Polizei gegen Bürger

Übergriff Am Rande der Demonstration "Freiheit statt Angst" ging die Polizei gewaltsam gegen Demonstranten vor. Ein Video dokumentiert den Vorfall, die Polizei ermittelt intern

Eigentlich haben die über zehntausend Menschen am Samstag in Berlin friedlich gegen zunehmende Überwachung der Bürger durch den Staat im Informationszeitalter protestiert. Wie man die neuen Techniken jedoch auch nutzen kann, um sich gegen den Staat und seine Organe zur Wehr zu setzen, zeigt sich einen Tag später. Ein Video, aufgenommen von Demonstranten, verbreitete sich rasend schnell in der Blogosphäre. Sein Inhalt: Ein Polizist zerrt einen Fahrradfahrer am Hemd und schlägt ihm ins Gesicht. Weitere Polizisten zerren ihn zu Boden und treten ihn. Umstehende Demonstranten bekommen ebenfalls Schläge ab und bluten im Gesicht. Über das Video konnte soviel Druck erzeugt werden, dass die Polizei nun wegen des Verdachts auf Körperverletzung im Amt in den eigenen Reihen ermittelt, wie ein Sprecher der Polizei am Sonntag mitteilte. Mitarbeiter des Landeskriminalamts arbeiteten mit Hochdruck an der Aufklärung des Zwischenfalls. An der Echtheit des Videos bestünden keine Zweifel, sagte der Polizeisprecher. Insgesamt wurden 19 Personen festgenommen. Der Chaos Computer Club veröffentlichte Medienberichten zufolge einen Aufruf und bittet Zeugen darum, sich zu melden.

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