Renate Riemeck:

13. August 1961 »Die am 13. August vollzogene Maßnahme des Ostens wäre zu vermeiden gewesen«

In der zweiten Vorgänger-Zeitung des Freitag, der in Düsseldorf herausgegebenen Deutschen Volkszeitung (DVZ) setzte sich die damalige Vorsitzende der Deutschen Friedensunion (DFU), Renate Riemeck, besonders mit den aggressiven Rufen im Westen nach Vergeltung und Sanktionen gegen den Osten auseinander:


Wenn man jetzt über den Westen »enttäuscht« ist und die Parole ausgibt, Berlin dürfe nicht zu einem zweiten München werden, dann erhebt sich die Frage, was man eigentlich von unseren westlichen Verbündeten erwartet hat. Will man, dass sie eine Blockade über die Bevölkerung der DDR verhängen? Oder sollen sie etwa schießen?

Fast mit Bedauern stellte die Welt am 17. August fest, dass Ulbricht und Chruschtschow genau gewusst haben, wie weit sie gehen konnten. Sie hätten die Rechte der Westmächte in Berlin nicht verletzt und ihnen daher auch keine Gelegenheit gegeben, eindrucksvolle Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Die Ereignisse des 13. August haben bewiesen, dass es nicht in der Macht der westlichen Alliierten steht, die Wiedervereinigung zu erzwingen - so wenig wie das die Sowjetunion tun kann. Die gesamtdeutschen Fragen können nur durch eine deutsche Initiative ihrer Lösung näher gebracht werden. Die am 13. August vollzogene Maßnahme des Ostens wäre zu vermeiden gewesen: durch rechtzeitige zweiseitige Vereinbarungen der Deutschen untereinander. Am 13. August wurde deutlich, dass westdeutsche Divisionen kein Ersatz für Politik sind ...«

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