Strahlende Zukunft

JAPAN Wachstumsfetischismus, Konsumexzesse und naiver HighTech-Glaube stärken die Atomlobby
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Nach Tschernobyl 1986 starteten die japanischen Energieversorgungsunternehmen eine groß angelegte publizistische Gegenoffensive, um die verunsicherte japanische Bevölkerung zu beruhigen. Auf einer ganzseitigen Anzeige in der auflagenstärksten Tageszeitung Yomiuri-Shinbun vom 4. Juli 1988, inszenierten sie folgendes Frage- und Antwortspiel. Frage: "Ist ein Tschernobyl-Störfall auch in Japan denkbar?" Antwort: "Ausgehend von der Prämisse, dass Menschen Fehler begehen, sind Sicherheitssysteme, die unabhängig von menschlichen Einschätzungen und Handlungsweisen automatisch agieren, zur Norm geworden!" Logische Schlussfolgerung: "Einen Störfall, wie in Tschernobyl, kann es in Japan nicht geben".

Allerspätestens der jüngste Beinahe-Super-Gau von To