Eitelkeiten, Verletztheiten, Selbstprofilierungsversuchen – sie haben zurückzutreten hinter die gemeinsame Anstrengung, nicht nur den Völkern, sondern den einzelnen absehbaren Opfern, dem geschundenen Planenten, den leeren Kassen, jedem von uns, dieses vermeidbare Unglück zu ersparen.

Daniela Dahn ist Schriftstellerin und Autorin des Freitag

Kommentare (92)

Nil 29.04.2012 | 11:41

Danke für diese wahrhaftige und wahre Analyse der aktuellen und langjährigen Situation im Nah-Ost-Konflikt.
Alles andere ist Kriegstreiberei und Verdrehung der Tatsachen. Verdrängen, vergessen und lügen, sind die bisherigen Reaktionen der Masse der Medienakteure gewesen, und das empfinde ich als kriminell, wenn bei der Berichterstattung die Landkarte und das Territorium nicht übereinstimmen.

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Ehemaliger Nutzer 29.04.2012 | 13:32

"...die Behauptung, dass ein Erstschlag (das politisch korrekte Wort wäre Präventivschlag, besser noch harmlos Luftschlag gewesen)..."

Warum nicht die Wahrheit sagen? Es wäre ein Erstschlag! Und schon sind wir wieder dabei, dass man über Israel ja bloss nichts schlechtes sagen darf.
Ansonsten kann ich dem Artikel im grossen und ganzen zustimmen. Es wird Zeit, das auch Israel sich an die Vorgaben und Resolutionen der UN hält (ich denke da immer wieder an 242!).

Verwendungszweck 29.04.2012 | 14:05

Schöner Artikel.

Dass bei manchen Themen Selbstbetroffenheit notwendig ist, um bestimmte Aspekte beleuchten zu dürfen, ist ein alter Hut. Dass es bei Juden die "religiösen Gene" sind, ist selbstverständlich. Dass es auf sämtliche Israel-Kritik ausgeweitet wird, ist Missbrauch.

Dass große Teile der Deutschen den Selbstbetroffenheitsaspekt bei anders konnotierte Themen komplett ignorieren können, haben die Mohammed-Karikaturen und ihre Meinungsfreiheit vergewaltigende Kommentatorenschar gezeigt.

Im Grund nichts dazugelernt seit den Witzen des Stürmers. Der einzige Trost ist, dass die Idee diesmal aus dem rechtspopulistischen Teil Dänemarks kam. Aber die Deutschen wussten sofort, wie sie das Spiel spielen konnten. Gene? Nein. Vom Krieg gegen den Terror verschuldete opportunistische Verschlagenheit.

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Ehemaliger Nutzer 29.04.2012 | 14:26

Leider bedient auch die verehrte Frau Dahn mit dem Hinweis auf ihren couragierten, hier jedoch zurückscheuenden Kollegen "er könne nun alles öffentlich sagen, mit einer Ausnahme: Kritik an Israel, also Kritik an jüdischen Politikern, sei den jüdischen Kollegen vorbehalten" des Großdichters weinerlich duckende Schutzbehauptung.
Wieso eigentlich kann man von einem Literaturnobelpreisträger nicht verlangen, sich auch in einem politisch stellungnehmenden Gedicht einer präzisen Wortwahl zu bedienen, sich an Fakten zu halten?
Sich nicht als mutigen Schweigbrecher zu stilsieren?
Jeder deutsche des Schreibens Kundige, Journalist oder Schriftsteller, kann und darf - wenn er nicht für Springermedien tätig ist - die israelische Politik kritisieren ohne des Antisemitismus verdächtig zu sein. Wenn er sich an belegbare Fakten hält. Wenn von israelischer Seite dennoch auf sachlich richtige Darstellungen der Vorwurf des Antisemitismus kommen sollte, kann man das begründet zurückweisen oder getrost ignorieren.
Grass jedoch war in seiner Wortwahl schlampig missverständlich. Er hat sich zudem, vorauseilend duckend vorm Vorwurf des Antisemitismus, hier schwurble ich, ich kann nicht anders, als mannhafter Tabubrecher inszeniert.
Heillos seine Vermischung von "Erstschlag, der ... das iranische Volk auslöschen könnte" und "allgemeine(m) Verschweigen dieses Tatbestandes", mit persönlicher Geschichte - "mit nie zu tilgendem Makel behaftet" - mit "jetzt aber sage ich", der arme G.G., "was gesagt werden muss", "gealtert und mit letzter Tinte:
Die Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden."
Alte Menschen sollen sich ab und an in ihre Jugendzeit zurück versetzt sehen, heißt es. "Die Juden sind unser Unglück."?

Apropos Weltfrieden:
Seit dem 2. Weltkrieg gab es Dutzende von Kriegen mit Millionen von Toten und noch mehr Verletzten. Der "Kalte Krieg" zwischen Ost-West, war zur Zeit der von Frau Dahn angeführten UN-Resolution 487 im Juni 1981 noch im vollen Gange und wenn man Berichten glauben darf, einmal nur durch eine mutige Entscheidung eines sowjetischen Offiziers am 26. September 1983 nicht atomar heiß geworden.

Rund ein Viertel der UN-Resolutionen sollen sich - ich hab's nicht überprüft - mit Israel beschäftigen. Die weitaus meisten Massaker gab es in anderen Teilen der Erde.

Lethe 29.04.2012 | 14:51

Leider bedient auch die verehrte Frau Dahn mit dem Hinweis auf ihren couragierten, hier jedoch zurückscheuenden Kollegen "er könne nun alles öffentlich sagen, mit einer Ausnahme: Kritik an Israel, also Kritik an jüdischen Politikern, sei den jüdischen Kollegen vorbehalten" des Großdichters weinerlich duckende Schutzbehauptung.

und ist in irgendeiner Weise relevant, was da bedient wird, abgesehen davon, dass umstritten ist, was da bedient wird? Ist nicht die einzig relevante Frage, ob die Aussage der Realität entspricht oder nicht?

Ich gestehe, selbst zu bedauern, dass es ein dichterisch so schlechtes Gedicht ist, das relevante Fragen auslöst. Bevor aber gar keine relevanten Fragen ausgelöst werden, dann besser ein schlechtes Gedicht, als gar keins. Grass werfe ich vor, dass er das, was er zu sagen hatte, zu undeutlich ausgedrückt und zu sehr mit persönlichem Gedöns überfrachtet hat. Dass der sachliche Gehalt des Gedichts aber gesagt, laut gesagt und deutlich gesagt werden musste, steht für mich außer Frage.

Allerdings steht und fällt die Relevanz damit, ob seitens der israelischen Regierung und ihres Militärs Dinge in Zukunft anders gehandhabt werden als bisher. Andernfalls muss es nämlich auch immer wieder gesagt werden.

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Ehemaliger Nutzer 29.04.2012 | 14:52

Das Grass-Gedicht war gut genug, auch diesen Artikel zu generieren und es war gut genug, dem Regierungssprecher Gelegenheit zu geben, eine höhnische Erklärung zur Freiheit der Kunst als schützenswertem Anliegen vorzutragen.

Leider war das Grass-Gedicht nicht gut genug, der Regierung eine Stellungnahme zur Lieferung von veritabelster Kriegausrüstung ins Pulverfassgebiet abzuringen.

Schade.

Verwendungszweck 29.04.2012 | 15:27

"Rund ein Viertel der UN-Resolutionen sollen sich - ich hab's nicht überprüft - mit Israel beschäftigen. Die weitaus meisten Massaker gab es in anderen Teilen der Erde."

Was ist das für ein windschiefes Argument? Müssen Israels Massaker erst alle weltweit verübten Massaker an Anzahl übertreffen, bevor sie gescholten werden dürfen? Wer Grass Ungenauigkeit in Sprache und Argumentation vorwirft, macht die Diskussion nicht besser, wenn er ebenso verfährt.

Israels Unfrieden besonders mit den Palästinensern dauert nun einfach schon so lange, dass sich all die UN-Resolutionen angesammelt haben.

Andere Massaker-Verursacher sind so schnell (was auch eine Erlösung für die Opfer sein kann), dass die UN gar keine Zeit für Resolutionen findet. Ihre Aufrechnung ist nur eine weitere in der schier endlosen Schlange sinnloser, Frieden verhindernden Aufrechnungen.

freedom of speech? 29.04.2012 | 15:32

"....Kritik an Israel, also Kritik an jüdischen Politikern, sei den jüdischen Kollegen vorbehalten" des Großdichters weinerlich duckende Schutzbehauptung....."

Die Reaktion der israelischen Regierung hat unmissverständlich den Vorwurf von Grass bestätigt.

"Persona non grata" ist eine besondere Auszeichnung.

Weinerlich duckend ist nur die Herde, die in voraus eilendem Gehorsam so wortreich über Grass her gefallen ist.

Das Einzige, was an dem Zitat oben falsch ist, ist die Behauptung, jüdische Kollegen dürften Israels Regierung kritisieren:

www.youtube.com/watch?v=MJ4sZF0iIUE

Evelyn Hecht-Galinski, die Tochter des ehemaligen Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland spricht dort von einer Liste, auf der 7000 "unerwünschte Juden" stehen, die aufgrund ihrer Ansichten nicht in Israel einreisen dürfen.

Israels Propagandisten in Deutschland leisten ganze Arbeit.

tlacuache 29.04.2012 | 15:59

Frau Dahn,
ich habe mich bisher "Inhaltlich" aus dem Konflikt rausgehalten, da mir viel zu viel Mumpitz zum Thema geschrieben wurde, man beachte 1003 Kommentare in einem einzigen Blog, da habe ich mal so 4 bis 5 Scherzhafte von mir gegeben.
Um klarzustellen, wie kompliziert das ganze ist, will ich nur mal EIN Beispiel von 100 rausgreifen:
..."Am 27. März 1952 explodierte um 18:20 Uhr ein an Bundeskanzler Adenauer adressiertes Päckchen im Münchner Polizeipräsidium und tötete den Beamten Karl Reichert"..."Als sich im Zug der Ermittlungen herausstellte, dass die Spuren zu Splittergruppen der 1948 aufgelösten jüdischen Partisanen- und Untergrundorganisation Irgun führten, entschloss sich die Bundesregierung, das Beweismaterial geheim zu halten, um keine antisemitischen Reaktionen in der Öffentlichkeit zu provozieren. Fünf Verdächtige wurden letzten Endes nach Israel abgeschoben; der mutmaßliche Drahtzieher, Jakob Farshtej, der Bombenbauer, Elieser Sudit, sowie der Überbringer der Bombe, Josef Kronstein, entkamen, woraufhin von deutscher Seite keine weiteren Schritte mehr unternommen wurden. Israels Premierminister David Ben-Gurion begrüßte diese Entscheidung und soll sich Adenauer zeitlebens dafür verbunden gezeigt haben. In stillschweigendem Einvernehmen war es den beiden Staatsmännern damit gelungen, der Münchner Bombe ihre auch politische Sprengkraft zu nehmen. Wären die Ermittlungen erfolgreich durchgeführt worden, hätte die Bundesregierung möglicherweise einen Auslieferungsantrag an Israel stellen und einem hochrangigen Israeli den Prozess machen müssen, woran wenige Jahre nach den Verbrechen des Holocaust keiner der beiden Staaten interessiert war. Um die allmählich neu erwachsenden bilateralen Beziehungen nicht noch zusätzlich zu belasten, stellten die deutschen Behörden die Ermittlungen ein.

