Tanzvideos und Memes: Wieso bejubeln viele Menschen den Tod des iranischen Präsidenten?

Essay Nach dem Helikopterunglück des iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi überschlagen sich in den sozialen Medien die Tanzvideos. Die deutsch-iranische Autorin Sanaz Azamipour erklärt, warum der Moment der Freude auf 1988 zurückzuführen ist
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Die hier gezeigten gehören zu den mutmaßlich über 30.000 Menschen, die 1988 vom islamistischen Regime im Iran hingerichtet wurden
Die hier gezeigten gehören zu den mutmaßlich über 30.000 Menschen, die 1988 vom islamistischen Regime im Iran hingerichtet wurden

Foto: Sean Gallup/Getty Images

Am Montag erwachte die Welt mit dieser Nachricht: Ebrahim Raisi ist tot. Eine Nachricht, die uns mit großer Freude erfüllt hat: Seit der ersten Sekunde nach der Eilmeldung zwei Tage zuvor, dass er möglicherweise bei einem Hubschrauberabsturz verunglückt ist, feiern dies Memes und Videoclips bis hin zu Feuerwerken und Tanzvideos. Man fragt sich: Wie kann der Tod eines Menschen so viele Menschen glücklich machen?

Ebrahim Raisi, auch bekannt als der „Schlächter von Teheran“ und bis gestern Präsident der Islamischen Republik Iran, war eines der Mitglieder des „Todeskomitees“. Ein vierköpfiges Komitee, das 1988 über Massenhinrichtungen von politischen Gefangenen zu entscheiden hatte. Massenhinrichtungen, die bis zu 30.000 Mensc