Manches erinnert an die Kuba-Krise von 1962

Im Gespräch Für den Hamburger Friedensforscher Hans Joachim Gießmann ist die US-Raketenabwehr ein Schritt, um sich erneut in die Geiselhaft der atomaren Hochrüstung zu begeben
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FREITAG: Stehen wir an der Schwelle eines neuen nuklearen Zeitalters, wenn sich die Amerikaner demnächst hinter einem strategischen Schutzwall verschanzen und unverwundbar sind?
HANS JOACHIM GIESSMANN: Bis jetzt gibt es keine Anzeichen dafür, dass die USA in irgendeiner Form bereit wären, einen kooperativen Rahmen für ihr Abwehrprogramm zu suchen. Alle Avancen - auch wenn sie so vorsichtig vorgetragen wurden wie von Kanzlerin Merkel - sind bisher abgelehnt worden. Die Amerikaner betrachten das als Schutzprogramm nur für sich selbst. Wegen der konfrontativen Elemente, die es dabei gibt und der zu erwartenden Reaktionen anderer Staaten, ist damit zu rechnen, dass wir tatsächlich an der Schwelle eines neuen nuklearen Wettrüstens stehen.

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