"Liberistische Alternativen"

ITALIEN Silvio Berlusconi konnte die bürgerliche Mitte noch nicht endgültig von sich überzeugen, doch seine neokonservative "Forza Italia" hat die ausgelaugte Christdemokratie längst ersetzt
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Der katholische Konservatismus der Democrazia Cristiana (DC) ist tot, es lebe der liberale Neo-Konservatismus Silvio Berlusconis. Die italienischen Christdemokraten sind zwar als politische Kraft obsolet, doch haben sich ihre Wertvorstellungen in gewandelter Form über die Zeit retten können. Forza Italia hat das Erbe der DC angetreten, den rechtsnationalen Flügel deckt die postfaschistische Alleanza Nazionale (AN) ab. Die italienische Rechte empfindet sich nach den Worten Berlusconis als "libertistische Alternative" zu Mitte-Linke - das mag diffus klingen, meint aber nicht zuletzt eine klare Abgrenzung von der katholisch-zentristischen Politik, die einst der DC eigen war. Diese Weichenstellung im konservativen Lager geht zurück auf die Januar-Wende von 1994, als der let