Zur Urheberschaft des Anschlags veröffentlichte Elieser Sudit in späterer Zeit ein Buch, wonach als Auftraggeber, Organisator und Geldbeschaffer für die insgesamt drei Attentate auf Adenauer der ehemalige Kommandant des Irgun, gesuchte Terrorist und spätere israelische MINISTERPRAESIDENT Menachem Begin fungiert habe. Laut eines Berichts der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Juni 2006 sei es ihm dabei nicht darum gegangen, Adenauer zu töten (daher die dilettantische Vorgehensweise), sondern vor allem um die Aufmerksamkeit von Presse und Öffentlichkeit. Der Grund dafür sei in der nach Begins Ansicht verfehlten Reparationspolitik der Bundesregierung gegenüber Israel zu suchen. Begin habe die Meinung verfochten, die Wiedergutmachungszahlungen seien nicht an die israelische Regierung, sondern direkt an die Familien der Opfer zu leisten"...
Das ist jetzt Wikischrott, aber ich habe weder die LUST noch die Zeit, mich wieder eine Woche in das Thema zu versenken, ich kenne andere Geschichten und es war nur EIN Beispiel, wie kompliziert das ganze ist.
Vielen Dank, Frau Dahn
20 X *****
LG
TL

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Ehemaliger Nutzer 29.04.2012 | 16:08

„Selbst wenn offensichtlich ist, dass Deutschland hier nicht nur aus schuldbeladener Staatsraison solidarisch ist, sondern auf diesem Ticket eigene machtpolitische Ziele in der Region verfolgt.“

Eine „unbequeme“ und so gut wie immer unter dem Teppich gekehrte Wahrheit, die Sie hier aufschreiben, Frau Dahn.

Nun ist es aber andererseits ebenso offensichtlich, dass hier der DEUTSCHE Dichter die Selben „machtpolitischen Ziele“ und Zwecke TEILT - nur eine Umbuchung dieses alten „schuldbeladenen Tickets“ für unumgänglich hält.
Das ist aber alles andere als eine redliche Sorge vor einen „absehbareren, ebenso verheerenden wie vermeidbaren(?!) Krieg“.

tlacuache 29.04.2012 | 16:32

"Georg von Grote schrieb am 29.04.2012 um 13:55
Ich sage einfach nur Danke!"

GvG,
ich habe dich bisher schonend behandelt, weil ich dachte, so ein Yellow-Press-Heini kann Impulse geben. Das hat es leider nicht Gvgegeben.

Die ersten Sieben Absätze deines 1003er - Blog's war:
"...Ich bin ziemlich erschüttert.
Ich dachte, das neue freie Deutschland hätte sich langsam aus den sich selbst auferlegten Fesseln gelöst. Grass hat gezeigt, dass dem so nicht ist.
Grass hat kein Gedicht geschrieben. Er hat es nur als Gedicht "verkauft". In meinen Augen clever, denn das erhöht die Chance, ihm zuzuhören."...

Jetzt fang hier bloss nicht an zu schleimen, bleib bei deinen Rezensionen von "Blade - Runner, E.T. oder Solaris".

Du hast Dir hier ganz gewaltig Kredit verspielt durch deine besserwisserische Tonart.
Selbst meine Liebstgehasstesten Feinde wie Theel, E@Murrow oder Merdeister nehme ich, da teilweise fachlich SEHR gut, und in der Tonart sehr Respektvoll, auch wenn ich mir im Umgang mit E@Murrow mal selbst die gelbe Karte zeigen muss, ERNST!
Diesen Kredit, auch wenn Du jetzt hier mit Israelbesuchen und Münchner Biergärten glänzen willst, hast Du dir EINDEUTIG verspielt.
Danke und das war's.
Du brauchst hier gar keine bauchpinselnde Antwort geben, der Kredit ist weg.
Und bei Beleidigungen gibt es sofort eine Meldung an die Redaktion.

mklingma 29.04.2012 | 18:03

Es war an der Zeit für eine sachliche Betrachtung der bedrückenden Tatbestände, die Günter Grass in seinem Gedicht aufgeworfen hat. Auch im Freitag, einer Zeitung die sich dem Krieg als Mittel der Politik in ihrer Vergangenheit immer entgegengestellt hatte. Diesmal ist es hier nur EINE - abschließend "basta" - veröffentlichte "Bilanz", die eindeutig Position bezieht neben einer ganzen Reihe von - versteckt - wie lange noch so verschämt? - bellizistischen.

Die Kriegsvorbereitungen gehen weiter, während hier die Nebelkerzen gezündet werden. Die Meldung, dass amerikanische F22 Raptor-Jets in die Vereinigten Arabischen Emirate verlegt wurden, habe ich nur einmal in den Deutschlandfunk Nachrichten gehört. Für das Fernsehen habe ich über Google nur einen Sender gefunden. (www.n-tv.de/politik/USA-lenken-im-Atomstreit-ein-article6140816.html) Was ist eigentlich ein Raptor?

Sie sind in der Lage chirurgische Eingriffe durchzuführen. Menschen werden heutzutage nicht mehr mit Ungeziefer, sondern mit Krebs gleichgesetzt. Das hätte Grass bedenken müssen, als er das Wort "auslöschen" verwendet hat: Es wird nicht mehr ausgelöscht, es wird nur herausgeschnitten.

Es gäbe hier nach der "Bilanz" noch so manches zu beleuchten - leider -, wenn wir uns denn dem eigentlichen Thema zuwenden wollten.

tlacuache 29.04.2012 | 18:25

"mklingma schrieb am 29.04.2012 um 16:03"
Du glaubst schon noch die Mär von "chirurgischen Eingriffen" im Krieg?
Falls es zum militärischen Erstschlag gegen den Iran kommt, egal ob Israel oder USA oder USA+Israel, kannst Du mir glauben, dass die "chirurgischen Eingriffe" per "konventioneller Waffen" mit Isotop 238U. stattfindet.
Man muss ja erst mal 60 - 80 Meter aus dem Boden "Hochstampfen".
Die Langzeitwirkung für die "Zivilbevölkerung", sprich "Ungeziefer", können wir schon an den Irak I- bzw. Bush "der Alte" - Krieg sehen, und zwar an den eigenen US-Soldaten...

juergenernst 29.04.2012 | 19:21

Bei aller Zustimmung zu diesem zu diesem im Grunde richtigen Beitrag, eines ist bedenklich. Die Autorin wirft die Frage auf, ob darüber nachgedacht worden sei, "....wie die Folgen eines Bombenkrieges ........., zutreffend zu beschreiben wären?" Ist es denn zu fassen, muß nach Hiroshima, Tschernobyl und Fukushima darüber noch ernsthaft nachgedacht werden? Sind wir Menschen noch immer nicht aufgeklärt genug, eine atomare Auseinandersetzung wo auch immer als vollkommen abwegig zu ächten? Wieso bedarf es ernsthaft noch Erörterungen, welche Schläge mit welchen Mitteln welche Folgen haben würden oder könnten? Ich halte solche Überlegungen für gänzlich unangebracht, denn jedes der von Frau Dahn vorgetragenen Argumente provoziert doch wieder Gegenargumente, anstatt wie es Grass m.E. richtig in seinem Aufsatz getan hat jeden Gedanken an atomar geführte Kriege oder Angriffe auch von Israel aus konsequent und ohne wenn und aber zu verurteilen! Man darf und muß in einer solchen Debatte überhaupt keinen Zweifel daran lassen, daß bereits jeder, aber auch jeder ernsthafte Gedanke an atomare Schläge gegen wen auch immer per se menschenverachtend ist!

tlacuache 29.04.2012 | 20:36

"Georg von Grote schrieb am 29.04.2012 17:32
..."Das "Beleidigen" überlasse ich lieber "Euch". "Ihr" könnt das wesentlich besser. Habt ja schon Erfahrung"...

Bevor Sie sich in Verschwörungstheorien verstricken: Man kann nicht behaupten, das "oi2503", Mitglied seit: 28.02.2012

gegenüber Georg von Grote
Mitglied seit: 10.01.2012

ein alter Opus Dei im Freitag ist.
Ich bin echt zu faul, ich will hier nur mal kurz die Fakten von "oi2503" wiederholen:

"oi2503 schrieb am 25.04.2012 um 22:08" im
www.freitag.de/community/blogs/georg-von-grote/manchmal-sollte-ein-franz-besser-nichts-sagen--
.............................................................................

..."MIt mir kann man reden, aber nicht auf dieser Ebene. Und geh mal davon aus, Suzie, ich weiß ziemlich genau, was ich sage und wie ich es formuliere. Dann kann man sich auch mit mir auseinandersetzen. Kann mir auch sagen, wenn ich auf einem falschen Trip bin. Kann auch völlig anderer Meinung sein. Sowas schaue ich mir an und denke darüber nach.
Aber hier werden mir zu viele erstmal persönlich, statt in Ruhe zu argumentieren."

"Sie haben nix begriffen, Hardbob. Aber auch rein gar nichts. Nehmen Sie mal das Brett vom Kopf weg, dann funktioniert es auch vielleicht wieder mit dem Denken."

"Ich erwarte nicht einmal, dass Sie überhaupt verstehen, was da steht. Das wäre dann wohl auch zu viel verlangt."

"Legen Sie mal die angezüchteten Scheuklappen ab, hardbob
Was Sie da in meinen Text hineininterpretieren ist gelinde gesagt Schwachsinn. Ihre Auslegung ist pure Demagogie."

"Die übliche Vorgehensweise.
Genau deshalb bin ich froh, dass Grass das endlich mal sagte.
Und Sie, Herr hardbob, haben nichts verstanden."

"Lach, von Ihnen hätte ich jetzt auch nix anderes erwartet, Herr Martienssen :-)"

"Aber das, was Sie da vom Stapel lassen, würde ich nie in den Mund nehmen." Kommentar editiert. Bitte halten Sie sich an die Netiquette.

"Ed2. gehen Sie schlafen, oder laufen sie mal um den Block, regen sich wieder ab und dann wirds auch wieder :-)
Was Sie hier gerade aufführen, ist ein Zwergerlaufstand."

"ich finde es schon interessant, dass sie mit ehemaligen Nazi-Propaganda-Parolen versuchen mir ans Bein zu pinkeln."

"Das zeigt eigentlich, dass Sie in den ganzen Jahren - und ich habe keine Ahnung, wie alt Sie sind - in starren Denkweisen versumpft sind, statt einmal weiter zu denken."

"Ihr Tellerrand, über den Sie nicht hinausblicken wollen. ist sehr klein. Eher eine Untertasse."

"Es zeigt, wie engstirnig, einseitig und unbedarft Sie denken."

"Und wer mich hier auch nur in de Nähe von neo-nazis oder Alt-Nazis drängen will, der hat nen Knall. Zeigt eigentlich nur, das Grass seinen Finger in die Wunde gesteckt hat.
Wird Zeit, ihm dabei beim Bohren zu helfen."

Kommentar editiert. Bitte auf diffamierende Äußerungen verzichten.

"Kommen Sie mal raus aus Ihrem kleinkarierten Kleinstadtvorgarten mit Gartenzwergen."

"Sie sitzen vollgefressen am PC und urteilen über andere und Sachen, von denen Sie nichts verstehen."

"Hieven Sie mal Ihren faulen Arsch in die Höhe und gehen Sie vor Ort. Dann können Sie vielleicht mitreden."

"Hätten Sie aber auch merken können, wenn Sie wirklich mitlesen würden."

