Stoppt die Brandstifter

Green New Deal Globalisierungskritikerin Naomi Klein ist sich sicher: Die Klimakrise und die Krise der Demokratie gehören zusammen. Und beide können wir aufhalten

Greta sagt, dass unser Haus in Flammen steht – und sie hat recht. Doch es gibt drei Arten von Feuer. Das australische Sydney ist schon seit Wochen in dichten Rauch gehüllt; viele haben sicherlich Bilder der Buschbrände gesehen und auch das berühmte Opernhaus unter dieser Dunstglocke. In vielen Häusern gehen die Rauchmelder an, die Menschen können so buchstäblich das Feuer hören. Aber es sind nicht die Gebäude, die brennen, es ist der Rauch, der in das Gebäude eindringt und den Alarm auslöst. Wenn das keine Metapher dafür ist, dass „unser Haus in Flammen steht“, dann weiß ich es auch nicht.

Das ist aber nur ein kleiner Ausschnitt, der aktuellste aus der Krise, der wir gegenüberstehen. Das Jahrzehnt, das seit der internationalen Klimakonferenz von Kopenhagen im Jahr 2009 vergangen ist, war das heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen. Meine Familie lebt in British Columbia, Kanada, und wir reden vom Sommer nur noch als der „smoke season“, der „Jahreszeit des Rauches“, weil der ganze pazifische Nordwesten die letzten drei Sommer lang unter einer Rauchwolke lag.

Ich habe schon viele verschiedene Naturkatastrophen erlebt, Hurrikane, Springfluten und so weiter, aber mit diesem Rauch zu leben, hat etwas Unbarmherziges. Der Rauch ist ja nicht etwas, das für ein paar Tage da ist und dann verschwindet – er ist den gesamten Sommer über da, fast einen Monat lang kann man die Sonne nicht sehen. Das hat einen enormen Einfluss auf die Menschen: Sie haben das Gefühl, als läge ein Deckel auf der Welt. Vor allem die junge Generation trifft das stark: Da die Luftqualität so schlecht war, mussten viele Schulen tagelang schließen.

Und das ist ein wichtiger Grund dafür, zumindest in Nordamerika, dass diese Generation sich radikalisiert hat. So viele Menschenleben sind direkt betroffen, sei es durch die Brände, sei es durch die Überschwemmungen, sei es durch diese Stakkato-Superstürme. In diesem Jahrzehnt seit Kopenhagen sind wir Zeugen historischer Megastürme geworden, die extrem tödlich waren, wie der Hurrikan Maria in Puerto Rico, der mehr Menschenleben kostete als die Angiffe auf die Twin Towers – mehr als 3.000 Menschen starben in der Folge –, der Hurrikan Haiyan auf den Philippinen oder der Wirbelsturm Idai in Mosambik.

Wir verlieren einige der unglaublichsten Wunder unserer Welt, Naturwunder und solche, die von Menschenhand geschaffen wurden. Wir sehen Venedig versinken, wir haben die Hälfte des australischen Great-Barrier-Riffs verloren, die größte Struktur aus lebenden Organismen auf unserem Planeten, wir haben den größten Teil des arktischen Sommereises verloren. Der Amazonas verschwindet nicht wegen des Klimawandels, sondern als Folge von Brandstiftung. Aber in gewisser Weise ist dies alles ein Resultat von Brandstiftung, weil wir es besser wussten, wir wurden gewarnt, wir haben trotzdem weitergemacht.

Warum will Trump Grönland?

So sieht also ein Grad Erderwärmung aus. Der Weltklimarat hat erklärt, dass wir nur dieses sehr kurze Zeitfenster haben, um Außergewöhnliches zu bewerkstelligen, wenn wir die Erwärmung unter 1,5 Grad (offen gesagt, unter 2 Grad) halten wollen. Und selbst wenn wir unsere ganze Energie auf die Transformation fokussieren würden, wäre es schwer genug, sie ins Werk zu setzen. Es ist eine epische Aufgabe. Momentan aber lehnen die Männer, die sich einer nach dem anderen in die höchsten Ämter ihrer Länder erheben, nicht nur ab, die Flammen zu löschen. In einigen Fällen sind sie sogar davon überzeugt, dass ihr Reichtum sie schützen wird. Und manche sind, wie Jair Bolsonaro, wahre planetarische Brandstifter, entschlossen, unseren Planeten den Flammen zu opfern.

