Kunst statt Kohle

Robinson Ein Architekturspaziergang durch die Kulturhauptstadt Europas 2010

Der Hauptbahnhof liegt im Fadenkreuz einer Shoppingmeile. In der Kettwiger Straße sind Markenartikel aus aller Welt vertreten. Ein unablässiger Strom von Passanten, der magisch Kauflustige anzieht. Wer hier einkauft, muss Vertrauen haben. Das Straßenbild ist unübersichtlich, die Ausblicke auf die Seitenstraßen sind belanglos. Im Laufe der Zeit hat sich auf der Nord-Süd-Achse ein Zentrum entwickelt, das die Käufer trotz durchschnittlicher Architektur honorieren. Der Bahnhof von Essen zerschneidet die Stadt in zwei Teile: im Süden der beherrschende RWE-Turm, ein eleganter Baukörper, der wesentlich durch sein anmutiges Erscheinungsbild den Eindruck von Aufbruch vermittelt. Mit einer Höhe von 120 Metern ist er der höchste Punkt der Stadt. Vom RWE-Turm führt ein Kulturpfad durch das Essener Zentrum. Leuchtende Glassteine im Pflaster verweisen auf Skulpturen und auf die Architektur der Innenstadt.

Wer Essens Stadtplan studiert, bemerkt, wie stark das Gelände von der Topographie geprägt ist. Diese Unübersichtlichkeit bietet zugleich Überraschungen: Straßen und Wege, durchsetzt von Grün, ziehen sich durch die Stadt und die wenigen herausragenden Wohnquartiere wie die Margarethenhöhe liegen als abgeschlossene Quartiere im Süden Essens. Eine Aufteilung in eine Industriezone Nord und eine Kulturmeile Süd markiert auch einen Wandel der zurückliegenden Jahre. Die Folkwang-Hochschule, das Forum für Kunst und Kultur, die Philharmonie in Essen sind Entdeckungsreisen in einer grünen Parklandschaft - ein intensiver Kulturaustausch, der hier erfolgt.

Der ausgewiesene Kulturpfad, der sowohl durch die Nord- als auch die Südhälfte der Stadt führt, umfasst 40 Objekte aus Industrie, Kultur und Stadtgeschichte: Das schön gegliederte Aalto-Theater steht in einem Park, das Forum für Kunst und Architektur, die Domschatzkammer mit der goldenen Madonna: Das Museum bewahrt die glanzvolle Geschichte Essens, seine sakralen Exponate von großem Wert zeugen von der Macht des freiweltlichen Stiftes für die Damen aus dem Hochadel. Insignien der Frömmigkeit sind die vier Vortragskreuze aus ottonischer Zeit. Die Philharmonie ist ein mit moderner Technik ausgestatteter Bau mit einer hervorragenden Akustik. Keramische Kostbarkeiten sowie die Verwendung von Zitronenholz geben ihr ein besonderes Flair. Der RWE-Pavillon, der als ein Glaskubus sich zum Park öffnet, bietet exzellente Bedingungen für Vorträge und Empfänge. Das "red dot" Design Museum und das Ruhrlandmuseum vermitteln modernes Design und Geschichte gleichermaßen. Ersteres hat erstaunlich viel zu bieten: Gegenstände des Alltages - hier als Kultobjekte zelebriert - sind in unterschiedliche Kontexte gestellt, schaffen Irritationen. Auf über 4.000 Quadratmetern Grundfläche werden rund 1.000 Produkte aus aller Welt präsentiert, und längst ist das Museum zu einer Anlaufstelle für Kunst- und Designliebhaber geworden.

Im Ruhrlandmuseum wird in einer Ausstellung die Geschichte des Ruhrgebietes erzählt. Realitätsnah werden die Menschen abgebildet, ihre Lebensweise und Arbeitswelt vorgestellt - die Armut in den Arbeiterwohnungen ist präsent.