"Suse und Sie verstehen gar nichts, wollen oder können auch nicht :-) deshalb haben ihre verschwurbelten Sätzchen auch keinen input.
Kapieren Sie einfach mal, mit so einen pubertären Geschwafel nimmt Sie keiner ernst.
Ich muss mich weder lange mit dem, was Sie hardbob, SuzieQ, Theda und ein paar andere hier an Gift versprühten auseinander setzen. Da gibt es nämlich nichts, mit dem man sich auseinander setzen müsste."

"Grass geht es irgendwie nicht anders.
Nicht, dass ich mich auch nur in irgendeiner Weise mit ihm auf einer Stufe fühlen würde."

"Neidisch. weinsteinchen?"

"Sie produzieren Nullnummern nach dem anderen :-)
Pfeifen Sie sich nen Raki ein und dann ist die Welt wieder in Ordnung :-)"

"Wenn einer aufgeblasen und albern ist bei diesem Thema, dann Du Kuntz.
Erzähl so einen geistigen Dünnschiss Deinem Tagebuch."

"man muss nicht jeden pseudo-intellektuell inkontinenten output beantworten.
Fragen damit endgültig beantwortet?"

"Ich weiß ja nicht, wer diese ominöse Rahab ist. Aber so, wie sie beschrieben wird, vermute ich mal, hätte man mit ihr, wenn sie anderer Meinung wäre, vernünftiger diskutieren können als hier zuweilen geschehen ist. Nachtrag und Korrektur
Nein, ich revidiere meine Aussage, dass man mit Rahab vernünftig hätte diskutieren könne. Nachdem ich mittlerweise nachlesen durfte, was die Dame in ihrem Blog schreibt. Damit ist das Thema Rahab für mich erledigt."

"Intelligentes habe ich vom Herrn Producer weder bisher gelesen noch gesehen.
Ihr solltet Euch mal mehr um Themen und Inhalte kümmern, statt ständig Leute persönlich anzumachen, weil Ihr keine Argumente habt."

"Ich habe nur geblogged, frei Schnauze, weil ich wütend war über die Reaktionen hier und in den Medien. So wie mancher mal nen wütenden Leserbrief schreibt.
Als Print-Text wäre es ein wenig anders ausgefallen, aber auch nur ein wenig."

"Polemik mag bei einigen angekommen sein, Polemik liegt mir aber nicht und war auch nie beabsichtigt."

"Schreiben Sie bei Rahab weiter ed2,
es langweilt langsam :-)"

"So lest Ihr Texte, aber geifern, wo es nur geht :-)
Ihr wisst nicht mal, über was Ihr geifert, :-)"

"Ich lese genau, was Du sagst, Suzie.
Problem ist dabei nur: Sagst Du eigentlich was?"

"Und zu Rahab äußere ich mich auch nicht mehr.
Mit überzeugten Zionisten zu diskutieren macht genauso wenig Sinn, als wenn man versuchen würde, mit überzeugten Neo-Nazis zu diskutieren.
Die haben beide ein Brett vor dem Kopf. Das selbe Brett."

"Nil, meine Kritik galt auch nicht in erster Linie Rahab selbst. Eher denen, die dort schreiben."

"Was mich da mehr interessiert ist, wie Rahab die Pferdchen laufen lässt. Und das macht sie nicht schlecht :-)
Und die Pferdchen, die sie am Zügel hält, sind sehr gehorsam, bis auf ein paar Ausnahmen :-)
Wie gesagt, ich sehe das ziemlich locker."

"Auf den Rest Ihres Schwachsinns gehe ich jetzt mal gar nicht ein. Das wäre zu viel der Mühe."

"geifern Sie zusammen bei Rahab weiter."

"Wenn es die Rahab sein soll, die hier als tolerante Frau mit Weitblick und erfahrene Juristin beschrieben wird, dann haben die, die das behaupten sich entweder getäuscht oder blenden lassen, denn da tobt nur ein frustrierter Giftzwerg."

"Allein schon die Tasache, dass jemand mit den oben beschriebenen Attributen, sich hinsetzt und sich aus Rache oder verletzten Ehrgefühl oder verletzter Eitelkeit Blogs aus dem Freitag herauspickt, aus dem sie offenbar gefeuert wurde aus welchen Gründen auch immer, und dann über diese blogs abhechelt, der kann weder Weitblick haben, noch klug sein. Tolerant schon gar nicht.
Gilt übrigens auch für die, die sich bei MI austoben."

"Wie gesagt hardbob, gehen Sie dahin, die empfangen Sie mit offenen Armen."

"Dann würde ich mal einfach weniger dampfende Häufchen hinterlassen, Stephan...."............................................................

Ich bin wahrhaft kein Rahab - Fan, GvG, aber wenn ich Sie und Ihre Kommentarauswüchse sehe, sehne ich mich geradezu nach Ihr...

Sie sind so ein kleines eingebildetes
"homo centralisis ego"- Äffchen, da würde sogar Godzilla vom 8 Tausender hüpfen um Ihrem EGO zu entgehen.
"Ihr" (Wir) haben keine Erfahrung im Mobben, sondern es geht um einen moderaten Tonfall, hier hat in den letzten 12 Monaten, die ich hier bin schon fast jeder gegen jeden angekotzt, wenn Sie jetzt meinen, Sie könnten hier jetzt "schneisen" schlagen und "pro/contra GvG" Fraktionen bilden, haben Sie noch nicht mal die halbe Miete in einer relativ grossen Community begriffen, Herr Medienpapst.
MfG

lyrith 29.04.2012 | 23:44

Daniele Dahn zieht Bilanz, steht vor dem Artikel. Und ich denke, nach ja nach ein paar Wochen und mit einigem Abstand, kann das interessant sein... und bin enttäuscht.

Daniela Dahn schriebt zum Beispiel:
"Der Begriff „Auslöschen“ im Zusammenhang mit dem Wort „Volk“ ist ein für alle mal besetzt und seine andersartige Verwendung ist berechtigt verletzt zurückgewiesen worden. Aber wurde in der Debatte ernsthaft die Frage gestellt, wie die Folgen eines Bombenkrieges, der dem selbst drohenden Iran droht, zutreffend zu beschreiben wären?"
Zu einer Bilanz hätte doch auch gehört eine Erklärung dafür zu suchen, wie sich ein Mann vom Format eines Grass so in der Sprache vergreifen kann, dass er die Wahrnehmung seines Anliegen selbst verstellt. Ich habe das schon damals bei Walsers unseeliger Paulskirchenrede nicht begriffen. Die Erklärung, die Frau Dahn dazu gibt, dass wir "eine Medienlandschaft [hätten], die nur noch auf Hochdosiertes von Hochprominenz reagiert", scheint mir zu dürftig.
Zur Bilanz hätte auch eine Auseinandersetzung mit den offenbar vorhandenen antijüdischen Ressentiments vieler Linker gehört, die für mich bis zu dieser Diskussion eine nicht belegte Behauptung waren. In dem hier schon zitierten 1003er Blog findet man leider genügend Belege dafür, dass er tatsäschlich exisitiert.

tlacuache 29.04.2012 | 23:45

"hardob schrieb am 29.04.2012 um 21:01
Mann, tlacuache, jetzt ist Dir an der falschen Stelle der Kragen geplatzt."

Nein, gar nicht, im Gegenteil, ich habe im Gegensatz zu meinem Naturell 2 Monate den Schnabel gehalten und "Gläser poliert", weil ich hoffte, man kann GvG irgendwie noch konstruktivistisch einbauen, dank seiner Lebenserfahrung.

Eigentlich bin ich professioneller Kragenplatzer, frag' mal den GEBE oder den Theel, die können Dir davon ein Lied singen.
GvG hat es aber von vorneherein nur auf Provokation abgesehen und versucht Claim's abzustecken, ohne zu merken, dass es hier Leute gibt, von denen er was lernen könnte, ich lerne nämlich gerne heute noch, der Furz scheint bei GvG vor 15 Jahren abgegangen zu sein.
Bei all seinem Grössenwahn hat er noch nicht einmal mitbekommen, dass es hier Leute gibt, mit denen es weder ICH noch GvG intelektuell aufnehmen kann.
Das ist so ein Tauschgeschäft, ich lerne da 80%, die anderen nehmen da gerade noch 20 % von mir mit,
weil ich kulturell gesehen Sachen sehen darf, die andere gar nicht sehen können, wenn sie nicht so extrem ausgewandert wären...
Ich bin 8 Jahre ohne Krankenversicherung unterwegs gewesen, ab mitte 30, habe mit 5 € am Tag auskommen müssen, da gibt es Erlebnisse, dagegen ist HARTZ IV eine Wonnebrockenmühle, aber nicht mit Anfang 20, also Abenteuer, sondern bitterer Ernst...
LG
TL

Georg von Grote 30.04.2012 | 03:52

Schnuckelchen,

ich sage einfach mal Schnuckelchen, weil ab morgen kämpfen Sie, wenn Sie denn wollen eh nur gegen virtuelle Windmühlen.

Aber wenn man schon solche Beispiele verwendet, sollte man zumindest auch angeben, auf was sich die jeweiligen Äußerungen auch jeweils beziehen, aber das wollt Ihr ja gar nicht :-)

Aber ehrlich gesagt, das juckt mich auch nicht mehr. Sollen sich andere damit herumschlagen :-)

Hasta la vista.

freedom of speech? 30.04.2012 | 04:06

Nachdem sich Einige hier ordentlich die Meinung gegeigt haben, wäre es möglicherweise wieder eine günstige Gelegenheit, sich um den Weltfrieden zu kümmern. :)

Denn da! gibt es sichtbare Entwicklung.

Leute, die wissen, was sie sagen, rüsten verbal ab.

Zuvorderst: www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,829770,00.html

"....Der Generalstabschef der israelischen Armee, Benny Gantz, hält den Bau einer iranischen Atombombe für unwahrscheinlich...."

Schon seit längerem: www.spiegel.de/spiegel/print/d-81562363.html

"...Wieder warnt er, wieder sagt er diesen Satz: Man müsse daran denken, was am Tag danach geschehe. Er hat schon oft gesagt, dass ein Angriff schrecklich sei für Israel, eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes...."

und ebenfalls eine ganze Reihe anderer Skeptiker, die wissen, was sie reden: www.spiegel.de/spiegel/print/d-81562363.html

"...Dagan nennt das einen Plot, einen stillen Putsch der Politik gegen die Sicherheitsdienste. "Diskin, Aschkenasi und ich konnten alle gefährlichen Abenteuer blockieren." Jetzt gebe es keinen mehr, der sie aufhalten könne.

Für diese Version spricht, dass viele ehemalige Militärs, Geheimdienstler und Politiker Dagan verteidigen und ähnliche Töne anschlagen. "Hört auf sie, in jedem Bereich", sagt auch Zipi Livni, die Oppositionsführerin. Vorher war öffentliche Kritik selten, aber das gilt nicht mehr.

Dani Jatom und Efraim Halevi, beide einst selbst Mossad-Chefs, meinen, Dagan habe das Recht, sich zu äußern, und offenbar gute Gründe dafür. "Die Öffentlichkeit sollte seine Meinung zu Iran hören", so Jatom. Wer Dagan kennt, frühere Generäle und Kollegen vor allem, der bestätigt, der Ex-Mossad-Chef meine, was er sagt. Er wolle nicht in die Politik, und er suche keinen Vorteil...."

