Schönreden ist tödlich

Christian Ströbele über Niederlagen, bündnisgrüne Wurzeln und die Notwendigkeit, für das eigene Programm zu kämpfen
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FREITAG: Nach der Hessen-Wahl stand für den Kanzler fest: Die Koalitionsregierung brauche »weniger Trittin und mehr Fischer«. Grünensprecherin Antje Radcke befand daraufhin »das Maß ist voll«. Hintergrund dieser dramatisierenden Äußerungen ist wohl kaum Hessen allein. Was dann?

CHISTIAN STRÖBELE: Die Außenwirkung der Koalition schien, alles in allem, positiv zu sein: Bei schwierigen Themen, hieß es, erwarte die Öffentlichkeit einige Überarbeitungen, das war's. Der Schreck für beide Koalitionspartner bestand darin, daß die Gesamtwirkung der Regierung bei der hessischen Bevölkerung, aber wahrscheinlich nicht nur bei ihr, sehr viel schlechter gewesen ist. Deshalb diese starken Worte. Wobei der Satz von Schr