Politiche Bücher

DER KOSOVOKRIEG Neuerscheinungen

Präzedenzfall
Krieg ist für die westliche Militärallianz wieder ein legitimes Mittel der Politik - der Luftkrieg der NATO gegen Jugoslawien im vergangenen Jahre ließ daran keinen Zweifel. Oliver Tolmein diskutiert in seinem Buch Welt Macht Recht mit namhaften Juristen, Politologen und Soziologen aus Großbritannien, Deutschland und der Schweiz, ob und wie mit dem Krieg zur Wahrung der Menschenrechte die Idee vom gerechten Krieg wieder auflebt und welche Folgen sich daraus für das Völkerrecht ergeben. Tolmeins Gesprächspartner sind unter anderem Ernst-Otto Czempiel, Ingeborg Maus, Ernst-Ulrich Petersmann, Carla del Ponte, John Groome, Cherif Bassiouni und Thomas Bruha.

Oliver Tolmein: Welt Macht Recht. Konflikte im internationalen System nach dem Kosovo-Krieg, Konkret Literatur Verlag, 160 Seiten, ca. 28 DM. Erscheinungstermin: März 2000

Feuertaufe
Monatelang haben die Medien dafür gesorgt, dass ein bestimmtes Bild über den Kosovo-Krieg dominierte. Weitgehend ausgeblendet blieb dabei stets, welche "heimlichen" und "verdeckten" Kriege in den Hinterzimmern der Diplomatie geführt wurden und den Bombenabwürfen auf Novi Sad, Belgrad und andere Städte vorausgingen. Matthias Küntzel belegt, dass die verbreitete These, Deutschland sei überfordert und am Ende machtlos in den Krieg geraten, nicht haltbar ist. Das Buch weist nach, dass die Kohl-Regierung die Krise um das Kosovo durch die Unterstützung der UÇK und die frühzeitige Forderung nach einem Militärschlag kräftig anheizte und geradezu zielstrebig den Weg in den Krieg verfolgte.

Matthias Küntzel: Der Weg in den Krieg. Deutschland, die NATO und das Kosovo, Elefanten Presse Berlin, 192 Seiten, 29,90 DM. Erscheinungstermin: März 2000

Verheerungen
Kosovo als eine zwischen Trauer und Hoffnung hin und her gerissene Region, sie steht auf den Trümmern von gestern und vorgestern und blickt in eine höchst ungewisse Zukunft. Der knapp dreißigjährige Kosovo-Ablaner Beqë Cufaj ist unmittelbar nach dem Einmarsch der KFOR-Einheiten in seine Heimat zurückgekehrt und beschreibt den Versuch seiner Landsleute, nach einem traumatischen Jahrzehnt der Verheerungen an Leib und Seele Herr zu werden und den verlorenen Faden des Lebens wieder aufzunehmen.

Beqë Cufaj: Rückkehr in ein verwüstetes Land. Essays, Zsolnay-Verlag, Wien und München, 144 Seiten, ca. 25 DM. Erscheinungstermin: März 2000

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00:00 14.01.2000

Ausgabe 42/2021

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