Polen hofft auf Obamas Vertragstreue

Raketenabwehr Ob die Amerikaner ihr Raketenabwehrsystem in Polen stationieren werden, wie vertraglich vereinbart, ist für den Politikwissenschaftler Andrzej Sakson nicht mehr sicher

Der Freitag: Barack Obama scheint einen Verzicht auf die in Polen und Tschechien geplante Raketenabwehr zu erwägen. Wie groß sind in Ihren Augen die Chancen, dass die Amerikaner ihren Raketenschild errichten?


Ein harter Vorwurf.

Wurde der Stationierungsvertrag über die Raketenabwehr, den die polnische Regierung mit der Bush-Administration kurz nach dem Georgien-Krieg ausgehandelt hat, zu übereilt unterzeichnet?


Wollen Sie sich nicht doch zu einer eindeutigen Beurteilung des Stationierungsvertrags, dieses offenbar nicht sonderlich glücklichen Schachzuges polnischer Diplomatie durchringen?


Bleibt auch unter Präsident Obama das besonders enge polnisch–amerikanische Bündnis bestehen?


Doch gerade dies ist eingetreten. Dieses Vorhaben hat ja besonders in Moskau erbitterten Widerstand ausgelöst.


Das Gespräch führte Tomasz Konicz

Andrzej Sakson ist Direktor des polnischen Westinstituts (Instytut Zachodni) in Poznan und Professor für Soziologie an der dortigen Adam-Mickiewicz-Universität. Das Westinstitut gilt als eine Art Denkfabrik des polnischen Außenministeriums

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