Die Industriestadt Essen hat viele Überraschungen zu bieten. Ihr Potenzial liegt jedoch im Süden. Essen ist von der Industrie und dem Reichtum weniger Industrieller geformt. So wurde die Villa Hügel dem Repräsentationsanspruch der Familie Krupp durchaus gerecht: 220 Zimmer waren im Grundbuch registriert, ein großartiger Herrschaftssitz unter mächtigen Bäumen, der die 75 Hektar Parkanlage zu einer Kultstätte erhob. Im Inneren der Halle verweisen wertvolle Gobelins und eine verzierte Kassettendecke auf den Repräsentationsanspruch des Bauwerkes, das heute als Museum der Öffentlichkeit zugänglich ist. Im Jahre 2006 werden hier unbekannte Klosterschätze aus Tibet in einer großen Ausstellung gezeigt.


Die Krupps auf der Villa Hügel hatten ihren Sitz als eine Art Residenz gewählt. Die Firma Krupp und ihr Verhältnis zur Stadt Essen - das wirkt wie ein Echo aus Hitlers Zeiten. Krupp als mächtigstes deutsches Industrieunternehmen war die Waffenschmiede Preußens, später Ausrüster für die Wehrmacht Hitlers, Alfred Krupp wurde 1948 zu zwölf Jahren Haft verurteilt und zur Aufgabe seines Vermögens gezwungen. Krupp wollte danach keine Kanonen mehr bauen - Kräne, Hochöfen und Lokomotiven standen ihm näher.

Der patriarchalische Unternehmer des 19. Jahrhunderts wachte wie ein Vater über seine Arbeiter, er baute Wohnungen und kümmerte sich auch um die Gesundheit seiner Untergebenen. Sie mussten im Gegenzug ihr Leben dem Gussstahlwerk widmen. Krupp war ein Industrieller, der auf Expansion setzte. Schon zwischen 1861 und 1871 stieg die Belegschaft um das Fünffache, der Umsatz lag zur Zeit des deutsch-französischen Krieges und der Gründung des Deutschen Reiches um 750 Prozent höher als im Jahrzehnt zuvor.

Krupp war ein Industriemonarch, der sich sein eigenes Schloss bauen ließ: ein kalter Palast inmitten einer wunderschönen Parklandschaft. Für Krupp war Architektur eine technische Disziplin. 1887 starb Alfred Krupp im Alter von 75 Jahren. Der sozialdemokratische Vorwärts sah in der unheilvollen Verbindung von Kapital- und Industriewirtschaft ein Verhängnis. Das Denkmal für Alfred Krupp in der Kettwiger Straße trägt die Inschrift: "In Dankbarkeit".


Die von Fritz Schupp und Martin Kremmer erbaute Zeche Zollverein war das imposanteste Stahlbauwerk in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Die 1932 in strengem Bauhausstil errichtete Anlage galt als Europas größtes Steinkohlenbergwerk. Die strenge Geometrie, der kubische Aufbau, die klare Massenverteilung: die Kathedrale der Industriekultur ist ein gut gegliedertes Gebäude, in dem heute Ausstellungen und Konzerte stattfinden. Die Zeche Zollverein wurde von der UNESCO im Jahre 2001 zum Weltkulturerbe erhoben. Inzwischen wird statt Kohle Kunst gefördert. Auf ihrem Areal haben sich neben der Kulturwerkstatt ARKA die Asienstiftung, das Zukunftszentrum Zollverein und die School of Management und Design angesiedelt. Für einen Industrierundgang ist die stillgelegte Zeche der ideale Ausgangspunkt. Die Nord-Süd-Ausdehnung der Zeche erschließt die Straßenbahn. 60 Sehenswürdigkeiten passiert sie von Süd nach Nord auf ihrem Weg durch die Stadt - eine Industriestrecke, die man als Kulturstrecke durchqueren muss.


Die Ruhr, der verkehrsreichste Fluss des Reviers, hat sich tief in die Nordwand eingegraben. Flache Gleithänge, felsige Prallhänge und eine breite Talaue im Süden kennzeichnen ein erweitertes Flussbett. Die Ufer sind bewaldet und werden landwirtschaftlich genutzt. Die Schmelzwasser aus der Eiszeit haben ein breites Tal geschaffen, das ein Feuchtbiotop für Buchenwälder bildet. Die breite Ruhr - ehemals wichtigster Transportweg für Kohle und Stahl - ist heute vielfältiges Erholungsgebiet für die Stadtbevölkerung.

