Psychotherapie in Russland: Das Gefecht um die russische Psyche

Ukraine-Krieg Seit dem Krieg steigen die Anfragen an Psycholog:innen in Russland rasant. Doch während die einen Therapeuten Krieg und Gewalt ablehnen, sehen sich andere als War-Coaches für Putins große Mobilisierung. Ein Blick auf die russischen Couches
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 47/2022
Einmal hinein blicken in das Seelenleben der Matroschka
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Montage: der Freitag, Material: iStock, Getty Images

„Anfrage einer Mutter an eine Psychotherapeutin, es geht um ihren 14-jährigen Sohn: Der Ehemann wird wegen der Mobilmachung abgeholt. Der Junge hängt sehr an seinem Vater. Sie sind beste Freunde. Es ist schon jetzt sehr schwierig für uns, aber was wird danach passieren? Wir müssen mit einem Psychologen zusammenarbeiten, um uns für alles bereit zu machen.“

Dieser Tweet der russischen Psychologin Alisa Kolesova wurde am 22. September gepostet – einen Tag nach der Bekanntgabe der sogenannten Teilmobilmachung. Er ging viral. In den Kommentaren empörten sich viele über die Unterwerfung der besorgten Mutter unter Putins Militarismus: „Die gehen wie Vieh zum Schlachten“, „Sie waren Sklaven – als Sklaven werden sie sterben

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