Auf Barack Obama folgte Donald Trump, auf Lula da Silva Jair Bolsonaro, Boris Johnson ist britischer Premier und – ich glaube, Sie wissen das – die Welt sieht mit Bangen auf die Zeit nach Merkel in Deutschland.

Wir werden Zeugen beschleunigter Angriffe auf die Natur, ausgeführt von diesen Personen. Ich habe nicht genug Zeit, um Ihnen aufzuzählen, was alles getan wird, um Umweltvorschriften und -standards an allen Fronten zu attackieren, um jedes unberührte Stück Wildnis aufzubrechen, um uneingeschränkt Bohrungen vornehmen zu können. Warum will Trump Grönland kaufen? Weil es jetzt wertvoll geworden ist, nicht nur wegen der neuen Handelsrouten, die sich eröffnen, wenn das Eis taut, sondern auch wegen all dem Öl und Gas unter diesem schmelzenden Eis. Premierminister Scott Morrison ging in Australien ins Parlament und brachte einen großen Brocken Kohle mit, um zu zeigen, dass Kohle gut für die Menschheit ist und man keine Angst davor haben muss. Und um zu erklären, dass man die größte Kohlemine der Welt, die Adani-Mine, bauen würde. Die Tatsache, dass sein Land in Flammen steht, scheint Morrison überhaupt nicht zu tangieren.

Auf der ganzen Welt beobachten wir den Aufstieg solcher Machthaber, es gibt Trump, es gibt Bolsonaro, es gibt auch Modi und Duterte, es gibt jemanden wie Putin, der schon eine Weile da ist, der sich jetzt aber in seinem Handeln noch mehr ermutigt sieht. Die nationalen Kontexte sind unterschiedlich, aber wir sehen eine Art gemeinsames Drehbuch entstehen, es ist eine veritable gegenseitige Befruchtung. Ich weiß nicht, ob die Howdy-Modi-Rallye in den Medien hierzulande eine Rolle gespielt hat. Als der indische Premier Narendra Modi kürzlich in die USA reiste, organisierte Trump in Texas eine riesige Parade namens Howdy Modi für ihn. Trump und Modi verstehen sich gut. Sie verstehen sich nicht ohne Grund. Trump und Duterte verstehen sich gut. Auch sie verstehen sich nicht ohne Grund. Es gibt ein Drehbuch, das die klare Definition einer nationalen In-Group beinhaltet. Echte Amerikaner oder echte Inder, wer auch immer die definierte In-Group ist. Und es gibt Out-Groups innerhalb dieser Länder und außerhalb dieser Länder, die hereinstreben. In diesem politischen Drehbuch geht es darum, die In-Group vor den anderen zu schützen. Vor dem Verbrecher, dem Drogendealer, vor dem „Eindringling“.

Trump kam ins Amt, weil er behauptete, eine Mauer gegen mexikanische Vergewaltiger und so weiter zu bauen. All dies schafft die Grundlage für Haftanstalten, die als Konzentrationslager bezeichnet werden. Es sind schreckliche Bedingungen, unter denen Einwanderer in den Vereinigten Staaten festgehalten werden. Aber der Film, den wir sehen sollen, handelt davon, zu verhindern, dass Migranten jemals die Grenzen erreichen. Wir haben ein Muster, für das meiner Meinung nach Australien mit der Auslagerung von Haftanstalten, dem Abfangen der Boote und der Verschiffung von Migranten in Lager auf Inseln Pionierarbeit geleistet hat.

