Ukrainekrieg: Ich würde den Wehrdienst heute nicht mehr verweigern

Pazifismus Unser Autor Ralf Bönt hat sich damals vor der Wehrpflicht „gedrückt“, sein Asthma half ihm dabei. Heute würde er kämpfen
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 22/2022
Protest bei einer Vereidigung neuer Rekruten der Bundeswehr in München (Archivbild)
Protest bei einer Vereidigung neuer Rekruten der Bundeswehr in München (Archivbild)

Foto: Miguel Villagran/Getty Images

Kürzlich kam ich mal wieder an dem Gebäude in der Altstadt Bielefelds vorbei, in dem ich in den frühen 1980er Jahren ausgemustert worden bin. Ich hatte zwei Atteste vorgelegt, aber bei den Kniebeugen auch die Luft angehalten und der erstaunten Ärztin dann meinen rasanten Puls damit erklärt, dass ich ja kaum mal zum Sport gehen könne, wegen des Asthmas. Mein Antrag auf Wehrdienstverweigerung bedurfte keiner Entscheidung mehr, aber das Asthma habe ich immer noch. Ich fahre damit Radrennen. Die Ausmusterung war in den extrem geburtenstarken Jahrgängen allerdings nichts Besonderes, die Bundeswehr wurde damals schon verkleinert. Man brauchte mich nicht.

Was mir überraschenderweise blieb, war das Gefühl einer maskulinen Kränkung. Mein bester Freun