Und dann die stetig wachsende Schar nicht zu vergessen:
www.hintergrund.de/201203291986/politik/welt/das-wuerde-die-gesamte-region-zerfetzen.html

www.hintergrund.de/201204062011/feuilleton/zeitfragen/was-auch-noch-gesagt-werden-muss.html

Und noch als Leckerli, die Stereotypie von Argumentationsstrukturen: ab 3.30 Broder ./. Norman Paech: www.youtube.com/watch?v=JfYKKy-vTcQ

www.middle-east-info.org/take/

Die Diskussion nach Grass bedeutet viel. Es haben sich Sichtweisen geändert.

Was bedeutet das für Journalisten auf dem Hintergrund der veröffentlichten Diskussion?

1. Unsere "vierte Gewalt" kann mit den 3 anderen nicht im Geringsten mithalten.

2. Sie ist zu langsam, mental zu träge und zu feige, von Interessengruppen manipuliert und mit einem gewaltigen Herdentrieb ausgestattet. Das hängt nicht nur an den Strukturen, sondern besonders an den einzelnen Persönlichkeiten.

3. Die Freiheit, die ihr verfassungsmäßig garantiert wird, nimmt sie nicht wahr. Sie missbraucht Arbeitsverträge gegen den Sinn der Verfassung, kümmert sich nicht um wichtige handgreifliche Themen und manipuliert/unterdrückt absichtlich von Interessengruppen abweichende Meinungen.

N8

tlacuache 30.04.2012 | 05:12

"Georg von Grote schrieb am 30.04.2012 01:52"

"Schnuckelchen", ich weiss nicht wen oder was Sie meinen?
Falls Sie mich meinen sollten, kann ich gegebenfalls mit
"Eierköpfchen", "Honigkuchenpferdchen" oder "Sackflöchen" antworten.

Zu den Windmühlen:
Wenn Sie ..."aber das wollt IHR ja gar nicht "... erwähnen,
leiden Sie unter Verfolgungswahn?
Ich spreche nur für MICH, ich sage ja auch nicht "DIE Eierköppe wollen mich plattmachen", virtuelle Windmühlchen im plural zwecks Rückendeckung sind gar nicht mein Stil.
Wenn jetzt jemand Claim-absteckend meint, er müsste noch Don Quichotenmässig Luft von hinten brauchen, da kann ich "schnuckelmässig" nur sagen da braucht scheinbar jemand ein "Daumenschnuckeltuch" damit er sich nicht so ganz alleine fühlt, gehen Sie mal wieder kuscheln.

Hasta la chingada

j.kelim 30.04.2012 | 05:19

In einer Welt
unter den Pflanzen ist es still.

Es legen die Blumen sich nieder
vom Sturmwind gebeugt und ebenso
die Menschen, bevor sie ihre Häupter aufrecht tragen.

Es will wiedererwachen,
was lange Zeit im Herzen geschlummert und im Summen
von tausend Wiederholungen, das Haupt nach unten gedrückt hat.

Kopf hoch, auch wenn der Hals schmutzig ist,
wo doch jedes Beil nur glatte Nacken durchtrennt:
Denn gewaschene Hälse zeugen von Unmut, Schuld und schlechtem Gewissen, gegenüber denen die ihr Wort hielten, niemals aus Gier, Leben zu vernichten, weil alle Seelen, irgendwann einmal, von neuem wiederverkörpert die Rollen tauschen werden.

Viel Leid wird wiedergeboren, aus Unwissenheit, und aus Liebe atmet Erwachen.

claudia 30.04.2012 | 07:25

>>Dass 2010 die 189 Mitgliedstaaten des Atomwaffensperrvertrages, darunter auch die USA, Israel vergeblich aufgefordert haben, das Abkommen zu unterzeichnen….
Das kann ich sogar nachvollziehen. Denn die USA haben gar nichts gegen das Drohpotential der Kernwaffen, sofern es die Eigenen sind. Warum sie verhindern wollen, dass der kleine, exclusive Club der Kernwaffenbesitzer nicht grösser wird ist allzu durchsichtig.

>>Bevor eine iranische Atomanlage bombardiert werden könnte, müsste die gut ausgerüstete Luftabwehr kampfunfähig geschossen werden.
Die NATO nennt das „Flugverbotszone“.
>>Wie lange das dauert und wie viele in der Nähe liegende zivile Ziele unvermeidlich mitgetroffen würden, wagt niemand vorherzusagen.
Man könnte versuchen, die Erfahrungen aus dem Libyenkrieg auf den Iran hochzurechnen.

>>Wie also lautet die politisch korrekte Beschreibung dessen, was das iranische Volk erwartet?
„Kollateralschäden“?

>>Selbst wenn offensichtlich ist, dass Deutschland hier nicht nur aus schuldbeladener Staatsraison solidarisch ist, sondern auf diesem Ticket eigene machtpolitische Ziele in der Region verfolgt.
Ein Gedanke, den ich schon mehrfach geäussert habe:
Bekannt ist, dass die URENCO in Gronau mit importiertem Uranerz arbeitet. Der Iran verarbeitet in seiner Anreicherung eigenes Uranerz. Kann es im deutschen Interesse liegen, dass der Iran in eine Lage gebracht wird, in der er gezwungen wäre, sein Uranerz zu exportieren und T€uro-Brennstäbe zurückzukaufen? Oder im deutsch/französischen Interesse, denn die Brennstäbefabrik ANF in Lingen gehört ja einem französischen Konzern.
Ausserdem kann es Co-Interessen geben: Um den Import von Brennstäben zu bezahlen, müsste der Iran seine Erdölförderung erhöhen, was sich auf den Rohölpreis auswirken könnte.
Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass das Hinterfragen von ökonomischen Interessen das nur scheinbar psychotische Verhalten der „Politik“ ziemlich nüchtern erklären kann.

freedom of speech? 30.04.2012 | 07:54

Kommen Sie zur Vernunft.

Israel kann sich nicht dauerhaft eine Hypermachtstellung mit der Option "gewinnbarer Atomkrieg" sichern.

Das läuft gegen jede Atomstrategie.

Diese Waffe darf nicht eingesetzt werden. (Punkt)

Alle, die sie in den letzten Jahrzehnten angeschafft haben, werden deshalb nicht zur Ruhe kommen. Diese Waffe ist wie ein Fluch. Teuer, aufwändig und am gefährlichsten für deren Eigentümer.

Es wird sich in der Politik der Quasi-Atommächte immer nur um die Bombe drehen.

Und wenn dann - so Gott will - ein Gleichgewicht des Schreckens erreicht sein sollte, wird es nur um penible Kontrolle und Abstimmung zwischen den Staaten gehen.

Ein Szenario, das sich mit Beweglichkeit im Geist leicht vorverlegen ließe.

Der Iran wird irgendwann Sprengköpfe besitzen, woher auch immer sie kommen mögen.

Das muss Israel zwangsläufig akzeptieren.

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Ehemaliger Nutzer 30.04.2012 | 09:55

@tlacuache:

"Yellow-Press-Heini"

"Jetzt fang hier bloss nicht an zu schleimen"

"(...) ganz gewaltig Kredit verspielt durch deine besserwisserische Tonart"

"Und bei Beleidigungen gibt es sofort eine Meldung an die Redaktion."

"Sie sind so ein kleines eingebildetes
"homo centralisis ego"- Äffchen (...)"

"(...) es geht um einen moderaten Tonfall (...), Herr Medienpapst."

Da hätte jemand besser mal gelesen, was

ich

zu den sogenannten Fakten von "oi2503" zu sagen hatte.

Langsam aber sicher glaube ich tatsächlich, dass ich hier im Irrenhaus der Eitelkeiten gelandet bin.

tlacuache:

"(...) wenn Sie jetzt meinen, Sie könnten hier jetzt "schneisen" schlagen und "pro/contra GvG" Fraktionen bilden, haben Sie noch nicht mal die halbe Miete in einer relativ grossen Community begriffen (...)"

Wie lächerlich, einer einzigen Person vorzuwerfen, "Schneisen zu schlagen". Ich wiederhole nochmal:

"Grote kann hier nur der Gott sein, zu dem ihr ihn macht!"

Diese Aussage ist nicht nett gegenüber niemandem. Gegenüber niemandem, der nicht wenigstens ein Mindestmaß an kommunikationstheoretischem Grundwissen verfügt.

Menschensgüte. Manchmal (nur manchmal) wünscht man sich, die Leute würden nicht mit Äußerungen warten, bis sie kurz vorm platzen stehen. Der besagte 1003er hätte diese Kommentare hier (meinen eingeschlossen) gut und gerne noch vertragen können.

Vielen Dank (vor allem an Danila Dahn) und guten Tag.
Nil 30.04.2012 | 10:43

Tiefe Erfahrungen genügen nicht (Andrew Cohen)

Spirituelle Erfahrungen sollten als Katalysator für eine Veränderung diesen, die jeden Aspekt der Persönlichkeit erfasst. Wenn keine Veränderung stattfindet, sind spirituelle Erfahrungen wertlos. Tiefe Erfahrungen sind unter Suchern ziemlich verbreitet, aber tiefe Erfahrungen sind nicht genug;denn Menschen können absolut alles erkennen und sich dennoch überhaupt nicht verändern.
Kann Jemand, der eine tiefe Offenbarung und Erkenntnis hatte, diese Offenbarung auch in seinem Leben umsetzten? Kann er dieser Ekstase in jedem Aspekt seines Lebens gerecht werden? Die meisten können es nicht.
Das Geschenk der Gnade ist frei. Aber kann ein Mensch das voll und ganz würdigen? Das ist etwas ganz anderes. An diesem Punkt muss ein grosses Opfer gebracht werden.

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Ehemaliger Nutzer 30.04.2012 | 13:24

@tlacuache

Hier steht das (im ersten Strang). Das ist der Blogeintrag vom Wolfram, in dem "nur gut gemeint" wurde. So wie alle immer "nur gut" meinen (einschließlich Grote).

Ihr versteht es alle nicht (um es mal mit dessen Worten zu formulieren) und ich habe mittlerweile auch die Lust daran verloren, mich hunderte von Malen zu wiederholen. Ich bin es jedenfalls nicht, der seit zig Wochen die gesamte Community aufs Thema "Grote" zurückschrumpft. Das ist die Schuld derer, die es nicht lassen können, dem ollen Grote seine persönliche Meinung zum Großkampfthema Grass/Israel/Juden abkaufen zu wollen. Warum auch immer.

Ich nehme ihn in Schutz, weil's sonst keiner tut. Das ist der einzige Grund. Weil ich gedacht hatte, hier könnten unterschiedliche Arten und Weisen zu denken und zu argumentieren zugelassen sein. Aber ich hatte mich getäuscht. Zuletzt ging es wohl nur noch darum, Grote wegzumobben, egal mit welchen Mitteln. Das bezeichne ich guten Gewissens als Armutszeugnis für alle Beteiligten. Für mich gleich mit, denn es grenzt schon auch irgendwie an intellektuelle Selbstzerstümmelung, an Einsicht zu appelieren, wo offensichtlich keine Bereitschaft dazu vorhanden ist.

"Krieg als vermeidbares Unglück" heißt hier die Überschrift. Laut W.H. besteht gar kein Krieg in dieser Sache. Laut GvG besteht ein Friedensangebot seinerseits, welches laut dem gerade erwähnten W.H. allerdings nicht angenommen werden kann. Aus diesem oder jenem Grund nicht.