Zerfetzte soziale Sicherheit

Vor dem Hintergrund der enormen Ungleichheit zwischen unseren Ländern wird dies als neues wirtschaftliches Entwicklungsmodell für Länder ohne andere Optionen dargestellt. Man sagt ihnen, dass sie das Gefängnis oder die Gefängnisse für unsere Migranten sein können und es ist besonders krass, wenn Australien das mit Inselnationen macht, die besonders anfällig für den Klimawandel sind und deren Einwohner morgen Klimamigranten sein könnten. Sie sagen: Wir geben euch etwas Geld und ihr baut dafür Gefängnisse in euren Ländern. Die Bedingungen auf Nauru und in Papua-Neuginea wurden von mehreren Menschenrechtsbeobachtern als Folter beschrieben.

Manche dort sind so verzweifelt, dass sie sich selbst anzünden, um die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit zu erregen. Und die Europäische Union hat das australische Modell übernommen. Man will Migranten daran hindern, jemals die eigenen Küsten zu erreichen, dazu operiert sie mit einer Politik, die die Flüchtenden de facto ertrinken lässt. Aber das ist auch die Politik des Outsourcings der sogenannten Rettung der Migranten an die libysche Marine oder die sogenannte libysche Marine, die eher ein Haufen von Warlords ist, die Menschen in noch schrecklichere Lager bringt, wo sie systematischem Missbrauch ausgesetzt sind. Trump hat sich das angesehen und gesagt: Das ist eine gute Idee. Die Küsten sind nicht sein Problem. Aber nachdem er Hunderte von Millionen Dollar an Hilfen für Südamerika gekürzt hat – für eine Region, die extrem anfällig ist für Dürre und die jahrelang unter Trockenheit gelitten hat, was eine der wichtigsten Ursachen für Migration ist – sagt er jetzt: Ihr könnt etwas Geld verdienen, indem ihr unsere Migranten unterbringt. Der Plan dabei ist, dass Migranten niemals die Vereinigten Staaten erreichen sollen, sondern auf ihrem Weg kehrtmachen und nach El Salvador oder Guatemala zurückgeschickt werden. Diese Staaten haben nämlich Abkommen unterzeichnet, wie sie die EU mit Libyen geschlossen hat.

Es gibt ein Muster, die In-Group, die Out-Group und das Outsourcing der Inhaftierung von Migranten. Ich sehe hier zwei Brandherde, die nicht unabhängig voneinander sind. Es ist mit Sicherheit kein Zufall, dass mit zunehmender Unleugbarkeit der Klimakrise – denn das ist etwas, das nicht mehr weit in der Ferne liegt, sondern etwas, das an unsere Türen klopft – diese starken Führerfiguren überall auf der Welt an die Macht kommen. Und sie nähren sich von Gefühlen tiefer Unsicherheit, der Unruhe und Knappheit.

Es geht nicht nur um den Klimawandel, das ist mir klar. Es gibt viele Ursachen der Unsicherheit, die diese Machthaber anzapfen. Ein Teil ist auch direktes Resultat dieses Jahrzehnts der Austerität, in dem der Arbeitsschutz angegriffen und soziale Sicherheitsnetze zerfetzt wurden. Wenn man nicht zu den Gewinnern gehört, ist man einer der Verlierer. Und das ist Trumps Spezialgebiet. Es bildete bereits den Inhalt der Reality-Show, die ihn berühmt gemacht hat, The Apprentice: Entweder du bist ein Gewinner oder ein Verlierer. Und hör mir zu: „Ich werde dich zu einem Gewinner machen.“ Das ist das Versprechen, das ihm die Präsidentschaft gebracht hat: „Sei auf der Seite der Gewinner statt auf derjenigen der Verlierer.“ Seine Lieblingsbeleidigung: Loser.

