Stadien: Von Rom und Maradona über Olaf Scholz bis Katar

Superlative Die Fußball-WM ist politisch so aufgeladen wie selten. Schon in der Antike waren Arenen politische Orte: Olympia sorgte für Frieden, Walter Ulbricht holte die Jugend der Welt nach Ostberlin und Olaf Scholz kopiert Brit-Hymnen. Das Lexikon
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 45/2022
Bald laufen die Kicker in Katar auf den Rasen – politischer war eine WM wohl nie
Bald laufen die Kicker in Katar auf den Rasen – politischer war eine WM wohl nie

Foto: Felix Kleymann/Laif

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Arles Der Blick geht über Strohhüte und Sonnenschirme hinab auf die Tänze der Toreros. Van Gogh und Picasso malten Szenen in Les Arènes d’Arles in der Provence. Stierkämpfe gibt es dort heute noch. Und Hochkultur. Der Ort für Spektakel der Römerzeit (➝ Quo vadis) verödete, als das römische Reich als Großmacht von der Weltbühne abtrat. Bald aber wurde aus dem Areal eine Kleinstadt mit mehr als 200 gestaffelt zwischen den schützenden Mauern gebauten Häuschen. Erst 1.000 Jahre später vertrieb man die Kleinstädter. Die Arena wurde wieder ein Denkmal der Nation. Es ist Zeit für eine anarchistische Rückeroberung urbaner Räume. Besetzt die Stadien und Arenen der Eventindustrie, baut Tiny Houses

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