Entschuldigung, aber das ist - und da wiederhole ich mich jetzt doch nochmal - an Lächerlichkeit alles nicht mehr zu überbieten. Lies mal, was ich "oi2503", der sich hier als "Sozialpädagoge" beschreibt, zu seiner Auflistung an "Fakten" schreibe. Und lies mal bitte seine Antworten darauf. Das kann und darf es einfach alles nicht sein.

Ich bin fertig.xxm

Hans-Jürgen Kapust 30.04.2012 | 13:26

Liebe Frau Dahn,
Sie haben in der Diskussion um den militärischen Einsatz gegen Gaddafi hier im Freitag nicht den bewussten Artikel veröffentlichen können, der dann in den "Blätttern" erschien. Auch Ihr Auschluss als verantwortliche Redakteurin hier hat mich zutiefst betroffen und verärgert.
Schön, dass Sie trotzdem hier weiter schreiben, und dass Sie Grass mit seinem Gedicht und das Echo darauf so vortrefflich zusammen fassen, bzw. in einen Zusammenhang stellen.
Wenn ich je die Macht der Feder gegenüber nicht nur den Schwertern, sondern auch gegenüber der Schreibmaschine bezweifelt habe, so freue ich mich umso mehr, wieder eines Besseren belehrt worden zu sein.
Denn, das tangieren sie nicht so sehr in ihrer Aufarbeitung, es war ein weltweites Echo, etwas, dass auch das politische Israel zur Reaktionen geradezu zwang. Und zeitlich nicht zufällig am gleichen Wochenende gab es ein Statement der Obama-Regierung, man wolle dem Iran nicht die friedliche Kernkraftnutzung verbieten, mit darauffolgenden Iran-Atom-Verhandlungen in "vertrauensvoller Atmosphäre", etc..
Soweit die Genugtuung, auch darüber dass dieser Grass-Blitz Licht und Schatten insbesondere der deutschen Medienlandschaft erkennbar machte;
noch nicht Beruhigung aber über die offensichtliche militärische Unlogik des nicht ob, sondern nur noch wie und wann diskutierten Präventivschlags Israels gegen den Iran, jedenfalls bislang so medial so kolportiert.
Was für welche Pläne verfolgt die gegenwärtige israelische Regierung wirklich?
Das naheliegenste und spätestens seit dem 6-Tage-Krieg bedrückenste Problem ist es, eine Besatzungsmacht zu sein. Die Be"siedler"-lösung ist zwar schon weit vorangeschritten, kann aber angesichts der weltweiten und besonders der arabischen Kritik nicht so einfach weiter betrieben werden.
Könnte da nicht, und ich wünsche mir dazu heftigtsten Widerspruch, die Absicht sein, den in einem Iran-Konflikt zwangsläufig entstehenden Nebenkriegsschauplatz mit der Hisbollah und der Hamas zu nutzen, zu einer "Endlösung" der Palästinenserfrage?

tlacuache 30.04.2012 | 13:30

"freedom of speech? schrieb 30.04.2012 05:54"
"Und wenn dann - so Gott will - ein Gleichgewicht des Schreckens erreicht sein sollte, wird es nur um penible Kontrolle und Abstimmung zwischen den Staaten gehen."..."Ein Szenario, das sich mit Beweglichkeit im Geist leicht vorverlegen ließe"...

Also was jetzt?
Der liebe Gott oder der heilige Geist drückt auf's Knöpfchen?
Bei "Vernunft" muss man bei diesen heiligen Messdienern verdammt vorsichtig sein...

tlacuache 30.04.2012 | 13:57

"xxm schrieb am 30.04.2012 um 11:24"

..."Ich nehme ihn in Schutz, weil's sonst keiner tut. Das ist der einzige Grund"...

Kannsde mal dein "Helfersyndrom" in deinen Koffer packen?
Der Grote ist Alt genug um sich selber zu helfen.
Und wenn Sie weiterhin so einen gemümmelten Quark vor sich hersalben, lese ich vielleicht noch mal Ihre Texte ernsthaft und zerrupfe Sie dann ausführlichst und herzlichst.

Beim "oi2503" würde es mich ein wenig Kraft kosten, aber für einen Anfänger macht er sich ganz gut, bei Ihnen brauche ich noch nicht mal unter die Hutschachtel zu schauen...

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Ehemaliger Nutzer 30.04.2012 | 15:18

@tlacuache

"Und wenn Sie weiterhin so einen gemümmelten Quark vor sich hersalben, lese ich vielleicht noch mal Ihre Texte ernsthaft und zerrupfe Sie dann ausführlichst und herzlichst.

Beim "oi2503" würde es mich ein wenig Kraft kosten, aber für einen Anfänger macht er sich ganz gut, bei Ihnen brauche ich noch nicht mal unter die Hutschachtel zu schauen..."

Komm, ist gut. Jeder denunziert sich selbst so gut er kann. Weitermachen.

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Ehemaliger Nutzer 30.04.2012 | 15:34

@tlacuache

"Und wenn Sie weiterhin so einen gemümmelten Quark vor sich hersalben, lese ich vielleicht noch mal Ihre Texte ernsthaft und zerrupfe Sie dann ausführlichst und herzlichst.

Beim "oi2503" würde es mich ein wenig Kraft kosten, aber für einen Anfänger macht er sich ganz gut, bei Ihnen brauche ich noch nicht mal unter die Hutschachtel zu schauen..."

Ich will doch noch ernsthaft darauf eingehen.

Es war mir auch davor schon klar, dass es Leute gibt, die versuchen, sich selbst als den klügsten Kopf des uns bekannten Universums zu etablieren. So offen ist mir mit einem solchen Anliegen allerdings noch niemand gekommen.

Vorschlag zur Güte: Ich packe mein Helfersyndrom nicht in meinen Koffer, sondern lade herzlich ein, mich bis auf ein Niveau zu erniedrigen, von dem aus du dich erhöht genug fühlst. Ich kann's nur anbieten.

Du musstest dich von meinem Text von 11:24 gar nicht in Gänze angesprochen fühlen. Dir galt nur der erste Satz und der letzte Absatz ab "Lies mal...". Da ist mir ein schlimmer, schlimmer Fehler unterlaufen. Gott, ich bin aber auch sowas von dämlich, da hast du vollkomen recht. Sonst noch was?

claudia 30.04.2012 | 15:51

>>Was für welche Pläne verfolgt die gegenwärtige israelische Regierung wirklich?
Ich weiss, ich wiederhole mich:
Vor etwas einem Jahr konnte man hier Berichte über eine Protestbewegung junger Israelis lesen: Ihre Zukunftsperspektiven in dem Militärstaat sehen mies aus.
Und ein mutiger Mensch schrieb: "Dann können sich die jungen Israelis mit jungen Arabern zusammen tun, deren Zukunft ebenfalls sehr trübe ausieht, und gemeinsam die Ursachen bekämpfen".
Und nun die Frage: Was ist besser geeignet zur Unterdrückung von Widerstand im Lande als ein äusserer Feind? Nur eine Frage, aber sie sollte nicht ausgeklammert werden, bevor sie beantwortet wurde.

Dass im Iran Kernwaffen hergestellt würden ist bislang ein unbewiesenes Gerücht: Es könnte was dran sein, aber sicher ist das nicht.
Das gleiche Gerücht wurde vor nicht allzu langer Zeit über den Irak verbreitet, und diesem Falle wissen wir heute: Es war nur strunzdoofes Propagandagewäsch.

Wenn allerdings die massiven israelischen Drohungen anhalten, dann bezweifle ich nicht, dass die iranische Regierung sich doch Kernwaffen anschaffen wird. Einfach um sagen zu können: "Weh euch, wenn ihr uns eine Atomrakete schickt. Ihr werdet das Gleiche zurück bekommen!"

Oder der Iran lässt sich einem "Präventivschlag" provozieren. Dann kann Israel mit NATO-Unterstützung richtig hinlangen.
Und anschliessend wird irgendein Schahregime von NATO's Gnaden errichtet.

---
>>…man wolle dem Iran nicht die friedliche Kernkraftnutzung verbieten…
Das hab ich allerdings schon mal vor der Veröffentlichung des Grass-Textes in irgend einer Zeitung gelesen, und zwar detaillierter:
Man wolle dem Iran keineswegs die friedliche Kernkraftnutzung verbieten. Sie sollen einfach ihr Uranerz exportieren und Brennstäbe zurückkaufen und alles wird gut.
Ein Schelm, wer dabei $$€€ denkt…

claudia 30.04.2012 | 16:07

>>Was für welche Pläne verfolgt die gegenwärtige israelische Regierung wirklich?
Ich weiss, ich wiederhole mich:
Vor etwas einem Jahr konnte man hier Berichte über eine Protestbewegung junger Israelis lesen: Ihre Zukunftsperspektiven in dem Militärstaat sehen mies aus.
Und ein mutiger Mensch schrieb: "Dann könnten sich die jungen Israelis mit jungen Arabern zusammen tun, deren Zukunft ebenfalls sehr trübe aussieht, und gemeinsam die Ursachen bekämpfen".
Und nun die Frage: Was ist besser geeignet zur Unterdrückung von Widerstand im Lande als ein äusserer Feind? Nur eine Frage, aber sie sollte nicht ausgeklammert werden, bevor sie beantwortet wurde.

Dass im Iran Kernwaffen hergestellt würden ist bislang ein unbewiesenes Gerücht: Es könnte was dran sein, aber sicher ist das nicht.
Das gleiche Gerücht wurde vor nicht allzu langer Zeit über den Irak verbreitet, und diesem Falle wissen wir heute: Es war nur strunzdoofes Propagandagewäsch.

Wenn allerdings die massiven israelischen Drohungen anhalten, dann bezweifle ich nicht, dass die iranische Regierung sich doch Kernwaffen anschaffen wird. Einfach um sagen zu können: "Weh euch, wenn ihr uns eine Atomrakete schickt. Ihr werdet das Gleiche zurück bekommen!"

Oder der Iran lässt sich einem "Präventivschlag" provozieren. Dann kann Israel mit NATO-Unterstützung richtig hinlangen.
Und anschliessend wird irgendein Schahregime von NATO's Gnaden errichtet.

