„Pornfluencer“: Nackt und toxisch

Dokumentarfilm Hinter der Fassade: Das Kino entdeckt die Influencer:innen – etwa, wenn sie als „verifiziertes Paar“ Pornos drehen. Zum Start von Joscha Bongards Film „Pornfluencer“
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 28/2022

Ganz ohne Wertung lässt sich feststellen: Influencer:innen sind das Unternehmertum des 21. Jahrhunderts. Viele entsprechen genau dem neoliberalen Weltbild. Sie haben, wenn sie „gut“ sind, genau verstanden, wie die digitale Welt und der Markt ticken, sie wissen, mit welchen Trends und wo sich möglichst schnell viel Geld verdienen lässt. Und sie sind sehr gut darin – das ist essenziell, quasi die DNA –, sich selbst zu vermarkten: mit einem „ansozialisierten“ Sachverstand für die richtige Foto- und Video-Ästhetik, den es so wohl noch bei keiner Generation zuvor gab. Style ist nicht alles, aber viel.

In einer Zeit, in der das Influencertum floriert und zugleich für Skandale sorgt, wie zuletzt bei Youtuber Fynn Kliemann mit seinen