Sibylle Bergemann: Diese unerklärliche, geheimnisvolle Ebene

Ausstellung Auch mehr als zehn Jahre nach dem Tod der Fotografin Sibylle Bergemann ist ihr Nachlass nicht in Gänze erschlossen. Mit „Stadt, Land, Hund“ zeigt die Berlinische Galerie nun neben vielen bekannten Motiven auch 30 bisher nicht bekannte
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 25/2022
Eine Aura, die sich kühler Analyse entzieht: „Fenster“ (links, Berlin, undatiert) und „Marisa und Liane“ (rechts, Sellin, 1981)
Eine Aura, die sich kühler Analyse entzieht: „Fenster“ (links, Berlin, undatiert) und „Marisa und Liane“ (rechts, Sellin, 1981)

Foto: Estate Sibylle Bergemann/Ostkreuz

Eine Rezension über eine Sibylle-Bergemann-Ausstellung zu schreiben, die über bereits Bekanntes hinausgeht, ist eine Herausforderung; scheinbar alles ist bereits irgendwann einmal gesagt worden über die 2011 verstorbene Ausnahmefotografin mit dem besonderen Blick, alle Bilder scheinen gesehen. Davon, dass das so gar nicht stimmt, versucht uns die große Werkschau mit dem Titel Stadt Land Hund in der Berlinischen Galerie zu überzeugen. Sie Retrospektive zu nennen, scheuen sich die Kuratorinnen, denn so werden Ausstellungen genannt, die einen Überblick über das Gesamtwerk eines Künstlers zeigen. Das ist im Falle Sibylle Bergemanns allerdings gar nicht möglich, denn auch zehn Jahre nach ihrem Tod ist der Nachlass bei Weitem nicht komplett erschlosse