Theater und Proteste im Iran: „Es ist schwer, die Angst abzuschütteln“

Interview Als Schauspielerin kennt die Theaterwissenschaftlerin Maryam Palizban die Szene im Iran sehr gut. Ein Gespräch über Frauen auf der Bühne, Theater als Vitrine des Regimes – und wachsenden Widerstand
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 44/2022
Maryam Palizban: „Das iranische Theater hat zwei Gesichter“
Maryam Palizban: „Das iranische Theater hat zwei Gesichter“

Foto: Laura Schaeffer für der Freitag

Seit dem Tod der 22-jährigen Mahsa Amini Mitte September protestieren Tausende Menschen im Iran für ein Ende der islamistischen Diktatur. Die iranische Theaterszene, die sich teils stark vom Regime vereinnahmen lässt, steht vor einer Entscheidung: für oder gegen die Revolution zu sein. Maryam Palizban spricht über eine Welt zwischen Anpassung und Freiheitskampf.

der Freitag: Frau Palizban, war Mahsa Aminis Tod der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte?

Maryam Palizban: Schon im November 2019 sind im Iran Unruhen ausgebrochen, ausgelöst durch die plötzliche Erhöhung der Benzinpreise – damals zwar nur in einzelnen Städten und Provinzen, aber mit sehr vielen Toten und Verletzten. Die Regierung hatte das Internet fü

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