Theater nach Corona: Endlich wieder anfassen

Theater Immersive Formate gibt es schon lange. Doch nach zweieinhalb Jahren Pandemie fühlt sich alles anders an. Wie Schauspiel und Performance Nähe und Distanz vermitteln
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 37/2022
Jetzt bloß nicht den Kopf verlieren: „Berlau“ am Berliner Ensemble
Jetzt bloß nicht den Kopf verlieren: „Berlau“ am Berliner Ensemble

Foto: Moritz Haase

Zu Beginn der Pandemie, als die darstellenden Künste mit den Schließungen rangen, versicherte der Festivalmacher Matthias Lilienthal, damals noch Intendant der Münchner Kammerspiele, das Theater werde wichtig bleiben – als Ort, an dem man nach Corona wieder neu lernen könne, einander zu begegnen. Zwei Jahre Abstand später und nach einem rauschhaften Sommer der Begegnungen, klingen Lilienthals Worte nach.

Weg vom Bildschirm, Maske runter und hinein ins Getümmel, so schien das Sommer-Motto der Theater zu lauten. Mitunter fiel auch die Vierte Wand, die Trennung zwischen Bühne und Publikum. Die Regisseurin Susanne Kennedy und der Künstler Markus Selg etwa inszenierten den 70er-Jahre-Musiktheater-Klassiker Einstein on the Beach des Komponisten Philip