Quälende neue Sesshaftigkeit

ERITREA/ÄTHIOPIEN Zum Nichtstuns verdammt warten die Menschen in eritreischen Flüchtlingscamps auf den Frieden. Derweil droht in der Region eine erneute Hungersnot
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Es ist frühmorgens und noch kalt, als der Landrover Barentu im westlichen Tiefland Eritreas verlässt. Die Fahrt durch die Steppe führt nach Süden. Zu beiden Seiten des Horizonts fällt strahlendes Morgenlicht auf die Berghänge - dahinter liegt Äthiopien. Im Abstand von wenigen Kilometern passiert man ein Dorf nach dem anderen, bestehend aus den typischen Rundhütten der hier ansässigen Kunama, einer der neun ethnischen Gruppen Eritreas.

Nach mehr als einer Stunde Fahrt gerät von weitem ein Hügel ins Blickfeld, bald darauf eine Gruppe in der traditionell weißen Kleidung der Tigrinya, die im Hochland Eritreas und Nordäthiopiens zu Hause sind. »Das ist unsere Kirche«, weist Mehary Awate auf eine aus Hölzern und Plane