---
>>…man wolle dem Iran nicht die friedliche Kernkraftnutzung verbieten…
Das hab ich allerdings schon mal vor der Veröffentlichung des Grass-Textes in irgend einer Zeitung gelesen, und zwar detaillierter:
Man wolle dem Iran keineswegs die friedliche Kernkraftnutzung verbieten. Sie sollen einfach ihr Uranerz exportieren und Brennstäbe zurückkaufen und alles wird gut.
Ein Schelm, wer dabei $$€€ denkt…

Nil 30.04.2012 | 16:45

Phineas Freek schrieb am 30.04.2012 um 13:43
"Sie haben in der Diskussion um den militärischen Einsatz gegen Gaddafi hier im Freitag nicht den bewussten Artikel veröffentlichen können, der dann in den "Blätttern" erschien..."

www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/juli/stoerfaktor-gaddafi

Vielen lieben Dank für diesen Link.
Da werden aufrichtige Versuche unternommen die Ereignisse so zu verstehen wie sie wirklich entstanden sind, und das ist keinesfalls mehr normal oder üblich.

mikerol 30.04.2012 | 21:17

Was der sehr kluge Artikel der Daniela Dahn nicht erwähnt ist [1], dass ein Angriff auf Iran von den Amerikanischen Neo-Konservativen unterstuetz wird. Das bemerkt man schon wenn das Grass Gedicht/ Op-Ed hierzulande sofort von deren Organen - The National Interest [Mitbegründer ist Josef Joffe der sich üble
boese ueber Grass in der Wall Street Journal ausgelassen hat, eigentilich in den selben Worten wie sein Freund Henryk Broder], Commentary, The New Repbulic, Bernard Henry Levy in Huffington Post, mit Wut als ant-Semitisch abgetan wurde, ohne die Gefahr auf die Grass pocht auch nur ein einziges mal zu erwähnen. Grass passt diesen Leute nicht in ihre Suppe! Netanjahu und seine Regierung ist ja nicht Israel, sondern eine besonder Fraktion dort. Die Interessen der Amerikaner sollte man im Auge behalten, das Geopolitische das da gespielt wird. [2]tens vermisse ich die geringste Erwaehnung oder Diskussion der sehr berechtigten Befuerchtigungen der Iranerm oder Zweifel ob deren Drohungen im Westen hochgeputscht werden.
goaliesanxiety.blogspot.com/2012/04/gunter-grass-what-must-be-said.html
contains daily updated links the 100 + different positive and negative positions taken on the Grass anti-war poem controversy.

zelotti 30.04.2012 | 21:50

Ich frage mich, warum man sich überhaupt so um Israel und Iran kümmern muss. Beide Staaten bedrohen uns nicht. Wenn Israel einen Militärschlag ausführt und einen Krieg auslöst, nun denn. Was geht das uns an? Wir sind doch nur Zaungäste. Die israelische Bevölkerung wird selbst leidtragend sein, wenn die eigene Regierung eskaliert.

Uboote an Israel liefern ist schon etwas anderes, aber auch kein großes Ding wie Grass das hinstilisiert. Sollte Israel der Türkei den Krieg erklären, greift so und so unsere Bündnisverpflichtung. Dann müssten horribile dictu Deutsche und Amerikaner Israel bombardieren.

Deutsche Juden müssen nicht so tun, als seien sie halbe Israelis. Selbst wenn sich Israel mit seinen Atomwaffen selbst auslöscht, sind die ideologischen Bedingungen für den Staat Israel als befestigtes Rückzugsgebiet nicht mehr gegeben. Jeder kann sich weitgehend freizügig innerhalb der EU bewegen, ungeachtet seiner Religion. Die Erfindung einer jüdischen Rasse wird nur noch in der israelischen Rechten gepflegt. Wir müssen uns von den Kategorien der Nürnberger Rassengesetze verabschieden, deren Echo durch die Debatten hallt. Es gibt ebenso wenig ein Widerspruch zwischen Juden und Deutschen wie zwischen Hugenotten und Deutschen.

Grass fehlt die Gelassenheit. Er nimmt das Säbelrasseln viel zu ernst. Und wenn denn Iran jemals über Atomwaffen verfügen sollte, dann ist es höchst unwahrscheinlich, dass er diese jemals einsetzen würde gegen die Atommacht Israel. Die Formulierung Maulheld traf es ja sehr gut. Irans Waffenprogramme sind ein Witz der Selbstdarstellung.

j.kelim 30.04.2012 | 21:57

@Nil schrieb am 30.04.2012 um 08:43

Was wir uns da zusprechen: Wir müssten diese Angelegenheiten fliehen und jene suchen, diese Menschen, diese Dinge, diese Richtung, diese Zerstreuung, diese Beschäftigung…

Die suchen verkehrt, die so suchen:

…je weiter sie fortgehen, um so weniger finden sie, was sie suchen."

Rabia verbrachte die meiste Zeit des Tages, in sich versunken, zurückgezogen im Haus. Eines Tages kam ein Freund des Weges und rief, unter dem Fenster stehend: " Rabia, komm heraus und betrachte dir die Schönheit der Welt."
Und hinter den verschlossenen Läden kam die Antwort hervor: " Komm herein und betrachte dir die Schönheit des Urhebers!"

(Rabia,
geb, 714 in Bassaroa)

Nil 30.04.2012 | 22:13

mikerol schrieb am 30.04.2012 um 19:17

Ja. Des weiteren wäre auch Frank Schirrmacher zu nennen, der ebenfalls die Hintergründe nicht beleuchtet hat, zudem, Herr Grass noch übel angreift. Herr Grass hat diese Medienakteure entlarvt, allein mit seinem Gedicht. Die sind richtig sauer geworden, da die eigene Untätigkeit offen zu Tage treten konnte. Das mögen die natürlich nicht. Das ist von journalistischer Seite ein kriminelles Verhalten. Solche Leute gehören eingesperrt oder sollen einer andern Tätigkeit nachgehen, wo sie weniger Unheil anrichten! Wo soll man sich nur Beschweren?

mikerol 01.05.2012 | 00:48

Der Herr Schirrmacher fabuliert sich da ein Bild zusammen von dem was das Gedicht enthaelt und bedeutet was uns nur etwas ueber seine Gehirn Verhaeltnisse informiert. Aber brilliant gemacht! Ein sich selbst einkerkerndes Selbst. Diese Leute zittern wohl, dass man sie moeglicherweise als Anti-Semitisten angreifen koennte.

In der Zwischenzeit
www.huffingtonpost.com/2012/04/29/ehud-olmert-iran-strike_n_1462928.html
JERUSALEM — A former Israeli prime minister added his voice Sunday to a growing chorus of Israeli officials against a military strike on Iran's nuclear facilities.

www.facebook.com/mike.roloff1?ref=name

Hans-Jürgen Kapust 01.05.2012 | 02:37

Danke für das Einlassen, Claudia.
Interessen und Beweggründe für einen Krieg offen zu legen, ist sicherlich ein geeignetes Mittel einem solch` "vermeidbares Unlück" zu begegnen.
Und sicherlich gibt es neben den innenpolitischen weitere finanzielle und geo-politische Machtinteressen und daraus resultierende Szenarien, zu denen ein "Erstschlag" Israels gehört... ebenso wie die Kalkulation der damit verbundenen Risiken.
Was aber entscheidend hinderlich ist, ist eine aufmerksam gewordene Öffentlichkeit. Ein "Mit uns nicht" wie im Irak-krieg, konnte diesen zwar nicht mehr verhindern, aber da war es auch schon zu spät, der falsche Zeitpunkt, Bush aufzuhalten.
Nun ist Netanjahu auch nicht Bush, und die Stimmen gegen einen solchen Krieg mehren sich wieder - auch im eigenen Land, und auch wegen des offensichtlich militärischen Unsinns, der da bislang als "alternativlos" dargestellt wurde.
Unsere Medienschaffenden hatten nahezu einen blinden Fleck bezüglich einer anderen Vermeidungsstrategie als der des "politischen Drucks", entweder Kontrolle , inkl. Verzichtserklärung des Irans oder wir können Israel nicht daran hindern zu schiessen, während praktisch nicht nur die USA mit ihren Bunkerbrechern, sondern auch unsere Politik an dieser Schussmöglichkeit so bastelte, dass sie mehr und mehr realisierbar wurde.
Ich weiss nicht, was die SZ, bzw Frank Schirrmacher veranlasst hat, "Was gesagt werden muss" zu veröffentlichen, wohl ein Gespür, dass da etwas ganz schief zu laufen drohte.
Krieg ist ein vermeidbares Unglück, und denen, die ihn vorbereiten, einkalkulieren, sei gesagt:
"Krieg ist das Ende aller Pläne"

freedom of speech? 01.05.2012 | 17:57

Die Polarisierung schreitet voran:

Barak:
"...Deshalb sei es wichtig, dass alle Möglichkeiten inklusive militärischer Schritte, auf dem Tisch blieben..."
www.nachrichten.at/nachrichten/weltspiegel/art17,876706

Die Gegner werden immer deutlicher:

Livni:
"...Der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warf sie zum Abschied vor, sie gefährde die Existenz Israels, indem sie die zunehmende internationale Ungeduld mit Israels Politik missachte.
www.augsburger-allgemeine.de/politik/Regierung-Netanjahu-gefaehrde-die-Existenz-Israels-id19852121.html...."

Diskin, Dagan:
"...Zahlreiche israelische Experten seien jedoch davon überzeugt, dass ein Angriff auf den Iran das iranische Atomprogramm noch beschleunigen werde, sagte Diskin, der den Schin Beth in den Jahren 2005 bis 2011 führte. Auch der frühere Chef des israelischen Auslandsgeheimdiensts Mossad, Meir Dagan, warnt vor einem Angriff auf den Iran...."
www.zeit.de/politik/ausland/2012-04/israel-iran-geheimdienst

Immerhin hat man es trotz Friedmann und Broder in Deutschland überhaupt gemerkt, das da unten was Ungewöhnliches los ist.

Danke Herr Grass.

Fro 01.05.2012 | 18:11

Auch von mir Dank für den hervorragenden Beitrag Daniela Dahn– so muss 'Freitag' sein.
Wirklich seltsam, dass sich Journalisten so massenhaft um die Kernbotschaft des Grass-Textes herumdrücken. Und wie wenig liest man von der Verantwortung amerikanischer Großstrategen... Der Krieg gegen den Iran wird doch schon seit Jahren vorbereitet... Und wäre es da nicht naheliegend über die möglichen Folgen so eines Krieges nachzudenken? Und sich (als Bürger) zu entscheiden, ob man einen Krieg gegen den Iran überhaupt will? Und wenn nicht, alles zu unternehmen ihn zu verhindern?

oi2503 01.05.2012 | 21:34

@ xxm
italic
“" … oi2503", der sich hier als "Sozialpädagoge" beschreibt, zu seiner Auflistung an "Fakten" schreibe.“
Beschreibe ich mich als Sozialpädagogen? Oder bin ich einer, wenn ich das mal, ganz viel früher, studiert habe. Ich hab das wirklich mal studiert. Diplompädagogik Schwerpunkt Sozialarbeit/Sozialpädagogik an der Uni Trier. Abschluss 1988. Danach habe ich dann „in“ Werbung, Maketing und Kommunikation gearbeitet. Die Denkstrukturen, die im Studium gelegt wurden,teilweise auch die Kenntnisse, leider nur teilweise, bleiben mir erhalten. Wenn du magst, xxm, lasse ich dir sogar einen Scan meines Diploms zukommen... Nein das war nicht ernst gemeint. Ernst gemeint ist aber die Frage, was diese Aussage von dir in diesem Zusammenhang meinen soll. Ist das ein Versuch von Diskreditierung? Wozu soll der, wenn es denn einer ist und ich kann das so lesen, gut sein?

Die „Fakten“ sind so, wie ich sie aufgeschrieben habe. Es sind Zitate. Nichts dazugefügt, nichts verwässert. Und ich bleibe dabei. Für seine Wortwahl ist hier jeder selbst verantwortlich. Für mich gibt es unter „Erwachsenen“ kein „ich hau dich jetzt, weil ich mich verletzt fühle“. Nicht hier. Warum sollte ich in einem Medium in dem mich keiner kennt, mich überhaupt verletzt fühlen? Wer sollte das wie und womit denn können, mich verletzen? Ich baue immer noch auf Argumente. Und was ich aufgelistet habe, was der Grote da gesagt hat, waren keine. Alleine zu sagen das waren Reaktionen, ist mir zu wenig, xxm, auch wenn ich deinen Ansatz, der nach meinem Empfinden nicht so weit weg ist von meinem (sich um die Art der Debatte auch kümmern) teile. Und genau deshalb die verbalen Entgleisungen aufgeschrieben habe. Warum du das, wo du doch eigentlich solche Art der Nicht-Argumentation ablehnst bei dem, den du verteidigst, verteidigst, wirst du schon selbst wissen. Hoffe ich. Für dich.