Im Süden, wo Park, Landschaft und Grün ineinander übergehen, vergisst man, dass Essen eine Großstadt mit 585.000 Einwohnern ist. Das wellige Terrain, die schön eingebundene Parklandschaft suggerieren hier ein südliches Flair. Die Villen sind nobler, die Grundstücke größer und die Verkehrsanbindung ausreichend. An schönen Tagen versammelt sich das Publikum am Baldeneysee; Segelboote und Ruhe schaffen das Bild einer geschäftigen Freizeitlandschaft. Buchen- und Eichenwälder säumen die Ufer, und der Ort Heising an der Stadtgrenze wirkt wie zur Erholung geschaffen. Obwohl Essen in seiner Nord-Süd-Ausdehnung nur rund 18 Kilometer misst, ist die Ferne zum Zentrum spürbar. Ein grüner Gürtel trennt den Nobelort Bredeney vom Stadtwald. Unmerklich setzt eine Zeitverschiebung ein, und es ist zunehmend weniger die Distanz zum Zentrum als vielmehr die Hügellandschaft, die andere Maßstäbe setzt. Eine Dichte, die Ruhe ausstrahlt und der man sich nicht entziehen kann.

Essen ist ein ungleiches Mosaik aus verschiedenen Zeiten, 50 Gemeinden sind locker miteinander verbunden. Wer ein Zentrum sucht, wird Mühe haben, es zu finden. Neben Kulturhighlights Banalitäten wie die Kettwiger Straße als Bannmeile des Konsums, so dass der mit 106 Metern höchste Rathausturm der Republik kaum wahrgenommen wird. Gerade weil die großen internationalen Geschäfte hier vertreten sind, bleibt die Urbanität vor der Haustür. Eine Fahrt mit der Straßenbahn 107, die von Süden nach Norden Essen durchquert und in Gelsenkirchen endet, zeigt Vermischtes: Straßenzüge, gewunden und nicht sonderlich abwechslungsreich ermüden das Auge.

Dass Essens 50 Orte recht unterschiedliche sind, hat die Westdeutsche Allgemeine Zeitung hinlänglich dokumentiert: So ist die Stadt Kettwig im Süden mit ihren liebevoll gepflegten Häusern, ihren Nobelrestaurants und an einer Biegung der Ruhr gelegen schön. Eine besonderer Pluspunkt gilt die Gastronomie, ein Mekka für Gourmets. Um 1000 v. Chr. wurde Kettwig erstmals erwähnt, die Innenstadt ist heute eine archäologische Fundgrube - aber die Mehrzahl der rund 18.000 Einwohner wünscht zweifelsohne die Zeit vor der Eingemeindung zurück.


Die Gemeinde Bredeney, ebenfalls im Süden gelegen, wird mit Reichtum gleichgesetzt: schöne Aussichten, exklusive Villen und ein Freibad ohne Wasser, eine Regattastrecke, auf der jedes Jahr Segler an den Start gehen. Tennis- und Golfplätze schließen sich an.

