Revolution ist weiblich: Der Tanz der Jasmine

Iran Seit Jahrhunderten ist das Phänomen bekannt – das Geheimnis dahinter bis heute ungelöst: Frauen, die plötzlich anfangen zu tanzen. Das taten sie in Ägypten, Spanien, der Türkei. Nun tanzen sie in Teheran: für die Würde und das Leben
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 40/2022
In Berlin zeigen Frauen ihre Solidarität für die Proteste im Iran
In Berlin zeigen Frauen ihre Solidarität für die Proteste im Iran

Foto: Michael Kuenne/dpa/picture alliance/Zuma Press

„Tanzwut“ nennen sie das. Oder „Tanzepidemie“. Zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert ereignet sich in europäischen Städten ein merkwürdiges Phänomen, dessen Geheimnis bis heute ungelöst ist. In Dörfern, Städten und Gemeinden fangen die Menschen plötzlich an zu tanzen. Der Tanz breitet sich aus, und niemand kann ihn aufhalten. Menschen, die tagelang und nächtelang tanzten, brechen schließlich vor Erschöpfung zusammen und sterben. Warum es passiert, wie es anfängt, darüber gibt es keine genauen Informationen.

So begann 1518 eine Frau in Straßburg zu tanzen, etwa 500 Menschen schlossen sich ihr an, und sie tanzten tagelang. Im Jahr 1536 begann eine Gruppe von Kindern zu tanzen und konnte nicht mehr auf

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