“Und lies mal bitte seine Antworten darauf. Das kann und darf es einfach alles nicht sein.“
Was hat dich denn gestört an meinen Antworten? Was, das ich versucht habe, zu erläutern, stört dich? Und warum sagst du es mir nicht gleich? Und wenn du magst, sag es mir doch jetzt.

“das ist - und da wiederhole ich mich jetzt doch nochmal - an Lächerlichkeit alles nicht mehr zu überbieten. Lies mal, was ich "oi2503" (…) schreibe.“
Was an dem, was ich gemacht oder geschrieben habe, war lächerlich? Für dich? Wodurch? Und warum hast du nicht gelacht? Oder hast du? Ich wünsche es dir. Weil ich davon ausgehe, dass du in dieser Sache zwar eine andere Perspekive hast als ich – lass uns drüber streiten oder sie stehenlassen (deine Meinung auch, so sagt du)- insgesamt jedoch ziemlich dicht dran bist an dem, was mich auch beschäftigt, wenn es um den Stil der Kommunikation hier geht.

mklingma 01.05.2012 | 22:43

@Hans-Jürgen Kappust, Phineas Freek
Ich habe den Artikel von Frau Dahn in "Blätter für deutsche und internationale Politik" nachgelesen. Dabei ist mir im Kontrast noch einmal klargeworden, was den Freitag als "Meinungsmedium" 'auszeichnet' und auch viele der Blog-Diskussionen.

Denn der Artikel von Frau Dahn liefert nicht nur Meinung, sondern vor allem auch eine Menge wertvoller Informationen. Vielleicht arbeitet sie ja deshalb nicht mehr als verantwortliche Redakteurin beim Freitag, wie ich aus dem Beitrag von Herrn Kappust entnommen habe.

Ich habe die Artikel, die im Freitag zum Lybienkrieg erschienen sind, noch einmal - etwas oberflächlich - nachgelesen - alles habe ich nicht gelesen bzw. gefunden, aber was ich gefunden habe, ging zum Teil in die gleiche Richtung wie bei Frau Dahn, zum Teil in die entgegengesetzte; inhaltlich war es entweder als Augenzeugenbericht so nah dran, dass der Zusammenhang und Überblick fehlen musste, oder es waren verglichen mit Frau Dahns Analyse Allgemeinplätze.

Mehr und mehr frage ich mich, wohin der Freitag treibt. Als maßgebliche Informationsquelle erscheint er mir kaum mehr geeignet.

oi2503 01.05.2012 | 23:38

@tlacuache
“zerrupfe Sie dann ausführlichst und herzlichst.

Beim "oi2503" würde es mich ein wenig Kraft kosten, aber für einen Anfänger macht er sich ganz gut, ...“

Na da freue ich mich schon drauf. Aufs Zerrupfen, aufs Ausführliche und aufs Herzliche. Dass ich mich „für einen Anfäger“ schon ganz gut mache, nehme ich jetz einfach mal als wohlmeinend. Ich sehe da gar nicht und auf gar keine Fall Überheblichkeit. Nein, niemals. Oder: na, komm doch. Ich freue mich schon ….

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Ehemaliger Nutzer 02.05.2012 | 00:35

@oi

Erstmal muss ich dich um Entschuldigung bitten. Ich denke, dass ich hier so ziemlich alles falsch gemacht habe, was falsch zu machen war. Vor allem habe ich mein eigenes Anliegen ad absurdum geführt, weil ich über dich, anstatt mit dir geredet habe. Das tut mir leid.

"Ernst gemeint ist aber die Frage, was diese Aussage von dir in diesem Zusammenhang meinen soll. Ist das ein Versuch von Diskreditierung?"

Nein! Ich habe das gerade deshalb mit so viel Unverständnis herausgehauen, weil ich dir natürlich erstmal glaube, wenn du angibst, sozialpädagogisch ausgebildet zu sein und beruflich mit Kommunikation zu tun zu haben. Ich hatte gedacht, dass du deshalb empfänglicher für meine Argumente bist - aber du hast im benannten Blog meinen Kommentar ziemlich zerpflückt. Was eigentlich vollkommen O.K. ist - ich kann gut damit leben, dass ich nicht jede/n von meiner Meinung überzeugen kann. Will ich auch gar nicht. Jedem die seine/ihre. Und "Glück" ist - das trifft für mich in diesem Fall besonders zu - eben Erwartungsmanagement.

"Warum du das, wo du doch eigentlich solche Art der Nicht-Argumentation ablehnst bei dem, den du verteidigst, verteidigst, wirst du schon selbst wissen. Hoffe ich."

Richtig, diese Form der Nicht-Argumentation lehne ich im Großen und Ganzen ab. Ich kann auch keilen, wenn ich will, aber das tut mir wenig später schon leid.

Mein Problem mit dieser Sache ist, dass ich bei Grote zu Anfang keine derartig exzessive Nicht-Kommunikation gesehen habe. Die ist erst mit den "Nachschlägen" (die ich nicht verteidige) aufgetaucht und hat sich in den "Nachgedanken" bis zum Gehtnichtmehr hochgeschaukelt.

Während sich dort die Kommentare häuften und man zwischenzeitlich das Gefühl hatte, dass Grote gar nicht mehr schläft, weil er nur noch kommentierte (und ja, ich sage: auf Reaktionen zu seinem Blogeintrag reagierte), passierten äußerst ominöse Dinge:

- Broder und dieser andere Kerl von achgut.com griffen von außen massiv in die Diskussion ein
- In einem externen Forum wurde über Grotes Blog und vor allem diesen "Diaspora-Satz" geredet
- Haufenweise Blogeinträge tauchten auf, die sich explizit mit dem Blogger GvG beschäftigten und nicht mit der Sache, um die es eigentlich ging

Ich verteidige Grotes Stichelein und Ausfälle nicht. Die der anderen ihm gegenüber aber auch nicht. Mein Problem ist es, dass ich mich in seine Lage versetzen kann. Weil ich weiß, wie ich reagiere, wenn ich mich selbst in die Enge getrieben und an den Pranger gestellt fühle. So interpretiere ich diese ganze Sache nämlich. Deutschland suchte sich Grass, um nicht über die eigentliche Sache sprechen zu müssen, die Community suchte sich Grote. Ich kann damit falsch liegen, aber das muss ich ja nicht jedesmal dabei schreiben.

Ich habe mit Grote (Ende Januar?) mal die ganze Nacht lang telefoniert. Das war vor Grass. Damals kochte um "Wir müssen reden" alles ziemlich hoch - und wir beiden redeten. Auch über Israels aktuelle Außenpolitik. Ganz ruhig, ganz entspannt. Zwei Nicht-Antisemiten, die mal gerne wissen wollten, wie man als Linker heute eigentlich zu Israel/Palästina/Iran steht, zu stehen hat, stehen könnte usw. usw. Zwei ähnliche Meinungen und kein Problem.

Grote ist kein Diplomat, das steht mal fest. Ich liebe meine diplomatische Art. Und ich liebe mein Pseudonym hier. Denn das ermöglicht es mir, mich auszukotzen wenn mir danach ist - und mich aber auch ganz entspannt für Dinge zu entschuldigen oder Fehler einzugestehen. Das kann ich privat auch ganz gut, ich bin mir nämlich selbst nicht ganz sicher (um es mal vorsichtig zu formulieren).

Aber ich glaube zu wissen :o), dass an Grote hier stellvertretend das reaktionäre Elend dieser Welt abgearbeitet werden sollte. Das hat auch ganz prima geklappt. Für mich allerdings nicht. Ich arbeite nicht an anderen, sondern lieber an mir selbst.

Dass tlacuache hier austickt, weil Grote sich für den Artikel bedankt, hat für mich dabei schon Fremdscham-Charakter. Gerade weil es meine Theorie bestätigt. Es geht eben schon lange nicht mehr um die Sache, sondern um die Person Grote, mit der irgendwie alles verknüpft wird, das rausgeschmissen gehört. Einige wollen ihn hier nicht haben, das ist ganz klar geworden. Warum das so ist, darf man mich nicht fragen, ich weiß es nicht und werde es vermutlich auch nicht mehr verstehen.

Ich bin damals Sturm gelaufen, als Grote nachts einen Blog veröffentlichte, in dem er Broder mit einer bestimmten, historischen Person verglich, ich habe den Schmähblog einer Mitbloggerin gegen Grote gemeldet (welcher auch verschwand, wofür ich mich bis Dorthinaus Beleidigungen ausgesetzt sah, weil ich so dämlich ehrlich war, der Kollegin mitzuteilen, dass ich den Text gemeldet hatte) und ich habe Wolfram ziemlich deutlich signalisiert, dass ich seinen letzten Grote-Blog für einen Fehler hielt. Mehr kann ich nicht tun, es ist ja auch nur meine bescheidene Meinung.

Auf meinen Satz: "Grote kann hier nur der Gott (Medienpapst) sein, zu dem ihr ihn macht" bin ich weiterhin stolz und zitiere mich da selbst gern immer und immer wieder.

Großer Dank dir, oi, dass du auf meinen Fehltritt so besonnen reagiert hast. Wir müssen reden - und zwar miteinander, nicht gegeneinander. Und am besten auf inhaltlicher Basis, was voraussetzt, dass wir akzeptieren, dass wir alle sehr unterschiedliche Charaktere sind. Yellow-Press-Heinis, Sozialpädagogen, Energieelektroniker :o)

Guts Nächtle wünsch ich.xxm

alexbln 02.05.2012 | 01:53

"Die Erfindung einer jüdischen Rasse wird nur noch in der israelischen Rechten gepflegt."

gegen welche wand laufen sie denn, dass man ihnen hilfe schicken kann?
woher nehmen sie die gewissheit, dass irans waffenprogramme witze der selbstdarstellung sind?
erinnern sie sich doch mal an die bürgerkriegsähnlichen zustände vor wenigen jahren, den irak-iran-krieg. sind ihnen begriffe wie hamas und hizbollah, basidschi und volksmudschahedin ein begriff ... oder passt das nicht in ihr weltbild?

alexbln 02.05.2012 | 01:53

"Die Erfindung einer jüdischen Rasse wird nur noch in der israelischen Rechten gepflegt."

gegen welche wand laufen sie denn, dass man ihnen hilfe schicken kann?
woher nehmen sie die gewissheit, dass irans waffenprogramme witze der selbstdarstellung sind?
erinnern sie sich doch mal an die bürgerkriegsähnlichen zustände vor wenigen jahren, den irak-iran-krieg. sind ihnen begriffe wie hamas und hizbollah, basidschi und volksmudschahedin ein begriff ... oder passt das nicht in ihr weltbild?

tlacuache 02.05.2012 | 02:50

"xxm schrieb am 01.05.2012 um 22:35"

So XXM, jetzt haben Sie Ihre Motive schoen breitgelegt, das erklaert einiges.
Fuer meinen Tonfall Ihnen gegenueber muss ich mich entschuldigen, da bin ich wirklich ausgetickt.

Ich habe mir bei der Art und Weise, wie sich Grote hier einige Blogger vor die Brust genommen hat, den Schnabel viel zu lange gehalten, da ich ihn nicht verschrecken wollte, oder gar aus dem Freitag Blog raushaben wollte, das will ich immer noch nicht, und er sollte alt genug sein dazuzulernen, was den Tonfall angeht.
Wollen wir es hoffen.
Mein "Austicker" hat viel mit den Kommentaren zu tun, die oi aufgelistet hat.