Das Ruhrgebiet hat sich in den letzten 20 Jahren von einer Region der Schwerindustrie zu einer polyzentrischen Kulturmetropole gewandelt. Kohle und Stahl sind eingehüllt in einen Mythos. Bernd und Hilla Becher haben sich in ihrer Fotografie der Industriebauten des 19. und 20. Jahrhunderts angenommen. Das historische Erbe ist archiviert, und die zukünftige Herausforderung deutet auf eine europäische Wissensgesellschaft. Das schlüssige Thema "Wandel durch Kultur - Kultur durch Wandel" ist der Kulturhauptstadt auf den Leib geschrieben. Die Veranstalter von Essen möchten die Kulturhauptstadt als einen globalen Transformationsprozess zelebrieren und in der Aufarbeitung des historischen Erbes den Nutzen alter Industriebauten sichtbar machen. Kulturhauptstädte brauchen einen anspruchsvollen Kulturtourismus. So geht es auf dem Kunstschacht Katernberg lebhaft zu: Der Allround-Künstler Thomas Rother lebt hier auf einem 7.000 Quadratmeter großen Industriegelände. Die Dampfmaschinen, die Strom für die Zeche Zollverein lieferten, sind längst abgeschaltet, jedoch die heilige Barbara, die Schutzpatronin der Bergleute, ist noch überall präsent. Thomas Rothers Kunstwerke sind ein Kontrastprogramm zum rauen Charme der Industrieareals. Sinnliches Erleben und Entdecken stehen in der ehemaligen Maschinenhalle im Mittelpunkt. Phänomene des Lichtes, des Klangs und der Bewegung werden von Hugo Kükelhaus vorgeführt, das begrenzte Erfahrungsfeld wird durch Lernaktionen erweitert.

Das Ruhrgebiet ist ein traditionsreiches Kulturland, dessen Besiedlung auf karolingische Königshöfe und mittelalterliche Klöster zurückgeht. Die goldene Madonna des Essener Münsterschatzes sowie weitere 140 Burgen, Schlösser und Herrenhäuser sind gut erhalten. Schon in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts prägte die Essener Folkwang-Hochschule einen hohen Standard mit ihrer Ausbildung von Tänzern und Fotografen. Der Choreograph Kurt Joost, seine Schüler Pina Bausch und Reinhild Hafmann, Susanne Linke und Henrietta Horn setzten mit ihren Arbeiten die Ideen von Kurt Joost fort. In ausgedienten Bahnhöfen und Zechengebäuden, in Werkhallen und alten Schmieden entstanden soziokulturelle Zentren, die Raum für Gespräche und Aufführungen bieten.

Hochöfen, Gasometer und Fördertürme bestimmen immer noch die Landschaft des Ruhrgebietes. Noch sind die Schatten früherer Industrialisierung auf alten Industriearealen sichtbar. Das Ruhrgebiet - erstmals durch die Internationale Bauausstellung Emscherpark (1989-1999) auf sein Potenzial untersucht - bleibt trotz der Umstrukturierung durch Karl Ganser und sein Team ein Zukunftsprojekt von Rang. Und dass Essen als siebtgrößte Stadt Deutschlands längst nicht mehr in Russ und Schwefel und Abgasen versinkt, ist nicht zuletzt auch Karl Gansers Arbeit zu verdanken.


Die Kulturmetropole Europas zeigt sich als kleinteilige und unübersichtliche Stadt, die ihre architektonische Überraschung im Süden bereit hält. Die zweite Überraschung: Das Ruhrgebiet ist grün. Mit einer Fläche von 44.343 Hektar und der Schließung unrentabler Zechen haben sich Stadtbrachen an den Rändern der ehemaligen Zechen breit gemacht. Ein diffuses Grün aus Sträuchern und Bäumen, das die Stadtgrenzen verbirgt. Karl Ganser hat mit der Ausstellung IBA Emscherpark wichtige Akzente gesetzt, die eine Rekultivierung im Ruhrgebiet einleiten. Die Voraussetzungen sind günstig, die bis zum Jahre 2010 fehlende Infrastruktur zu ergänzen. Wer heute die Stadt Essen bereist, orientiert sich noch zum Teil an der industriellen Vergangenheit. Ein Gebiet im Umbruch, ein Revier für Fotografen, die sich der 400 Kilometer langen Kulturrouten des Ruhrgebietes annehmen und Hallen und Stahlhütten als weite Museumslandschaft abbilden.

Der Leiter der Stadtentwicklung Jürgen Fischer hat das strategische Ziel formuliert: "Kultivierung zu einer Metropolenidentität". Vorhandene Marktpositionen sind so einzusetzen, dass eine gute Infrastruktur geschaffen werden kann.

