„Sehnsucht nach dem Kapitalismus“: Mark Fisher zum Montagsblues der Linken

Theorie Bis zu seinem Suizid war Mark Fisher einer der einflussreichsten Kapitalismuskritiker. Sein Denken ist bis heute hochaktuell. Das zeigte er auch in seinem letzten Seminar in London – das nun in Schriftform vorliegt
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 22/2024
„Sehnsucht nach dem Kapitalismus“: Mark Fisher zum Montagsblues der Linken

Collage: der Freitag, Material: iStock, Imago Images

Der Montagmorgen ist bekanntlich ein Sinnbild der alltäglichen Mattheit im – äh – spätkapitalistischen Zeitalter. Umso passender war die Wahl des Montagmorgens für das letzte Seminar des ikonischen britischen Kulturtheoretikers Mark Fisher 2016/17 am Goldsmith College der University of London. „Postcapitalist Desire“ hieß es und setzte sich keine geringere Aufgabe, als die Krise der Linken zu erfassen: Einerseits besteht der Wunsch, den Kapitalismus zu überwinden, andererseits wird die Unterdrückung selbst begehrt. Der kürzlich im Brumaire Verlag erstmals auf Deutsch erschienene Band Sehnsucht nach dem Kapitalismus bringt diese Doppeldeutigkeit auf den Punkt.

Tragischerweise bricht das Seminar unvollendet in der Mitte ab. Als s