"Sie haben nix begriffen, Hardbob. Aber auch rein gar nichts. Nehmen Sie mal das Brett vom Kopf weg, dann funktioniert es auch vielleicht wieder mit dem Denken."

"Suse und Sie verstehen gar nichts, wollen oder können auch nicht :-) Kapieren Sie einfach mal, mit so einen pubertären Geschwafel nimmt Sie keiner ernst."

Wer den Hardob und Suzie so angeht, soll sich nicht wundern, wenn er dann irgendwann von mir die Retourkutsche bekommt.

Interessant uebrigens:
Grote telefonierte mit Wolfram Heinrich (Februar?),
..."Ich (XXM) habe mit Grote (Ende Januar?) mal die ganze Nacht lang telefoniert"...

Ja soll ich jetzt die ganze Nacht mit Weinstein und Theel (Die mich im uebrigen nicht besonders leiden koennen), dem oi, dem Wolfram Heinrich, dem Hardob die ganze Nacht telefonieren?
Damit meinem Bloggesüppelche die Kanten abhanden kommen?
Da könnte man ja dann hier Fanclubs aufmachen und Telefonnummern austauschen, das waere mir arg schal um ehrlich zu sein.

Also nochmal XXM, das war eine Angelegenheit zwischen mir und Grote und bedaure das Sie in die Schusslinien gekommen sind.

Schoener waere gewesen, Grote haette mir ein bisschen mehr als "Schnuckelchen" geantwortet, dann braucht er sich nicht zu wundern.
LG

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Ehemaliger Nutzer 02.05.2012 | 03:55

@tlacuache

Um die Entschuldigungsorgie perfekt zu machen: mir tut's natürlich auch leid. Ich denke, dass ich mich in die Schusslinie geworfen hatte und dass es mir eigentlich ganz recht geschieht, dafür mal abgewatscht worden zu sein. Denn der Grote ist ja tatsächlich alt genug und ich weiß auch gar nicht, ob ihm meine Pseudo-Schützenhilfe so lieb ist.

"Harmoniebedürftnis" würde mir übrigens besser gefallen als "Helfersyndrom". Aber ich muss erkennen, dass ich hier nicht als "großer Mediator" auftreten kann. Da hatte ich mir wohl etwas viel vorgenommen für's erste.

Trotzdem würde ich natürlich gerne mit Riko Mielkes Worten schließen:
"Es ist die Vernunft, die aus mir spricht. Schluss jetzt!" :o)

freedom of speech? 02.05.2012 | 04:12

@alexbln

Mal abgesehen von der plumpen Zitatfälschung. Denn Fro hat nicht geschrieben, was Sie ihm - in Anführungszeichen verdeutlicht - in den Mund legen wollen.

tatsächliches Zitat Fro: "...Der Krieg gegen den Iran wird doch schon seit Jahren vorbereitet..."

Frage:
Ja oder Nein?

Falls ja, hat das NICHTS mit Verschwörungstheorien zu tun, sondern nur mit blanker Realität.

freedom of speech? 02.05.2012 | 12:03

"...may find themselves unable to back down from military action...."

www.nytimes.com/2012/04/30/world/middleeast/olmert-ex-premier-of-israel-assails-netanyahu-on-iran.html?_r=1=world

In der NYT sind die Äußerungen Olmerts deutlicher:

...“You have to respect him,” Mr. Olmert said of Mr. Obama. “He is the president of the most powerful nation on earth, and happens to be a friend of Israel.” When boos rang through the conference room in response, he joked, “I can see that this hall is full of Democrats.”

Mr. Olmert was booed again when he declared that while Israel should prepare the military ability to strike Iran’s nuclear program as a last resort, it should first push for American-led international action against Iran, including sanctions and possible joint military action.

This time, he responded caustically.

“As a concerned Israeli citizen who lives in the state of Israel with his family and all of his children and grandchildren,” he said, “I love very much the courage of those who live 10,000 miles away from the state of Israel and are ready that we will make every possible mistake that will cost lives of Israelis.” .....

....Mr. Olmert warned that Mr. Netanyahu and his defense minister, Ehud Barak, having likened Iran to Nazi Germany, may find themselves unable to back down from military action.

“They talk too much, they talk too loud,” he said in the interview. “They are creating an atmosphere and a momentum that may go out of their control.”....

mklingma 02.05.2012 | 13:09

@Popkontext
Danke für den Link, diese Entwicklung hatte ich nicht mitbekommen, aber es ergänzt das Bild natürlich. In der Tat habe ich schon seit einer ganzen Weile den scheinbaren Verlust an journalistischer Substanz bedauernd zur Kenntnis genommen und habe es mir zunächst mit den begrenzten materiellen Ressourcen eines kleinen Blattes erklärt.

Wenn das, was in der Berliner Zeitung stand, aber die Begründung war, den Artikel von Dahn nicht zu bringen, und alles scheint dafür zu sprechen, dann erscheint das Ganze in einem anderen Licht: Dann wäre der Freitag heimlich still und leise auf den medialen Königsweg der Selbstzensur eingeschwenkt, sich an der politisch gewollten und durch Nachrichtenagenturen vorformulierten Mehrheitsmeinung ("Meinungsmedium") zu orientieren; und er laviert nun zwischen dieser neuen Ausrichtung und den Erwartungen mancher seiner LeserInnen.

Dahin ordnet sich für mich auch die unfassbare "Uninformiertheit" ein, mit der in einer Rezension von Robert Stockhammer über den Kongo und seinen ermordeten Ministerpräsidenten hinweggeschrieben wurde und in dem allen Ernstes die von Lumumba in höchster Not erbetene Uno-Mission als entschiedenes Eintreten für die Rechte der Kongolesen dargestellt wurde.

Das mag scheinbar nicht hierher gehören, aber ich verstehe mittlerweile die von Grass ausgelöste Iran-Debatte auch auf dieser Ebene als Lavieren des Freitag um seine politische und humanistische Position.

Popkontext 02.05.2012 | 13:35

@mklingma
Ich habe im Gegegnsatz zu Ihnen die Entwicklung des Freitag erst im letzten Jahr intensiver verfolgt, auch wenn ich das Blatt weitaus länger kannte. Ich habe mich anfänglich schon über jemanden wie Augstein gefreut, sehe aber auch inzwischen einiges sehr kritisch. Absolut d'accord, auch Auflage machen zu wollen, und mit einem "Marskottchen" wie hier dem Verleger selbst zu arbeiten, um weitere Kreise auf das Blatt aufmerksam zu machen und es ein bisschen hip und sexy wirken zu lassen. Aber ohne inhaltliche Substanz wird das nichts. Die Belanglosigkeit vieler Artikel läßt sich nicht mit mangelnden Recourcen erklären, die sind sicher ein Handicap, aber es gibt genug motivierte, kluge Journalist/innen, die aus den Gegebenheiten mehr herausholen könnten - manche der Freitags-Redakteur/innen machen das ja auch noch. Ich teile die Kritik von Dahn und Schorlemmer, dass die intellektuelle Substanz tendentiell verloren geht und auch dass Augstein zu dominant auf allen zentralen Pöstchen ist und sich somit mE. auch schon einfach übernimmt, weil er keins mehr richtig ausfüllen kann.

blog1 02.05.2012 | 14:12

Sehr geehrte Frau Dahn,

Ihr Artikel bringt die Dinge auf den Punkt. Dafür vielen Dank.

All diejenigen, die sich auf ihre Art und Weise um eine Deeskalation in dem Israel-Iran Konflikt bemühen, verdienen Respekt und Anerkennung und zwar unabhängig davon, ob sich die israelische Regierung davon beeinflussen lässt oder nicht.

Wie ich meinen Kommentaren zu dieser Thematik bereits ausgeführt habe, würde ein Präventivschlag Israels unabsehbare Folgen nach sich ziehen, die sie zutreffend beschreiben.

Eine militärische Operation Israels stand m.W. im Januar dieses Jahres unmittelbar bevor und wurde von den USA verhindert. Im Gegensatz zu den Luftschlägen gegen den Irak und Syrien steht Israel diesmal vor dem Problem, dass die Atomanlagen des Iran über mehrere Standorte verteilt und zum Teil sehr gut geschützt sind. Selbst bunkerbrechende Waffen wie beispielsweise der "MOP" würden nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Das könnte – so makaber es klingen mag – die Israelis davon abhalten, an der militärischen Option weiter fest zu halten. Wenn sich nämlich nach der durchgeführten Militäroperation herausstellen sollte, dass sie nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, würde es bei den Verantwortlichen zu einem Gesichtsverlust kommen, der sich auch in der Wählergunst niederschlagen würde.

Trotz all dieser Spekulationen, ob ein Militärschlag die von der israelischen Regierung gesetzten Ziele erreicht, liegt der Schlüssel für eine Militäroperation Israels bei Obama. Ohne die Unterstützung der USA wird Israel nicht angreifen.

Im Iran geht es geopolitisch betrachtet um die zweitgrößten Gasreserven sowie um die drittgrößten Ölreserven der Erde. Solange die USÁ davon ausgehen muss, dass das Mullah-Regime im Iran nur durch von innen ausgelöste Revolution beseitigt werden kann, wird die USA nicht von außen militärisch intervenieren.

Ein Militärschlag Israels würde die innenpolitischen Oppositionskräfte im Iran entscheidend schwächen, ja geradezu einen gegenteiligen Effekt auslösen, weil die Oppositionskräfte sich der Bekämpfung des äußeren Feindes anschließen würden. Daran kann den USA nicht gelegen sein.

mklingma 02.05.2012 | 17:04

Mag sein, dass sich Herr Augstein übernommen hat, auf jeden Fall hat er übernommen. Motive zu erforschen, ist nicht möglich, aber so oder so, es scheint mir, dass das Blatt, das einmal eine Bastion für nicht nur intelligenten, sondern auch engagierten Journalismus war, auf den - schrecklichen - Mainstream einschwenkt.

Ja, natürlich, die bunte Aufmachung, hat mir auch besser gefallen, warum nicht ein bisschen trommeln, wenn es denn für eine gute Sache ist. Das die Bildunterschriften zunehmend an den Spiegel erinnern - sei 's drum. Wenn der Inhalt auf Linie gebürstet wird - dann ist schluss.

Nil 04.05.2012 | 00:07

www.spiegel.de/politik/deutschland/iran-fdp-politiker-claus-huebscher-zu-besuch-bei-mahmud-ahmadinedschad-a-831165.html
(aus dem Artikel)
Er habe die Gelegenheit nutzen wollen, sich selbst eine Meinung zu bilden, sagte der FDP-Mann dem "Weser-Kurier". So habe er beim Präsidenten nachgefragt, ob er wirklich den Holocaust leugne: "Definitiv nein", zitiert die Zeitung Hübschers Erkenntnis. Auch dass sein Land an Atomwaffen arbeite, habe Ahmadinedschad abgestritten.

mklingma 04.05.2012 | 11:12

Die Reaktionen, auch die Kommentierung von Seiten des Spiegel zeigen, "das nicht sein kann, was nicht sein darf". Wiederum ein Beleg dafür, dass die Kriegsvorbereitungen laufen. Es geht immer hin und her und schaukelt sich langsam hoch und auf den "Irren von Teheran" können wir in diesem Zusammenhang unmöglich verzichten. Irgendjemand muss ja zum guten Ende noch publikumswirksam hingerichtet werden.