Essen, dieser 50-Gemeinden-Ort, versucht über eine effizientere Verwaltung eine größere Transparenz zu gewinnen. Rationale Argumente und eine ästhetische Zielsetzung müssen hierbei richtungsweisend sein. Die Kunst ist es auch, die Urbanität erlebbar macht und neue Perspektiven für Essen eröffnet. Die unkonventionelle Ästhetik des Ruhrgebietes mit seinen Brüchen hat schon viele Touristen angezogen und so aus einer Verbindung mit der polyglotten Industriekultur des Landes in die Zukunft eingegriffen. Und wo urbane Qualitäten vorhanden sind, ist es nicht zuletzt die Atmosphäre von Straßen und Plätzen, aus der sich neue Wertorientierungen ergeben, falls es dem Tagestourismus nicht gelingt, die Kulturhauptstadt zu banalisieren. Es lohnt sich, länger zu bleiben, um Essen genauer kennen zu lernen.

Mit einer Fläche von 4.434 Quadratkilometern weist das Ruhrgebiet eine durchschnittliche Bevölkerungsdichte von 1.203 Einwohnern pro Quadratmeter auf. Der ökonomische Strukturwandel wird von einem gesellschaftlichen Strukturwandel begleitet. Bis in die achtziger Jahre galt das Ruhrgebiet als eine sterbende Montanunion. Durch die Errichtung von Hochschulen wurde eine Wende eingeleitet. Trotzdem blieb die Arbeitslosigkeit hoch. Ungeachtet der tiefgreifenden Krise zählt das Ruhrgebiet zu den bedeutendsten Wirtschaftsregionen Europas und Handelskonzerne wie RAG, RWE, Ruhrgas, Thyssen-Krupp, Karstadt-Quelle haben in Essen ihren Verwaltungssitz. Mit 14 Universitäten und Fachhochschulen ist das Ruhrgebiet die dichteste Hochschullandschaft Europas - ein Potenzial, das für die Zukunft wirbt.

Metallerzeugung und Maschinenbau, chemische Industrie, Feinmechanik und Elektronik sind weiterhin stabile Größen. Zudem sind die großen Produktionsanlagen als Monumente der Industriearchitektur ein fester Bestandteil des kulturellen Erbes geworden. Statt Kohle heißt es: Kunst - Kultur und Natur.

Wichtigste Anlaufstelle im Ruhrgebiet ist die Zeche Zollverein XII in Essen-Katernberg; die modernste Schachtanlage gehört zu den eindrucksvollsten Industriebauten im Revier. 1.000 Meter tief unter der Erde, auf der 14. Sole der Zeche Zollverein, soll eine zweite Stadt entstehen, die das Weltkulturerbe durch das dort geplante neue Ruhrmuseum erweitert. Die Internationale Bauausstellung Emscherpark hat in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts einen wichtigen Beitrag geleistet, den industriell geprägten Raum zwischen Duisburg und Bergkamen ökonomisch und ökologisch zu verändern. Das Interesse galt dem Erhalt bedeutender Industriearchitektur und ehemaliger Industrieflächen sowie einer Erweiterung für soziale und kulturelle Tätigkeiten. Im ehemaligen Kesselhaus Zeche Zollverein hat Essen sich nicht zuletzt durch die begehrte Auszeichnung "red dot award" einen Preis für Kommunikationsdesign zu Recht verdient. Die neuen geplanten Großzentren und Einkaufsparks entziehen nicht nur den Innenstädten die Kaufkraft, sondern wirken hier kontraproduktiv.

Wo Industrie und Industrie-Natur aufeinander treffen, verändert sich die Region. Die Route der 400 Kilometer Landmarkenkunst berührt die wichtigen Orte der Industriegeschichte, sie verbindet Richard Serras Rampe, Don Flavins Monument mit Jonathan Parks Beleuchtungskonzepten und Hermann Priganns Großskulptur durch markante Zeichen. Es wird dem Kunstverständnis des Touristen viel abverlangt: einen Kulturpfad durch die labyrinthische Region zu finden. Jürgen Fischer als Leiter des Kulturhauptstadtprogrammes ist ein exzellenter Kenner der Region: ihm ist es zuzutrauen, die wichtigen Orte überzeugend zu einem Kulturareal zu verbinden.


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00:00 07.07.2006

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