Die neuen starken Männer nutzen die wirtschaftliche Unsicherheit und sie nutzen auch die planetarische Unsicherheit. Mich interessiert nicht wirklich, ob sie den Klimawandel leugnen oder nicht, wir alle wissen auf einer ganz grundsätzlichen Ebene, dass das Leben auf diesem Planeten in eine Krise geraten ist, dass die einzige Heimstätte, die wir haben, verschwindet. Niemand, egal wie viel Fox News er sieht, ist vor dem existenziellen Gefühl der Angst gefeit, das sich gerade einstellt. Und was Männer wie Trump oder Bolsonaro oder Matteo Salvini verstehen, ist, wie man die Angst anderer Menschen für sich arbeiten lässt. Sie schüren Hass, Verzweiflung, sie führen Kampagnen für den Bau von Mauern und gegen bevorstehende Invasionen. Vor allem verkaufen sie ihren jeweiligen In-Groups die Illusion, dass sie in unserem Zeitalter der wuchernden Unsicherheit endlich Sicherheit erlangen können. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass der Slogan der Brexit-Kampagne „Take back control“ war. Es ist die Illusion der Kontrolle, die all diese Männer verkaufen, indem sie Bevölkerungsteile gegeneinander ausspielen und die letzten Flecken der Wildnis auf unserem Planeten plündern. Das sind also die beiden Brände, denen wir ausgesetzt sind.

Ein Grund, warum ich einen Hoffnungsschimmer habe, der Grund, warum ich eine Possibilistin, wenn nicht sogar Optimistin bin, ist, dass noch ein anderes Feuer existiert. Es brennt ein weiteres Feuer, und das ist das Feuer der wachsenden Klimagerechtigkeitsbewegungen auf der ganzen Welt. Fridays for Future hat sich in nur einem Jahr mit unglaublicher Geschwindigkeit ausgebreitet. Das ist etwas unglaublich Kraftvolles. Acht Millionen Teilnehmer weltweit waren an den Klimastreiks im September beteiligt. Es waren junge Leute, aber es waren auch Menschen aus allen Generationen, die bei Amazon und Microsoft gegen die Technologieunternehmen protestierten, die eine andere Welt forderten, die ihre Arbeit niederlegten.

Zu diesem Feuer gehört auch etwas, das sich Green New Deal nennt. Wir haben es nicht erfunden. Es ist eine Idee, die im globalen Süden geboren wurde, aber es ist auch eine Idee, die mit dieser riesigen neuen Energie, die von der neuen Generation von Aktivisten kommt, wieder aufgetaucht ist, um beide Feuer gleichzeitig zu löschen. Ja, wir müssen den Wissenschaftlern zuhören, wir müssen die Emissionen sehr schnell senken, wir müssen uns von dem jüngsten Weltklimarat-Bericht leiten lassen, und wir müssen uns von der Gerechtigkeit leiten lassen. Deswegen können wir in Ländern wie den USA und Deutschland nicht elf Jahre warten, bis wir die Emissionen halbiert haben. Wir müssen mehr als 80 Prozent kürzen, und wir müssen eine ernsthafte Finanzierung auf den Tisch legen, damit Länder, die fast nichts zu dieser Krise beigetragen haben, aber an vorderster Front der Klimakrise stehen, über die Ressourcen verfügen, die sie benötigen, um zu erneuerbaren Energien und anderen grünen Technologien zu greifen und so ihre Wälder intakt halten und nicht das Öl und Gas unter ihren kostbaren Regenwäldern fördern müssen. Wir müssen ihnen dabei helfen, ihre Wälder zu bewahren. Aber auch die Finanzierung von Verlusten und Schäden ermöglichen, die bereits entstanden sind.

Der Green New Deal ist eine Antwort auf den Aufschrei der Gilets-jaunes-Bewegung, die sagt: „Die Eliten reden vom Ende der Welt, aber wir, wir reden vom Ende des Monats.“ Ein Green New Deal bedeutet, dass sich jeder für das Ende der Welt interessiert und jeder das Ende des Monats im Blick hat. Niemand sollte jemals wieder eine Wahl treffen müssen. Wir brauchen also einen Rahmen, um Millionen von gewerkschaftlich organisierten Arbeitsplätzen zu schaffen, die die Familien ernähren. Wir müssen eine Grundlage zur Unterstützung der Familien schaffen, die Gesundheitsversorgung garantieren, das Wohnen und die Kinderbetreuung. Wir müssen uns mit dieser grassierenden Unsicherheit auseinandersetzen, die den so brandgefährlichen politischen Kontext schafft, mit dem die Demagogen dieser Welt zündeln. Wir können kein endloses Wachstum des Konsums auf einem endlichen Planeten haben, wie Greta Thunberg vor den Vereinten Nationen sagte – denn das ist ein Märchen.

