Man müsste Musik verbieten

Im Gespräch Anner Bijlsma über den Jubilar und Cello-Ignoranten Mozart, über Bach und weniger akzeptable Autoritäten und das mögliche Ende der Dauerkrise klassischer Musik
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Der heute 72-jährige holländische Cellist Anner Bijlsma gilt als einer der Weltmeister seines Instruments. Wenn er trotzdem kein Star ist, allenfalls schon zu Lebzeiten eine Legende unter Musikerkollegen, liegt das an seiner Verachtung für Würdenträger. Schon während der Schulzeit war die Unfähigkeit zur Anpassung unübersehbar, ihr zur Seite eine gut sitzende Gleichgültigkeit für die Hierarchien des Mainstream und schließlich eine bis auf den Tag nicht nachlassende Begeisterung für Kammermusik. Ihr zuliebe quittierte Bijlsma - er stand Mitte der sechziger Jahre als einer der jüngsten Solocellisten in der Geschichte des Amsterdamer Concertgebouw Orchesters vor einer solistischen Weltkarriere - nach fünf Jahren den Dienst.