Spätherbst der Patriarchen

WAHL IN MEXIKO Die Machtpyramide der Staatspartei PRI bröckelt - doch niemand will so recht an ihren Zusammensturz glauben
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Umfragen sind in Mexiko mit Vorsicht zu genießen. Noch eine Woche vor dem Wahltermin am 2. Juli lieferten sich der PRI-Kandidat Fracisco Labastida und sein aussichtsreichster Gegenspieler Vicente Fox vom Partido Acción Nacional (PAN) in den Prognose ein totes Rennen. Wieder einmal wird nach über 80 Jahren PRI-Dynastie ein Machtwechsel beschworen, der bei Licht besehen nicht mehr und nicht weniger als ein Regierungswechsel wäre. Dennoch: Mexiko mit der De-facto-Staatspartei PRI in der Opposition - es wäre ein anderes Land.

Einem solches Schaulaufen hat sich vor einer Wahl noch keiner der 13 seit 1926 aus dem herrschenden Partido Revolucionario Institucional (PRI) kommenden Staatschefs stellen müssen. Bisher galt das Reglement: der jeweilige Amtsinhaber nominiert