SPD-Coup, britischer Aderlass & Castros Papstempfang

Chronik Nicht alles, was diese Woche unter dem Teppich landete, gehört dorthin: 5 weitere Themen der Woche in aller Kürze analysiert

./resolveuid/7ccbdd24dc3bdc74443a2843a0222584Großbritannien
Aderlass
Die Regierung Cameron vollbringt nach eigener Aussage den „größten Kraftakt“ der Legislaturperiode. Ihre Mehrheit verabschiedet im Unterhaus ein Gesetz, um den Nationalen 
Gesundheitsdienst (NHS) zu reformieren. Das 1946 entstandene System – es genießt in der Bevölkerung viel Wertschätzung – muss Kosten abschütteln. 20 Milliarden Pfund bis 2014. Dazu werden Hospitäler, aber auch Gesundheitsdienste aller Art ausgeschrieben und privatisiert. Auch soll der NHS keine nationale Leitung mehr haben, sondern durch regionale Konsortien geführt werden. Der Spardruck könnte ärztliche Leistungen noch stärker 
beschneiden, als das schon seit Jahren zu spüren ist, fürchten Kritiker. LH

./resolveuid/4ac854f4fc8110555467c61583ff885aGorleben
Moratorium
In Gorleben soll die Erkundung nach dem Willen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen noch in diesem 
Jahr gestoppt werden. Als Vergleichs-standort soll der Salzstock aber erhalten bleiben. Das bringt Bewegung 
in die festgefahrenen Gespräche 
zwischen Bund und Ländern über das „Standortauswahlgesetz“. Dieses soll die Suche nach einem Atommüllendlager in geordnete Bahnen lenken. 
Anwohner des Salzstocks befürchten, dass die Suche nach einem Endlager automatisch auf Gorleben hinauslaufe. Röttgens Ankündigung stieß bei der Opposition auf verhalten-positives Echo. Greenpeace ging der 
Vorschlag nicht weit genug: Gorleben sei „ungeeignet“. Bra

./resolveuid/587c0227777577b26acf70aabea6d114Frankfurt
SPD-Mann im Römer
Ein Coup: Kaum jemand hat damit 
gerechnet, dass SPD-Mitglied Peter Feldmann Oberbürgermeister von Frankfurt wird. Zu blass erschien der 53-jährige Sozialpolitiker; noch vor 
einigen Monaten kannten ihn viele gar nicht. In der ersten Wahlrunde war er noch dem CDU-Kandidaten Boris Rhein unterlegen, der die 17 Jahre 
Herrschaft der Konservativen über die fünftgrößte Stadt Deutschlands fortsetzen wollte. Doch hat es Feldmann geschafft, mit den Themen Kinderarmut, Wohnungsnot und Fluglärm zu punkten – bei der gesamten Wählerschaft. Wie er das anzustellen hatte, wusste der Vater einer Tochter: Er war bereits Leiter eines Jugendzentrums, aber auch eines Seniorenheims. Bra

./resolveuid/597ec75f7ab71330eddc25a108c3ecd6USA
Untersuchung erzwungen
Das Stand-Your-Ground-Gesetz 
verschafft den Bürgern Floridas ein extensives Recht auf Selbstverteidigung. Darauf beruft sich der 28-jährige 
Weiße George Zimmerman, der am 26. Februar in Sanford den 17-jährigen Trayvon Martin erschossen hat. Der schwarze Jugendliche war nach einem Einkauf auf dem Weg nach Hause, als er dem Schützen, Mitglied einer 
Bürgerwehr, verdächtig erschien. Zimmerman bezeichnete den tödlichen Schuss als Notwehr, was die Polizei 
bereitwillig glaubte und nicht weiter ermittelte. Dem widersetzten sich am Wochenende 20.000 mit einem Protest am Tatort. Jetzt ist das FBI eingeschaltet. Bis 10. April soll entschieden sein, ob Anklage erhoben wird. LH

./resolveuid/488bb66de36e3781f9743b77ca3832fcKuba
Papstbesuch
Auf seiner Lateinamerikareise hat Papst Benedikt XVI. nach seinem Besuch in Mexiko auch Kuba besucht. Vor 200.000 Gläubigen forderte er nur Stunden nach seiner Ankunft eine offene, erneuerte Gesellschaft. Kubas Staatschef Raúl Castro empfing das Kirchenoberhaupt mit militärischen Ehren, Marschmusik und Kanonen-salven in Santiago de Cuba. Schon auf seinem Flug von Rom nach Mexiko hatte der Papst das kubanische Regime kritisiert: Die Idee des Marxismus nannte er „realitätsfern“. Neue Modelle seien notwendig. Auch die Kirche in Kuba fordert seit längerem gesellschaftliche Reformen. Dutzende Regierungskritiker wurden vor dem Papstbesuch festgenommen. Bra

(Alle Fotos: AFP/ Getty Images)

Mit dem Freitag durchs Jahr!

12 Monate lesen, nur 9 bezahlen

Wissen, wie sich die Welt verändert. Testen Sie den Freitag in Ihrem bevorzugten Format — kostenlos.

Print

Die wichtigsten Seiten zum Weltgeschehen auf Papier: Holen Sie sich den Freitag jede Woche nach Hause.

Jetzt sichern

Digital

Ohne Limits auf dem Gerät Ihrer Wahl: Entdecken Sie Freitag+ auf unserer Website und lesen Sie jede Ausgabe als E-Paper.

Jetzt sichern

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Unabhängiger und kritischer Journalismus braucht aber Unterstützung. Wir freuen uns daher, wenn Sie den Freitag abonnieren und dabei mithelfen, eine vielfältige Medienlandschaft zu erhalten. Dafür bedanken wir uns schon jetzt bei Ihnen!

Jetzt kostenlos testen

Was ist Ihre Meinung?
Diskutieren Sie mit.

Kommentare einblenden