Leere Särge in Barrancabermeja

TRAUMATISIERTES KOLUMBIEN Ein Terrordrom braucht Friedenstreiber - doch es gibt sie kaum
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Es regnet in Bogotá. Die Tropfen ziehen Schlieren an den Taxi-Scheiben, kalte Luft strömt durch die Ritzen. Seit einem Jahr nun schon herrscht Regenzeit. La niña, sagen die Leute und meinen ein pazifisches Klimaphänomen, das Kolumbien mehrere Überschwemmungskatastrophen beschert hat. So außergewöhnlich allerdings erscheint mir der Anblick tief hängender Wolken in Bogotá nicht. Meine Erinnerungen an die auf 2.600 Meter Höhe liegende Stadt sind fast alle von Regen und Kälte durchwebt. Kolumbiens Metropole ist ein unwirtlicher Ort, nicht wirklich eisig, aber immer unterkühlt.

Dazu passt auch das Metallgitter, mit dem der Innenraum meines Taxis durchtrennt wird. Wie bei einem Bankschalter gibt es nur eine kleine Durchreiche für da