„Solothurn blickt in den Abgrund“ von Christof Gasser: Die Leichen im Keller der Schweizer

Blutzoll Was die Schweiz verdrängt, holt Krimiautor Christof Gasser in seinen Romanen hervor: Wer viel Geld anzieht, hat auch viel Blut an den Händen
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 45/2022
So schön und sauber ist es in der Schweiz nur an der Oberfläche
So schön und sauber ist es in der Schweiz nur an der Oberfläche

Foto: Imago/agefotostock

Wenn ein Kriminalroman mit dem Titel Solothurn blickt in den Abgrund daherkommt, macht das natürlich neugierig. Wie soll dieses ganz in sich ruhende, in den Grundfesten beschauliche, im Kernland der Schweiz liegende Städtchen mehr Fallhöhe als den Blick von der Kreuzackerbrücke in die Aare kennen? Wo sollten denn hier Abgründe gähnen?

Oder gerade hier? Hinter den sauberen Fassaden? Vielleicht gedeihen ja hinter gutschweizerischer Aufgeräumtheit und Diskretion Chaos, kaltblütige Gewalt, Willkür und aus Gier geborene Boshaftigkeit besonders prächtig?

Genau hier setzt Christof Gassers Kriminalroman an. Und das mit ziemlich vielen Protagonisten, die teils auf spektakuläre Art vom Leben zum Tod verbracht werden. Die Luft in Solothurn ist durc

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