Die Parade fiel aus

Vor einem Jahr haben die US-Demokraten die Mehrheit über den Kongress zurückerlangt, was ein wirklich aufregender Moment für diese politische Partei war. Sie triumphierten, gingen nach Washington und erwarteten eine Siegesparade nach dieser wichtigen Wahl. Aber die Siegesparade fand nicht statt. Stattdessen haben Hunderte von Jugendlichen aus der Sunrise-Bewegung, die ihren Namen von dem großen Feuerball am Himmel hat, die Büros der mächtigsten Demokratin Washingtons, Nancy Pelosi, besetzt und einen Green New Deal gefordert. Sie hielten Schilder hoch, auf denen stand, dass wir gute Jobs und einen sicheren Planeten verdient haben. Sie haben wirtschaftliche Gerechtigkeit und die Notwendigkeit von Klimaschutz miteinander verbunden. Und sie sagten, dass die Gemeinden an vorderster Front des Klimawandels – diejenigen Orte, wo POCs und Einwanderer leben, die am meisten vernachlässigten und verschmutzten Viertel und Regionen der USA – die ersten sein müssen, denen ermöglicht wird, eigene Projekte für erneuerbare Energien aufzubauen, diese zu kontrollieren und damit neue Arbeitsplätze zu schaffen. Sie sagten, dass kein Arbeiter zurückgelassen werden darf.

Das wirkte, als seien es sehr radikale Forderungen. Das waren sie aber nicht. Und dann passierte etwas Bemerkenswertes. Die Besetzerinnen wurden von Alexandria Ocasio-Cortez besucht, 29 Jahre alt, die jüngste Frau, die jemals in den US-Kongress gewählt wurde – einige Monate zuvor hatte sie noch als Kellnerin in einer New Yorker Bar gearbeitet.

Ocasio-Cortez sagte den Besetzerinnen, dass sie auf ihrer Seite stehe und mit ihnen für unsere Zukunft kämpfen werde. Ein paar Tage später kam das Rahmenwerk für einen Green New Deal heraus. Die Leute sagten, das ist verrückt, zu ehrgeizig. Aber der Druck war so stark, dass fast alle Demokraten, die sich um die Führung der Partei bewerben, um bei der nächsten Wahl zum Präsidenten anzutreten, dieses Rahmenwerk unterstützen und sagen mussten, dass sie daran glaubten. Im Laufe des Wahlkampfes waren die Kandidaten gezwungen, Hunderte von Seiten politischer Programme zu produzieren, in denen stand, wie der Green New Deal aussehen würde, wie sie dafür bezahlen würden, woher das Geld kommt.

Unkonventionelle Allianzen

Das führte zu einer Art Wettrüsten, wer mehr Geld ausgeben und mutigere Dinge tun würde, um die Imperative von Gerechtigkeit und Klimaschutz zu verbinden. Es entstand eine weltweite Vision, und nun wird von einem globalen Green New Deal gesprochen. Ich würde ihm nicht allzu sehr trauen, wenn er von oben kommt. Die Maßnahmen, die wir heute brauchen, werden aus einem Zusammenspiel von sozialen Bewegungen entstehen. Und die werden einen demokratischen Prozess in Gang bringen, in dessen Verlauf wir wirklich herausfinden, wie das aussieht: ein Green New Deal. Es wird zu unkonventionellen Allianzen kommen, aus Gewerkschaften und Umweltschützern, Mikro-Rechtsaktivisten und Anti-Kriegsaktivisten, die zusammenkommen, um eine gemeinsame Agenda zu entwerfen. Abschließen möchte ich mit meinem Lieblingsslogan aus dem Fridays-for-Future-Movement: Greta war der Funke, aber wir sind das Lauffeuer.

Info

Dieser Text ist ein Ausschnitt aus der Willy Brandt Lecture 2019, die Naomi Klein am 8. Dezember 2019 auf Einladung der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung in Berlin hielt

Übersetzung: Mladen Gladić, Christina Borkenhagen
06:00 30.12.2019

Ausgabe 15/2020

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