Stimme meines Vaters

Uta Ranke-Heinemann. Nominiert von der PDS, kandidiert sie für das Amt der Bundespräsidentin, weil der Protest gegen den Krieg eine Stimme haben soll
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FREITAG: Ihr Vater war einer der Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Nun kandidieren Sie für dasselbe Amt in einem vereinigten Deutschland. Ist das Vatermord oder Vaterverehrung?

UTA RANKE-HEINEMANN: Vaterverehrung selbstverständlich. Ich fühle mich in der Pflicht. Denn ich glaube, es gibt kaum noch Ämter in der SPD, von denen mein Vater nicht zurückgetreten wäre. Die SPD wirft mir vor, ich würde das Andenken meines Vaters beschmutzen. Ich hingegen sage, mein Vater hat sich in seinem gesamten Leben nie von gleichgeschalteten Claqueuren inspirieren lassen: weder unter Hitler, noch zu Adenauerzeiten. Er ist als Innenminister unter Adenauer wegen des Beschlusses zur Wiederbewaffnung zurückgetreten. Viele, die sich heute seine Erben nennen un